Die Wikinger

Die erste dokumentierte Erwähnung der Wikinger ist der Überfall auf das Kloster Lindisfarne 793 n.Chr. an der Nordostküste Englands. Dies ist der Beginn der Wikingerzeit. Sie ging von 793 – 1066. Erst mit dem Einfall der Wikinger bzw. Normannen unter Wilhelm dem Eroberer in England war die wilde Wikingerzeit vorbei. Wilhelm christianisierte sein Reich und aus den Seekriegern wurden Händler und Handwerker.

wikingerschiff nachbau
Wikingerschiff-Nachbau “Gaia” (c)

Die Wikinger wurden auch als Nordmänner, Waräger oder Rus genannt. Sie lebten zunächst in verschiedenen Stämmen in Skandinavien.

Plündern und Brandschatzen

Die Wikinger waren seit dem Überfall auf Lindisfarne in Europa gefürchtet. Doch das war erst der Anfang. Sie griffen gerne Küsten-, Flussgebiete und Inseln an und plünderten dort alles, was nicht niet und nagelfest war. Ein Hauptgrund für den Erfolg der Wikinger bildeten ihre Drachenschiffe. Diese waren aufgrund ihrer Konstruktion, schnell und wendig und daher für die Raubzüge hervorragend geeignet.

Sie näherten sich mit ihren wendigen Drachenschiffen dem Angriffziel. Die Drachenschiffe waren mit vielen Kriegern besetzt und lagen flach im Wasser. Dadurch wurden sie von den Gegnern zu spät entdeckt, so konnten sie kaum noch Gegenwehr leisten. Die Gegner wurden ermordet oder in die Sklaverei verschleppt. Nach dem sie Alles brandschatzen und plünderten zogen sie sich schnell wieder zurück.

Die Wikinger überfielen mit Vorliebe auch Klöster und Kirchen, da diese schwach verteidigt, aber reich an Kostbarkeiten waren. Dieser Eigenart haben sie ihr schlechtes Image als brutale Plünderer zu verdanken, dabei unterschieden sich sie in diesem Punkt nicht wirklich von den anderen Völkern der damaligen Zeit. Da die Institution Kirche auch zu den wenigen gehörte, deren Mitglieder schreiben konnten, sind die Schandtaten der Wikinger auch gut dokumentiert worden.

Der Grund warum sie so gierig in Europa plünderten lag an den armen Verhältnissen in ihrer skandinavischen Heimat. Rauhes Klima und schlechte Böden machten den Bewohnern Skandinaviens das Leben schwer.

Die Wikinger: Seefahrt, Handel und Entdeckervolk

Die Wikinger waren gute Navigatoren und Meister der Schiffsbaukunst. Ihre Heimat brachte ihnen diese Eigenschaften bei: Durch die zerklüfteten Küsten sowie vorgelagerte Inseln und Schären, mussten überdurchschnittlich stabile und wendige Schiffe erbaut werden.

Die Wikinger waren aber auch erfolgreiche Händler. Sie trieben erfolgreich Handel mit China, Arabien und Persien.  Auf der Suche nach Beute und neuen Lebensraum stießen die Wikinger zunächst auf Island. Um 850 ließ sich dort der Norweger Ingolf Arnason mit seiner Familie nieder. Die Insel lag damals wie heute knapp südlich des Polarkreises mit starker vulkanischer Aktivität und schlechten Böden. Aber die weiteren Siedler ließen sich nicht abschrecken und so wuchs die Wikinger-Kolonie auf Island auf gut 30.000 Personen im Jahre 930 an. In diesem Jahr trat der erste isländische Althing zusammen und gründete den unabhängigen Staat Island.

Sie gründeten den unabhängigen Staat Island.

Aber auch auf dieser Insel wurde es der wachsenden Bevölkerung bald zu klein. Das Ackerland und die Nahrung reichte kaum noch und 970 brach eine Hungersnot auf Island aus. Die Isländer suchten nun neues Land. Aus Geschichten wussten sie, dass um 900 der Wikinger Gumbjörn Krake vom Kurs abgekommen war und ein Land mit Nebel, Treibeis und Schnee entdeckt hatte. Es wurde fortan als “Gumbjörnschäre” bezeichnet.

Um 980 wurde Erik Thorwald, genannt wegen seiner Haare Erik der Rote, zu drei Jahren Friedlosigkeit verurteilt und musste Island verlassen, da er im Streit zwei Nachbarn erschlagen hatte. Darauf segelte Erik zur Gumbjörnschäre und nannte die Insel Grönland, da er dort an der Westküste grüne Täler entdeckt hatte. Außerdem wollte er mit dem positiven Namen Mitstreiter zur Besiedlung finden.

Die fand er auch. 986 ging Erik mit 25 Schiffen auf die ca. 3.500 km lange Reise von Island nach Grönland. Aufgrund des schlechten Wetters kamen aber nur 14 Schiffe mit 700 Menschen an. Überraschend für die Neuankömmlinge war, dass die Insel bereits Einwohner hatte: Die Inuit, die alles andere als begeistert über die neuen Siedler waren. Das Klima der Insel war auch kälter als sich viele vorgestellt hatten. Trotz der widrigen Umstände gab es aber nach einigen Jahren schon 300 Bauernhöfe mit Rindern, Ziegen und Schafen auf Grönland. Erik selbst hatte seinen Hof am Eriksfjord.

Getreide lies sich auf Grönland nicht anpflanzen, aber es gab Milchprodukte, Käse, Butter, Rentierfleisch, Wale, Bären und Seehunde. Die Frauen waren für das Kochen zuständig. In großen Kesseln wurden Eintöpfe zubereitet. Auf heißen Steinen schmorte man Fleisch. Es wurde Handel mit Walknochen, Fellen, Pelzen und Elfenbein mit  Norwegen uns Island getrieben.

Für ihre Schiffe und Häuser brauchten die Grönländer Holz. Dieses war jedoch knapp und so erinnerte man sich an die Grönlandsaga, die berichtete, dass 985/986 Bjarne Herjolfsson, der eigentlich seinen Eltern von Island nach Grönland folgen wollte, nach Nebel und Sturm ein anderes Land ostwärts entdeckt hatte. Es war flach bis hügelig und mit endlosen Wäldern überzogen. Dies war vermutlich Neufundland und Labrador im heutigen Kanada.

Bjarne berichtete später, als er dann doch in Grönland angekommen war seinen Landsleuten von dem Land. 500 Jahre vor Kolumbus. 992 versuchte Leif Eriksson, der Sohn von Erik dem Roten, dieses Land wieder zu finden. Mit 35 Männern zog er gegen Südwest und kam nach Labrador, dass er Steinland nannte. Darauf nach Neufundland, dass er Waldland nannte. Das neue Land insgesamt nannten die Wikinger “Vinland”, was Weinland bedeutet. Angeblich weil einer der Männer dort an seinen Heimat an der Mosel erinnert wurde. Vinland war ein ergiebiger Handelsplatz für die Wikinger. Die Grönländer segelten öfters auf der Rückfahrt voll beladen mit Pelzen, Fellen, Tran und Holz zurück. Aber die neu entdeckten Länder konnten auf Dauer nicht von den Wikingern gehalten werden.

Aufgabe der neuen Länder

Auf Grönland konnten sich die Wikinger, wie wir heute wissen, bis ca. 1350 halten. Danach hatte sich das Klima wohl derart verschlechtert, dass ein Überleben nicht mehr möglich war. Die Indianer, die von den Wikingern verächtlich “Skraelinge” (Schwächlinge) genannt wurden, machten ihnen auf Dauer das Leben schwer.

Handelsplatz Haithabu

Einer der größten Handelsstützpunkte der Wikinger lag an der Schlei im heutigen Schleswig-Holstein. Er hieß Haithabu, was übersetzt “Siedlung auf der Heide” bedeutet. Der arabische Kaufmann At-Tartuschi nanne sie “Eine große Hafenstadt am äußersten Rand des Weltmeeres”.

Haithabu wurde 804 erstmals urkundlich benannt unter dem Namen Slisthorp. Es lag an der schmalsten Stelle von Jütland und so wurde Haithabu rasch zu einem großen Warenumschlagplatz. Zu Kaufleuten kamen Schiffsbauer und andere Handwerker. Auf dem Höhepunkt des Ortes sollen dort ca. 1.000 Menschen gelebt haben.1050 überfiel der Norwegerkönig Harald Hardrada “der Harte” den Ort und äscherte ihn ein. 1066 plünderten die Westslawen den Ort. Die Einwohner siedelten neu in Schleswig. Haithabu kann heute als Ausgrabungsstätte und Museum besichtigt werden.

Der Name Odin kommt von dem altnordischen Wort “óðr”, dass man mit “wild, rasend” übersetzt. Er war in erster Linie der Kriegs- und Todesgott. Zu ihm betete man, wenn man im Kampf in Ekstase geraten wollte und Stärke erlangen musste.

Odin hatte nur ein Auge, denn er hatte eins seinem Onkel und Jöten Mimir geopfert um aus dem Brunnen der Weisheit am Lebensbaum Yggdrasil zu trinken. Durch dieses Opfer erhielt er ein geistiges Auge, mit dem er Dinge sehen konnte, die andere nicht sahen. Odin verwundete sich ferner mit seinem eigenen Speer und hing neun Tage lang ohne Wasser und Essen an der Weltesche. Hierdurch erhielt er Zauberkraft. Er war ein Magier und konnte seine Gestalt wechseln.

Odin zweiter Name war Wotan, was eine Ableitung von Wut ist. Laut der Völuspa hat Odin den ersten Krieg verursacht, da er einen Speer in die Feinde schleuderte. Er reitet sein achtbeiniges Pferd Sleipnir.

Jeder Wikinger erhoffte sich nach der Schlacht im Falle des Todes von den Walküren, Odins Adoptivtöchtern auserwählt zu werden und in Walhalla (Göttersitz) an der großen Tafel mit den Asen zu sitzen. Dort saßen nur die Tapfersten. Sie tranken Met und schauten den täglichen Kampfspielen zu. Dort würden sie warten, bis sie Odin gegen den letzten Kampf mit dem Riesenwolf Fenrir beistehen müssten.

Ein weiterer wichtiger Gott (Asen) war Thor. Er war der Gott der Bauern und hatte gewaltige Kräfte. Er schwang seinen gewaltigen Hammer Mjölnir gegen seine Gegner. Er beschützte Götter und Menschen gegen die feindlichen Jöten und Riesen. Er war der Herrscher über Donner, Sturm und Wind. Sein Kampf mit der Mudgardschlange ist ein beliebtes Thema in den Mythen.

Tyr war ebenfalls einer der Asen. Er war sehr tapfer und kühn und hatte nur eine Hand. Er verlor sie, als die Götter den Riesenwolf Fenrir mit einer unzerreißbaren Kette an die Weltesche banden. Tyr hatte als Pfand seine Hand in den Rachen des Tieres gelegt und als dieser merkte was die Asen vorhatten biss er Tyrs linke Hand ab.

Weitere Asen waren:

Balder, ein Sohn von Odin und Frigg, Gott des Lichtes, der Reinheit, Güte und Schönheit. Eigenschaften sind Toleranz, Friedfertigkeit und Liebe.

Bragi, ein Sohn von Odin und Frigg, Gott der Dichtkunst und Begrüßer der Helden in Walhalla.

Heimdall, Lichtgott, Schützer allen Lebens und Himmelswächter. Er wohnt in Himinbjörg und reite auf seinem Pferd Gulltopp. Er ist der Wächter der Regenbogenbrücke (Bifröst) zwischen Midgard und Asgard.

Ullr ist der Gott des Winters, des Zweikampfes, der Jagd und der Äcker. Er bewohnt seine selbsterbaute Halle Ydalir. Er war Meister im Schlittschuhlaufen und wird heute oft von Skifahrern als Talisman getragen.

Frigg (Saga), Gemahlin von Odin, Schutzherrin der Ehe und Mutterschaft. Sie hat mehrere Dienerinnen Eira, Fulla, Gna, Hlin, Lofn, Sygn, Vara und Vjofn.Sie gebar Odin die Göter Balder, Bragi, Hermor, Hödur und die Walküren. In Asgard sitzt sie im Raum Fensal (Sumpfsaal) und webt die Wolken.

Sif, Göttin der Vegetation, Fruchtbarkeit und Ährenfelder. Gattin von Thor. Idun, der Göttin der Jugend und Fruchtbarkeit. Sie ist die Gattin von Bragi. Neben den Asen gab es auch das Göttergschlecht der Wanen, zu denen auch Freya, Göttin der Fruchtbarkeit, des Frühlings, der Liebe und des Glückes, gehört. Ihr Wagen wird von Katzen gezogen. Auch Njörd ihr Vater, der Gott des Meeres und des Ozeans gehört zu ihnen.

Einst gab es Krieg zwischen Asen und Wanen, der jedoch mit einem Frieden endete. Die Nornen Urd, Verdani und Skuld spinnen die einzelnen Lebensfäden der Menschen. Sie wohnen an der Weltesche und bringen den Menschen Heil und Unheil.

Daneben gab es Folgegeister, die die Menschen begleiteten und weitere Wesen aus der Natur wie Zwerge, Geister und Elfen. Hauptgegner der Asen waren die Jöten, die die blinden Naturkräfte dargestellten. Deren Stammvater war Ymir, der von Odin getötet wurde. Aus seinem Blut entstanden Bäche und Flüsse aus seinem Schädel das Himmelsgewölbe.

 

Tourenvorschläge für Island

Island ist für viele ein unbekanntes Reiseland und so buchen diese Urlauber lieber teure Rundreisen oder ausgearbeitete Pakete bei Reiseagenturen. Findet man dabei einen seriösen und guten Anbieter, ist man damit sicherlich gut gefahren – wenn auch in der Regel teurer, als wenn man seine Reise selbst und individuell plant.

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Der Gullfoss liegt im Südwesten Islands (c)

Sparen Sie und organisieren Sie Ihren Urlaub selbst: Ihr Ferienhaus finden Sie auf unserem Islandportal!

Falls Sie zu der Gruppe Reisender zählen, die gerne im Ferienhaus Urlaub macht und gerne selbst bestimmt wann und wie es wohin geht, dann sind Sie auf dieser Seite gut aufgehoben. Damit Sie Ihre Reise aber trotzdem gut planen können, bieten wir Ihnen hier zur Orientierung einige Reisevorschläge und Urlaubsschwerpunkte für die Vulkaninsel am Polarkreis.

Unser Tipp: Buchen Sei früh, denn dann können Sie Frühbucherrabatte nutzen und haben auch bei Ferienhäusern eine größere Auswahl.

Wie Sie auf Island Urlaub machen, hängt ganz alleine von Ihnen ab. Wie viele Tage haben Sie Zeit, zu welcher Jahreszeit fliegen Sie nach Island und was möchten Sie sehen? Hier unsere Vorschläge:

 

Islandreise 1 „Reykjavik und Golden Circle“
Dauer: 5 – 7 Tage

Empfohlene Ferienhausregion: Region Reykjavik oder Südisland.

Wer 1 Woche Zeit hat und Island ein wenig kennenlernen will, der sollte sich ein Ferienhaus in der Region von Reykjavik oder in Südisland nahe der Hauptstadt anmieten. Nachdem Sie am internationalen Flughafen Keflavik nahe Reykjavik ankommen, sollten Sie sich dort bereits einen Mietwagen organisiert haben (von Deutschland aus buchen). Diesen Mietwagen nehmen Sie in Empfang und fahren zu Ihrem Ferienhaus.

Von ihrem Ferienhaus können Sie bequem Reykjavik besuchen. Reykjavik ist die unangefochtene Metropole des Landes, hier und im Umland der Hauptstadt leben ca. die Hälfte aller Isländer. Besondere Sehenswürdigkeiten sind: das historische Zentrum (101), das Nationalmuseum, die Nationalgalerie am See Tjörnin, das Freilichtmuseum Árbæjarsafn, die Hallgrimskirche mit dem Standbild von Leifur Eiriksson (Entdecker Amerikas), Perlan (Heißwasserspeicher) mit Aussicht, der Botanische Garten, der Alte Hafen, das Sagamuseum, die Domkirche und die Universität. Shoppen auf dem Laugavegur und seinen Seitenstraßen ist ebenfalls ein Highlight, abends kann man hier auch am Nachtleben teilnahmen.

Vom Alten Hafen Reykjaviks kann man zu einer Walbeobachtungstour aufbrechen. Eventuell bietet sich auch die Möglichkeit zum Hochseeangeln. Laugardalslaug bietet sich zum erholen an, das Schwimmbad bietet Jacuzzi, Hotpots, Sauna, Rutsche und warmes Wasser. Alternativ kann man auch das Spa-Resort Laugar besuchen, hier findet man auf 18000 m² Wellness pur.

Der sogenannte Golden Circle ist ebenfalls gut erreichbar, hier findet man den berühmtesten und schönsten Wasserfall Islands, den Gullfoss. Von hier aus kann man auch bequem den Geysir Strokkur ansteuern und das Haukadalur. Der Golden Circle wird komplettiert durch das Thingvellir (seit 1930 Nationalpark und seit 2004 Welterbe der UNESCO), einen gleichsam geschichtlich wie landschaftlich interessanten Landstrich. Hier gründeten einst die alten Wikinger die freie Republik und hier treffen die Kontinente Amerika und Europa aufeinander, was man an den Gräben und Spalten erkennen kann. Einmalig!

nationalpark thingvellir auf island
Im Nationalpark Thingvellir (c)

Landschaftlich sehenswert ist auch die Lavalandschaft auf der Halbinsel Reykjanes. Auf der Halbinsel entdeckt man einige Leuchttürme und Vogelfelsen mit den berühmten Papageientauchern. Die bekannteste Sehenswürdigkeit ist jedoch die Blaue Lagune, ein riesiger blau-milchiger See mit herrlicher Atmosphäre mit mineralhaltigen Kieselerdeschlamm.

Je nachdem wie viele Tage Sie für Reykjavik einplanen, können Sie noch weitere Sehenswürdigkeiten aus Islandreise 2 einbauen.

 

Islandreise 2 „Reykjavik, Golden Circle und Südisland“
Dauer: 1 – 2 Wochen

Empfohlene Ferienhausregion: Südisland, aber nicht zu weit weg von Reykjavik. Alternativ: 1 Woche Ferienhaus bei oder in Reykjavik und 1 Woche Ferienhaus nahe Skogar oder Vik i Myrdal.

Achtung: Falls Sie Islands größten Gletscher den Vatnajökull mit seiner Gletscherlagune Jökulsarlon besuchen möchten, sollten Sie ein Ferienhaus nahe Vik i Myrdal anmieten, da der Weg von dort aus nicht so weit ist, wie von Skogar. 

Auf dieser Reise verfahren Sie zunächst, wie bei der Islandreise 1. Nachdem Sie die Sehenswürdigkeiten der Islandreise 1 besucht haben, entdecken Sie aber zusätzlich Südisland. Sie sollten ein Ferienhaus in der Region Südisland buchen. Skogar und Vik sollten in einer Tagestour erreichbar sein. In Skogar finden Sie gleich einige Highlights Ihres Islandsurlaubs.

Der Skogafoss stürzt 60 m in die Tiefe und ist einer der höchsten aber auch schönsten Wasserfälle Islands. Den Wasserfall kann man wunderbar aus mehreren Perspektiven betrachten. Man kann außerdem einen Wanderweg nutzen und die Landschaft um das Skogasandur genießen. An schönen Tagen leuchten hier auch herrliche Regenbögen.

skogafoss wasserfall auf island
Der Skogafoss ist einer der schönsten Wasserfälle Islands (c)

Als eines der interessantesten Museen Islands gilt das Heimat- und Freilichtmuseum in Skogar. Man findet hier alte Torfhöfe, Fischerboote, Autos und Kunsthandwerk aus Island. Nicht weit von hier ist ein weiterer berühmter Wasserfall, der Seljalandsfoss. Interessant ist auch ein Besuch des Thorvaldseyri Visitor Center am Gletscher Eyjafjallajökull (letzter Ausbruch 2010!), dem mit 1.666 m Höchsten Erhebung an der Südküste.

Empfehlenswert ist auch eine Wanderung durch Thorsmörk, einem für isländische Verhältnisse üppigen Gebiet mit Birken, Sträuchern und verschiedenen Pflanzenarten. Auch ein Besuch des Myrdalsjökulls, dem viertgrößten Gletscher Islands, bietet sich an.

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Islands Gletscher heben sich von der schwarzen Vulkanerde ab (c)

Vik i Myrdal ist eine der bekanntesten Orte Islands, nicht nur wegen der drei Felsnadeln (Trolle) im Meer, den Vogelkolonien mit Papageientauchern und Eissturmvögeln, sondern ganz besonders wegen seinem schönen, schwarzen Sandstrand. Dieser Strand gilt als der Schönste Islands und wird regelmäßig auch von internationalen Rankings in der Top10 weltweit aufgeführt.

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Der Strand von Vik gilt als einer der schönsten Strände der Welt (c)

Schöne Wanderungen kann man auch auf einem der aktivsten Vulkane Islands, der Hekla unternehmen. Nicht weit von ihr findet man außerdem den Haifoss, einen Wasserfall mit 122 m Fallhöhe. Vulkanfreunde werden begeistert sein, denn man hat nicht nur eine gute Aussicht, sondern kann sehr gut die einzelnen Lavazonen der einzelnen Ausbrüche des Bergs erkennen. Unbedingt einbauen sollte man auch eine Wanderung durch das nahe Landmannalaugar, hier kann man heiße und kalte Quellen entdecken, Eiszonen und herrlich, bunte Gesteine finden. Nicht nur Geologen werden begeistert sind!

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Für Wanderer und Geologen interessant: Landmannalaugar (c)

Es bietet sich auch ein Ausflug zum Vatnajökull und zur Gletscherlagune Jökulsarlon an.

Tipp: Wer noch Zeit hat, der sollte einen Tag auf Heimaey, der bekanntesten Insel der Westmännerinseln einplanen. Hier erinnert noch vieles an den bekannten Vulkanausbruch 1973 und man kann das Pompeji des Nordens besuchen. Man erreicht die Insel von Landeyjahöfn mit der Fähre.

 

Islandreise 3 „Reykjavik, Süden und Norden“
Dauer: 2 – 3 Wochen

Empfohlene Ferienhausregion: 1 Woche Ferienhaus in Südisland, aber nicht zu weit weg von Reykjavik und 1 Woche Ferienhaus nahe Akureyri in Nordisland.

Auf dieser Reise verfahren Sie zunächst, wie bei den Islandreisen 1 und 2. Nachdem Sie die Sehenswürdigkeiten der Islandreisen 1 und 2 besucht haben, entdecken Sie aber zusätzlich Nordisland.

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Akureyri ist das Zentrum Nordislands und ist recht grün (c)

Akureyri, das Zentrum von Nordisland ist mit gut 18.000 Einwohner die viertgrößte Stadt Islands und wird gerne wegen ihrer idyllischen Lage am Eyjafjördur von Kreuzfahrtschiffen angelaufen. Die Stadt ist im Gegensatz zu Reykjavik recht grün und es gibt hübsche Häuser und Vorgärten zu bewundern. Die Stadt nahe am Polarkreis hat eine kleine Innenstadt, eine sehenswerte Kathedrale, ein kleines Kunstmuseum, ein Heimatmuseum und ein Naturkundemuseum. Sehenswert sind auch das Transportmuseum am Flughafen und das Nonnahus, das Geburtshaus im dänischen Stil von Jon Sveinsson (1857-1944). Bekannt ist außerdem der Botanische Garten mit 6.000 exotischen und 400 einheimischen Pflanzen, ein Geheimtipp ist das Christmas House, wo das ganze Jahr über Weihnachten ist.

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Die Eiskathedrale (erbaut 1940) in Akureyri, Nordisland (c)

Von Akureyri kann man hervorragend die Sehenswürdigkeiten Nordislands erkunden. Hierzu zählen der Godafoss, einer der schönsten und sagenumwobenen Wasserfälle Islands, außerdem erreicht man andere Wasserfälle in Tagestouren wie den Aldeyjarfoss und den imposanten Dettifoss (45 m Fallhöhe) und den Selfoss (10 m Fallhöhe). Besuchen sollte man auch den Myvatn, wo man nicht zahlreiche Mücken antrifft (Mückennetz, Nelkenöl mitnehmen!), sondern auch zahlreiche Enten und bizarre Vulkanformationen. Eine mystische Landschaft, die weltweit ihresgleichen sucht.

myvatn in nordisland
Am Myvatn findet man nicht nur Mücken, sondern auch eine skurile Landschaft (c)

Interessante Walbeobachtungstouren kann man vom hübschen Fischerort Husavik unternehmen. Sehr zu empfehlen ist auch ein Ausflug in die Asbyrgi-Schlucht, die wie ein Hufeisen aussieht und der Sage nach von Sleipnir, dem Pferd Odins stammt.

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Die Hufeisen-Schlucht Asbyrigi ist der Sage nach ein Abdruck von Odins Pferd, Sleipnir (c)

Die Schlucht ist bewaldet und hat eine einmalige Atmosphäre aus Gestein und Wasser zu bieten. Siglufjördur ist die nördlichste Stadt Islands und bietet sich für Wanderungen im Umland an, es übrigens eines der bekanntesten Wintersportzentren Islands.

 

Islandreise 4 „Reykjavik, Süden und Osten“
Dauer: 2 Wochen

Empfohlene Ferienhausregion: 1 Woche Ferienhaus in Südisland, aber nicht zu weit weg von Reykjavik und 1 Woche Ferienhaus in Ostisland.

Auf dieser Reise verfahren Sie zunächst, wie bei den Islandreisen 1 und 2. Nachdem Sie die Sehenswürdigkeiten der Islandreisen 1 und 2 besucht haben, entdecken Sie aber zusätzlich Ostisland.

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Islandpferde trifft man auf Island an vielen Orten (c)

Ein Urlaub in Ostisland ist eher untypisch. Nichtsdestotrotz hat auch der Osten der Insel seine Reize. In Egilsstadir sollte man das Regionalmuseum des Ostens besuchen (Minjasafn Austurlands), außerdem sollte man eine Fahrt um den Lagarfljot machen, einem 30 km langen und 3 km breiten See mit hellgrün schimmerndem Wasser.

Den größten Wald Islands findet man im Hallormsstadarskogur. Fast 750 ha Wald, hauptsächlich Birken laden zum Wandern ein. Interessant sind Ausflüge zum Snæfell, ein 1833 m hoher schneebdeckter Berg. Man kann schöne Touren von Egilsstadir aus dorthin machen. Als Hauptsitz der Elfen Islands gilt Borgarfjördur Eystri, ein malerischer Fischerort.  Im nahem Alfaborg (Stadt der Elfen) findet man einen Hügel der Elfenkönigin mit einem schönen Aussichtspunkt.

Als schönster Ort der Ostfjorde gilt Seydisfjördur, die Stadt am Fjord besitzt einige hübsche historische Holzhäuser, außerdem das Technikmuseum Ostislands, das Kulturzentrum Skaftafell und Tvisöngur, ein faszinierendes Klangkunstwerk vom deutschen Künstler Lukas Kühne. In Eskifjördur kann man das Seefahrtsmuseum Ostislands besuchen.

Je nachdem wo man in Ostisland untergebracht sind, können auch Tagesausflüge zum Vatnajökull und zum Jökulsarlon möglich sein. Reist man von Reykjavik aus an, bietet sich der Abstecher auf der Hinreise zum zweiten Ferienhaus an.

 

Islandreise 5 „Reykjavik und Westfjorde“
Dauer: 2 Wochen

Empfohlene Ferienhausregion: 1 Woche Ferienhaus in Südisland nahe Reykjavik und 1 Woche Ferienhaus in den Westfjorden.

Auf dieser Reise verfahren Sie zunächst, wie bei der Islandreise 1. Nachdem Sie die Sehenswürdigkeiten der Islandreise 1 besucht haben, entdecken Sie aber zusätzlich die Westfjorde, Islands einsamste und sagenumwobene Region.

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Die mittlerweile typischen Lupinen auf Island (c)

Nachdem Sie die erste Woche nahe Reykjavik verbracht haben, wechseln Sie nun zu Ihrem Ferienhaus in die Westfjorde. Sie sollten früh aufbrechen. Auf dem Weg in die Westfjorde fahren Sie durch die Halbinsel Snæfellsnes, dort sehen Sie den bekannten Snæfellsjökull  und besuchen Arnarstapi, den bekannten Vogelfelsen.

In den Westfjorden sollten Sie Látrabjarg besuchen, es gilt als einer der größten Vogelfelsen der Welt. Hier findet man Papageientaucher und andere Vögel wie Lummen und Tordalken. Die Westfjorde sind durchfurcht von ca. 50 Fjorden und bieten unglaublich viel Ruhe und Einsamkeit. Von hier aus sind es nur noch 300 km und man ist in Grönland.

Eine Sehenswürdigkeit der Westfjorde ist auch der Dynjandi (oder Fjallfoss), ein wunderschöner und hoher Wasserfall. Die Natur erleben kann man in der Region im Hornstrandir. Hier gibt es zahlreiche verlassene Bauernhöfe und man kann sehen, wie die Natur sich ihr Gebiet zurückerobert. In Bolungarvik findet man ein spannendes und weitläufiges Freilichtmuseum, die alpine Gegend lädt zum Bergsteigen und Wandern ein. Auch Isafjördur das Zentrum der Westfjorde, ist einen Besuch wert (u.a. wegen der Kirche, der kleinen Kunstgalerie und dem Fischereimuseum). Die Westfjorde bieten sich auch für organisierte Touren mit Islandpferden an. 

Tipp: Wir empfehlen für Island immer einen robusten Allradmietwagen! 

 

Typisch Island

Es ist immer so eine Sache, wenn es darum geht etwas als typisch für ein Land oder eine Region zu charakterisieren. Als typisch Isländisch fällt einem sicherlich im ersten Moment ganz vieles ein. Zunächst wäre da Island selbst zu nennen, diese Insel hat Wesenszüge die man kaum ein zweites Mal auf diesem Planeten vorfindet.

haisfoss wasserfall island
Der Haifoss befindet sich nahe dem Vulkan Hekla (c)

Einerseits stark vulkanisch und geothermal geprägt, andererseits so nah am Polarkreis und mit Gletschern bestückt. Heiße Quellen und Eis. Man kann jetzt in einem warmen Fluss baden und besteigt kurze Zeit später einen Gletscher oder fährt auf der Gletscherlague Jökullsarlon. Das Island Typical Iceland! Genauso natürlich wie die warmen und schönen Islandpullover mit dem typischen Muster, die man auf isländisch Lopapeysa nennt.

Die Gegensätze ziehen sich aber durch das ganze Land, manchmal ist Island karge wie eine Mondlandschaft, dann beeindruckt es durch hohe Steilküsten, Geröllberge und idyllische Wasserfälle und grüne Täler.

Dann sind da natürlich auch die skandinavischen (und ein wenig keltischen) Isländerinnen und Isländer zu nennen, die bis heute viele alte Traditionen bewahrt haben. Sie sprechen bis heute eine einmalige Sprache, die noch viele Ähnlichkeiten mit dem Altnordischen hat. Oft meint man eine Zeitreise gemacht zu haben. Die reiche Literatur und lebendige Musikszene mit Stars wie Björk machen dieses Volk mehr als interessant.

Und die isländische Küche mag in ihrer traditionellen Form durchaus gewöhnungsbedürftig sein, aber interessant ist sie allemal. Dann die Geschichte dieses Landes und Volkes – wirklich einmalig auf dieser Erde. Die Sagaerzählungen fesseln bis heute Menschen auf der ganzen Erde.

Die genügsamen Islandpferde mit ihrem typischen Tölt-Gang, die man überall im Land findet. Genauso wie die übrige Vogelwelt mit Polarfüchsen im Hochland aber auch imposanten Seevögelkolonien. Besonders auffalend sind die hübschen Papageitaucher, die von den Einheimischen Lundis genannt werden und auch wie so vieles als eine Art Symbol Islands immer wieder zu sehen sind.

Die geothermale Energie, die man im Überfluss zur Verfügung hat, bietet wirtschaftliche und landwirtschaftliche hervorragende Möglichkeiten. Island mag besonders unter der Finanzkrise gelitten haben, aber seine Ressourcen bieten dem Land trotzdem gute Zukunftschancen. Das mag auch typisch für Island sein, sich nach einer Katastrophe (wie in der Vergangenheit Vulkanausbrüchen) wieder mit viel Energie und Engagement zu erholen.

 

Sport auf Island

Natürlich werden auch auf Island alle möglichen Sportarten ausgeübt. Nationalsport ist traditionell eine Art Ringen, das Glíma genannt wird. Der Sport wurde bereits in den Islandsagas erwähnt und hat eine lange Tradition. Im Jahre 2007 wurde die International Glíma Association in Reykjavik gegründet.

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Auch ein Sport: Reiten auf Islandpferden (c)

Auch Fußball ist in Island beliebt, wenn auch die Nationalmannschaft bisher an keiner EM oder WM teilnehmen konnte. In den Qualifikationen war die Mannschaft allerdings oft ein Stolperstein und konnte auch schon den ganz großen Fußballnationen Probleme bereiten.

So spielte im Jahre 2003 die Isländische Nationalmannschaft gegen Deutschland 0:0 und besiegten die Isländer sogar Italien im Freundschaftspiel vor heimischer Kulisse im Laugardalsvöllur-Stadtion in Reykjavik mit 2:0. Isländische Spieler spielen in verschiedenen ausländischen Ligen wie etwa in England oder der Bundesliga.

Besonders in den Fokus der internationalen Öffentlichkeit spielten sich die Isländer, als sie bei der EM 2016 in Frankreich gegen Portugal und gegen Ungarn jeweils 1:1 spielte und sogar 2:1 gegen Österreich gewann. Im Achtelfinale bezwang Island dann sogar England mit 2:1 ehe es im Viertelfinale dann gegen die Gastgeber verlor. Aber es waren nicht nur die sportlichen Erfolge, die den Isländern Respekt brachten, sondern auch die beeindruckende Kulisse und das Feiern der Fans von der Insel.

Bekannte Spieler sind z.B. Ásgeir Sigurvinssonn (spielte u.a. beim FC Bayern München und beim VfB Stuttgart), Kolbeinn Sigþórsson, Birkir Bjarnason, Eiður Guðjohnsen  oder Eyjólfur Sverrisson. Die meisten Tital in der isländischen Pepsideild holte KR Reykjavik vor den Mannschaften Valur Reykjavik, ÍA Akranes, Fram Reykjavik, Vikingur Reykjavik, FH Hafnarfjörður und Keflavik ÍF.

Auch bei den Frauen ist man erfolgreich und die Nationalmannschaft nahm 2009 an der Endrunde der EM in Finnland teil, scheiterte dort allerdings in der Vorrunde.

Noch erfolgreicher ist Island allerdings im Handball. Hier gibt es ein hohes internationales Niveau und errang 2008 bei den Olympischen Spielen die Silbermedaille (Finale ging mit 23:28 gegen Frankreich verloren). Bei der Handball WM 1995 war Island das Austragungsland. Bei der Handball EM 2010 in Österreich belegte das Land Platz 3 und 2011 bei der WM in Schweden wurde Island sechster.

Daneben ist natürlich auch Reiten ein beliebter Sport und insbesondere auf dem Rücken der Islandpferde wird bei Wettbewerben auch international von isländischen Sportlern gut abgeschnitten. Sehr beliebt ist auch das Schachspiel auf Island, ansonsten werden natürlich auch andere Sportarten wie Tennis, Badminton, Tischtennis und Squash ausgeübt.

Boxen war bis 2002 auf Island aus gesundheitlichen Gründen verboten. Island nimmt erfolgreich an den Spielen der kleinen Staaten Europas teil und belegt dort Platz 2 hinter Zypern im Medaillenspiegel. Trotz seiner geringen Einwohnerzahl ist Island also ein überproportional erfolgreiches Sportland.

Dies zeigt sich auch hin und wieder bei Olympischen Spielen wo man Teilnehmer aus Island z.B. in den Sportarten Judo, Handball, Leichtathletik, Marathon, Schießen, Kugelstossen und Speerwurf findet. Außerdem sind aufgrund des Klimas ebenfalls verschiedene Wintersportarten beliebt, bei Olympischen Spielen sieht man Sportlerinnen und Sportler von der Insel z.B. im Slalom, Riesenslalom und Super-G.

 

Sehenswürdigkeiten auf Island

Beliebteste Reisezeit für Island ist Juni bis September, insbesondere wenn die langen Mittsommertage eine ganz besondere Atmosphäre in Island verbreiten. Die Lichtverhältnisse sind dann überwältigend und die Natur erscheint dann noch imposanter.

Allerdings hat die Insel auch im Winter durchaus ihren Reiz. Eingefrorene Wasserfälle und isländische Weihnachtsstimmung sind durchaus eine Erfahrung. Die dunklen Winter und nur wenig Tageslicht trüben aber diese Zeit etwas ein, allerdings machen es sich die Isländer dann gemütlich und zahlreiche Events besonders in Reykjavik finden in dieser Zeit statt.

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Der bekannte Skogafoss (c)

„Natur“ ist für einen Islandurlaub aber ein vorherrschendes Stichwort, denn viele Sehenswürdigkeiten auf Island sind der Naturlandschaft zu verdanken. Die Insel aus Feuer und Eis hat einige Gletscher wie der riesige Vatnajökull mit dem gleichnamigen Nationalpark zu bieten. Touren zu diesem Gletscher sind ein besonders Erlebnis, genauso wie der dortige Gletschersee Jökullsarlon.

Geysire, Gletscher und Wasserfälle

Weitere Gletscher Islands sind Langjökull, Hofsjökull, Myrdalsjökull, Drangajökull und der Eyjafjallajökull.

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Islands Gletscher heben sich von der schwarzen Vulkanerde ab (c)

Neben den Gletschern sind natürlich auch die vielen Wasserfälle Islands ein Highlight, das man sich nicht entgehen lassen sollte. Bekanntester Wasserfall ist der Gullfoss im Südwesten Islands. Überhaupt ist der Südwesten Islands die beliebteste Reiseregion des Landes, u.a. natürlich auch aufgrund der Nähe zum internationalen Flughafen Keflavik und der Hauptstadt Reykjavik.

Die meisten Urlauber besuchen zunächst den Goldenen Zirkel mit dem großen Geysir, dem Gullfoss und dem Thingvellir. Thingvellir ist auf jeden Fall wie die beiden anderen Sehenswürdigkeiten einen Besuch wert. Hier gibt es Natur und Geschichte zu entdecken und hier dringt man vor zu den Anfängen der isländischen Republik.

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Der Dettifoss im Nordosten Islands gilt als der mächtigste Wasserfall Europas (c)

Weitere bekannte Wasserfälle Islands sind der Dettifoss (der von der Wassermenge mächtigste), der Seljalandsfoss, der Haifoss, der Skogafoss, der Godafoss und der Hengifoss. Der Dettifoss wird gerne besucht und ist beeindruckend, von hier aus kann man auch eine kurze Wanderung zum ebenfalls sehenswerten Selfoss machen. Beide befinden sich im Nordosten Islands.

godafoss wasserfall auf island
Im Godafoss wurden angeblich heidnische Götterbilder nach der Christianisierung versteckt (c)

Der höchste Wasserfall des Landes befindet sich im Südwesten Islands und heißt Glymur, er kommt auf eine Fallhöhe von 196 m.

Reykjavik und die Städte

Wenn man im Südwesten Islands ist, sollte man natürlich die Hauptstadt Reykjavik besuchen. Die nördlichste Hauptstadt der Welt hat einiges kultiges zu bieten und das Nachtleben ist besser, als man vermuten mag. Es gibt natürlich auch hier einige Sehenswürdigkeiten zu entdecken wie das Nationalmuseum, die Nationalgalerie, die Handschriftensammlung Árni-Magnússon, das Freilichtmuseum Árbæjarsafn, die Domkirche, die Hallgrimskirche mit dem Denkmal für Leif Eriksson, Harpa das Konzerthaus und der Botanische Garten von Reykjavik. Auch ein Spaziergang am Stadtsee Tjörnin ist zu empfehlen.

In Reykjavik befindet sich auch das isländische Parlament im Althinghaus. Die Kuppel von Perlan befindet sich über den Heißwasserspeichern der Stadt, der Gebäudekomplex beinhaltet ein Sagamuseum sowie ein Restaurant und Shops. Weltpolitische Geschichte schrieb das Höfdi-Haus, denn hier trafen sich 1986 US-Präsident Reagan und der sowjetische Staatschef Gorbatschow.

Ein Kulturfest der besonderen Art findet ebenfalls alljährlich am ersten Samstag nach dem 18. August in der Hauptstadt statt: Menningarnótt. Jedes Jahr finden zahlreiche Konzerte mit vielen Bands aus Island statt und neben dem Nationalfeiertag am 17. Juni ist es das Top-Event.

Im Umkreis von Reykjavik gibt es weitere Städte. Kopavogur hat ein Kunstmuseum (Gerdarsafn) und eine sehenswerte Kirche Kópavogskirkja. Im größten Einkaufzentrum des Landes Smáralind findet man auch den Smáratorg-Turm, das höchste Gebäude Islands.

Hafnarfjördur gilt als Elfenhauptstadt Islands. Es gibt einen Stadtplan der City, auf der die Elfenwohnungen eingezeichnet sind. Im Park Víðistaðatún findet man interessante Skulpturen und die Vídistadakirkja. Wahrzeichen der Stadt ist der alte Leuchtturm und im Sommer feiert man an der örtlichen Stabkirche ein Wikinkerfest.

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Akureyri ist das Zentrum Nordislands und ist recht grün (c)

Das Zentrum von Nordisland ist Akureyri, welches idyllisch am Eyjafjördur liegt. Hier treffen während der Saison auch manche Kreuzfahrtschiffe ein. Die Stadt ist ein bedeutendes Versorgungszentrum für das dünn besiedelte Umland. Es gibt viele Geschäfte, ärztliche Versorgung und Bildungseinrichtungen.

Besondere Sehenswürdigkeiten sind die Akureyrarkirkja und Museen wie Kunst-, Heimat- und Naturkundemuseum. Sehenswert ist auch der Botanische Garten. Im Nonnahús lebte einst der isländische Schriftsteller Jon Sveinsson.

Von Akureyri aus kann man auch Sehenswürdigkeiten wie etwa den Myvatn mit seinen Lavaformationen besuchen oder die Asbyrgi-Schlucht.

Besondere Highlights

Wenn man auf Island ist, gibt es Dinge, die man auf jeden Fall machen sollte. Letzlich muss das natürlich jeder Urlauber selbst wissen, aber eine Tour auf einem Islandpferd durch das Hochland ist sicherlich etwas besonders. Man sollte dies aber nur im begleitung erfahrener Isländer machen.

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Islandpferde trifft man auf Island an vielen Orten (c)

Man wird auf Island auch schnell Freude an den heißen Bädern haben – egal ob in freier Natur in einem warmen Fluß oder in einem künstlichen Hotpot. Auch ein Bad in der Blauen Lagune bei Grindavik nahe Keflavik ist immer ein Erlebnis, dass man sich nicht entgehen lassen sollte.

Nicht weit weg vom Myrdalsjökull findet man den Ort Vik í Myrdal. Der Ort ist bekannt für seinen schwarzen Lavastrand, der als einer der schönsten weltweit gilt. Hier findet man im Juni und Juli auch Papageitaucher und Eisstrumvögel. Wer genug Zeit hat, sollte die Insel komplett umrunden.

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Der Strand von Vik gilt als einer der schönsten Strände der Welt (c)

Besonders die einsamen Westfjorde sind ein Geheimtipp. Hier findet man viel Natur und Ruhe, aber auch vereinsamte Bauernhöfe. Größte Stadt ist Isafjördur, wo man im ehemaligen Krankenhaus auch ein Kulturzentrum findet, außerdem gibt es im Ort ein Fischereimuseum und die Kunstgalerie Slunkariki.

Islands bekanntester Vulkan ist die Hekla, die man bei Ausflügen im Süden Islands immer wieder sehen kann. Sie ist immerhin 1491 m hoch und bricht in letzter Zeit ca. einmal pro Jahrzehnt aus. Der Vulkan ist nur ca. 107 km von Reykjavik entfernt und im Mittelalter wurde hier das Tor zur Hölle vermutet.

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Die Hekla ist Islands bekanntester Vulkan und bricht ca. alle zehn Jahre aus (c)

Nicht weit von der Hekla findet man das Gebiet Landmannalaugar, Geologen werden hier ihre Freude haben. Hier findet man farbige Berge, heiße Löcher und vulkanische Erscheinungen. Absolut sehenswert, allerdings gibt es hier im Sommer auch einige Mücken! Man kann auch am nahen See Frostastadavatn wandern oder den Krater Ljotipollur besuchen.

 

Städte auf Island

Über 90 % aller Isländer leben in Städten. Wenn man bedenkt, dass Island ein sehr dünn besiedeltes Land ist, dass eher mehr durch seine immense Natur und Weite auffällt, mag dies zunächst verwundern.

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Akureyri ist das Zentrum Nordislands und ist recht grün (c)

Wenn man aber genauer hinschaut, erklärt sich diese Situation schnell. Im vergangenen Jahrhundert war Island von einer starken Landflucht betroffen. Viele Regionen des Landes litten unter einem Einwohnerschwund, zungunsten von Reykjavik und der Hauptstadtregion im Südwesten der Insel.

Die Gründe in die Stadt zu ziehen sind vielfältig. Meist ziehen junge Menschen wegen der Universität oder besseren Jobmöglichkeiten nach Reykjavik. Viele alte Menschen geben ihre Höfe auf und ziehen näher zu den Kindern.

Seit einigen Jahren ist der massive Trend der Landflucht gestoppt, mittlerweile haben wieder alle Regionen Islands einen Bevölkerungszuwachs mit Ausnahme des Nordwestens, also in den Westfjorden. Hier nimmt die Bevölkerung weiterhin ab und Ísafjörður wurde mittlerweile zur Stadtgemeine Ísafjarðarbær zusammengefasst. Hier leben knapp 4.000 Menschen.

Islands größte Stadt dagegen ist Reykjavik mit ca. 120.000 Einwohnern. In der Hauptstadt findet man zahlreiche Sehenswürdigkeiten wie das Nationalmuseum, die Domkirche, die Hallgrimskorkja, die Universität und das Konzert- und Konferenzzentrum Harpa. Außerdem findet alljährlich das Menningarnott-Festival statt.

Hier haben auch die Regierung (Althing) und viele weite Institutionen, Verbände und Firmen ihren Sitz. Weltgeschichte schrieb das Gästehaus von Reykjavik (Höfði), als sich hier 1986 der US-Präsident Reagan und der sowjetische Staatschef Gorbatschow zum Gipfel trafen.

Die zweitgrößte Stadt Islands ist mittlerweile Kópavogur (ca. 30.000), das sich direkt an Reykjavik angrenzt. Hier findet man das größte Einkaufszentrum Islands Smáralind mit dem Smáratorg-Turm (mit 77,6 m Höhe das höchste Gebäude Islands).

Nur etwas kleiner ist das nicht weit entfernte Hafnarfjörður (ca. 26.000). Dies Stadt fällt durch ihre Lavahügel auf, um die vorsichtig herumgebaut wurde. Dies Bauherren wollten die Elfen nicht stören (die Stadt gilt als elfengläubig). Wahrzeichen der Stadt ist der Leuchtturm. Hafnarfjörður sollte man im Sommer zum Wikingerfest besuchen.

Früher die zweitgrößte und heute nur noch viertgrößte Stadt des Landes ist Akureyri (ca. 18.000) das Zentrum in Nordisland. Die Stadt am weiten Fjord Eyjafjörður liegt nur knapp unter dem Polarkreis und besticht durch relativ viel Grün. Als Zentrum der Region findet man hier allerhand Infrastruktur mit guten Einkaufsmöglichkeiten, sowie breitem Kult- und Bildungsangebot.

Sehenswert sind die Akureyrarkirkja (Evang. Kirche), das Kunstmuseum, das Heimatmuseum, das Naturkundemuseum und das Nonnahús (Geburtshaus von Jón Sveinsson. Von hier aus ist es nicht weit zu den vielen Sehenswürdigkeiten (u.a. Dettifoss, Myvatn) in Nordisland, deswegen mieten auch gerne Urlauber hier ein Ferienhaus.

Weitere Städte und größere Gemeinden sind Reykjanesbær (u.a. mit Keflavik), Garðabær (südlich von Reykjavik) und Mosfellsbær (nördlich der Hauptstadt).

 

Nationalhymne Island

Die Nationalhymne von Island heißt „Lofsöngur“, zu deutsch Lobgesang. Der Text des Liedes stammt von Matthias Jochumsson (1835-1920), die Hymne komponierte dagegen Sveinbjörn Sveinbjörnsson (1847-1926). Das Lied hat drei Strophen, als Nationalhymne wird aber nur die erste Strophe gesungen.

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Isländische Nationalflagge in Thingvellir (c)

Am 2. August 1874 wurde in Island die tausendjährige Besiedlung des Landes gefeiert werden. Zu diesem Anlaß reiste auch der dänische König Christian IX. (1818-1906) nach Island.

Da Island zu dieser Zeit noch in vielen Bereichen von Dänemark kontrolliert wurde und auch in Personalunion des dänischen Königs als Staatsoberhaupt mit dem skandinavischen Königreich Dänemark verbunden war, war seine Anwesenheit lange geplant worden.

Es gab an diesem Tage dann einen Festgottesdienst in der Domkirche der Haupstadt Reykjavik. Das Lied wurde dort von einem Chor vorgetragen und wurde fortan immer beliebter auf der Insel. Als Alternative wurde auch das Lied „Eldgamla Ìsafold“ von Bjarni Thorarensen mit der Melodie der englischen Nationalhymne gesungen.

Seit 1983 ist „Lofsöngur“ per Gesetz auch offiziell zur Nationalhymne Islands bestimmt worden.

 

Nationalparks Island

Seit dem Jahre 2008 gibt es auf Island drei Nationalparks. Das klingt zunächst nicht sonderlich viel, aber wer sich einmal die Zahlen anschaut, wird schnell eines Besseren belehrt: Der isländische Vatnajökull-Nationalpark umfasst eine riesige Fläche von 1,2 Mio. ha und ist damit der größte Nationalpark Europas!

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Der Nationalpark Thingvellir (c)

Der große Park ist das Ergebnis einer Zusammenlegung der vorherigen Nationalparks Jökulsargljufur und dem Skaftafjell. Besucherzentren gibt es u.a. an der Asbyrgi-Schlucht, dem Myvatn und in Skaftafjell. Teil des Nationalparks ist u.a. der namensgebenden riesige Vatnajökull-Gletscher (8.100 qkm), vom Volumen her der größte Gletscher Europas.

Die beiden weiteren Parks heißen Snaefellsjökull (mit dem Gletschervulkan und verschiedenen verlassenen Siedlungen wie etwa die Winterfischerhütten bei Dritvik) und Thingvellir-Nationalpark.

Letzerer befindet sich an historischer Stätte im Südwesten Islands (im sogenannten Goldenen Dreieck mit dem Gullfoss und dem großen Geysir) und ist nicht nur geologisch eindrucksvoll mit seinem See und Wasserfällen, sondern ist auch der Ort, wo in Island einst die Nation begann.

Die Tierwelt auf Island ist aufgrund der arktischen Lage nicht sonderlich artenreich, wobei dies nicht für die Vogelwelt gilt. Neben vielen Seevögeln an der Küste Islands wie die drolligen Papageitaucher, Eissturmvögel, Tölpel und Trottellummen findet man im Landinneren auch Schneehühner, Rotdrosseln, Odins- und Thorshühnchen, Goldregenpfeifer und Kurzschnabelgänse.

Auch Schwäne wie Singschwäne und Trompeterschwäne sind zu finden. Besonders viele Enten (wie die Spatelente) findet man am Myvatn im Norden des Landes.

Außerdem findet man auf Island Greifvögel, wie verschiedene Falkenarten.

Andere Tiere die man auf Island antrifft sind der Polarfuchs, der bereits vor dem Menschen hier lebte. An der Küste findet man auch noch Seehunde. Eisbären und Moschusochsen gibt es trotz aller Gerüchte nicht auf Island.

Eingeführt wurden die vielen Islandschafe und andere Nutztiere. Immer wieder trifft man natürlich auch die legendären und weltweit gefragten Islandpferde wild hier an. Island pferde sind besonders genügsam und liebenswürdige Pferde, die besonders durch ihren Gang Tölt bekannt sind.

Für Urlauber werden auch Touren mit Islandpferde in die Natur des Landes von verschiedenen Veranstaltern angeboten.

Die Pflanzen auf Island fallen durch einige endemische Arten auf. Wenn man die Insel im Juni bereist, fallen einem regelrechte „Meere“ von Lupinen ins Auge. In der Folgezeit der Landnahme durch die ersten Siedler wurde die Wälder des Landes vielfach abgeholzt, heute findet man meist nur kleine Birkenwälder, aber auch Ebereschen und Wollweiden.

Vielfach wird sich aber um eine Wiederaufforstung Islands bemüht. Ansonsten findet man viele Moose und Flechten auf Island. Man findet auch Löwenzahn, Engelwurz und Alpenröschen.

Übrigens: Da dies Isländer mittlerweile die geothermale Energie der Insel sinnvoll für Gewächshäuser nutzen, findet man hier auch Früchte wie Bananen, exotische Schnittblumen und Wein.

 

Isländische Küche

Die isländische Küche ist international wenig bekannt. Aufgrund des rauen Klimas und der kargen Landschaft mussten die Isländer sehr erfinderisch kochen. Schon immer spielter daher Fisch eine wichtige Rolle, denn die Fischgründe vor Island sind im Vergleich zu den begrenzten Möglichkeiten für Viehaltung und Landwirtschaft reichaltig.

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Islands Flagge in Thingvellir (c)

Gerade für den langen Winter war es wichtig, die Speisen haltbar zu machen. Dies geschah durch Pökeln, Rächern und Fermentierung.

Auch Gewürze waren selten, man nutzte isländischen Thymian, Kerbel und Kümmel. Auch Wacholderbeeren waren hilfreich, um dem Essen Geschmack zu verleihen. Neben Fisch (und auch Walen und Robben) sind auch Schafe aber auch die vielen Seevögel wie die Papageitaucher eine wichtige Nahrungsquelle gewesen. Dies ist bis heute der Fall.

Eine bekannte isländische Spezialität ist Skyr, ein magerer Quark, der heute vornehmlich im Molkereizentrum Selfoss hergestellt wird und sowohl von den Isländern als auch von den Urlaubern gerne gegessen wird. Nicht jedermanns Sache ist dagegen eine weitere Spezialität, der Eishai bzw. Grönlandhai (hákarl). Normalerweise wäre der Verzehr giftig, aber durch einen komplizierten und lange andauernden Prozess (wochen- bzw. monatelanges Trocknen etc.) essbar gemacht.

Es ist überflüssig zu erwähnen, dass der Geschmack gewöhnungsbedürftig ist;-)

Weitere Spezialitäten dieser oder ähnlicher Art sind fermentierter Rochen (kæst skata), gekochter Schafskopf (svið), saure Schafsinnereien (lundabaggar)  und Robbenflossen (selshreyfar), Hammelhoden in Molke (súrsaðir hrútspungar) und Innerein im Schafsmagen (slátur). 

Man muss dazu sagen, dass moderne Isländer mit dieser traditionellen Küche ähnliche Probleme haben wie Mitteleuropäer. Aber wie gesagt, man sollte immer vor Augen haben, das Armut für die Isländer lange Zeit ein Problem war und eben alles vom Tier und der Natur irgendwie verwertet werden musste, um zu überleben.

Neben diesen extremen Gerichten gab und gibt es aber auch schmackhafte Eintöpfe mit Pökelfleisch (saltkjöt) und viele andere interessante Gerichte auf Island. Sehr lecker und leicht nachzukochen ist übrigen Fiskisprengja, ein interessanter Gericht aus paniertem Fisch mit Krabben, Paprika, Zwiebeln und Curry in Sahnesoße. Dazu gibt es leckere karamelisierte Kartoffeln.

Natürlich gibt es auch typisch isländische Süßspeisen wie Eierkuchen (lummur), Siedegebäck (Kleina) und das Weihnachtsgebäck (Laufabrauð). Ein beliebtes Brot ist Rúgbrauð, dass man gerne mit Hangikjöt (geräuchertes Lammfleich) oder Hering isst.

Durch Gewächshäuser, die sich die geothermale Energie zu nutze machen, kann man auf Island auch heimisches Gemüse und Obst essen. Tomaten, Gurken und Bananen findet man auf Märkten und im Supermarkt. Beliebt ist heute auch die Fastfood-Kultur und amerikanisches Essen, dass man fast überall angeboten bekommt.

Beliebte Fischsorten sind Forelle, Lachs und Saibling. Frisch gefangen schmecken diese hervorragend, genauso wie isländisches Lamm oder Rentier. Zubereitet werden auch heimische Enten, Gänse und Seevögel wie Tordalken. Die Papageitaucher (Lundi) sollen ebenfalls schmeckhaft sein. Als Schnaps trinkt man im Nachgang gerne den Brennivin (Schwarzer Tod), der in Borganes hergestellt wird.

Die Isländer sind ansonsten wie viele andere Skandinavier passionierte Kaffeetrinker. Daneben die üblichen antialkoholischen Geträne, sowie Alkoholika wie Bier oder Wein, wobei letztere besonders teuer sind.

 

Geschichte Islands

Islands Geschichte ist zweifelsohne spannend und eng verknüpft mit der Geschichte der Wikinger und anderen skandinavischen Staaten Dänemark, Norwegen und Schweden. Ebenso gibt es Verbindungen zwischen den engsten Nachbarn, nämlich Grönland und den Färöern.

nationalpark thingvellir auf island
Im Nationalpark Thingvellir (c)

 

Erste Besiedlung

Um das Jahr 870 entdeckte ein schwedischer Wikinger nach Norden und überwinterte in Húsavik (Nordisland). Er benannte die Insel nach sich selbst, nämlich Garðarsholmur (Gardans Insel).

Später folgten andere Siedler aus Skandinavien aber auch den Britischen Inseln. Da in Skandinavien das Land und die Nahrungsmittel knapper wurden, drängte er die Nordeuropäer zu neuen Ufern. Die Zahl der Isländer wuchs stetig und es entwickelte sich ein Oligarchsystem mit Goði (deutsch: Goden, eine Art Häuptling).

Die Goden des Landes trafen sich im einmal jährlich abgehaltenen Althing in Thingvellir. Diese Versammlung legte Gesetzte fest und sprach auch Urteile in Einzelfällen. Der erste Althing fand im Jahre 930 statt und ist damit das älteste Parlament der Welt. Das isländische Parlament trägt bis heute diesen Namen, wenn es auch mittlerweile in einem Gebäude in Reykjavik tagt.

Während in Europa noch lange Kaiser und Könige herrschten, waren die Isländer schon relativ fortschrittlich in Sachen Demokratie. Allerdings waren damals nur freie Männer zugelassen, was heutigen Grundsätzen natürlich bei Weitem nicht gerecht wird.

 

Isländische Wikinger als Entdecker

Bald wurde es auch auf Island zu eng, da die Insel dort nicht ganz so fruchtbar war, wie anfang vermutet. Gunnbjörn Ulf-Krakuson entdeckte Grönland und nannte es Gunnbjarnarsker. Bis heute trägt der höchste Berg Grönlands (3.753 m) ihm zu Ehren den Namen Gunnbjørn Fjeld. Erik der Rote Thorvaldsson musste nach einem Mord für 3 Jahre Island verlassen und segelte ohne Frau und Kinder nach Gunnbjørn Fjeld.

Er erkundete die Küsten der Insel und gab der Insel wohl auch den Namen Grönland (deutsch: Grünland). Nach seiner Verbannung segelte er wieder nach Island und warb neue Siedler an. Mit 25 Schiffen machte sich Erik der Rote wieder nach Grönland auf, aber nur 14 Schiffe erreichten ihr Ziel.

Die vorgefundene Natur auf Grönland mag viele Isländer enttäuscht haben, aber die Siedlungen wuchsen. Um das Jahr 1000 erreichte der Isländer Leifur Eiriksson Neufundland und legte in Amerika an. Bereits vor ihm hatte Bjarnis Hjulfsson mit seinem Boot die Küste gesehen.

 

Fremdherrschaft über Island

In Island selbst wurde das Christentum angenommen, 1262 geriet Island dann unter die Herrschaft Norwegens. Norwegen wurde allerdings dann 1380 von den Dänen eingenommen. Im Jahre 1397 entstand die Kalmarer Union zwischen Dänemark, Norwegen und Schweden.

Der dänische König Christian III. ordnete 1552 die Reformation Islands an und die Insel wurde wie auch die anderen skandinavischen Staaten religiös durch die evangelisch-lutherische Kirche geprägt. Dänische Handelsmonopole blockierten lange eine Entwicklung Islands. 1783 brach die Laki-Spalte aus und weite Teile Islands wurden durch die Asche und den Schwefel verseucht.

Die Landwirtschaft litt und viele Tiere verendeten. Es folgte eine Hungersnot, die ca. 10.000 Isländer das Leben kostete (damals ca. 1/5 der Inselbevölkerung). Es wurde damals sogar darüber nachgedacht Island komplett zu evakuieren und die Isländer in Dänemark anzusiedeln.

Nach dem Ende der Kalmarer Union und einem Krieg zwischen Dänemark auf der einen und Schweden und Briten auf der anderen Seite ging Norwegen für Dänemark im Frieden von Kiel 1814 verloren. Island und Grönland sowie die Färöer blieben jedoch bei Dänemark.

 

Autonomie und Unabhängikeit

Zur Tausendjahrfeier (1874) der Landnahme durch die ersten Wikingersiedler erhielt Island nach langen Verhandlungen und vielen Rückschlägen endlich Finanzautonomie und eine Verfassung. Zu weiteren Zugeständnissen war man von dänischer Seite zunächst nicht bereit. Erst 1904 erhielt Island weitgehende Autonomie und wurde im Dezember 1918 souverän.

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Isländische Nationalflagge in Thingvellir (c)

Die Universität von Reykjavik wurde 1911 gegründet und das Frauenwahlrecht kam bereits 1915.

Mit dem dänischen Königshaus war es in Personalunion bis 1944 verbunden. Während des Zweiten Weltkrieg wurde Island von den Briten und US-Amerikanern besetzt. Island nutzte die Gunst der Stunde und erklärte am 17. Juni 1944 die Unabhängigkeit von Dänemark.

Nach dem Krieg wurde Island Mitglied in den Vereinten Nationen (1946) und der NATO (1949). Von 1951 bis 2006 unterhielten die USA einen Stützpunkt auf Island bei Keflavik. Die Präsenz der USA wurde von einigen Isländern nicht gerne gesehen, allerdings waren die Truppen auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor und übernahmen Islands Verteidung.

Die Luftraumüberwachung übernehmen nach dem Abzug Norwegen und Dänemark. Island neben Polizeieinheiten ferner eine eigene Küstenwache, die in den Kabeljaukriegen (1958-1975) zwischen Island und Großbritannien von sich reden machte. Damals wollte u.a. Großbritannien die Ausweitung der isländischen Hoheitsgewässer auf 12, 50 und später 200 Seemeilen nicht anerkennen.

Die isländische Küstenwache zerschnitt vielfach die Netze ausländischer Fischerboote. Noch m Januar 1976 rammte ein Patrouilenboot der Isländer eine britische Fregatte, so dass die diplomatischen Beziehungen kurze Zeit unterbrochen waren. Island konnte sich aber weitgehend durchsetzen, aber bis heute spielt der Fischfang für Island eine wichtige wirtschaftliche Rolle.

Island hat zwar (u.a. nach den Erfahrungen der Finanzkrise von 2008) einen Antrag auf Aufnahme in die EU gestellt, aber nicht nur die isländischen Fischereirechte wurden dabei problematisch. Der EU-Beitritt wird daher zurzeit nicht mehr weiterverfolgt.