Die Wikinger

Die erste dokumentierte Erwähnung der Wikinger ist der Überfall auf das Kloster Lindisfarne 793 n.Chr. an der Nordostküste Englands. Dies ist der Beginn der Wikingerzeit. Sie ging von 793 – 1066. Erst mit dem Einfall der Wikinger bzw. Normannen unter Wilhelm dem Eroberer in England war die wilde Wikingerzeit vorbei. Wilhelm christianisierte sein Reich und aus den Seekriegern wurden Händler und Handwerker.

wikingerschiff nachbau
Wikingerschiff-Nachbau “Gaia” (c)

Die Wikinger wurden auch als Nordmänner, Waräger oder Rus genannt. Sie lebten zunächst in verschiedenen Stämmen in Skandinavien.

Plündern und Brandschatzen

Die Wikinger waren seit dem Überfall auf Lindisfarne in Europa gefürchtet. Doch das war erst der Anfang. Sie griffen gerne Küsten-, Flussgebiete und Inseln an und plünderten dort alles, was nicht niet und nagelfest war. Ein Hauptgrund für den Erfolg der Wikinger bildeten ihre Drachenschiffe. Diese waren aufgrund ihrer Konstruktion, schnell und wendig und daher für die Raubzüge hervorragend geeignet.

Sie näherten sich mit ihren wendigen Drachenschiffen dem Angriffziel. Die Drachenschiffe waren mit vielen Kriegern besetzt und lagen flach im Wasser. Dadurch wurden sie von den Gegnern zu spät entdeckt, so konnten sie kaum noch Gegenwehr leisten. Die Gegner wurden ermordet oder in die Sklaverei verschleppt. Nach dem sie Alles brandschatzen und plünderten zogen sie sich schnell wieder zurück.

Die Wikinger überfielen mit Vorliebe auch Klöster und Kirchen, da diese schwach verteidigt, aber reich an Kostbarkeiten waren. Dieser Eigenart haben sie ihr schlechtes Image als brutale Plünderer zu verdanken, dabei unterschieden sich sie in diesem Punkt nicht wirklich von den anderen Völkern der damaligen Zeit. Da die Institution Kirche auch zu den wenigen gehörte, deren Mitglieder schreiben konnten, sind die Schandtaten der Wikinger auch gut dokumentiert worden.

Der Grund warum sie so gierig in Europa plünderten lag an den armen Verhältnissen in ihrer skandinavischen Heimat. Rauhes Klima und schlechte Böden machten den Bewohnern Skandinaviens das Leben schwer.

Die Wikinger: Seefahrt, Handel und Entdeckervolk

Die Wikinger waren gute Navigatoren und Meister der Schiffsbaukunst. Ihre Heimat brachte ihnen diese Eigenschaften bei: Durch die zerklüfteten Küsten sowie vorgelagerte Inseln und Schären, mussten überdurchschnittlich stabile und wendige Schiffe erbaut werden.

Die Wikinger waren aber auch erfolgreiche Händler. Sie trieben erfolgreich Handel mit China, Arabien und Persien.  Auf der Suche nach Beute und neuen Lebensraum stießen die Wikinger zunächst auf Island. Um 850 ließ sich dort der Norweger Ingolf Arnason mit seiner Familie nieder. Die Insel lag damals wie heute knapp südlich des Polarkreises mit starker vulkanischer Aktivität und schlechten Böden. Aber die weiteren Siedler ließen sich nicht abschrecken und so wuchs die Wikinger-Kolonie auf Island auf gut 30.000 Personen im Jahre 930 an. In diesem Jahr trat der erste isländische Althing zusammen und gründete den unabhängigen Staat Island.

Sie gründeten den unabhängigen Staat Island.

Aber auch auf dieser Insel wurde es der wachsenden Bevölkerung bald zu klein. Das Ackerland und die Nahrung reichte kaum noch und 970 brach eine Hungersnot auf Island aus. Die Isländer suchten nun neues Land. Aus Geschichten wussten sie, dass um 900 der Wikinger Gumbjörn Krake vom Kurs abgekommen war und ein Land mit Nebel, Treibeis und Schnee entdeckt hatte. Es wurde fortan als “Gumbjörnschäre” bezeichnet.

Um 980 wurde Erik Thorwald, genannt wegen seiner Haare Erik der Rote, zu drei Jahren Friedlosigkeit verurteilt und musste Island verlassen, da er im Streit zwei Nachbarn erschlagen hatte. Darauf segelte Erik zur Gumbjörnschäre und nannte die Insel Grönland, da er dort an der Westküste grüne Täler entdeckt hatte. Außerdem wollte er mit dem positiven Namen Mitstreiter zur Besiedlung finden.

Die fand er auch. 986 ging Erik mit 25 Schiffen auf die ca. 3.500 km lange Reise von Island nach Grönland. Aufgrund des schlechten Wetters kamen aber nur 14 Schiffe mit 700 Menschen an. Überraschend für die Neuankömmlinge war, dass die Insel bereits Einwohner hatte: Die Inuit, die alles andere als begeistert über die neuen Siedler waren. Das Klima der Insel war auch kälter als sich viele vorgestellt hatten. Trotz der widrigen Umstände gab es aber nach einigen Jahren schon 300 Bauernhöfe mit Rindern, Ziegen und Schafen auf Grönland. Erik selbst hatte seinen Hof am Eriksfjord.

Getreide lies sich auf Grönland nicht anpflanzen, aber es gab Milchprodukte, Käse, Butter, Rentierfleisch, Wale, Bären und Seehunde. Die Frauen waren für das Kochen zuständig. In großen Kesseln wurden Eintöpfe zubereitet. Auf heißen Steinen schmorte man Fleisch. Es wurde Handel mit Walknochen, Fellen, Pelzen und Elfenbein mit  Norwegen uns Island getrieben.

Für ihre Schiffe und Häuser brauchten die Grönländer Holz. Dieses war jedoch knapp und so erinnerte man sich an die Grönlandsaga, die berichtete, dass 985/986 Bjarne Herjolfsson, der eigentlich seinen Eltern von Island nach Grönland folgen wollte, nach Nebel und Sturm ein anderes Land ostwärts entdeckt hatte. Es war flach bis hügelig und mit endlosen Wäldern überzogen. Dies war vermutlich Neufundland und Labrador im heutigen Kanada.

Bjarne berichtete später, als er dann doch in Grönland angekommen war seinen Landsleuten von dem Land. 500 Jahre vor Kolumbus. 992 versuchte Leif Eriksson, der Sohn von Erik dem Roten, dieses Land wieder zu finden. Mit 35 Männern zog er gegen Südwest und kam nach Labrador, dass er Steinland nannte. Darauf nach Neufundland, dass er Waldland nannte. Das neue Land insgesamt nannten die Wikinger “Vinland”, was Weinland bedeutet. Angeblich weil einer der Männer dort an seinen Heimat an der Mosel erinnert wurde. Vinland war ein ergiebiger Handelsplatz für die Wikinger. Die Grönländer segelten öfters auf der Rückfahrt voll beladen mit Pelzen, Fellen, Tran und Holz zurück. Aber die neu entdeckten Länder konnten auf Dauer nicht von den Wikingern gehalten werden.

Aufgabe der neuen Länder

Auf Grönland konnten sich die Wikinger, wie wir heute wissen, bis ca. 1350 halten. Danach hatte sich das Klima wohl derart verschlechtert, dass ein Überleben nicht mehr möglich war. Die Indianer, die von den Wikingern verächtlich “Skraelinge” (Schwächlinge) genannt wurden, machten ihnen auf Dauer das Leben schwer.

Handelsplatz Haithabu

Einer der größten Handelsstützpunkte der Wikinger lag an der Schlei im heutigen Schleswig-Holstein. Er hieß Haithabu, was übersetzt “Siedlung auf der Heide” bedeutet. Der arabische Kaufmann At-Tartuschi nanne sie “Eine große Hafenstadt am äußersten Rand des Weltmeeres”.

Haithabu wurde 804 erstmals urkundlich benannt unter dem Namen Slisthorp. Es lag an der schmalsten Stelle von Jütland und so wurde Haithabu rasch zu einem großen Warenumschlagplatz. Zu Kaufleuten kamen Schiffsbauer und andere Handwerker. Auf dem Höhepunkt des Ortes sollen dort ca. 1.000 Menschen gelebt haben.1050 überfiel der Norwegerkönig Harald Hardrada “der Harte” den Ort und äscherte ihn ein. 1066 plünderten die Westslawen den Ort. Die Einwohner siedelten neu in Schleswig. Haithabu kann heute als Ausgrabungsstätte und Museum besichtigt werden.

Der Name Odin kommt von dem altnordischen Wort “óðr”, dass man mit “wild, rasend” übersetzt. Er war in erster Linie der Kriegs- und Todesgott. Zu ihm betete man, wenn man im Kampf in Ekstase geraten wollte und Stärke erlangen musste.

Odin hatte nur ein Auge, denn er hatte eins seinem Onkel und Jöten Mimir geopfert um aus dem Brunnen der Weisheit am Lebensbaum Yggdrasil zu trinken. Durch dieses Opfer erhielt er ein geistiges Auge, mit dem er Dinge sehen konnte, die andere nicht sahen. Odin verwundete sich ferner mit seinem eigenen Speer und hing neun Tage lang ohne Wasser und Essen an der Weltesche. Hierdurch erhielt er Zauberkraft. Er war ein Magier und konnte seine Gestalt wechseln.

Odin zweiter Name war Wotan, was eine Ableitung von Wut ist. Laut der Völuspa hat Odin den ersten Krieg verursacht, da er einen Speer in die Feinde schleuderte. Er reitet sein achtbeiniges Pferd Sleipnir.

Jeder Wikinger erhoffte sich nach der Schlacht im Falle des Todes von den Walküren, Odins Adoptivtöchtern auserwählt zu werden und in Walhalla (Göttersitz) an der großen Tafel mit den Asen zu sitzen. Dort saßen nur die Tapfersten. Sie tranken Met und schauten den täglichen Kampfspielen zu. Dort würden sie warten, bis sie Odin gegen den letzten Kampf mit dem Riesenwolf Fenrir beistehen müssten.

Ein weiterer wichtiger Gott (Asen) war Thor. Er war der Gott der Bauern und hatte gewaltige Kräfte. Er schwang seinen gewaltigen Hammer Mjölnir gegen seine Gegner. Er beschützte Götter und Menschen gegen die feindlichen Jöten und Riesen. Er war der Herrscher über Donner, Sturm und Wind. Sein Kampf mit der Mudgardschlange ist ein beliebtes Thema in den Mythen.

Tyr war ebenfalls einer der Asen. Er war sehr tapfer und kühn und hatte nur eine Hand. Er verlor sie, als die Götter den Riesenwolf Fenrir mit einer unzerreißbaren Kette an die Weltesche banden. Tyr hatte als Pfand seine Hand in den Rachen des Tieres gelegt und als dieser merkte was die Asen vorhatten biss er Tyrs linke Hand ab.

Weitere Asen waren:

Balder, ein Sohn von Odin und Frigg, Gott des Lichtes, der Reinheit, Güte und Schönheit. Eigenschaften sind Toleranz, Friedfertigkeit und Liebe.

Bragi, ein Sohn von Odin und Frigg, Gott der Dichtkunst und Begrüßer der Helden in Walhalla.

Heimdall, Lichtgott, Schützer allen Lebens und Himmelswächter. Er wohnt in Himinbjörg und reite auf seinem Pferd Gulltopp. Er ist der Wächter der Regenbogenbrücke (Bifröst) zwischen Midgard und Asgard.

Ullr ist der Gott des Winters, des Zweikampfes, der Jagd und der Äcker. Er bewohnt seine selbsterbaute Halle Ydalir. Er war Meister im Schlittschuhlaufen und wird heute oft von Skifahrern als Talisman getragen.

Frigg (Saga), Gemahlin von Odin, Schutzherrin der Ehe und Mutterschaft. Sie hat mehrere Dienerinnen Eira, Fulla, Gna, Hlin, Lofn, Sygn, Vara und Vjofn.Sie gebar Odin die Göter Balder, Bragi, Hermor, Hödur und die Walküren. In Asgard sitzt sie im Raum Fensal (Sumpfsaal) und webt die Wolken.

Sif, Göttin der Vegetation, Fruchtbarkeit und Ährenfelder. Gattin von Thor. Idun, der Göttin der Jugend und Fruchtbarkeit. Sie ist die Gattin von Bragi. Neben den Asen gab es auch das Göttergschlecht der Wanen, zu denen auch Freya, Göttin der Fruchtbarkeit, des Frühlings, der Liebe und des Glückes, gehört. Ihr Wagen wird von Katzen gezogen. Auch Njörd ihr Vater, der Gott des Meeres und des Ozeans gehört zu ihnen.

Einst gab es Krieg zwischen Asen und Wanen, der jedoch mit einem Frieden endete. Die Nornen Urd, Verdani und Skuld spinnen die einzelnen Lebensfäden der Menschen. Sie wohnen an der Weltesche und bringen den Menschen Heil und Unheil.

Daneben gab es Folgegeister, die die Menschen begleiteten und weitere Wesen aus der Natur wie Zwerge, Geister und Elfen. Hauptgegner der Asen waren die Jöten, die die blinden Naturkräfte dargestellten. Deren Stammvater war Ymir, der von Odin getötet wurde. Aus seinem Blut entstanden Bäche und Flüsse aus seinem Schädel das Himmelsgewölbe.

 

Europas Staaten: Schweden

Name: Konungariket Sverige (Königreich Schweden)

Flagge von Schweden

Staatsform: Parlamentarisch-Demokratische Monarchie mit dem Monarch/ der Monarchin als Staatsoberhaupt. Das Parlament besteht aus einer Kammer, dem Reichstag (Riksdag). Regierungschef ist der Ministerpräsident (Statsminister), der einem Kabinett aus Ministern (statsråd) vorsteht.

Haupstadt: Stockholm (ca. 860.000 Einwohner), hier befindet sich das Parlament und die Regierung. Ebenfalls ist sie das kulturelle Zentrum Schwedens, Universitätsstadt, Medienzentrum und Bischofssitz.

Das schwedische System hat einige Besonderheit und ist durchaus kompliziert. Schweden unterteilt sich in 21 Provinzen (län). Es gibt Provinzialregierungen (länsstyrelse) und Regierungspräsidenten (landshövding). Die kommunlane Gebietskörperschaften haben weitreichende Befugnisse. Die 290 Gemeinden (kommun) nehmen diese Aufgabe neben den Provinziallandtagen (landsting) wahr. Als Service für die Bürger gibt es auch Ombudsmänner, die die Rechte der Bürger gegenüber den Behörden schützen. Das Öffentlichkeitsprinzig (Offentlighetsprincipen) garantiert eine besondere Transparenz. Beim Democraty Index der britischen Wochenzeitschrift “The Economist” belegt Schweden regelmäßig einen vordersten Plätze als vorbildliche Demokratie, ebenso schneidet es regelmäßig auch beim CPI von Transparency International gut ab.

Nationalhymne: Du glamla, Du fria.

Nationafeiertag: 6. Juni

Polizei: Die Polizei (Polisen) beschäftigt über 20.000 Mitarbeiter, meist Polizisten. Es gibt ein Reichspolizeiamt (Rikspolisstyrelsen), ein Kriminaltechnisches Labor und in jeder Provinz Polizeibehörden (Polismyndigheter).

Militär: Schweden unterhält eigene Streitkräfte (Försvarsmakten), die sich unterteilen in Heer, Marine, Luftwaffe und Heimwehr. Die Wehrpflicht ist seit 2010 abgeschafft.

Mitgliedschaften: UNO, EU (seit 1995), Nordischer Rat, Europarat, OSZE, OECD, Ostseerat und vielen weitere Organisationen.

Kfz-Kennzeichen: S

Internet Top-Level-Domain: .se

Bevölkerung

Einwohner: ca. 9,5 Millionen (Vergl. Deutschland: ca. 82 Millionen)

Einwohnerdichte: ca. 21/ qkm (Vergl. Deutschland: 230/ qkm)

Volksgruppen: Hauptsächlich Schweden (über 90 %), daneben gibt es 2,5 % Schwedenfinnen (meist im Norden und Mittelschweden), Samen (meist in Lappland). In den letzten Jahrzehnten kamen auch Einwanderer aus dem Irak, dem früheren Jugoslawien, Iran und anderen Gebieten der Erde. Außerdem findet man einige tausend Dänen und Norweger in Schweden, genauso wie meist im Süden Deutsche und Polen.

Sprache: Amtssprache ist Schwedisch. Anerkannte regionale oder Minderheitensprachen sind außerdem Finnisch, Meänkieli, Samisch sowie Jiddisch, Romani und die schwedische Gebärdensprache.

Religionen: Mehr als zwei Drittel sind Evangelisch-Lutherische Christen, daneben gibt es Freikirchen, Muslime, Katholiken, Orthodoxe, Juden und andere Glaubensrichtungen.

Wirtschaft

Währung: Schwedische Krone (krona) = 100 Öre.

Allgemein: Schweden hat eines der höchsten Pro-Kopf-Einkommen der Erde. Die heutige Wirtschaft ist geprägt von einem starken Anteil des Dienstleistungssektors, gefolgt von der Industrie und der Landwirtschaft. Auch die Forstwirtschaft (Waldanteil des Landes: 56 %) und Viehwirtschaft ist zu erwähnen. Das Land ist auch reich an Bodenschätzen wie Eisenerz, Gold, Silber, Kupfer, Blei und Zink.

Wichtige Industrien: Fahrzeugbau, Holz- und Papierindustrie, Maschinenbau und Elektroindustrie. Bekannte Unternehmen sind Volvo, Ericsson, Tetra-Pak, Electrolux und Scania.

Energie: Wasserkraft und Atomkraft. Die Atomkraft wird diskutiert, geplante Atomausstieg aber bisher nicht umgesetzt.

Tourismus: Schweden ist ein attraktives Reiseland. Die meisten ausländischen Touristen kommen aus Deutschland, gefolgt von Dänen, Norwegern, Briten und Niederländern.

 

Geografie Schwedens

Fläche: ca. 450.300 qkm (Vergl. Deutschland ca. 357.100 qkm)

Lage: Nordeuropa, im Osten der skandinavischen Halbinsel (Skandinavien). Nachbarländer sind Norwegen (1.619 km Grenze) im Westen und Finnland (586 km) im Osten. Im äußersten Südwesten ist Schweden über die Öresundbrücke mit Dänemark verbunden. Schweden ist ein langgestrecktes Land und hat eine immense Nord-Süd-Ausdehnung (ca. 1.570 km), die Ost-West-Ausdehnung ist deutlich geringer (ca. 500 km).

fotos schweden mit flagge

Größte Seen: Vänernsee (5.500 qkm), Vätternsee (1.890 qkm), Mälarensee (1.090 qkm).

Höchster Punkt: Kebnekaise (2.111 m) in Lappland ca. 150 km nördlich des Polarkreises.

Größte Inseln: Gotland (2.994 qkm), Öland (1.347 qkm).

Längste Flüße: Klarälven, Torne älv, Dalälven, Ume älv und Ångermanälven.

Klima: Im Süden gemäßigt bis Kontinental, im Norden kühler bis Polarklima. Naturkatastrophen: Selten Orkane.

Landschaft: Insbesondere zur Grenze nach Norwegen und im Norden wird das Land von dem Gebirge Skanden (Fjäll) geprägt. Schonen (Skåne) im Süden ist weitgehend flach, hier befindet sich auch der südlichste (Smygehuk) und niedrigste Punkt mit 2,4 m unterhalb des Meeresspiegels. Der Süden ist ansonsten geprägt vom Südschwedischen Hochland und sanften Hügellandschaften. In Mittelschweden findet man die Mittelschwedisches Senke. Typisch für Schweden sind ausgedehnte Nadelwälder, aber auch Mischwälder. Das Land ist aber nicht nur waldreich, sondern auch Seenreich. Außerdem verfügt das Land über mehr als 220.000 Inseln (!).

Tierwelt: Bekanntester Bewohner der schwedischen Natur ist der Elch. Es gibt aber auch Braunbären, Wölfe, Biber, Luchse, etliche Fisch- und Vogelsorten sowie Robben. Die Natur und Tierwelt wird geschützt in 28 Nationalparks.

Zeitzone: Mitteleurpäische Zeit (wie Deutschland)

 

Sehenswürdigkeiten Schwedens

Es ist natürlich nicht möglich die Sehenswürdigkeiten von Schweden hier abschließend aufzuzählen. Das große Land hat allerhand zu bieten: Zum einen eine vielfach kaum berührte Natur und riesige Nationalparks mit Wälder, Seenlandschaften, Flüssen und Schärengärten. Zum anderen aber auch historisch bedeutende Metropolen mit einem interessanten kulturellen Angebot, vielen Sehenswürdigkeiten, Museen und zahlreichen Events – im Winter wie im Sommer.

fotos schweden mit flagge

Der Urlaub im Ferienhaus ist der Klassiker, andere bevorzugen aber das Land mit dem Wohnmobil oder Wohnwagen zu entdecken und profieren von der Mobilität die sich daraus ergibt. Andere buchen eine Ostseekreuzfahrt und besuchen die Küstenstädte und die Haupstadt Stockholm. Es gibt viele Möglichkeiten in Schweden Urlaub zu machen und nahezu jede Region und Provinz hat ihre Reize und Attraktionen.

Für Städtereisen, auch einmal für ein Wochenende mit dem Billigflieger ist Stockholm beliebt und auch bestens geeignet. Die auf zahlreichen Inseln erbaute Stadt ist sehr grün und hat viele Wasserflächen, so dass hier nur selten das Grau anderer Städte durchkommt. Auf Stadtsholmen befindet sich die Gamla Stan, die Altstadt mit den schmalen Straßen, dem Königlichen Schloß, der Tyska Kirka und den vielen Palästen wie etwa dem Ritterhaus. Besonders reizend an Stockholm ist, dass man von hier aus sehr schnell im vorgelagerten Schärengarten ist und dort die Natur und Inselwelt erleben kann. Gerne besucht werden auch das Stockholms stadshus (Rathaus), das Vasamuseum (mit dem Schiff), das Nordische Museum, der Vergnügungspark Gröna Lund und das sehenswerte Freilichtmuseum Skansen, wo man einen Eindruck vom Leben der Schweden in den vorangegangenen Jahrhunderten bekommt.

Schwedens zweite Metropole ist das nach Norwegen gewandte Göteborg. Die beiden Städte haben viele Gemeinsamkeiten, denn Göteborg hat wie Stockholm einen vorgelagerten Schärengarten, der es besonders idyllisch erscheinen lässt. Im Hafen findet man den ins Auge stechenden Winderjammer (Viking aus dem Jahre 1906), kulturell ist man im im Stadttheater, Kunstmuseum und im Konzerthaus gut aufgehoben. Bekannt ist auch das Naturhistorische Museum der Stadt. Liseberg ist der größte Vergnügungspark in Skandinavien und ist zentral in der City gelegen. Es gibt außerdem noch einige Museen zu besichtigen wie etwas das Seefahrtsmuseum.

Ganz nah an Dänemark liegt die Nummer drei der schwedischen Städte, Malmö. Auch hier gibt es viel zu entdecken, wenn auch die Landschaft hier im äußersten Süden von Schweden noch nicht so spektakulär ist wie in andere Regionen des Nordens. Schonen ist flach und man merkt, dass es lange zu Dänemark gehört. Sprache und Menschen unterscheiden sich immer noch von den anderen Schweden. Auch Malmö hat einige Sehenswürdigkeiten wie das alte Schloß Malmöhus, das Koggenmuseum, das Seefahrt- und Technikmuseum, das Rathaus, die St. Petri Kyrka und die Reiterstatue von König Karl X Gustav.

Neben diesen Größstädten gibt es auch viele, kleinere Städte und regionalen Metropolen. Interessant sind u.a. Karlskrona, die bekannte Barockstadt mit dem Marinehafen, dessen historische Gebäude zum Welterbe der UNESCO erklärt wurden, Kalmar mit dem Dom und den drei Holzhäusern oder Visby auf Gotland, dass ebenfalls mit seinen vielen gut erhaltenen mittelalterlichen Bauten zum Welterbe der UNESCO zählt und immer einen Besuch wert ist. Dies sind nur einige Beispiele, denn viele andere schwedische Städte haben viele Gründe sie einmal zu besuchen.

Auch die einzelen Provinzen und Landschaften haben unzähliche Sehenswürdigkeiten kultureller Art zu bieten, dazu ist die Natur und die Nationalparks immer greifbar in der Nähe. Ob man nun die Seen oder Wälder von Småland entdeckt, den großen Vänern oder die Inseln Öland und Gotland zum Auspannen nutzt, bleibt einem selbst überlassen. Erstaunlich ist auch das Glasreich in Småland mit seinen vielen Glashütten die man besichtigen kann. Auch die langen und weißen Sandstrände der Ostsee sind schöne Urlaubsziele, genauso wie die vielen kleinen Schären, die man mit dem Segelboot entdecken kann. auch Fahrten auf dem Götakanal sind sehr beliebt. Übrigens: Wer Pipi Langstrumpf-Fan ist, sollte Astrid Lindgrens Värld in Vimmerby, ebenfalls in Småland besuchen! So kommt eigentlich jeder auf seine Kosten und nimmt sein persönliche Stück Schweden wahr.

 

Aktivitäten in Schweden

Schweden ist ein Traumland für Abenteuerurlauber und Naturfreunde. In jeder Provinz findet man allerhand Möglichkeiten die Natur zu erleben oder sich auszutoben. Insbesondere im Outdoor-Sport gibt es praktisch alle denkbaren Möglichkeiten.

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Ideal ist Schweden zum Wandern. Wanderfreunde werden begeistert sein von der weiten Natur, den Wäldern und Hügellandschaften die es zu erwandern gilt. Natürlich kann man auch an der Küste oder den zahlreichen Inseln die Landschaft erwandern, auch die größeren Schären oder die Insel Gotland und Öland bieten Wandermöglichkeiten.

Lappland und die vielen Nationalparks bieten natürlich besondere Möglichkeiten die unberührte Natur des Landes kennenzulernen. Das Jedermannsrecht räumt einem desweiteren viele Rechte ein, mit denen man allerdings gewissenhaft umgehen sollte.

Die zahlreichen Seen bieten naturgemäßg hervorragende Möglichkeiten zum Angeln. Schon manch einer hat eine dicken Fisch an der Angel gehabt, der abends am Lagerfeuer noch besser schmeckt als im Sternerestaurant. Wer einmal Hochseeangeln betreiben möchte, findet in Schweden auch die Voraussetzungen mit den Fischern auf einem Kutter einmal auszufahren. Auch sind viele Flüsse sehr fischreich.

Bekannte Fischarten in Schwedens Gewässern sind u.a. Äsche, Zander und Barsch sowie Lachsforellen. Übrigens kann man auch in Stockholm, Malmö und Göteborg angeln, in Schweden ist das kein Problem.

Mit seinen langen Küste bietet das Land auch gute Bademöglichkeiten auch wenn das Wasser der Ostsee nicht immer so warm wie am Mittelmeer ist, so sind die Temperaturen doch gerade in den heißen Sommern angenehm und erfrischend. Die Ostsee mit ihren langen Sandstränden, besonders auch in Südschweden und auf Gotland bietet sehr idyllische Badestrände, die noch dazu meist nicht überlaufen sind.

Auch Fahrradfahren ist eine beliebte Urlaubsbeschäftigung und die schwedische Landschaft hat vielerorts gut ausgebaute Fahrradwege zu bieten. Per Fahrrad kann man natürlich wesentlich längere Tagesstrecken zurückgelegen als beim Trekking und Wandern.

Im Norden kann man schon recht anspruchsvolle Radwege mit hohen Höhenunterschieden zurücklegen, wird aber dafür auch mit einer imposanten Natur belohnt. die Gebirge (Fjäll) eignen sich besonders für Mountainbikefahrten.

Wassersportarten wie Kanu, Kajak, Segeln, Tauchen (auch Wracktauchen) aber auch Wildwasserfahrten (Rafting) auf Flüssen sind ebenfalls in Schweden beliebte Urlaubaktivitäten. Segler lieben mehrtägige Segelurlaub entlang der schwedischen Küste, auch mit dem Kanu kann man auf den Seen des Landes ausgiebige Ausflüge oder ganze Urlaube unternehmen.

Beliebt sind auch Kanutouren durch den Schärengarten bei Sotckholm und Göteborg. Etwas Besonderes für nahezu jedes Alter sind die beliebten Brunchkreuzfahrten durch den Schärengarten Stockholms.

Auch andere Outdooraktivitäten wie Klettern bieten sich im Gebirge an. Besonders beliebt ist das Gebiet um den höchsten Berg Schwedens, dem Kebnekaise oder dem Sarek Nationalpark. Für manche eine besondere Herausforderung sind die Eisfälle wie die im Lunndörrpass in Jämtland.

Mit seinen langen und schneereichen Wintern, ist Schweden auch ein klassisches Wintersportland. Es gibt hervorragende Wintersportmöglichkeiten insbesondere auch im Skifahren und den nordischen Disziplinen. Eishockey ist ebenfalls ein beliebter Sport, aber es geht auch unkonvetioneller mit dem Schneescooter auf Safari oder Schneewandern. Schlittschuhlaufen ist genauso möglich wie Schneeskulpturenwettbewerbe wie z.B. das Schneefestival in Kiruna.

Die schwedische Landschaft bietet in Kombination mit den entsprechenden Wintern auch herrliche Strecken zum Langlaufschlittschuhfahren durch die Natur. Mit entsprechender Erfahrungen können manche bis zu 200 km zurücklegen und in einer berauschenden Geschwindigkeit die Winterlandschaft erkunden.

 

Klima von Schweden

Das Klima und Wetter in Schweden ist trotz seiner nordischen Lage relativ mild. Insbesondere die noch vom Atlantik und dem Golfstrom beeinflussten Gebiete zeichnen sich durch mildes Klima mit relativ geringen Temperaturunterschieden aus.

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Kontinentaler wird es dagegen herrscht im Bergland und in dessen Einflussbereichen. Hier sind auch die Niederschläge geringer und die Temperaturunterschieden zwischen Sommer und Winter größer.

Die Küsten Südschwedens und die Westküste sind vom Golfstrom beeinflusst, zwar sind die Auswüchse dieses mildernden Faktors nicht so deutlich wie z.B. im Süden Englands, wo man Palmen findet, jedoch können hier die Winter manchmal milder sein, als man aufgrund der Breitenlage vermuten möchte. Auch die Sommer in Schweden sind insbesondere im Süden und im Bereich mancher Ostseeregionen sehr sonnenreich.

Auf der mitten in der Ostsee liegenden Insel Gotland ist die Zahl der Sonnenstunden besonders hoch und die Insel gilt als Sonnenregion. Freilich hat in Schweden die starke Differenz zwischen langen Sommertagen und kurzen Tagen im Winter einen gewissen Einfluss auf die subjektive Wahrnehmung der klimatischen Umstände.

Im Sommer wird viel im Freien gefeiert, gesungen und getanzt. Die Mittsommerfeiern der Schweden sind weltweit bekannt und legendär. Aber auch die langen und dunklen Winter werden von den Schweden genutzt.

Besonders in den Städten aber auch auf dem Land gibt es zahlreiche Events und Feiern, die im Winter stattfinden. Die Winterzeit wird ebenfalls liebevoll genutzt für aufwändige Dekorationen und Traditionen, die auch in dieser Jahreszeit eine schöne Stimmung verbreiten.

So machen die Schweden das Beste daraus, wobei es insbesondere bis zum Breitengrad um Stockholm sowieso nicht so deutlich ist wie in Nordschweden, wo die Unterschiede je weiter man sich Richtung Norden bewegt deutlicher werden.

In den Hochregionen des äußersten Nordens gibt es sogar ein Polarklima, so dass man in Schweden die ganze Bandbreite zwischen gemäßigtem und polarem Klima vorfindet. Schweden ist also klimatisch wesentlich vielfältiger, als vielerorts vermutet.

Stockholm hat im übrigen nicht all zu viel Niederschlag, nur etwas über 500 mm (Göteborg hat fast 800 mm) kommen hier herunter, mit durchschnittlich ca. 5,1 h/ Tag auf das Jahr gerechnet kann sich auch die Anzahl der Sonnenstunden sehen lassen!

 

Typisch Schweden

Es gibt vieles, das als typisch für Schweden angesehen wird. In einem Urlaub im Land wird man einiges davon bestätigt sehen, anderes vielleicht nicht. Typisch schwedisch sind natürlich erst einmal die bekannten Marken, die das Land in der Welt bekannt gemacht haben.

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Da wäre z.B. der Autohersteller Volvo, aber auch der Möbelhersteller IKEA mit seinen kultigen Möbeln und Möbelhäusern weltweit. Wer ein bisschen Schweden-Feeling finden will, fährt am besten einfach mal zu IKEA, denn dort gibt es schwedische Namen für moderne Möbel, schwedisches Essen und sogar Feste.

Natürlich dürfen auch Elch- und Rentiergerichte sowie Köttbullar nicht fehlen. Zum Frühstück haben die Schweden einen riesige Auswahl an Knäckebrot, denn in dieser Sparte sind sie sehr erfinderisch. Die bekannte Marke Wasa findet man auch in fast jedem Supermarkt in Deutschland.

Typisch für Schweden sind natürlich die endlosen Wälder, Nadelwälder, Birgen und andere. Die vielen Seen und tausende Inseln in der Schärenlandschaft. Leider auch die vielen Millionen Mücken, wobei man an der Küste weniger mit ihnen zu tun hat, als am idyllischen Haus am See.

Die saubere, gepflegten und kulturellen Städte und Metropolen allen voran Stockholm, aber auch Göteborg und Malmö mit ihren Museen, Kirchen, Kultureinrichtungen, Theatern aber eben auch viel Grün und Wasser drum herum. Diese Symbiose aus Stadt und Natur ist irgendwie auch typisch schwedisch.

Dann der schwedische Sozialstaat, die offene und transparente und besonders auch tolerante Gesellschaft, die mittlerweile eine Einwanderungsgesellschaft wie so viele in Europa geworden ist. Ist ja auch logisch, denn ein so schönes Land mit einem so guten System kann nicht geheim gehalten oder ein Insider-Tipp bleiben.

Die friedliche Neutralitätspolitik die Schweden über Jahrhunderte aus Kriegen herausgehalten hat und dem Land blühende Wirtschaft, Staat und Gemeinwohl beschert hat. Während sich in Europa die anderen die Köpfe einschlugen, haben die Schweden auf Frieden gesetzt und waren eigentlich dadurch immer auf der Seite der Gewinner.

Vielleicht haben sie deshalb so gut lachen und sind, trotz der langen Winternächte auch zu dieser Jahreszeit freundlich und hilfsbereit. Die Mentalität der Schweden ist manchmal etwas reserviert, aber meistens doch von einem optimistischen Menschenbild geleitet. Zumindest kommt es einem so vor, wenn man als Urlauber das Land bereist. Vielleicht liegt es an der umgebenden Natur, dem vielen Platz oder aber der sozialen Absicherung.

Typisch für Schweden sind natürlich auch die Wintersportarten, allen voran auch die erfolgreiche Eishockey-Nationalmannschaft, die bei Weltmeisterschaften traditionell zu den erfolgreichsten zählt. Im Wintersport sind die Schweden meist gut vertreten, sei es Biathlon, Langlauf oder Alpin. Aber auch in anderen Sportarten, sogar im Fußball können die Schweden es mittlerweile mit den besten Mannschaften der Welt aufnehmen und sind bei Weltmeisterschaften schon lange keine Exoten mehr.

Das hübsche Ferienhaus am See, die Stuga ist natürlich auch typisch schwedisch. Die rot gestrichenen Blockhäuser mit weißen Fensterrahmen sind zum Sinnbild des Landes geworden, genauso wie Angelurlaub, Segeln entlang der Ostseeküste und die Dalarnapferde sowie die Mittsommerfeiern, auf den es meist heiß her geht.

Prägend für das Bild Schwedens in der Welt war im Besonderen auch die schwedische Schriftstellerin Astrid Lindgren die mit Pippi Langstrumpf, Michel aus Lönneberga, Wir Kinder aus Büllerbü oder Ferien auf Saltkrokan (nur um einige Beispiele zu nennen!) die ein Bild von einer heilen Welt zeigten.

Ganz anders, aber auch typisch für Sverige sind die Krimis aus Schweden. Bekannte Krimiautoren wie Håkan Nesser, Henning Mankell, Maj Sjöwall, Per Wahlöö und in letzter Zeit besonders auch Stieg Larsson mit seiner Millenium-Trilogie sind wahre Beststeller geworden.

Dies sind nur einige Beispiele, es können noch viele andere Beispiele genannt werden, die das gemessen an der Einwohnerzahl kleine Land hervorgebracht hat. Wie der Regisseur Ingmar Bergman oder Musikgruppen wie ABBA, Roxette oder The Cardigans.

 

Provinzen Schwedens

Schweden ist in 21 Provinzen eingeteilt. Auf Schwedisch heißen die Provinzen Län. Sie wurden 1634 unter Gustav II. Adolf geschaffen und zwischenzeitlich zum Teil verändert.

fotos schweden mit flagge

Die Provinzen vertreten zum einen den Staat in der Region, zum anderen tragen sie aber auch eigene Aufgaben um der lokalen Bevölkerung Dienstleistungen zu erbringen.

In die Zuständigkeit der Provinzen fallen z.B. Umweltschutz, Tierschutz, Landwirtschaft, Fischerei, Wahlen und Zivilverteidigung. Sie organisieren auch die Polizei. Die Behörden werden geführt von einem Regierungspräsidenten (landshövding), er steht der Provinzialregierung vor.

Die heutigen Provinzen Schwedens reichen von Skåne län im äußersten Süden bis Norrbottens län im hohen Norden gebildet. Die Län im einzelnen (in Klammern mit Hauptstadt) sind:

Blekinge län (Karlskrona)
Dalarnas län (Falun)
Gotlands län (Visby)
Gävleborgs län (Gävle)
Hallands län (Halmstad)
Jämtlands län (Östersund)
Jönköpings län (Jönköping)
Kalmar län (Kalmar)
Kronobergs län (Växjö)
Norrbottens län (Luleå)
Örebro län (Örebro)
Östergötlands län (Linköping)
Skåne län (Malmö)
Stockholms län (Stockholm)
Södermanlands län (Nyköping)
Uppsala län (Uppsala)
Värmlands län (Karlstad)
Västerbottens län (Umeå)
Västernorrlands län (Härnösand)
Västmanlands län (Västerås)
Västra Götalands län (Göteborg)

Davon zu unterscheiden sind die historischen Provinzen (Landskap) Schwedens, die bis heute in der Mentalität und der Landschaftsprägung ebenfalls eine wichtige Rolle spielen.

Die Provinzen Schwedens sind sehr unterschiedlich, die Landschaften, Menschen, Bevölkerungsdichte und die Dialekte unterscheiden sich zum Teil deutlich. Dies wird man auf einem Schweden Urlaub durch die Sehenswürdigkeiten des Landes schnell feststellen.

Diese historischen Provinzen spielen auch im Tourismus (z.B. im Tourismus-Marketing) eine wichtige Rolle. In grober Einteilung sind sie den drei Landesteilen (Landsdelar) also von Süd nach Nord Götaland, Svealand und Norrland zugeordnet.

Bekannte historische Provinzen Schwedens in Götaland sind z.B. Skåne, Blekinge, Småland und die Insel Gotland. In Svealand sind u.a. bekannt Dalarna, Södermanland und Uppland. Provinzen von Norrland sind z.B. Lappland, Härjedalen und Jämtland.

Småland gilt als Vorzeigeprovinz des Landes, denn es ist Schweden im Kleinen mit vielen Nadelwäldern, Seen, Morren und Ostseeküste. Nicht durch Zufall die richtige Szenerie für Astrid Lindgrens Kinderbücher wie Pippi Langstrumpf, Wir Kinder aus Büllerbü und Michel aus Lönneberga.

Skåne dagegen wirkt noch sehr dänisch, sowohl was Landschaft als auch regionale Dialekte angeht. Lange (bis zum Frieden von Roskilde 1658) gehörte diese Provinz auch politisch zum südlichen Nachbarn. Das Land ist flach mit weiten Stränden.

Ein sehr beliebtes Ferienziel bei den Schweden ist die zweitgrößte Insel der Ostsee, Gotland. Hier kann man lange Fahrradtouren unternehmen oder die herrlichen Strände genießen. Viele Sonnenstunden und zahlreiche Veranstaltungen und Events machen die Insel im Sommer zu einem belebten Landstrich.

Ein Highlight ist die Inselhauptstadt Visby mit ihrem gut erhaltenen mittelalterlichen Kern (3,6 km lange Stadtmauer und Weltkulturerbe der UNESCO) und dem jährlichen Mittelalterfestival.

Wer Stockholm besucht wird sich bei Ausflügen ins Umland in den Provinzen Södermanland und Uppland bewegen. Dalarna ist besonders durch seine weite Natur, Berg- und Seenwelt bekannt. Noch einsamer wird es dann in Schwedens größter Provinz Lappland, wo man auch auf das einheimische Volk der Samen trifft.

Sie haben eine eigene Kultur und Sprache, leben heute noch vielfach von der Rentierzucht und verfügen über Minderheitenschutz in Schweden, Norwegen und Finnland. In Lappland findet man auch mit dem Kebnekaise (2.104 m) den höchsten Berg Schwedens.

In den Wäldern der Provinz findet man Luchse, Polarfüchse, Bären und Vielfraße. In Lappland findet man ausgedehnte Kiefer- und Fichtenwälder, vereinzelt auch Birken, Espen und Weiden. Die Nationalparks wie der Abisko, Muddus, Padjelanta und der Pieljekaise NP. Im Allgemeinen gilt Lappland auch als Wohnort des Weihnachtsmannes.

 

Schwedisches Königshaus

Das schwedische Königshaus ist das Geschlecht Bernadotte. Der erste König aus diesem Haus war Karl XIV. Johann, der das Land von 1818-1844 regierte. Carl XVI. Gustaf ist seit 1973 der aktuelle König von Schweden.

fotos schweden mit flagge

Er wurde am 30. April 1946 auf Schloss Hage bei Stockholm geboren. Der König studierte an den Universitäten von Stockholm und Uppsala u.a. Nationalökonomie und Staatskunde. Er interessiert sich insbesondere auch für die Natur, Sport und schnelle Autos. Er hat dreimal am Wasalauf teilgenommen und ist aktiver Pfadfinder.

Der König sowie die Königliche Familie sind engagiert in verschiedenen wohltätigen und sozialen Projekten. Sie genießen in der schwedischen Gesellschaft ein positives Image. Im Vergleich zu anderen Herrscherhäusern aus anderen Ländern sind im schwedischen Königshaus selten Skandale in den Medien bekannt.

Die Mitglieder der königlichen Familie geben sich volksnah und so ist das politische System der Parlamentarischen Monarchie kaum in der Kritik oder wird in Frage gestellt. Damit ist die Situation in Schweden ähnlich der in den anderen skandinavischen Staaten Norwegen und Dänemark.

Am schwedischen Nationalfeiertag feiern die Royals mit ihren Untertanen feierlich aber auch gelassen. Dabei findet man die Royals auch gerne in klassisch-schwedischer Landestracht. Es gibt außerdem auch regelmäßig Tage der offenen Tür im Palast. Dann haben Besucher die Möglichkeit die königlichen Gemächer zu besuchen.

Der König heiratete 1976 in der Storkyrka die deutsche Silvia Sommerlath, die bei den Olympischen Spielen als Chef-Hostess tätig war. Sie ist sowohl in Schweden als auch Deutschland sehr beliebt und setzt sich für behinderte und missbrauchte Kinder ein.

Das Königspaar hat drei Kinder: Kronprinzessin Victoria (*1977), Prinz Carl Philip (*1979) und Prinzessin Madeleine (*1982). Die Familie lebt auf Schloss Drottningholm und Solliden (Sommersitz auf Öland). Kronprinzession Victoria heiratete 2010 Daniel Westling in der Stockholmer Nikolaikirche. Von 1998 bis 2000 hatte sie Politik und Geschichte in Yale (USA) studiert.

Sie spricht neben Schwedisch auch Deutsch, Englisch und Französisch. Den Status der Kronprinzessin erhielt sie 1980 als in diesem Jahr die schwedische Thronfolge geändert wurde (vorher galt die männliche Thronfolge). Ihr Bruder Prinz Carl Philip ist bekannt für seine Leidenschaft als Fotograf, er studierte auch Grafikdesign und schloss 2011 das Studium der Agrarwissenschaft ab.

Das jüngste Kind Prinzessin Madeleine studierte Kunstgeschichte, Geschichte und Ethnologie. Sie setzt sich gesellschaftlich sehr für Kinder ein.

Am 23. Februar 2012 brachte Kronprinzessin Victoria ihre Tochter Estelle Silvia Ewa Mary (Herzogin von Östergötland) zur Welt, das Mädchen steht in der schwedischen Thronfolge direkt nach ihrer Mutter.

Das Ereignis wurde weltweit übertragen und war auch in Deutschland medial stark beachtet worden. Insbesondere Kronprinzessin Victoria unterstützt den König bereits bei zahlreichen repräsentativen Aufgaben und Staatsbesuchen. Sei es bei der Verleihung des Nobelpreises oder anderen Feierlichkeiten, insbesondere die Entwicklungs- und Friedenspolitik ist ihr Schwerpunkt.

Auch hier gibt es also Ähnlichkeiten zu anderen skandinavischen Prinzen und Prinzessinnen.

 

Geschichte Schwedens

Schweden blickt als eine der ältesten Nationen Europas auf eine alte Geschichte zurück. Diese Geschichte hier komplett darstellen ist nicht unser Anspruch. Wir möchten hier nur einige wenige Daten der schwedischen Geschichte aufführen:

fotos schweden mit flagge

Bereits in der Antike wurde Skandinavien und Schweden in unterschiedlichen Quellen erwähnt.

Ab 800 n. Chr. lebten in Skandinavien die Wikinger. Während sich die Dänen und Norweger mehr nach Großbritannien, Mitteleuropa, Island und Grönland ausrichteten, zogen die schwedische wikinger (Waräger) richtung Osten nach Rußland.

Der Heilige Ansgar, Missionsbischof von Hamburg-Bremen unternahm Missionsreisen nach Birka, einem wichtigen Handelsplatz.

1008 lies sich der König von Schweden, Olof Skötkonung taufen. Die Christianisierung der heidnischen Bewohner schritt in der Folgezeit voran.

Ab 1397 war Schweden mit Norwegen und Dänemark unter der dänischen Königin Maragrete I. in der Kalmarer Union vereinigt.

Der Widerstand gegen die dänische Oberhoheit wuchs (u.a. Stockholmer Blutbad 1520), es kommt zum Schwedischen Befreiungskrieg (1521-1523).  Schweden erhält 1523 mit Gustav I. Wasa einen eigenen König und 1524 im Vertrag von Malmö seine Unabhängigkeit.

1544 erklärt sich Schweden zum evangelischen Reich. Bis 1999 war die evangelisch-lutherische Kirche Staatskirche. In der Folgezeit versucht Schweden eine europäische Großmacht zu werden und führt auch Kriege gegen andere europäische Mächte. Estland kommt unter schwedische Kontrolle, ein Kriege gegen Dänemark wird allerdings verloren und führt zu Gebietsabtretungen (Finnmark) an Norwegen, das nach wie vor mit Dänemark vereint ist.

König Gustav II. Adolf beteiligt sich am Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) und fällt (1632), im Westfälischen Frieden erhält Schweden allerdings Gebiete (Vorpommern, Wismar, Bremen) innerhalb des deutschen Kaiserreichs zugesprochen. 1628 sinkt das königliche Kriegsschiff Wasa auf seiner ersten Fahrt im Hafen von Stockholm.

1658 werden nach dem Dänisch-Schwedischen Krieg die dänischen Gebiete Schonen, Halland, Bohüslän und Blekinge Teile Schwedens.

1700-1721 kämpft Schweden im Großen Nordischen Krieg gegen Rußland, Dänemark und Sachsen-Polen. Schweden verliert trotz anfänglicher Siege, die Großmachtstellung geht ebenfalls damit verloren. Das Land versuchte weltweit Kolonien aufzubauen (u.a. Neuschweden im Bereich Delaware, New Jersey und Pennsylvania, die Karibikinsel St. Barthelemy und die Schwedische Goldküste in Afrika). Diese ginge aber wieder verloren.

Auf dem Wiener Kongress 1814-1815 tritt Schweden seine Provinz Finnland an Rußland ab, erhält dafür aber Norwegen. Rügen und Schwedisch-Pommern geht an Dänemark. Seitdem hat Schweden eine Neutralitätspolitik betrieben und keine Kriege mehr geführt.

1895 stiftet Alfred Nobel den Nobelpreis, der seit 1901 jährlich in verschiedenen Bereichen verliehen wird. Ab 1917 wird der schwedische Sozial- und Wohlfahrtsstaat aufgebaut. 1969 wird der Sozialdemokrat Olof Plame Ministerpräsident (1986 fällt er einem attentat zum Opfer). 1973 wird Carl XVI. Gustaf König und heiratet 1976 die deutsche Silvia Sommerlath.

1995 tritt Schweden nach einer positiven Volskabstammung der europäischen Union (EU) bei, die Öresundbrücke bindet das Land ab 2000 auch verkehrstechnisch näher an Europa. Innerhalb der EU ist Schweden eines der wirtschaftlich erfolgreichsten Länder, führt jedoch nach einer Volksabstimmung (2003) den Euro zunächst nicht ein.