Wales – Urlaub im Land des roten Drachen

Wales ist neben England, Schottland und Nordirland einer der Teilstaaten des Vereinigten Königreichs von Großbritannien. In Deutschland ist Wales als Reiseziel für den Urlaub aber insbesondere durch seine Fußballnationalmannschaft bekannt, die in der Vergangenheit den deutschen (aber auch anderen!) Kickern hin und wieder Probleme bereitet hat.

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Flagge von Wales

Die Waliser sind nicht nur im Fußball oder Rugby für ihren Kampfgeist bekannt. Die Bekanntheit steigern konnte das Land auch mit einigen Filmen, einer der bekanntesten war sicherlich die Komödie “Der Engländer, der auf einen Hügel stieg und von einem Berg hinunterkam” mit Hugh Grant. In diesem Film sieht man einige Impressionen von der beeindruckenden walisischen Landschaft, erhält aber auch einen Eindruck von der Mentalität der Einheimischen (wenn diese auch sehr überspitzt dargestellt wird). Die Waliser zählen zu den sechs keltischen Nationen, worunter auch die Schotten, Iren, Bretonen und die Menschen in Cornwall und der Isle of Man fallen.

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Tor Bay and Three Cliffs Bay im Süden von Wales

Auf Walisisch (die Sprache ist besonders bekannt durch ihre langen und sehr ausführlich beschreibenden Ortsnamen) nennt man das Land übrigens Cymru, und heute ist diese relativ schwierige keltische Sprache neben Englisch auch weit verbreitet und wird auch im offizellen Bereich ebenfalls genutzt. Die Hauptstadt von Wales ist Cardiff (auf Walisisch: Caerdydd). Mit einer Fläche von ca. 20.760 qkm ist das Land etwas größer als das deutsche Bundesland Rheinland-Pfalz. Mit knapp 3 Mio. Einwohner ist Wales für britische Verhältnisse relativ dünn besiedelt und bieten insbesondere außerhalb der Städte eine erstaunliche Natur mit hügeligen lieblichen Landschaften aber auch Gebirgen, Mooren und weiten Wiesenbereichen. Prägend ist auch das Kambrische Gebirge, dass sich durch das Land zieht.

Die Natur wird geschützt in zahlreichen Landschaftsschutzgebieten und drei bekannten Nationalparks, dem Snowdonia Nationalpark, dem Pembrokeshire-Coast-Nationalpark und dem Brecon Beacons Nationalpark. Der Snowdonia Nationalpark leitet sich ab vom höchsten Gipfel auf walisischem Territorium, dem Snowdon (1.085 m). Der Nationalpark ist einer der ältesten und beliebtesten in Großbritannien und wird auch sehr gerne von Reisenden im Urlaub besucht. Es gibt einige wichtige Flüße im Land, besonders bekannt sind u.a. Conwy, Dee und Clwyd sowie Glaslyn, Wye und Teifi. Die Waliser sind sehr stolz auf ihr Land und auch ihre Flagge, auf der ein roter walisischer Drache zu sehen ist. Das Motto des Landes lautet passend hierzu “Y Ddraig Goch ddyry cychwyn” (zu deutsch: Der rote Drache rückt vor).

Die Geschichte von Wales geht weit zurück. Man findet noch heute einige Überreste der Kelten, später folgten die Römer. Gegen die Angelsachsen hatte sich Wales erfolgreich zur Wehr gesetzt. Das Land wurde bereits vor Schottland und England christianisiert, der Nationalheilige ist Sankt David. Später wurde Wales dann mit England vereinigt und mit den Laws in Wales Acts 1535-1542 oder auch oft kurz als Act of Union in dreizehn Grafschaften gegliedert. Aufgrund seiner reichen Bodenschätze insbesondere Kohle stark vom Bergbau geprägt. Die Arbeitsbedinungen waren hart und Wales galt als eher arme Region. Das Selbstbewusstsein der Waliser wuchs insbesondere im letzten Jahrhundert stetig und 1996 wurde die Nationalversammlung als Parlament neu eröffnet und zog 2006 in ein neues Parlamentsgebäude. Als Nationalhymne fungiert das Lied “Hen Wlad Fy Nhadau”.

Im Urlaub kann man in Wales einiges unternehmen. Es gibt zahlreiche Sehenswürdigkeiten zu besichtigen, auch die Natur hat besonders für Wanderfreunde einiges zu bieten. Neben Wanderurlaub kann man sich aber auch die Städte (Cardiff, Swansea aber auch kleinere wie Aberystwyth), die vielen Burgen und Nationalparks anschauen, besonders reizvoll sind auch die langen Sandstrände und die Felsküste von Wales sowie Anglesey.

 

Klima – vom Golfstrom abgemildert

Das Klima und Wetter in Wales ist mild aber niederschlagsreich. Es regnet hier aufgrund der Lage am Atlantik und des Reliefs mehr als in den meisten Teilen von England. Entgegen der weitläufigen Meinung regnet es aber meist nicht tagelang, sondern durch die Unbeständigkeit und Winde ändert sich das Wetter oft schnell.

So sollte man auf jeden Fall immer für jeden Wetterwechsel passende Kleidung bereithalten. Lieber zu viel mitnehmen, als zu wenig. Eine Regenjacke, ein dickerer Pullover aber auch Sonnencreme (auch in Wales kann es besonders im Sommer durchaus heiße Tage geben mit viel Sonneneinstrahlung). Optimal sind Trekking-Hosen, die man leicht kurz und lang machen kann.

Auch bei der Auswahl des Schuhwerks sollte das wechselhafte Wetter beachtet werden. Insgesamt ist Wales meistens nicht ganz so feucht wie Irland, aber wie gesagt es regnet in der Regel mehr als z.B. im Süden Englands. Genauso wie die anderen Bereiche der Britischen Insel profitiert Wales auch vom Golfstrom, der das Wetter hier für die Breitenlage stark abmildert. So findet man Palmen aber auch andere subtropische Gewächse, die man hier nicht vermuten würde. Auch die Strände von Wales sind sehr schön und die Wassertemperaturen im Sommer meist angenehm.

Durch den Golfstrom sind auch die Wintertemperaturen besonders an der Küste recht mild.

 

Sehenswürdigkeiten – nicht nur Burgen

Im Reiseland Wales gibt es natürlich auch einige Sehenswürdigkeiten zu entdecken. Neben der schönen Landschaft sind natürlich auch die Städte wie Cardiff oder Swansea durchaus einen Besuch wert. In Cardiff sollte man auf jeden Fall das Nationalmuseum besuchen, auch ein Besuch im Freilichtmuseum Museum of Welsh Life ist sehenswert. In der Stadt gibt es außerdem auch ein Museum für Technik, erstaunlich in technischer Sicht ist auch das Millenium Stadium (1999) der Stadt, das über ein verschließbares Dach verfügt. Das Castle ist ebenfalls eine Hauptsehenswürdigkeit.

In Swansea gibt es ebenfalls einiges zu sehen, besonders bekannt sind aber auch die schönen und langen Sandstrände in der Umgebung der City. Bekannt ist Wales allerdings auch für seine zahlreichen Burgen, erwähnenswert sind in diesem Zusammenhang u.a. auch Caernarfon, Caerphilly (die größte Burg von Wales) und Castell-y-Bere.

Wales ist auch bekannt für seine neolithischen Gräber wie Pentre Ifan, ganz in der Nähe von Fishguard oder auf der Halbinsel The Gower auch Parc le Breos und King Arthur´s Stone. Auch alte Menhire findet man überall im Land u.a. einen südlich von Holyhead. Ein bekanntes Fort aus der Eisenzeit des Landes ist Tre’r Ceyri auf der Halbinsel Llyn.

Auch die Römer hinterließen ihre Spuren in Wales. Sehr bekannt und einen Ausflug wert ist Caerleon, nördlich von Newport. Hier gibt es ein Museum zu den Ausgrabungen und ein Amphietheater zu besichtigen. Auch sind an der Stätte sogar noch die Legionärsbaracken erkennbar.

Die größte Kathedrale von Wales findet man in St. Davids, hier wurde der Nationalheilige des Landes der Heilige David geboren. Gegenüber findet man ebenfalls noch die Ruinen des Bischofspalastes und kann diese besichtigen. Als wichtige Ortschaft im Bereich Literatur ist sicherlich Hay-on-Wye ein Kuriosum und natürlich erwähnenswert. In dem kleinen Ort gibt es nämlich bezogen auf seine Bevölkerung unglaubliche viele Antiquariate und Buchläden – das sollte man sich nicht entgehen lassen.

So hat Wales nicht nur viel Natur zum Wandern und Radfahren zu bieten, sondern auch einige Sehenswürdigkeiten an keltischer, römischer und mittelalterlicher Geschichte zu bieten! Um diese zu erkunden bietet sich auch ein Caravanurlaub in Wales an.

 

Aktivitäten – mit richtiger Kleidung durch drei Nationalparks

Wales ist ein attraktives Urlaubsland und man kann hier einiges an Aktivitäten unternehmen. Besonders reizvoll sind natürlich die drei bekannten Nationalparks mit ihrer beeindruckenden Landschaften sowie Tier & Pflanzenwelt. Die Nationalparks heißen Brecon Beacons, Pembrokeshire Coast, Snowdonia und sind alle einen Besuch wert.

Hier kann man herrliche und ausgedehnte Wanderungen unternehmen. Besonders beliebt ist auch eine Wanderung und das Bergsteigen zum Mount Snowdon, wobei diese schon anspruchsvoll ist. Es gibt allerdings unterschiedliche Strecken, wobei auch Busse genutzt werden können. Außerdem gibt es die Mount Snowdon Railway, die jedoch wetterabhängig ist.

Etwas Besonderes ist auch ein Ausflug zum Flugplatz nahe Caernarfon, von wo man aus auch Flugtouren unternehmen kann und Wales und seine Landschaft aus der Luft betrachten kann. sicher ein einmaliges Erlebnis. Ansonsten gibt es natürlich auch in Wales die unterschiedlichsten Aktivitäten wie an anderen Urlaubsorten auch. Dazu gehören Baden, Schwimmen, Kayak- und Kanutouren, anderer Wassersport wie Segeln, Trekking, Klettern und Höhlenwanderungen.

So wird es in Wales nie langweilig, denn man kann auch bei schlechten Wetter etwas unternehmen – man benötigt nur die richtige Kleidung. Und das Wetter kann sich oft schnell wieder zum besseren wenden. Natürlich kann man in den Städten auch die größeren Museen besuchen (wie z.B. das Nationalmuseum in Cardiff) oder aber auch die kulinarischen Spezialitäten der einzelnen Regionen kosten. Eine besondere Spezialität die man einmal probieren sollte ist Lamm mit Minzsoße, bekannt ist auch eine Suppe namens Cawl Mamgu. Auch ein Besuch in einem der vielen Pubs wo man die leckeren Biere probieren kann und mit den Einheimischen ins Gespräch kommt ist immer lohnenswert. In Wales wird übrigens auch Wein angebaut (das milde Klima macht es möglich), auch diesen sollte man wenn sich die Möglichkeit ergibt probieren.

 

Shetlandinseln – zwischen Schottland und Skandinavien

Die im Nordatlantik liegenden Shetlandinseln sind hierzulande bekannt für das hierher stammende Shetlandpony. Die kleinen Pferde werden gerne für Kinder als erstes Reitpferd eingesetzt.

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Flagge der Shetlandinseln

Das raue, maritime Klima der Inseln mit milden, aber nebeligen und stürmischen Wintern und kühlen Sommern hat nicht nur eine widerstandsfähige Pferderasse hervorgebracht, sondern den Inseln auch ein besonderes Landschaftsbild.

Hoch oben im Nordwesten Europas findet man keinen Massentourismus. Dafür aber eine Inselwelt mit unberührten, sattgrünen Hügellandschaften sowie wunderschönen Sandstränden. Desweiteren gibt es Moor- und Torflandschaften und bis heute wird auch mit Torf geheizt.

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Landschaft der Shetlandinseln

Erreichbar sind die Shetlands entweder per Fähre über Kirkwall (Orkneys) oder Aberdeen im “Mainland” Schottlands, alternativ per Flugzeug von den wichtigsten britischen Flughäfen wie Edinburgh, Glasgow und London. Zwischen einzelnen Inseln gibt es Brücken, ansonsten auch Fährverbindungen. Auch werden die Shetlandinseln gerne von Kreuzfahrtschiffen angelaufen, meist in der Routen Shetland, Färöer und Island.

 

Polarlichter und Mittsommer

Das Wetter ist zwar wechselhaft, aber von den Temperaturen her ausgesprochen mild, insbesondere wenn man die Breitenlage betrachtet und diese mit anderen, kontinentaleren Reisezielen vergleicht. Ursächlich hierfür ist wie so oft der Golfstrom, der warmes Wasser aus karibischen Regionen bis hierhin leitet.

Während man in den langen, dunklen Winter Polarlichter entdecken kann sind die langen Mittsommernächte ein ähnliches Highlight wie in den skandinavischen Ländern.

Wer auf den Inseln die besondere Vogelwelt und deren Nistplätze an den Steilklippen besuchen möchte, sollte für jedes Wetter gerüstet sein. Dafür wird man entschädigt mit Ausblicken auf großen Kolonien von Seevögeln wie Möwen, Papageitaucher und Lummen. Ganz zu schweigen von den imposanten Ausblicken auf das Meer.

Eine gute Möglichkeit zu den Brutkolonien über den Wasserweg zu gelangen ist auch eine Bootstour mit den ehemaligen Fischern. Die Fischerei ist heute spezialisiert auf Lachs- und Heringsfang und steht wirtschaftlich zurück gegenüber den Einnahmen aus der Ölförderung, die den Inseln eine gewisse wirtschaftliche Bedeutung und etwas Wohlstand gebracht haben. Natürlich findet man auch Weidetiere wie Schafe und Galloway-Rinder auf den Wiesen, aber auch diese sind wirtschaftlich heute nicht mehr von großer Bedeutung.

Festgelegte Wanderwege gibt es auf den Inseln kaum, man muss sich also selbst ideale Routen ausgucken. Festes Schuhwerk und andere professionelle Wanderausrüstung ist natürlich Pflicht. Die Straßen sind dagegen meist ganz gut ausgebaut, es gibt auch zahlreiche Tankmöglichkeiten. Zum Teil kann man auch interessante Radtouren unternehmen.

Viele Touristen, die die Shetlandinseln besuchen sind Individualreisende, die gerne in den Bed-and-Breakfast Unterkünften wohnen und dort schnell Kontakt zu den Einheimischen erhalten. Insgesamt leben etwas über 22.000 Menschen auf den Inseln verteilt, die meisten auf der Hauptinsel Mainland und der Hauptstadt Lerwick.

 

Fiddle und Wikinger

Amtssprache ist zwar Englisch, aber die Einwohner der Shetlands sprechenden einen nicht ganz leicht zu verstehenden eigenen Akzent. Wer schon einmal mit Schotten gesprochen hat, weiß um die Problematik. Auf den Shetlands, genauso wie auf den benachbarten Orkneys kommt noch hinzu, dass die Inseln in früheren Zeiten zu Norwegen gehörten. Die Sprache ist daher auch heute noch vom Altnordischen beeinflusst. Bis ins 18. Jahrhundert sprach man hier noch aktiv die Sprache Norn, das eine westskandinavische Sprache war.

Die Menschen auf den Shetlands stammen auch heute noch zu einem nicht geringen Teil von den Wikingern ab, was man sowohl am Aussehen, als auch an den Traditionen erkennt. Das Up Helly Aa- Fest macht dies im Besonderen deutlich: diese Fest ist eine Art Karneval der Wikinger und ist ein ausgelassene Fest am letzten Dienstag im Januar. Bekannt sind die Insulaner aber auch für ihre Fidel- und Folkmusik. Das Shetland Folk Festival findet jedes Jahr im April statt und lockt viele Folkmusikfreunde auf den Archipel.

Wer ansonsten etwas über Inselgruppe erfahren möchte, sollte das Shetland Museum in Lerwick besuchen. Auf einer Fläche von ca. 900 qm erfährt man alles rund um die Inseln aus verschiedenen Aspekten wie Geografie, Umwelt, Walfang und Trachten. Sehenswert sind in Lerwick auch das Fort Charlotte, das alte Fischerhaus Böd of Gremista und der gut erhaltene Broch of Clickhimin.

 

Sehenswürdigkeiten im Reiseland England

England hat zahlreiche Sehenswürdigkeiten, keine Frage! Diese hier alle aufzuzählen, würde den Rahmen dieser Seite sprengen. alleine die Weltstadt London hat unglaublich viel zu bieten, ob Museen, Kathedralen und Kirchen, Paläste, Regierungsgebäude, Kunstgalerien und Clubs, Diskotheken und Bars. Kulinarisch bieten die Restaurants und kleineren Imbisse ebenfalls überall ein breites Erlebnispotential. Historische Sights reien sich besonders in London eng aneinander: Der bekannte Tower of London, die Tower Bridge, Westminster Abbey, Buckingham Palace (mit Changing of the Guards), Piccadilly Circus und Trafalgar Square sowie das riesige British Museum. Hier findet man Austellungen über Griechen, Römer, Ägypter, den Kulturen Asiens und aller übrigen Kontinente.

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Flagge von England

Im Museum befinden sich bedeutende Kunstwerke und Hinterlassenschaften der Vergangenheit wie der Stein von Rosetta, Mumien, die Standarte von Ur und der Lindow Mann. Das Museum ist eines der bekanntesten und wichtigsten weltweit. Weitere wichtige oder interessante Museen Londons sind das Natural History Museum, das Victoria and Albert Museum, die National Gallery, das Imperial War Museum, das Sherlock Holmes Museum und natürlich das Wachsfigurenkabinett von Madame Tussaud.

London ist nicht in einem Urlaub komplett zu besichtigen, auch nicht ansatzweise und so ist es immer ein lohnendes Reiseziel für einen Städtetripp. Es gibt auch das ganze Jahr über zahlreiche Veranstaltungen und Events, Sportereignisse, Messen und vieles mehr in der britischen Hauptstadt. Für Kunstinteressierte sind natürlich die Tate Gallerien von enormen Interesse. Mittlerweile gibt es vier von ihnen: Tate Britain und Tate Modern (beide in London), Tate Liverpool und Tate St. Ives (Cornwall). Sehenswert sind sie alle und bieten so manches Highlight bei den Ausstellungsstücken.

Die bekannten Universitätsstädte Oxford und Cambridge sind ebenfalls immer einen Besuch wert. Insbesondere architektonisch aber auch historisch und kulturell gibt es hier einiges zu entdecken. Oxford bietet einige interessante Museen wie das Ashmolean Museum (Kunst und Archäologie), der Carfax Tower und einige sehenswerte Kirchen. Auch zahlreiche Parks und einen Botanischen Garten kann man hier besuchen oder Bootsfahrten auf der Themse unternehmen. Auch der Rivale Cambridge hat einiges an Sehenswürdigkeiten zu bieten: Das Kunst- und Antiquitätenmuseum “Fitzwilliam Museum”, das Museum für Archäologie und Anthropologie an der University of Cambridge, der Botanische Garten an der Universität oder die  schöne King´s College Chapel.

Wer sich im Südosten Englands aufhält sollte die Universitätsstadt Canterbury in Kent besuchen. Hier befindet sich nicht nur die berühmte und sehenswerte Kathedrale, sondern auch das Zentrum der Anglikanischen Kirche. Daneben gibt es einige Museen wie das Canterbury Heritage Museum und das Roman Museum.

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St. Augustine´s Abbey in Canterbury

Bath im Südwesten Englands ist bekannt für seine römischen Bäder, die schon seit der antike mit heißen Quellen gespeist werden. Architektonisch erinnert die Stadt eher an mediterrane Gefilde und hat eine ganz besondere Atmosphäre. Die Badekultur in historischen Gebäuden ist ein Erlebnis, genauso wie die vielen anderen Sehenswürdigkeiten wie Royal Crescent Nr. 1, das Jane Austen Centre und Museum of Bath at Work. Der besondere Wert der Stadt wird auch von der UNESCO honoriert, denn sie ist als Weltkulturerbe eingestuft.

Auch die einzelnen Grafschaften haben viele Sehenswürdigkeiten zu bieten, genauso wie die Nationalparks und die vielen Landschaften. Besonders bekannt ist natürlich Cornwall mit seinen Naturschönheiten. Die Künsterkolonien St. Ives mit ihrem schönen Strand und ihrer idyllischen Lage, Land´s End und Minack Theatre sowie Tintagel Castle, das die Geschichte von König Arthus lebendig werden lässt. Auch die Kultur und Geschichte der Kelten fasziniert und es gibt noch zahlreiche Überbleibsel aus dieser mystieriösen Zeit wie etwa Stonehenge und noch heute findet man auf der Insel aktive Druiden. Sehenswert sind natürlich auch die vielen Inseln, allen voran die Isle of Wight (mit den Sehenswürdigkeiten Osborne House, der Alum Bay und den nahen Inselchen “The Neddles” und schönen Küstenabschnitten und Stränden), der Isle of Man und die Kanalinseln wie Jersey und Guernsey mit ihrem mildem, fast mediterranem Klima und den schönen Stränden, die auch einen angenehmen Badeurlaub ermöglichen (der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass die Isle of Man und die Kanalinseln formell nicht Teil Englands sind, wenn sie auch kulturell mit diesem oder zumindest mit Großbritannien eng verbunden sind!). Aber nicht nur Südengland hat landschaftlich einiges zu bieten, denn auch die Mitte und der Norden des Landes haben Nationalparks zu bieten, die faszinierende Landschaftsformen schützen. Besonders bekannt ist natürlich der seenreiche Lake District Nationalpark oder auch die Moore im Dartmoor Nationalpark.

Und natürlich gibt es auch viele andere Städte, neben London mit vielen Sehenswürdigkeiten, Museen, Galerien, Pubs, Sportstadien und vielen mehr. Liverpool (die Stadt der Beatles mit zwei Kathedralen, dem berühmten Hafen, Three Graces, einige Museen, der Walker Art Gallery und dem Liverpool Shakespeare Festival), Birmingham (Birmingham Museum & Art Gallery, Botanischer Garten, dem großen Bahnhof und dem Jewellery Quarter), Southampton (Tudor House Museum, Archäologiemuseum und Ocean Village), Portsmouth (D-Day Museum, der Festung South Sea Castle, Royal Naval Museum, Royal Marines Museum und den Museumsschiffen), Torquay (Region Englische Riviera mit Stränden, der Höhle Kents Cavern und dem Babbacombe Model Village) und Brighton (Heimatstadt vieler Musikgruppen wie z.B. The Kooks, dem Royal Pavilion, dem Pier, einigen Museen wie dem Brighton Museum, Brihton Toy and Model Museum, den schönen Stränden, dem aufregenden Nachtleben und der freizügigen und toleranten Atmosphäre sowie dem viel besuchten Brighton Festival).

Sehenswert sind auch Plymouth (National Marine Aquarium, dem Tinside Pool-Schwimmbad und einigen Kirchen), Manchester (Heimatstadt vieler Museikgruppen wie Take That, Oasis, Simply Red und mit vielen Museen wie dem Museum of Science and Industry, Manchester Opera House und der Manchester Art Gallery). Nottingham (mit den bekannten Theatern wie dem Nottingham Playhouse), Leeds (mit Harewood House, Leeds Town Hall, Waffenmuseum, dem riesigen Leeds Kirkgate Market und dem Leeds International Film Festival), Durham (Durham Castle und Durham Cathedral – beides Weltkultuerbe der UNESCO, Durham Miner´s Gala) und Dover (mit den weißen Kreidefelsen – oft der erste Anblick des Urlaubers von England, Dover Castle) – nur um einige zu nennen.

 

Reiseland und Tourismus

Lange galt England hierzulande als eher unübliches Reiseland für den deutschen Tourismus. Dass man dabei eines der interessantesten Länder Europas übersieht, wird nun mehr und mehr Urlaubern bewusst und schon seit einigen Jahren werden Reisen auch von Kontinentaleuropa immer beliebter. Schöne liebliche Landschaften, weite Fels- und Sandstrände, mystische Monumente wie Stonehenge oder der Tristan Stein, quirlige und internationale Metropolen und historische Sehenswürdigkeiten locken Millionen Touristen an.

London war natürlich schon lange eine Weltmetropole und wurde schon immer vielfach bereist. Hier gibt es massenhaft Sehenswürdigkeiten, viele Events -das ganze Jahr über-, Shoppingmöglichkeiten und auch Geschäftsreisen und Sprachaufenthalte sind häufig. London ist auch eine Stadt der Museum und nicht nur das British Museum ist bekannt für seine vielen und reichhaltigen kulturellen und historischen Zeugnisse.

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Stonehenge – eine der berühmtesten Sehenswürdigkeiten Englands

Neben London gibt es aber noch weitere Städte, die in den letzten Jahren interessante Reiseziele wurde. Liverpool, Manchester, Birmingham und die vielen hübschen Küstenstädte wie Bournemouth, Plymouth oder Torbay des Südens sind immer eine Reise wert. Auch Brighton ist natürlich immer gefragt und bietet viel Party, Fun und maritimes Feeling und Klima. Überhaupt lädt das angenehme Klima von Südengland und insbesondere von Cornwall und Devon zu Besuchen fast das ganze Jahr über ein.

Die Isle of Wight nennet man gerne das Madeira Englands und die vielen blühenden Pflanzen bestätigen dies. Die Engländer selbst fahren schon lange gerne hierhin, auch auf den Spuren der legendären Queen Victoria, die hier im Osborne House ihre Sommerresidenz hatte.

Wer natürlich England besucht, kann im übrigen auch schnell Wales und seine interessanten Landschaften und Sehenswürdigkeiten besuchen oder weiter Richtung Norden Schottland besuchen. Auf den Weg dahin bieten sich viele Nationalparks an, u.a. natürlich ein Besuch des Lake District NP mit seiner Berg- und Seenlandschaft.

Wer eine Mischung von England und Frankreich bevorzugt muss unbedingt auf die im Golfstrom liegenden Kanalinseln Jersey und Guernsey reisen. Vom nordwestlichen England kommt man auch mit der Fähre zur Isle of Man, eine ebenfalls nahezu selbständigen Insel, die besonders bekannt durch Motorradrennen der Isle of Man TT ist.

Auch Nordirland und Irland sind hier nicht mehr weit und so ist die Insel Großbritannien nicht wirklich weit weg von Europa und zentraler als man zunächst glaubt. Kein Zufall also, dass der Tourismus hier auch seine Etablierung gefunden hat und ein Englandurlaub in Cornwall mit seinen Burgen, Schlössern, Gärten und Küsten oder in einer anderen Grafschaft oder Metropole nichts Ungewöhnliches mehr ist.

 

Typisch England

Es gibt viele Dinge die typisch für England sind. Viele davon mögen passend sein, einige aber auch Klischee, wobei natürlich auch daran oft ein Stückchen Wahrheit vorhanden ist. Typisch für die Engländer ist sicherlich eine gewisse Höflichkeit, aber auch Eigentümlichkeit die man bewusst pflegt. So ist man auf der Insel stolz darauf eben in Britain zu leben und nicht auf dem Kontinent.

scones und union jack
Scones und Teatime – typical english (c)

Auch die Fähigkeit sich nicht aus der Ruhe bringen zu lassen und Traditionen zu pflegen, wie etwa die Teatime gelten als typisch. Die Teekunst und die pünktliche Teatime der Engländer ist weltweit bekannt und hängt natürlich auch mit dem British Empire und den einst in britischer Hand befindlichen Regionen, wo besonders guter Tee wächst. Zur Teatime gehören natürlich auch englische Scones mit Clotted Cream und Marmelade. Vieles auf der Insel ist anders, verschiedenen Maßeinheiten und der Linksverkehr sind nur einige Beispiele an die man sich als Urlauber und Auswanderer gewöhnen muss.

Sport und Wetten sind ebenfalls typisch. Da man sich als Mutterland des Fußballs sieht, ist natürlich dieser Sport besonders wichtig, egal ob die Nationalmannschaft oder die lokale Heimmannschaft antritt. Leider sind die englischen Fans durch die Hooligans verrufen, dabei ist die Stimmung in englischen Stadien hervorragend und die Engländer singen ihre (manchmal auch etwas obszönen) Lieder stolz im ganzen Stadion.

Die britische Boulevardpresse ist ebenfalls ein Markenzeichen der Insel, die international ihres Gleichen sucht. Das als typisch britisch und englisch angesehen Essen hat international keinen guten Ruf und ist als fade und fettig verrufen. Fish & Chips können aber durchaus lecker sein und es gibt auch andere englische Gerichte, ebenso sind die Steaks schmackhaft. Und heute ist England ja auch mehr als nur das, denn die Einwanderernation hat mehr Internationalität mit intensiven Einflüßen aus den Kolonien aufgenommen. Moderne Spitzenköche toben sich außerdem unter dem Beifall des internationalen Publikums mit neuen Kreationen aus. Wer also behauptet Großbritannien sei kulinarisch nicht interessant liegt absolut falsch.

Auch Geschichte ist immer wichtig in einem Land, dass einst die Welt fast beherrschte. Überall trifft man auf historische Zeugnisse ob es nun Stonehenge oder die zahlreichen Sehenwürdigkeiten in London oder anderswo ist. England war schon immer klassenbezogen und noch heute merkt man anhand der Sprache und Kleidung als welcher Schicht jemand kommt. Der Unterscheid zwischen Arm und Reich ist in England meist deutlicher als z.B. in Deutschland. Englische Snobs werden weltweit belächelt, ebenso die Hüte der Damen auf Hochzeiten oder andere familiären oder öffentlichen Anlässen. Englischer Humor gilt als “schwarz” aber auch selbstironisch. Humor haben die Briten und deshalb sollte man auch nicht immer alles so ernst nehmen auf der schrillen Insel.

Politisch und geschichtlich lag immer eine gewisse Distanz zu Kontinentaleuropa vor, die bis heute vorhanden ist. Man wollte einen gewissen Abstand und war zufrieden, wenn auf dem Kontinent die Balance of Power bestand (also ein ausgelichenes Kräfteverhältnis zwischen den Großmächten), die den Engländern den Rücken frei hielt für den Aufbau ihres Kolonienreiches.

Die roten Doppeldeckerbusse und Telefonzellen sind nicht immer noch so stilgetreu wie damals, aber alte Taxis findet man immer noch reichlich und auf ihre Automarken wie die Luxusmarken Bentley und Rolly-Royce sind die Briten sehr stolz. Und oft trifft man auch noch den typischen Bobby, der einem gerne weiterhilft wenn man eine Frage hat. Cricket, Rugby, Pferderennen, Wimbledon, Hockey oder Bridge – die Engländer wissen sich die Zeit zu vertreiben. Herrliche Anwesen und gepflegte Englische Gärten sprechen ebenfalls eine deutliche Sprache. Genauso wie die Englische Literatur, die weltbekannt ist.

Auch die vielen Feste, die manchmal auch etwas kitischig sind, gelten als Kult, genauso wie Britpop und die anderen Musikrichtungen und Bands from Britain. Es gibt noch viele andere Beispiele, aber am besten man macht sich vor Ort ein Bild von England und den Engländern/innen.

 

Englische Nationalmannschaft

England hat genauso wie Schottland, Wales und Irland eine eigene Fußball-Nationalmannschaft. Das Land sieht sich als das Mutterland des Fußballs an, die als die Three Lions bezeichnet werden (diese drei Löwen sind auch in dem Wappen der englischen Trikots zu sehen, genauso wie die Rosen und sind ein altes Sysmbol für England).

Großbritannien ist also mit vier Mannschaften bei internationalen Wettbewerben vertreten, außer bei den Olympischen Spielen, wo das Reglement zurzeit dagegen steht. England zählt zu den ältesten Nationalmannschaften dieses Sports und hat mit dem Gewinn der WM 1966 (im eigenen Land) auch als einzige einen WM-Titel vorzuweisen. Meistens konnte sich England für die Endrunden qualifizieren: Zwölf Mal nahm es an WM-Endrunden teil, sieben Mal bei der EM.

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Das Wembley Stadion in London

Die englische Nationalmannschaft hat nicht nur zu Hause, sondern auch weltweit auch in Deutschland Anhänger. Die Engländer haben allerdings bei vergangenene Turnieren oft im Elfmeterschießen Nerven gezeigt und scheiterten dann an dieser Hürde. Das tat der Beliebtheit dieser Mannschaft aber keinen Abbruch. Leider gab es in der Vergangenheit im britschen Sport auch Probleme mit Hooligans, aber diese gewaltbereiten Zuschauer sind mittlerweile weltweit ein Problem.

Als kleine Minderheit schaffen sie es zwar immer mal wieder für kurze Zeit Aufmerksamkeit zu erregen. Der weitaus größte Teil der englischen Fans ist jedoch friedlich und für seine ausgelassenen Feiern und Gesänge in den Stadien bekannt. Die Stimmung, egal ob in einem Ligaspiel oder bei der Nationalmannschaft, ist im englischen Fußball jedenfalls meist sehr mitreißend und absolut ein Erlebnis.

Das traditionsreiche (seit 1883) Inselturnier British Home Championship (BHC) wurde 1984 zum letzten Mal ausgetragen. Hier traten alle britischen Mannschaften gegeneinander an, England konnte 34 alleinige Titel erringen (und zusätzlich 20 gemeinsame), und war auch hier das erfolgreichste Team. England spielt traditionell in Weiß, das Ersatztrikot ist Rot. Das erste Spiel fand 1872 gegen Schottland statt und endete 0:0, der höchste Sieg war ein 13:0 gegen die Iren. Bis heute ist das 1:7 gegen die Ungarn aus dem Jahre 1954 die höchste Niederlage der Three Lions.

Die englische Meisterschaft wird international beachtet und englische Team treten erfolgreich in internationalen Vereinswettbewerben an. Neben dem Fußball gibt es auch andere beliebte Sportarten, in denen England eine eigene Nationalmannschaft hat. Unter anderem zählen hierzu Rugby Union (British Lions) und Hockey, das englische Cricket Team repräsentiert England und Wales gemeinsam.

 

Nationalparks Englands

Die meisten Nationalparks gibt es in Großbritannien in England, gefolgt von Wales und Schottland. Auch in Nordirland plant man zukünftig einen einzurichten. Von insgesamt 15 Einrichtungen liegen immerhin 10 in England, dabei wurden die ersten bereits 1951 etabliert. Damit ist England nicht nur das Land mit den meisten Einwohner, sondern auch mit den meisten Nationalparks.

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Im Peak District Nationalpark

Das ist kein Zufall, denn es ist natürlich auch der flächenmäßig größte Teil des Vereinigten Königreichs. Hinzu kommt, dass in England die weltweite Industrialisierung ihren Anfang nahm und bis heute manche Ballungsgebiete genauso wie in Deutschland oder den Niederlanden auch gewissen Umweltbelastungen ausgesetzt sind. Daher ist es wichtig, die Natur des Landes besonders zu schützen.

Die Nationalparks sind beliebte Reiseziele sowohl bei Einheimischen als auch Urlaubern. Sie zeigen eine beeindruckende Natur und umfassen 7% der Landesfläche. Die ältesten sind der Dartmoor-Nationalpark, der Lake District NP und der Peak District NP.

Im Dartmoor NP in der Grafschaft Devon wurde übrigens auch das “Letterboxing” erfunden, mit dem man das Moor auf der Suche nach Truhen, Briefen und Stempeln erkundet. Das ist ein schöner Zeitvertreib, besonders natürlich bei kleineren und junggebliebenden Besuchern. Im Bereich Dartmoor findet man ferner viele prähistorische Zeugnisse wie Steinkreise und die historischen Brücken aus Granit (Clapper Bridges). Gerade Reisende, die sich für die frühen Kulturen Englands interessieren, werden hier fündig werden.

Weitere Nationalparks sind der North York Moors NP,  sowie Yorkshire Dales NP, Exmoor NP, Northumberland NP, The Broads NP und der New Forest NP. Größere Bereich der Parks befinden sich in England in privatem Besitz, auch können oft größere Siedlungen hier liegen und die Parks haben ein eigenen Nationalparkbüro.

Rechtlich unterliegen sie in England und Wales dem National Parks and Access to the Countryside Act 1949. In England findet man trotz der dichten Besiedlung der Insel also noch viel Natur und imposante Landschaften erhalten können. In letzter Zeit versucht man auch verstärkt insgesamt wieder mehr Wälder in England aufzuforsten. Übrigens findet man auch Moore und Heidelandschaften in den verschiedenen Regionen, wo eine spezielle Fauna und Flora vorzufinden ist.

 

Britisches Königshaus

Die Royals, die Windsors oder eben das britische Königshaus sind ohne jeden Zweifel das bekannteste Königshaus der Welt. Keine andere Königsfamilie, kein anderer Monarch oder Monarchin steht so im Augenmerk der internationalen Öffentlichkeit wie das Königshaus von England.

Auch in Deutschland ist das Interesse an den britischen Royals immer besonders groß, egal ob geheiratet wird oder ein anderer öffentlicher Anlaß der Famlie Windsor ansteht. Vielleicht liegt es daran, dass die Familie deutschstämmig ist. Erst seit 1917 wird der Name “Windsor” anstatt dem zuvor gültigen “Sachsen-Coburg-Gotha” geführt.

logo mit union jack

Angelehnt wurde der Name an die Stadt Windsor (Berkshire), wo sich auch die königliche Residenz Schloß Windsor befindet. Bereits seit 1952 ist Queen Elizabeth II (*21. April 1926). die regierende Königin des Landes (sie war die ältere Schwester von Prinzessin Margaret (*21. August 1930-9. Feburar 2002), sie folgte König George VI. der von 1936-1952 das Land regierte. Ihre offizielle Krönung war am 2. Juni 1953 in Westminster Abbey. Seit 1960 führten die Nachkommen der Queen des Namen “Mountbatten-Windsor” führen.

Es sind schon viele Bücher und auch Filme über die königliche Familie von England geschrieben und gedreht worden, ganz zu schweigen von den tausendfachen Presseartikeln in der Boulevardpresse und auch in deutschen Wochenzeitschriften. Wir möchten uns hier nur auf einige wichtige Fakten konzentrieren. Am 20. November 1947 heiratete Queen Elizabeth II. den auf Korfu (Griechenland) geborenen Prinz Philip (einen Sohn von Prinz Andreas von Griechenland und Dänemark und Prinzessin Alice von Battenberg). Der älteste Sohn (*14. November 1948) und aktueller erster Thornfolger im britischen Königshaus ist Prinz Charles (Prince of Wales, Duke of Cornwall). 1981 heiratete er in der Saint Paul´s Kathedrale Lady Diane Spencer (Lady Di), die in der britschen Öffentlichkeit einen hohen Beliebtheitsgrad genoss. Es folgten zwei Kinder, 1982 Prinz William und 1984 Prinz Harry.

1996 wurde das Paar allerdings nach mehreren Skandalen und Skandälchen geschieden. Am 31. August 1997 kam Diana bei einem Autounfall in Paris ums Leben. Bei der öffentlichen Beerdigung trug Elton John, der mit Lady Diana befreundet gewesen war die Ballade Candle in the Wind in Westminster Abbey vor. Das Lied stammte aus dem Jahre 1974 und wurde für diesen Anlaß mit einem neuen Text versehen. Das Lied begann nun mit Goodbye England´s Rose und wurde millionenfach verkauf. Das Lied gilt als erfoglreichste Single überhaupt und steht im Guinness Buch der Rekorde.die Erlöse gingen an den Diana Princess of Wales Memorial Fund, der sich wohltätigen Zwecken widmet.

Prinz Charles heiratete 2005 seine Geliebte Camilla Parkes Bowles. Er hat in den letzten Jahren wieder an Popularität in der Bevölkerung gewonnen, da er sich u.a. als Schirmherr verschiedener wohltätiger, kultureller und sozialer Organisationen und Projekte engagiert. In der Thronfolge folgen ihm seine beiden Söhne nach ihrem Alter. Danach folgt der zweite Sohn der Queen, Prinz Andrew (*19. Februar 1960), der Duke of York mit seinen beiden Töchtern Prinzessin Beatrice und Eugenie. Ihnen folgt wiederum Prinz Edward (*10. März 1964), der Earlsof Wessex mit seinen Kindern und schließlich Prinzessin Anne (*15. August 1950), The Royal Princess mit ihren Kindern. Obowhl sie älter ist als ihre Brüder Andrew und Edward folgt sie mit ihren Kindern nach diesen, da dies in der britischen Thronfolge noch so bestimmt ist.

Besonders beliebt war auch seinerzeit Queen Elizabeth Bowes-Lyon, die im Volksmund Queen Mum genannt wurde. Sie hatte bereits im Ersten Weltkrieg als Hilfskrankenschwester gearbeitet und blieb entgegen vieler Empfehlungen mit ihren Ehemann auch während der Bombardierungen des Zweiten Weltkrieges in England, anstatt ins Exil zu gehen. Sie starb im hohen Alter von 101 Jahren in 2002.

Die Queen ist nicht nur das Staatsoberhaupt von Großbritannien, sondern auch zahlreicher anderer Staaten, die früher britische Kolonien waren. Die bekanntesten davon sind Kanada, Australien und Neuseeland. Sie ist außerdem u.a. das Oberhaupt der Anglikanischen Kirche. Queen Elizabeth II. gilt als gewissenhaft und pflichtbewusst. Sie ist trotz allem Trubel um das britische Königshaus beliebt in der Bevölkerung. Sie ist bereits jetzt die Monarchin, die mit dem höchsten Alter Großbritannien regiert. In ihrer langen Regentschaft hat sie sich zu brisanten Themen zurückgehalten und dem Land politische Stabilität verliehen. Unter anderem das schätzen die Briten besonders an ihr.

 

Grafschaften Englands

England ist ein vielseitiges Land und jede einzelne Grafschaft hat ihre Eigenheiten, Mentalität, Landschaft und Sehenswürdigkeiten. Dabei ist aber ähnlich wie in Schweden beispielsweise (dort sind es historische Provinzen und län) zwischen den Traditionellen Grafschaften und den Ceremonial Counties (Zeremonielle Grafschaften) zu unterscheiden.

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Die Traditionellen Grafschaften spielen bis heute eine wichtige Rolle in der Identität der Bewohner, obwohl sie heute verwaltungstechnisch ohne Bedeutung sind. Sie wurden zu geografischen Begriffen und haben jahrhundertealte Wurzeln. Es handelt sich um 39 Gebeitseinheiten, die sicherlich einigen ein Begriff sein dürften:

Bedfordshire
Berkshire
Buckinghamshire
Cambridgeshire
Cheshire
Cornwall
Cumberland
Derbyshire
Devon
Dorset
County Durham
Essex
Gloucestershire
Hampshire
Herefordshire
Hertfordshire
Huntingdonshire
Kent
Lancashire
Leicestershire
Lincolnshire
Middlesex
Norfolk
Northamptonshire
Northumberland
Nottinghamshire
Oxfordshire
Rutland
Shropshire
Somerset
Staffordshire
Suffolk
Surrey
Sussex
Warwickshire
Westmorland
Wiltshire
Worcestershire
Yorkshire

London gehört historisch gesehen übrigens zu Middlesex. In England sind die Grafschaften vielen alle ein Begriff, auf dem Kontinent sind einige Grafschaften deutlich bekannter als andere. Dies hat unterschiedliche Gründe, so ist Kent insbesondere durch seine nahe Lage an Europa bekannt und wer England bereist, startet oft seine Reisen in Kent. Yorkshire ist genauso wie andere Grafschaften durch eine Hundesrasse bekannt, nämlich den auch hierzulande beliebten Yorkshire Terrier.

Genauso standen die Grafschaften aber auch Namenspate in vielen Produkten und Gerichten in der traditionellen englischen Küche u.a. die bekannte Worcestershiresauce.

Cornwall und Devon sind bekannt durch den Tourismus, das milde Klima und die bezaubernde Landschaft sowie einige literarische Werke unter anderem die Romane von Rosamunde Pilcher und deren Verfilmungen (die seit einigen Jahren erfolgreich auf dem ZDF ausgestrahlt werden, machen auch in Deutschland gute Tourismuswerbung für den Südwesten).

Oxfordshire ist den meisten sicherlich bekannt durch die berühmte Universitätsstadt Oxford, legendär ist das jährliche Boat Race, eine bekannte Ruderregatta zwischen Oxford und Cambridge. Womit wir auch schon in einer weiteren Grafschaft namens Cambridgeshire wären, die bekannt durch ihre Universität ist.

Einige Grafschaften standen auch Namenspate für neue Kolonien des Britischen Empires und so findet man auch heute noch vielen Namen der Grafschaften in Städten, Regionen oder Inseln in Übersee (z.B. das Berkshire County in Massachusetts, USA und die Norfolk-Insel bei Australien).

 

Nationalhymne von Großbritannien

Die britische Nationalhymne hat natürlich auch ihren Ursprung in England, immerhin wird hier u.a. der englische Monarch besungen. Auf Deutsch heißt der Titel “Gott schütze die Königin bzw. den König”. Die Ursprünge der Hymne sind nicht ganz eindeutig. Auffallend ist, dass die Melodie bei einigen Staaten offiziellen Status hat bzw. hatte. So hatte das Deutsche Reich die Kaiserhymne “Heil dir im Siegerkranz” mit genau dieser Melodie hinterlegt. Liechtenstein hat bis heute die gleiche Melodie bei seiner Nationalhymne “Oben am jungen Rhein” und auch die benachbarte Schweiz hatte bis 1961 diese Melodie als Hymne.

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Für Großbritannien gibt es ferner noch zwei andere inoffizielle Landeshymne (Rule, Britannia! und Land of Hope and Glory).

God save our gracious Queen,
Long live our noble Queen,
God save the Queen!
Send her victorious,
Happy and glorious,
Long to reign over us;
God save the Queen!

O Lord, our God arise,
Scatter her enemies
And make them fall;
Confound their politics,
Frustrate their knavish tricks,
On Thee our hopes we fix,
God save us all!

Thy choicest gifts in store
On her be pleased to pour;
Long may she reign;
May she defend our laws,
And ever give us cause
To sing with heart and voice,
God save the Queen!

Die letzten uwei Zeilen werden ausgetauscht, falls ein König das Land regiert (With heart and voice to sing, God save the King). Außerdem wird natürlich Queen gegen King ausgetauscht.

In den letzten Jahren hat sich als heimliche englische Hmyne mehr und mehr “Jerusalem” etabliert. Die Melodie stammt von Hubert Parry, der Text stammt von William Blake als Vorwort zu seinem Werk “Milton” als Gedicht “And did those feet in ancient time”.

Das Lied ist u.a. seit 2003 die gespielte Hymne bei Cricket-Länderspielen der Auswahl Englands. Auch bei der Rugby Union wird sie gespielt. Auch wurde das Lied bei der Trauung von Prinz William und Catherine (Kate) Middleton gesungen. Das Lied gilt als sehr patriotisch.

 

Englands Geschichte

Die Geschichte von England geht weit zurück in die Vergangenheit und auf einer Seite kaum umfassend darzustellen. Überall im Land trifft man auf die unterschiedlichsten Zeugnisse der keltischen, römischen, englischen und britischen Vergangenheit.

Britannien wurde in geologischen und erdgeschichtlichen Maßstäben erst vor kurzem eine Insel (um ca. 7000 v. Chr.). Es folgte die Epoche der Jungsteinzeit und Megalithkulturen, die auch die international bekannten Steinkreise und Henges errichteten (Stonehenge).

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Im Jahre 43 v. Chr. wurde Britannien dann Teil des Römischen Reiches, das damals bereits weite Teile des Kontinents umfasste. Aber die Herrschaft der Römer war im Vergleich zu anderen Regionen relativ kurz und bereits im 4. Jahrhundert wurde es chaotischer, denn die Pikten griffen immer öfter von Norden her an.

Man rief daher Sachsen als Söldner ins Land, aber auch andere germanische Stämme kamen nach England u.a. die Jüten und die Angeln. Aus dieser Zeit stammt der Begriff für die englischsprachige Welt Angelsachsen.

Oft musste sich England gegen Feinde von Außen zur Wehr setzten, so kam es ab dem Überfall im Jahr 793 auf das Kloster Lindisfarne zu Kriegen gegen die Wikinger. Die Dänen wanderten ein und setzten sich vierlerorts fest. Sie zwangen die benachbarten Angelsachsen zu Tributzahlungen.

Erst ab Alfred dem Großen konnte England wieder geeint werden und 886 wurde London erobert. Auch die Dänen wurden mehr und mehr zu Bauern und friedlicher.

1066 eroberten die Normannen unter Wilhelm, dem Eroberer England. Schritt für Schritt dehnte sich England aus. Zuerst wurde Wales einverleibt (1536), dann Schottland (1707) und schließlich Irland (1800).

Nachdem Großbritannien geeint war, wurde das Kolonialreich aufgebaut und schließlich nahezu weltumspannend. Irland forderte aber seine Unabhängikeit von der britischen Krone und wurde schließlich nach blutigen Kämpfen 1922 selbständig (bis auf Nordirland, welches beim UK verblieb).

Nach zwei Weltkriegen war ein neues Zeitalter angebrochen und die Kolonien wurden Schritt für Schritt größtenteils in die Unabhängigkeit entlassen.

Großbritannien trat 1973 der Europäischen Gemeinschaft (EG) bei. Mit vielen ehemaligen Kolonien pflegt man bis heute gute und intensive Beziehungen im Commonwealth of Nations und einige erkennen die Queen auch noch als ihr Staatsoberhaupt an.

1982 kam es zum Krieg mit Argentinien über die Falklandinseln, den Großbritannien gewann. 1997 wurde die ehemalige Kronkolonie Hongkong an die VR China zurückgegeben. Außenpolitisch ist das Land eng mit den USA aber auch den anderen EU-Staaten verbunden, nicht nur über die EU und die NATO. Trotzdem geht Großbritannien oft eigene Wege, wie z.B. die Beibehaltung des Pfund als Währung zeigt.