Im Job zufrieden mit Yin und Yang

Viele Menschen können sich ein Leben ohne Job und Arbeit nicht vorstellen. Andere dagegen können zumindest einen längeren Zeitraum wunderbar ohne Verpflichtungen in den Tag hinein leben und ihre Freizeit sorgenfrei genießen.

Letztlich ist es unerheblich was wir uns vorstellen können oder nicht. Im Normalfall müssen wir aus finanziellen Gründen für unsere Lebensführung arbeiten. Grundbedürfnisse wollen genauso bezahlt werden, wie besondere Wünsche an unseren Lebensstandard oder gar Luxus.

Essen, Trinken, Kleidung und Unterkunft sind typische Grundbedürfnisse. Auto, Mobiltelefon, Notebook und Urlaub kann man jeweils wohl eher als Luxusgut bezeichnen. Wobei vieles davon mittlerweile eigentlich schon zur Standardausstattung des berühmten “Otto Normalverbraucher” gehört.

ausgleich zwischen arbeit und freizeit
Wichtig ist ein Ausgleich zwischen Job und Freizeit.

Grundbedürfnisse aber auch fast alles anderes, was wir an materiellen Ansprüchen benötigen, kostet Geld. Daher ist der Job und Broterwerb eine wichtige Grundlage unseres Lebens.

Auch wenn wir Glück haben und uns unsere berufliche Tätigkeit Freude macht, kostet sie doch viel Kraft und Energie. Im Vital-Dreieck kommen Gesundheit, Privatleben und Job als die drei Elemente des alltäglichen Lebens zusammen. Das Berufsleben beeinflusst dabei unmittelbar das gesamte Leben und die Gesundheit eines Menschen.

 

Regeneration und Ausgleich

Auch Menschen ohne berufliche Verpflichtung (z.B. Rentner und Pensionäre) haben Verpflichtungen und Tätigkeiten zu erledigen, die nicht der Freizeit zuzurechnen sind. Insofern betrifft das Thema Ausgleich zwischen Freiwilligkeit und Pflicht nahezu jeden.

Vielen Menschen fehlt im wohl verdienten Feierabend einfach die Kraft zum notwendigen Ausgleich und zur Regeneration vom stressigen Arbeitsalltag. Das Ergebnis ist eine Negativbilanz, die sich bei andauerndem Zustand belastend auf die Gesundheit auswirkt.

Zahlreiche Krankheiten und Leiden der heutigen Zeit sind stressbedingt. Besonders typisch hierfür sind Stoffwechselprobleme (Gastritis, Reizdarm, Magengeschwür), Rückenleiden, Migräne, Tinnitus und Depressionen.

Sowohl Körper, Geist als auch Seele leiden durch andauernden Stress. Diagnosen wie Burnout haben Hochkonjunktur und sind unter anderem ein Spiegelbild unserer auf Gewinnmaximierung und ewigem Wachstum ausgerichteten Gesellschaft. Natürlich sind auch weitere gesellschaftliche Faktoren ursächlich, wie etwa mangelnde Entscheidungsspielräume, wenig Beständigkeit und Wertebeliebigkeit.

Probleme bei der Bewältigung der Arbeit gehen fast immer früher oder später einher mit privaten Problemen. Viele Menschen geraten durch ihre schwierigen beruflichen Umstände letztlich an einen depressiven Tiefpunkt ihres Lebens.

Sie sind leicht reizbar, unausgeglichen oder cholerisch. Sie reagieren oft “über” und zeigen aggressive Verhaltensweisen. In extremen Fällen entsteht ein Gefühl von Ausweglosigkeit bis hin zu Panikattacken, Zwangs- und Angststörungen sowie anderen psychischen Störungen.

Ist erst einmal diese Spirale des Unglücks entstanden, ist eine Genesung des Betroffenen nicht leicht. Für den Betroffenen selbst erscheint sie oft unmöglich.

Wenn man an so einen Punkt angekommen ist, sollte man nicht zu stolz sein professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Man darf aber keine Wunder von anderen erwarten, letztlich kommt es immer auf einen selbst an. Nur man selbst hat den Schlüssel zum Glück in der Hand, andere können allerdings helfen diesen zu erkennen und zu nutzen.

Es mag manchmal nicht so aussehen, aber es gibt immer einen Ausweg. Schauen Sie genau hin! Sehen Sie denn nicht den Silberstreifen am Horizont?!

Man muss jedoch ein glücklicheres Leben wirklich wollen und zu einem eigenen Umdenken bereit sein. Man muss gegebenenfalls auch bereit sein lieb gewonnene Privilegien, einen hart erarbeiteten Status und eventuell den Konsum von Luxusgütern wieder aufzugeben oder einzuschränken.

Sich vom unnötig Angehafteten lösen.

Das Yin-Yang-Prinzip hilft dabei, denn hat man erst die einzelnen Kräfte und Gegenkräfte im Leben erkannt, kann man wieder Ausgleich und Harmonie finden. Im Idealfall sollte natürlich ein totaler Tiefpunkt im Berufsleben vermieden werden.

Wenn man diesen aber leider erreicht hat, kann dies trotzdem der Start zu einem besseren, passenderen Leben sein. Somit also auch eine große Chance.

 

Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Freizeit

Vom Beginn an des Berufslebens ist die Harmonie zwischen Job und Freizeit wichtig und muss im Alltag zwischen den vielen Aktivitäten gefunden werden.

Es muss neben dem Job auch Platz für Hobbys und Freizeit geben. Dieser Platz wird konkret bestimmt durch den Faktor Zeit und Kraft (Energie). Für ausgleichende Aktivitäten muss sowohl Zeit, als auch Energie zur Verfügung stehen, sonst schläft das Hobby naturgemäß ein und eine wichtige, positive Ausgleichskraft erlischt.

Es muss allerdings auch Leidenschaft im “Spiel” sein. Dies bedeutet, dass nur meine echten Hobbys meinen Ausgleich garantieren. Abgekupferte oder von anderen aufgezwungene Ausgleichsaktivitäten führen meist nicht dauerhaft zum Glück. Und auch hier gilt: weniger ist oft mehr.

Freizeitstress ist nämlich ebenso blockierend, wie Eintönigkeit und Langeweile. Weder der Hans Dampf in allen Gassen noch der vor Verpflichtung scheuende Couch-Potato sind die richtige Grundhaltung.

Bunte Farben für den Alltag
Ein bunter und ausgeglichener Alltag ist wichtig für ein harmonisches Alltagsleben.

Ebenso ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein nicht zu vernachlässigender Punkt.

Leider gibt es immer noch Arbeitgeber, die von ihren Beschäftigten knallharte und bedingungslose Hingabe erwarten. Jedes Jahr werden die zu erreichenden Vorgaben nach oben gesetzt, denn schließlich möchte das Management “Wachstum” erzielen. Leider auch allzu oft: Ohne Berücksichtigung der familiären, privaten oder gesundheitlichen Situation. Darunter haben nicht nur Mütter, sondern auch Väter zu leiden!

Beide Elternteile sollten trotz Berufstätigkeit Möglichkeiten haben ihre familiären Aufgaben innerhalb der Familie wahrzunehmen.

Wenn ein Arbeitgeber dies nicht unterstützt und keinerlei Hilfen und Flexibilität anbietet, sollte man über einen Wechsel oder beruflichen Neuanfang nachdenken. Trotz aller auftretenden finanziellen Nachteile ist die Erfüllung des Familienglücks schwerer zu wiegen, als ein Leben in einem höheren (materiellen) Status.

Für Kinder ist die Anwesenheit von Mutter und Vater wertvoller, als noch mehr Spielzeug oder anderer luxuriöser Schnickschnack. Es dürfte einleuchtend sein: ein Bauernhofurlaub mit entspannten Eltern an der Nordsee ist für Kinder schöner, als die Luxus-Fernreise in die Tropen mit gestressten Eltern kurz vor dem Burnout.

 

Kleine aber stetige Veränderungen

Seinen Job zu kündigen ist allerdings der radikalste Schritt. Der Sprung in die Arbeitslosigkeit ist riskant. Lieber sollte man als “Wechselwilliger”, falls möglich, in seinem Job zumindest so lange verharren, bis eine Alternative auftritt.

Dauerhafte Stressreaktionen, Depressionen und Burnout sind mittlerweile anerkannte Krankheiten. Sie berechtigen selbstverständlich den Gang zum Arzt ohne schlechtes Gewissen vor dem Arbeitgeber.

Mildere Maßnahmen als eine Kündigung können manchmal schon ausreichend sein und sind einen Versuch wert. Je schwieriger die Situation auf dem Arbeitsmarkt ist, desto toleranter ist man allerdings bei der Akzeptanz seiner Arbeitsbedingungen.

Auf jeden Fall sollte man Hilfe und Verbündete suchen. Dies kann der Betriebsrat oder der Personalrat sein. Die Gleichstellungsbeauftragte, die Schwerbehindertenbeauftragte, der Betriebsarzt, der Konfliktbeauftragte oder andere Einrichtungen innerhalb einer Organisation sind ebenfalls Hilfe anbietende Stellen.

Natürlich sollte man auch möglichst offen (sofern möglich) das Gespräch mit den Vorgesetzten und verantwortlichen Personen suchen. In der Regel sollte es mittlerweile in den Firmen das BEM (Betriebliches Eingliederungsmanagement) geben.

Hierbei leistet der Arbeitgeber nach einer längeren Krankheit dem Beschäftigten Hilfe, um die Gründe für Krankheit und Arbeitsausfall auf dem Arbeitsplatz zu beseitigen oder zu verringern. Hierzu wird der Beschäftigte zu einem Gespräch eingeladen. Der Arbeitgeber ist laut § 84 Abs. 2 Sozialgesetzbuch (SGB) IX dazu verpflichtet.

In der Regel tritt diese Verpflichtung ein, wenn der Arbeitnehmer länger als 6 Wochen im Jahr fehlt. Beim BEM soll es natürlich nicht darum gehen einen Beschäftigten einzuschüchtern, sondern diese Einrichtung ist Teil des betrieblichen Gesundheitsmanagements und zum Schutz der Mitarbeiter gedacht.

Man sollte dieses Gespräch als Betroffener daher dazu verwenden, um bessere Arbeitsbedingungen zu erreichen. Wenn man dort, unter Umständen mit haus- oder fachärztlicher Hilfe, plausibel Krankheitsgründe auf der Arbeit darstellen kann, ist es möglich Verbesserungen zu erreichen.

Dies können Änderungen der Büroausstattung sein (zum Beispiel höhenverstellbarer Tisch, größerer Monitor, Entfernung von Netzdruckern, Ersatz von Teppichboden bei Allergikern), ein neues Büro (zum Beispiel mehr Licht, weniger Hitze, weniger Lärm, Einzelbüro oder Wechsel des „Büromitbewohners“) oder aber andere Rahmenbedingungen der Arbeit (zum Beispiel Telearbeit, Teilzeit oder neue Aufgaben).

Bevor man seine Arbeitsstelle wechselt, sollte man also versuchen auf diesem Wege Verbesserungen zu erreichen. Oft ist dies möglich und manchmal reichen schon kleinere Verbesserungen, um einen nahezu unerträglichen Arbeitsplatz doch in den „grünen Bereich“ zu bewegen. Zumindest für eine Übergangszeit ist dies vielleicht ein erträglicher Weg.

Sind auch die vorgenannten Maßnahmen kaum von Erfolg gekrönt und ist eben ein Stellenwechsel kaum möglich, wird die Luft dünn. Oft hängt an dem ganzen Thema dann noch mehr, denn schließlich haben viele Menschen ein Eigenheim abzubezahlen. Sofern man Kinder hat, ist deren Wohl auch vom finanziellen Einkommen der Eltern abhängig, was den Druck auf die Eltern erhöht.

Dieser Druck und die kritischen Arbeitsbedingungen können ganz schnell zu gesundheitlichen Problemen führen. Leider kann ein Hilferuf auch nachteilig auf zukünftige Beförderungen oder Gehaltserhöhungen ausgelegt werden.

Aber Karriere und Geld sind nichts im Vergleich zu Ihrer Gesundheit. Eine besser bezahlte Stelle, die mit deutlich mehr Verantwortung versehen ist, darf man auch guten Gewissens ablehnen. Fühlen Sie sich nicht gebauchpinselt, sondern bedenken Sie: Nichts ist umsonst!

Treffen Sie Ihre Entscheidung nicht für andere, sondern immer nur für sich. Weitsichtige Menschen sehen nicht nur das Wachstum, sondern auch die Probleme bei einem mangelnden Ausgleich der Kräfte.

Wenn der Job zu viel Kraft kostet, muss man hinterfragen warum dies so ist. Vielleicht setzt man persönlich die falschen Prioritäten? Vielleicht will man es allen recht machen, obwohl dies gar nicht notwendig ist?

Dies alles sollte man bedenken und gegebenenfalls die Kräfte neu verteilen bzw. am richtigen Punkt gegensteuern.

 

Motivierte Beschäftigte sind das Glück des Unternehmens

Ein Arbeitgeber sollte sich immer darüber im Klaren sein, dass motivierte Beschäftigte leistungsfähiger sind und geringere Krankheitszeiten aufweisen. Das ist einer der Gründe, warum mittlerweile immer mehr Unternehmen flexible Arbeitszeitmodelle, Job Sharing, Telearbeit oder Sport in der Mittagspause anbieten.

Es kommt natürlich immer auf den Beruf an. Manche Berufe und Gewerbe bieten keine oder kaum Flexibilität. Feuerwehrmänner im Einsatz und Piloten können ihre Arbeit nicht einfach unterbrechen.

Home Office (Telearbeit) ist bei einem Arbeitsplatz mit sensiblen Daten aus Datenschutzgründen nicht möglich, eine Soldatin im Auslandseinsatz im Krisengebiet wird ebenfalls keine Möglichkeiten für flexible Arbeitszeitmodelle finden.

Trotzdem werden Aspekte wie Teilzeit oder Telearbeit von manchen Arbeitgeber oft zu schnell und wenig durchdacht abgelehnt. Das ist schade, denn in vielen Fällen würde mehr Offenheit von Arbeitgebern und Vorgesetzten hierzu zu einer Win-Win-Situation führen.

Wichtig für die Arbeitszufriedenheit ist auch das Gefühl etwas bewegen und entscheiden zu können. Ganz viele Beschäftigte leiden unter mangelnden Entscheidungs- und Gestaltungsspielräumen.

Der Arbeitszufriedenheit hilft es außerdem seine Meinung sagen zu können. Nicht zu allem und jedem, aber zu den ureigenen Themen am eigenen Arbeitsplatz sollte dies gewährleistet sein. Wird man als Beschäftigter bevormundet und nie konsultiert macht dies unglücklich. Man muss sich außerdem auch einmal “Luft” machen dürfen, ohne dafür mit zukünftiger Ignoranz bestraft zu werden.

Bei der Berufswahl sollte man sich über die verschiedenen Kräfte und Gegenkräfte an einem potenziellen Arbeitsplatz im Klaren sein.  Es ist intensiv zu prüfen, ob diese mit dem eigenem Fähigkeits- und Charakterprofil im Einklang stehen und eine Chance auf berufliche Harmonie besteht.

Ein häufiger Fehler bei diesen Überlegungen ist das unbemerkte Stärken und Schwächen von eigenen inneren Kräften. Im Volksmund würde man sagen “der hat sich das schön geredet!”.

Man fixiert sich dabei gerne auf eine Eigenschaft, die einem besonders gut gefällt und blendet offensichtliche Nachteile aus.

Das passiert immer wieder gerne – auch in privaten Beziehungen. Im Zweifel hat man aber bei der Berufswahl den großen Vorteil, relativ unbefangen ein Praktikum ohne größere Folgen bei falscher Einschätzung machen zu können.

Lassen Sie sich daher ausgiebig Zeit für eine oder mehrere Schnupperzeiten in die Berufswelt. Lieber ein Praktikum zu viel, als eine falsche Berufswahl. Eine angemessene Orientierungsphase kann Gold wert sein!

 

Enscheidung zur Berufswahl

Die Berufswahl ist ohne Zweifel äußerst entscheidend für unseren Lebensweg. Es ist daher wichtig, eine möglichst passende Wahl zu treffen. Die Berufswahl ist von ihrem Gewicht her durchaus vergleichbar mit einer Heirat. Auch hier möchte man sich zumindest im Optimalfall für ein ganzes Leben binden.

Eine Trennung ist zwar möglich, aber meist schmerzhaft, teuer und riskant.

Bevor man sich für einen Beruf, eine Ausbildung oder ein Studium entscheidet, sollte man sich genau überlegen wo die eigene Stärken, Schwächen und Lebensvorstellungen liegen. Für diese Überlegungen sollte man sich ausgiebig Zeit nehmen, da dies nicht immer so leicht zu erkennen ist. Lieber ein Praktikum zu viel als zu wenig.

Eltern und Freunde können gute Ratgeber sein, sie können aber auch folgenschwere Fehlimpulse an einen jungen Menschen senden oder einfach zu viel Druck ausüben. Deswegen sollten diese Personen als Ratgeber sehr vorsichtig sein mit ihren Tipps.

Und auch bei Beratern gilt Qualität vor Quantität. Wenn ich jeden frage und mir jeder etwas anderes erzählt, weiß ich am Ende weniger die Richtung als vorher.

Eltern neigen oft dazu ihren Kindern das vorzuschlagen, was sie selber gerne gemacht hätten. Aus ihrer subjektiven Sicht ist das gut gemeint und ehrenhaft, kann aber fatale Folgen haben. Ein unausgewogener Ratschlag aus dem Wunschdenken eines Ratgebers kann die natürlichen Kräfteverhältnisse eines jungen Menschen aushebeln und die falschen Kräfte stärken.

Das ist Nährboden für Fehlentscheidungen. Deswegen sollten hier gute Ratgeber die eigenen Kräfte des ratsuchenden Menschen wirken lassen. Sicher können Ratgeber ihre Erfahrungen und Einschätzungen äußern, aber zurückhaltend und ausgewogen.

Ein guter Ratgeber hört viel zu und redet wenig.

Natürlich ist es im Beruf nie unmöglich einen neuen Weg einzuschlagen. Man sollte allerdings dem ausgewählten Job eine aufrichtige Chance geben, denn manchmal ist es erst Liebe auf den zweiten Blick.

Oft sehnt man sich einen Jobwechsel herbei, aber läuft letztlich nur vor eigenen Problemen weg, die in einem anderen Beruf ebenfalls Schwierigkeiten machen würden. Dann ist es besser, man versucht über Änderungen der eigenen Verhaltensweisen und der vorhandenen Rahmenbedingungen den jetzigen Job passender zu gestalten. Dazu gehört natürlich auch das Neinsagen zu lernen und eigene Grenzen zu erkennen und nach Außen anzuzeigen.

Das ist allerdings unbequem und erfordert sachlich-konstruktive (Selbst-)kritik sowie Mut und Geduld. Kommt man zu dem Entschluss, dass ein ganz anderer Beruf zum Beispiel über eine Umschulung erlernt werden sollte, dann ist es auch ein harter Weg.

Generell gilt, dass eine frühe Neuorientierung oft weniger kompliziert ist, als eine lange Leidensphase mit bereits aufgetretenen gesundheitlichen Problemen. In der heutigen Zeit ist ein Berufswechsel immerhin meist leichter als früher möglich. Früher wusste man bereits bei der Geburt eines Menschen, was das Kind einmal werden wird. Diese Zeiten sind heute zum Glück vorbei.

Trotzdem bedeutet oft eine falsche Berufswahl auch heute noch unnötige Leidenszeit, die einen Menschen ein Leben lang negativ beeinflussen kann.

 

Leben mit Yin und Yang

Es ist sicher nicht einfach, den Begriff “Leben” in seiner Gesamtheit zu erfassen.

Viele Wissenschaften wie beispielsweise die Biologie, Chemie oder Philosophie beschäftigen sich schon seit Jahrtausenden mit dem “Leben”, haben dabei aber immer nur einen für sie relevanten Teilbereich im Blickfeld.

Im Vital-Dreieck wird das Privatleben elementar bestimmt vom Zustand der individuellen Gesundheit. Ein harmonisches Leben findet seinen idealen Zustand in einer gesunden körperlichen, geistigen und seelischen Verfassung.

Sehr häufig verwendet man heute den Begriff “Leben” im Zusammenhang mit Privatleben und Berufsleben. Nicht erst seit dem Aufkommen von Ideen zur Work-Life-Balance streitet die Menschheit über die Frage, ob der Job und das Privatleben zusammengehören oder der Beruf getrennt vom “wahren” Leben angesehen wird.

Japanischer Garten
Je vielfältiger eine Landschaft, desto entscheidender die Perspektive der Betrachtung.

Man könnte auch sagen: Integration der Pflicht in die Kür oder lieber ein getrenntes Programm? Die Unterscheidung zwischen Freiwilligkeit und Pflicht  (Privatleben und Job) sollte aber nie die Differenzierung zwischen Gut und Böse sein.

Denken Sie positiv: Pflichtaufgaben können auch Spaß machen und gehören genauso zu einem erfüllten Leben wie freiwillige Aktivitäten in der Freizeit.

 

Perspektivwechsel zur Selbsterkenntnis

Möchten wir Zufriedenheit erlangen, sollten wir unter anderem einen Ausgleich zwischen Privatleben und Job finden. Und selbst Menschen, die keinen Job ausüben (z.B. Rentner und Pensionäre) haben Pflichtaufgaben.

Daher betrifft dieses Thema letztlich alle. Jeder sollte deshalb grundlegend seine eigene Wohlfühlzone zwischen Freiwilligkeit und Pflicht definieren. Das ist jedoch nicht einfach und setzt voraus sich selbst und seine wahren Bedürfnisse zu kennen.

Sich selbst und das eigene Leben zu verstehen ist jedoch die schwierigste Wissenschaft auf Erden.

Wer sich selbst versteht, hat mehr als einen Doktortitel verdient. Es gibt viele Schwierigkeiten auf diesem Weg zur individuellen Selbsterkenntnis. Eine besonders große Hürde ist die Angst und die Flucht vor den eigenen Schwächen. So einfach wir die Schwächen unserer Mitmenschen entdecken, so schwer fällt uns der Blick auf uns selbst!

Das Problem hierbei ist der subjektive Blickwinkel. Um uns selbst zu erkennen dürfen wir nicht wie gewohnt die Welt als ICH wahrnehmen, sondern den Blick der Welt auf das ICH betrachten.

Wir müssen einen Perspektivwechsel vollziehen, um uns kennenzulernen.

Nicht ohne Grund sagt man: Den kenne ich besser, als er sich selbst! (vermutlich kann der andere das Kompliment zurückgeben!).

Das trifft in vielen Fällen zu und deshalb ist der Perspektivwechsel schwierig, aber unerlässlich.

An diesem scheitern jedoch die meisten. Wer hat dafür auch heute noch Nerven und Zeit? Es geht schließlich um Wachstum und Gewinnmaximierung. Die nächste Sondertilgung steht an, es ist nur noch ein Parkplatz frei und der Urlaub muss gebucht werden. Sonst verstreichen Fristen bzw. es ist nichts mehr zu haben.

Der Kampf um Ressourcen erscheint im Alltag allgegenwärtig. Wer zu langsam ist steht am Ende mit leeren Händen da, oder? Zumindest glauben wir das und lassen uns immer weiter antreiben. Wer kennt nicht den “frühen Vogel” mit dem Wurm im Schnabel?

Wir müssen uns aber die Zeit nehmen. Sei es zur Selbstreflexion oder zur Entscheidungsfindung in den elementar wichtigen Fragen unseres Lebens.

Die Objektivität in der Betrachtung auf uns selbst ist unverzichtbar, um zu erkennen wer wir sind und wo unsere Möglichkeiten liegen.

Wenn uns dies gelingt, haben wir beste Möglichkeiten in unserem Leben die “richtigen” Entscheidungen zu treffen. Oder zumindest passende und gute Entscheidungen, denn “richtig” ist in diesem Zusammenhang letztlich zu eindeutig. Bekanntlich führen oft viele Wege zum Ziel oder nach Rom.

Sei es bei der Heirat, der Berufswahl, der Wahl unserer Freunde, unserer Hobbys oder beim Hauskauf. Ein Perspektivwechsel und eine Auszeit zur gründlichen Entscheidungsfindung ist wichtig und zahlt sich nachher für gewöhnlich aus.

“Perspektivwechsel” heißt dabei nicht, es der Welt ab jetzt immer Recht zu machen und das zu werden, was andere an mir sehen wollen. Das Projekt so aufzuziehen wäre schlecht und würde scheitern!

Wir müssen uns mit den Augen der anderen sehen, aber das sein und werden was wir wollen. Im Idealfall mit Objektivität und einem realistischen Optimismus!

 

Mit Objektivität die Gegenkräfte finden

Wir müssen nachvollziehen, wie unsere Beziehungen zu den Kräften in unserem Umfeld funktionieren. Wo ergeben sich Reibungspunkte und was kann man machen, um diesen entgegenzusteuern.

Dies erfordert einen weiten Horizont und ein hohes Interesse an meiner Umwelt.

Meist hat man dabei mehr Kraft und mehr Möglichkeiten, als man annimmt. Wer allerdings glaubt von nun an sein Leben “in die Hand zu nehmen”, der leidet an Selbstüberschätzung und ignoriert die vielen Gegenpole zu seinen persönlichen Vorhaben.

Wir müssen mit den Kräften um uns herum zusammenarbeiten, nicht gegen sie.

Je nachdem kann ein radikaler Befreiungsschlag oder Systemausstieg zwar Sinn machen, aber ein sanfter und kontinuierlicher Wandel ist unter normalen Bedingungen immer sinnvoller, nachhaltiger und weniger risikoreich.

Seien Sie nicht zu streng mit sich selbst und gönnen Sie sich Ruhe und Zeit, um den richtigen Weg zu finden. Auch einmal ein paar Schritte zurück sind erlaubt, wenn man feststellt auf dem Holzweg gewesen zu sein.

Wenn man sich und seine Gegenkräfte objektiv betrachtet, fällt es einem leichter seinen Lebensweg zu finden!

 

Höhepunkte und Tiefpunkte harmonisieren

Eine effektive Art sich selbst zu verstehen ist der Trick die jeweiligen Tageshöhen und Tagestiefen zu betrachten. Emotionale Höhe- und Tiefpunkte sind immer starke Verschiebungen zwischen Yin und Yang und daher außerhalb der Harmonie.

höhepunkte und tiefpunkte im leben
Leben in Harmonie.

Welche Personen, Gegenstände oder Situationen bescheren mir diese Höhe- und Tiefpunkte. Sind die Höhepunkte echt? Waren die Tiefpunkte vermeidbar? Habe ich dieses Lob oder diese Kritik verdient?

Wer meint es wirklich gut (und schlecht) mit mir?

Passen meine Freunde zu mir oder sind auch Menschen dabei, für die ich mich aufopfere, aber von diesen selbst nur Kritik ernte? Die Unterscheidung zwischen Freund und Feind ist meist zu pauschal. Yin und Yang sind oft differenzierter verteilt, als man denkt und ein falscher Freund ist schlimmer als ein ehrlicher Gegner.

Wer oder was ist in der betreffenden Situation meine eigentliche Gegenkraft und wie beeinflusst sie mich?

Gegenkräfte sind für uns unangenehm, bieten aber auch die Möglichkeit uns selbst zum Positiven zu verändern.

Es mag paradox erscheinen, aber Gegenkräfte bringen einen manchmal viel zielorientierter zu dauerhaftem Erfolg, als Unterstützer.

Jeder möchte ein möglichst glückliches Leben führen. Das wahre glückliche Leben ist aber nicht das Leben im Überfluss, sondern das harmonische Leben in Zufriedenheit. Wer ein glückliches Leben im Gleichgewicht der Kräfte Yin und Yang führen möchte, der sollte seine Höhe- und Tiefpunkte erkennen und versuchen diese kontrolliert in seinem Sinne zu harmonisieren.

Ursächliche Kräfte für unsere Tiefpunkte können durch eine objektive Analyse erkannt werden. Wir haben dann die Möglichkeit uns auf diese einzustellen oder entsprechende Gegenkräfte gezielt einzusetzen. Dies können innere und/oder äußere Kräfte sein.

Nicht jedes Problem ist lösbar und nicht jede kritische Situation vermeidbar. Aber wir können durch unser Handeln nahe am Optimum leben und Sicherheit erlangen. Dabei muss nicht die erste Idee zum Erfolg führen. Wichtig ist, dass man sich nicht entmutigen lässt und irgendwann wird man eine zuverlässige Gegenkraft zur Harmonisierung finden.

Das Prinzip von Yin und Yang lässt natürlich auch positive spontane und überschwängliche Emotionen zu. Glücksmomente und Freude sind durchaus willkommen. Wer das Prinzip von Yin und Yang jedoch verinnerlicht hat, kann aufkommende Freude länger auskosten.

Jeder Surfer freut sich über schöne, lang andauernde Wellen. Ein Tsunami aber bringt ihn zu Fall.

Es gibt natürlich ganz konkrete Fragen im Leben zu klären. Ist man mit seinem Partner/seiner Partnerin wirklich glücklich? Liebe ich und bin ich ein liebenswerter Mensch? Habe ich den richtigen Job gewählt und macht mir dieser auch heute noch Spaß? Habe ich den richtigen Ausgleich in meiner Freizeit? Habe ich die richtigen Freunde?

Und vor allen Dingen: achte ich auf mich selbst und meine Gesundheit?

Diese Faktoren sind wichtig, denn diese bestimmen maßgeblich unser Leben. Hier sollte man seinen idealen persönlichen Ausgleichspunkt finden. Das ist nicht immer einfach, sind wir doch das Ergebnis von Jahrzehnte auf uns einwirkenden Erlebnissen.

 

Gegenkräfte positiv nutzen

Gerade im Umgang mit Menschen ist es hin und wieder unumgänglich eine deutliche Gegenposition einzunehmen.

Manchmal müssen wir harte Grenzen aufzeigen. Zeitweise ist ein klares “Nein!” einfach angebracht. Dies ist absolut vereinbar mit dem Yin-Yang-Prinzip. Allerdings sollte man hiermit angemessen umgehen und keine unnötigen Fronten aufbauen.

Deutlichkeit muss nicht zwangsläufig mit Härte oder gar Unhöflichkeit verbunden werden. Falls möglich sollte man harte Entscheidungen charmant und diplomatisch bekannt geben, denn unnötige Härte lässt unnötige Gegenkräfte aufkommen.

Auch sollte man sich selbst nicht unnötig emotional hineinsteigern. Vermeintlich gute Berater sind zu hinterfragen. Leider wird man manchmal von anderen unnötig aufgewiegelt oder als Ochse vor deren Karren gespannt.

Wut und Zorn sind in diesem Fall schlechte Berater und verzerren die Objektivität sowie die wahre Beziehungsrelation von Yin und Yang.

Wobei Wut und Zorn im allgemeinen durchaus zu akzeptierende und nicht zu unterdrückende Elemente unseres Lebens sein sollten. Wut und Zorn sind allerdings wohl dosiert hinauszulassen, anstatt zu unterdrücken.

Das Hineinfressen von Emotionen führt bekanntlich eher zu Krankheit, als zum Glück.

Trotzdem sollte man die richtige und angemessene Dosis finden und nicht in blinde Wut geraten. Sind wir ehrlich und leben unsere Gefühle angemessen aus, kann dies positive Veränderungen hervorrufen. Wut und Zorn sind letztlich auch immense Energien, die wir für uns nutzen können.

Bei Problemlösungen ist allerdings eine nüchterne Objektivität immer angebracht, auch wenn es schwer fällt. Wenn wir die verschiedenen Kräfte und Gegenkräfte erkennen, sind wir in der Lage uns in das System einzubinden und zu verwirklichen. Nutzen Sie die Kraft des positiven Denkens:

Oft ist die Gegenkraft nicht mein Feind, sondern hat teilweise auch positiven Einfluss auf mein Leben.

Neben Verständnis für die Gegenkräfte ist das Zusammenspiel mit den mich augenscheinlich unterstützenden Kräften wichtig. Arbeiten im Team ist immer erfolgreicher, als den Wettbewerb als Einzelkämpfer zu führen.

Seien Sie ein Teamplayer und feiern Sie Erfolge als Team. Nur das sichert den dauerhaften Erfolg für alle. In Krisen suchen Sie Hilfe bei Familie und Freunden, genauso wie diese bei Ihnen Hilfe finden.

Machen Sie aber Unterschiede und erzählen Sie nicht jedem blauäugig Ihre intimsten Geheimnisse. Freundschaft muss wachsen und das braucht Zeit und Vertrauen. Bedenken Sie immer, jeder Tag verändert die Welt – Schritt für Schritt.

Und aus Gegenkräften können Ihre Unterstützer werden, genauso wie umgekehrt!

 

Gesundheit

Eigentlich ist es jedem klar: Gesundheit ist die Grundlage der persönlichen physischen Existenz und das wertvollste Gut, dass wir haben.

Geld, Doktortitel, die Villa und der Sportwagen – diese Dinge sind alle nichts wert, wenn man krank ist.

Und trotzdem wird die eigene Gesundheit im verbissenen Alltagskampf des Berufs- und Privatlebens oft wenig beachtet. Im Vital-Dreieck zwischen Gesundheit, Privatleben und Job beeinflussen sich jedoch diese drei Bereiche gegenseitig.

japanischer garten
Der Weg durch einen Japanischen Garten.

Fundament des Lebens

Die Wechselbeziehung ist klar: Eine schlechte Gesundheit führt zu Krankheitszeiten auf der Arbeit und auch am Privatleben kann man nur eingeschränkt teilnehmen. Genauso bringen Probleme auf der Arbeit oder im Privatleben die Gesundheit in Bedrängnis.

Unsere Gesundheit ist das Fundament des Lebens. Wird dieses Fundament nicht gepflegt und saniert folgt unweigerlich ein größerer Schaden.

Das schönste und prächtigste Haus, der höchste Wolkenkratzer bricht letztlich zusammen, wenn das Fundament zerfällt.  

Es leuchtet jedem ein, dass ein ausgeglichener Lebenswandel ohne dauerhafte Extrembelastungen für die Gesundheit große Vorzüge bietet.

Dies bedeutet nicht, dass man nicht auch einmal über die Strenge schlagen darf. Das auf Dauer angelegte Lebenskonzept und der Alltag sollten jedoch auf einen Ausgleich der Kräfte Yin und Yang ausgelegt sein.

Viele Krankheiten und Leiden entstehen durch Einseitigkeit. Körper, Seele und Geist leiden und es folgen auf dauerhafte einseitige Belastungen Störungen auf allen drei Ebenen, die letztlich zur Krankheit führen.

Sehr gefährlich ist in diesem Zusammenhang das Unterdrücken von Energien. Lassen wir unsere intensiven Gefühle im Alltag nicht zu, dann laufen wir Gefahr krank zu werden. Die aufgestauten Energien suchen sich eine Stelle des Körpers und hinterlassen dort ihre Spuren.

Eine Hauptursache für verschiedene Krankheiten wie Rückenleiden, Migräne, Tinnitus, Magen- und Darmprobleme, Depressionen (inklusive Burnout) sind Stress- und Unterdrückungsfaktoren – meist durch den Job, im privaten Bereich oder beidem.

Wenn einem die Arbeit “über den Kopf” wächst, man sich zu sehr in seine Aufgaben verrennt und kaum Anerkennung erntet, dann lassen meist gesundheitliche Probleme nicht mehr lange auf sich warten.

Versuchen Sie gesundheitlichen Leiden vorzubeugen. Statt Symptome einseitig zu behandeln, müssen wir auch die Verhaltens- und Lebensmuster des Alltags harmonisieren.

Ist eine Krankheit erst einmal entstanden, ist die Behandlung weitaus schwieriger als eine gute auf Ausgleich ausgerichtete Vorbeugung. Ausgleich bedeutet in diesem Fall zum Beispiel Sport, Entspannung, Ruhephasen, Aktivitätsphasen und auch das Hinauslassen von aufgestauten Energien.

Da wir alle “nur” Menschen sind, entstehen jeden Tag unzählige Emotionen in uns. Diese sollten wir in irgendeiner Form ausleben. Schaffen wir es im betreffenden Moment nicht, diese gegebenenfalls dosiert auszuleben, müssen wir mindestens zeitnah einen Ausgleich schaffen. Ob dies der Sandsack im Keller, das Jodeln im Wald, das Squashspiel oder das Toreschießen im Garten ist, bleibt dabei jedem selber überlassen.

 

Die traditionelle Chinesische Medizin

Die traditionelle Chinesische Medizin (TCM) zählt als jahrtausende alte Heilkunde zu den sanften Verfahren und unterscheidet anders als die klassische Schulmedizin zwischen Körper, Geist und Seele. Der Mensch ist hier ein Gebilde aus energetische Flüssen und Zusammenspielen.

Die Energie (Qi) durchströmt auf den Leitbahnen (Meridianen) den Körper, wie ein Fluss die Landschaft.

Wird der Fluss des Qi durch äußere Faktoren (zum Beispiel extremes Klima, mangelnde Hygiene oder schlechte Nahrung) oder innere Faktoren (zu viele Ängste, Zorn, Wut aber auch extreme Freude) gestört, schwindet die Harmonie. Es folgen früher oder später Krankheitssymptome. Wie bei einem aufgestauten Fluss kommt es zu innerlichen Überschwemmungen und Schäden.

Sowohl die Energie als auch die einzelnen Organe werden jeweils Yin (Herz, Niere) und Yang (Magen, Darm) zugeordnet. Eine Qi-Schwäche ist ebenso schädlich wie eine Qi-Fülle.

Nur eine harmonisch fließende Lebensenergie lässt auf einen gesunden Menschen schließen.

Behandlungsmethoden der Chinesischen Medizin sind die Akupunktur, Bewegungs- und Meditationsübungen (Qigong, Taijiquan), Massagen (Tuina, Shiatsu) sowie das Einhalten von Diäten und Ernährungsvorschlägen. Daneben kommen auch Arzneimittel zum Einsatz.

Insbesondere die sanften Bewegungsübungen (Innere Kampfkünste) wie Qigong und Taijiquan, aber auch die Akupunktur finden mittlerweile weltweit immer mehr Fürsprecher und Anwendung.

Lange wurde die TCM im Westen ignoriert. Mittlerweile setzt sich allerdings mehr und mehr die Einstellung durch, dass die westliche Schulmedizin durchaus durch Heilkundeverfahren wie die TCM sinnvoll ergänzt werden kann.

Man mag zur chinesischen Medizin stehen, wie man will. Einleuchtend ist auf jeden Fall der Ansatz, dass harmonische Bedingungen in einem ausgeglichenen Umfeld gesundheitsförderlich sind.

Dieses Prinzip macht sich auch das Feng Shui zu nutze, wo räumliche Barrieren im Wohn- und Lebensraum entfernt werden um Energien fließen zu lassen und damit den Wohlfühlfaktor zu erhöhen.

Wer starken Belastungen im Arbeitsleben ausgesetzt ist, braucht im Privatleben Ruhe und Erholung, aber auch Aktivität und Sport. Für Ausgleich gibt es dabei kein Patentrezept. Im Normalfall weiß der eigene Körper und Geist jedoch selbst, wonach er sich am meisten sehnt. Man muss sich selbst nur zuhören. Sich weniger künstlich zu Aktivitäten zwingen, sondern vielmehr das machen, worauf gerade eine spontane Lust aufkommt.

Wer frei sein will, der muss seinen eigenen Freiheitsdrang auch zulassen.

 

Ausgleich im Leben finden

Ein gutes Buch lesen, fernsehen, Musik hören oder tanzen. Zeit mit der Familie, den Freunden oder dem Haustier verbringen. Besuche von Museen, Konzerten, Theatern oder Fußballspielen schaffen neue Eindrücke und sind Beispiele für einen guten Ausgleich.

Powersportarten, Joggen, Fußball, Tennis sind ebenfalls ideal, um Stress durch Aktivität abzubauen.

Aber Vorsicht: Vermeiden Sie eine Überladung der Freizeit, denn Freizeitstress wirkt kontraproduktiv.

Für einen Gärtner kann ein Computerspiel ein Ausgleich sein. Für einen Menschen mit Bürotätigkeit bietet sich eher eine körperliche Aktivität an.

Stärken Sie mit dem Ausgleich den Gegenpol zu Ihrer Haupttätigkeit. Stärken Sie entweder ihre Yin- oder Yang-Kraft.

Gartenpflege
Gartenpflege als Ausgleich.

Sport hat gleich mehrere Vorteile: er wirkt befreiend auf Körper UND Geist. Übergewichtige profitieren dazu noch vom unterstützenden Abnehmeffekt. Glückshormone werden ebenfalls ausgeschüttet. Was will man mehr? Wichtig ist nur, dass man sich dabei nicht überfordert. Dies gilt sowohl beim Pensum, als auch bei der Auswahl der Sportart.

Ein sanfter Sport wie Nordic Walking oder Wandern kann dabei schon ausreichen. Es muss nicht immer eine Extremleistung sein. Zum Dampf ablassen eigenen sich allerdings auch sehr gut Ballsportarten.

Die deutlichen körperlichen und psychischen Belastungen in unserer “modernen” Arbeitswelt führen nicht ohne Grund zu einem Ausbau von Wellness-, Spa- und Erholungsangeboten.

Die schönste Massage und das teuerste Wellnesswochenende nützen aber nichts, wenn nicht nachhaltig die Gründe von Erschöpfung hinterfragt werden und Anpassungen im Alltag erfolgen.

Es gilt einen Ausgleich zwischen Familie und Beruf, Karrierewillen und Bescheidenheit, Familie und Freunden, Pflicht und freiwilligem Engagement, Ruhe und Sport sowie vielen weiteren Faktoren zu schaffen.

Finden Sie den Mittelweg zwischen notwendigem Ernst, aber auch lockerer Heiterkeit. Ehrgeiz ist zwar manchmal angebracht, aber Verbissenheit und Ungeduld haben noch niemandem geholfen.

Vertreten Sie vielmehr ihren Standpunkt und erkennen sie, dass Sie nicht die Welt retten können. Manchmal muss man auch lernen auf die Kräfte von Yin und Yang zu vertrauen. Sie werden früher oder später den gewünschten Erfolg bringen.

Denken Sie außerdem an sich selbst. Das wird gerne vergessen. Die eigenen Bedürfnisse muss man zunächst mit Sorgfalt und Ruhe definieren.

Wer oder Was ist mir wirklich wichtig? Was mache ich freiwillig und was aus Tradition oder Pflichtgefühl?

Das ist nicht einfach und vom ein oder anderen Faktor muss man sich auch befreien. Ballast und unnötig Angehaftetes abwerfen und das Leben entrümpeln sind wichtige Faktoren zum Finden des richtigen Wegs zum Glück.

Auch Nein-Sagen ist ein wichtiger Prozess, den viele erst (wieder) lernen müssen. Den eigenen Standpunkt zu vertreten und dabei andere vielleicht zu verletzten belastet viele Menschen. Dies ist aber unumgänglich, will man selbst Zufriedenheit erlangen.

Letztlich muss man sowohl an sich selber, als auch an seinem Umfeld arbeiten.

Fachärzte können über mangelnde Patientenzahlen nicht klagen, ebenso wie Apotheken und Pharmaunternehmen. Die Frage ist, ob viele Medikamente nicht verzichtbar wären, wenn man rechtzeitig mehr auf Ausgleich setzen würde, als auf Bekämpfung von Symptomen.

Das haben mittlerweile auch viele Arbeitgeber erkannt. So wird dem Thema Vereinbarkeit von Beruf und Familie endlich mehr Aufmerksamkeit gewidmet. Home Office, Teilzeit und andere Möglichkeiten helfen Müttern und Vätern neben dem Job auch für die Familie da zu sein.

Es gibt in manchen Unternehmen auch Angebote wie (kostenlose) Fitnesskurse, Yoga oder Rückengymnastik am Arbeitsplatz. Eine gute Idee, denn so setzt der Ausgleich der Kräfte bereits am Arbeitsplatz ein.

Das ist aber nur die halbe Miete. Auch im Privatleben müssen ausgeglichene Kräfte vorliegen. In jeder Partnerschaft muss dafür jeder zu seinem Recht kommen. Dazu zählen zum Beispiel auch einmal Frauenabende und Männerabende ohne den Partner. Genauso wie gemeinsame Stunden von Papa und Mama ohne die Kinder.

Genauso wie eine faire Aufteilung der Arbeitsbelastungen des Haushalts und Alltags. Was dabei als “fair” zu bezeichnen ist, ist natürlich die spannenste Frage.

An dieser sind leider schon viele Beziehungen zerbrochen. Was fair ist, muss natürlich in einer Partnerschaft selbst ergründet werden. Diesbezüglich ein kleiner Hinweis: Generell neigt der Mensch dazu den anderen zu beneiden und sein Schicksal als das schlechtere anzusehen. Dann sieht man vieles nicht, was die/der Andere leistet.

 

Ausgewogene Ernährung als Grundlage

Ein wichtiger Punkt bei der persönlichen Lebensweise ist natürlich die Ernährung und das Gewicht des Körpers. Stress und unregelmäßiges Essverhalten strapazieren den Körper und führen oft zu Essstörungen.

Über- und Untergewicht sind die typischen ungesunden Beweise für unsere auf Gewinnmaximierung und wenig auf Ausgleich ausgerichtete Gesellschaft.

Das plötzliche Verlangen nach ungesundem, zu fettigem oder zuckerhaltigem Essen sind die Folge (Fressattacken).

Dabei ist eine ausgewogene Ernährung die beste Grundlage für ein gesundes Leben. Die besten Diäten nützen nichts, wenn man es nicht schafft seine Ernährungsgewohnheiten generell und dauerhaft auf den eigenen Typ anzupassen.

Neben allgemeinen Ernährungsregeln wie etwa die Zuführung von reichlich Gemüse und Obst, nicht zu viel Fleischkonsum, angemessene Kohlehydrate und ausreichend Flüssigkeit sind weitere Maßnahmen sinnvoll. So ist etwa eine zeitliche Regelmäßigkeit des Essens zu empfehlen.

Es ist außerdem wichtig sich Zeit zum Essen zu nehmen, dies gilt für die Zubereitung wie für die Nahrungsaufnahme.

Wählen Sie die Zutaten genau aus und stellen Sie fest, was Sie mögen und was Ihnen gut tut. Im Idealfall ist dies identisch, ansonsten müssen Sie etwas umstellen und einen Yin-Yang-Ausgleich finden.

Alkohol ist ebenso wie Süßigkeiten, Fastfood und Fertigprodukte zu meiden. Verlockende Power-Diäten sind wenig sinnvoll, da sie meist einseitig sind und den Körper unnötig stressen. Der Jojo-Effekt ist die logische Konsequenz dieser wenig auf Ausgleich ausgerichteten Verfahren.

Wer es schafft, seinem Body-Mass-Index (BMI) näher zu kommen, ist auf dem richtigen Weg. Der richtige Ansatz ist der Ansatz der kleinen Schritte. Nur dieser ist dauerhaft. Ein Hochspringer legt die Latte auch nicht direkt auf seinen persönlichen Rekord, sondern arbeitet sich an sein Ziel schrittweise heran.

Kleine Schritte führen nicht nur bei der Essumstellung kontinuierlich zum Erfolg, der Weg zu einem ausgeglichenen Yin und Yang-Konzept ist dann gestartet!

Wer als Übergewichtiger durch Umstellung auf eine gesunde Ernährungsweise 1 Kilo abnimmt, hat einen Pfad gefunden, der ihn zum idealen persönlichen Ausgleichspunkt bringen kann. Ganz im Gegensatz zu dem, der sich durch eine strenge Diät quält und früher oder später wieder seinen alten Essens- und Verhaltensmustern verfällt.