Warum der Liberalismus so wichtig ist

Ohne den Liberalismus wären wir heute noch Untertanen, so sind wir Bürger.

[Anmerkung: Ich bitte um Nachsicht, dass ich diesen Satz nicht politisch korrekt formuliere: “Ohne den Liberalismus wären wir heute noch Untertaninnen und Untertanen, so sind wir Bürgerinnen und Bürger”.

oder alternativ: “Ohne den Liberalismus wären wir heute noch Untertan*innen, so sind wir Bürger*innen”.]

Grundbedürfnis Freiheit

Eigentlich sollte jedem Menschen daran gelegen sein, die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit einzufordern. Freiheit ist sozusagen ein Grundbedürfnis. Jedes Lebewesen sehnt sich nach Freiheit. Nur dann ist es optimistisch, ist es glücklich. Oder hat zumindest die Chance glücklich zu werden.

In einem unfreien System, in einer autoritären Diktatur ohne Meinungsfreiheit, Freizügigkeit und reichlich Zwängen sowie Vorgaben ist maximal nur der Kleingeist glücklich. Wobei solche Systeme Mitläufern eine gewisse Sicherheit liefern – aber nur solange sie mitlaufen und nichts in Frage stellen.

Trotzdem fordern erstaunlich viele Menschen heute eine starke Führung an der Spitze. Oder zumindest mehr neue Gesetze und viel Regulierung. Und wenn man diese (noch) nicht bekommt, dann schaltet man zumindest moralisch-gesellschaftliche Zwänge vor.

Dann gibt es natürlich noch die Konservativen. Der typische Konservative, der am liebsten alles so lassen will wie es ist oder gar das Rad der Geschichte zurückdrehen will. Er ist von Ängsten und Pessimismus vor Neuem geprägt. Er ist davon überzeugt früher war alles besser und weiß dadurch nicht neue Chancen zu nutzen.

Manche Menschen dagegen glauben noch heute fest an die Vorteile des Sozialismus. Aber in der Praxis fehlt immer noch ein erfolgreiches Beispiel. Konservativismus und Sozialismus haben sicherlich ihre faszinierenden Aspekte.

Freiheit schafft Selbstvertrauen und Motivation

Aber nur der Liberalismus ermöglicht uns eine freie Entfaltung und die Entwicklung einer optimistischen Grundhaltung. Liberale haben Selbstvertrauen und Motivation. Dies gilt auch für die Wirtschaft, denn nur wer seine kreativen Ideen ausleben darf, kann Innovationen schaffen. Denkverbote, Bürokratie und zwanghafte gesellschaftliche Umgangsformen, die am Ende nur noch angstgesteuerte Rituale anstatt freier Wille aus Überzeugung sind, würgen jegliche Freude am Leben, der Arbeit oder an der eigenen persönlichen Entfaltung ab.

Ebenso kontraproduktiv wirken drastische Umverteilungsmaßnahmen durch übermäßige Besteuerung und hohe Transferleistungen in Relation zum Arbeitslohn. Wobei natürlich die soziale Marktwirtschaft und die Notwendigkeit eines moderaten Sozialstaats auch von modernen Liberalen nicht angezweifelt wird.

Der Liberalismus ist in der heutigen Zeit allerdings (vielfach) subtil, aber ebenso massiv unter Druck geraten: Aus offiziell liberalen Systemen werden Gesellschaften mit Flugscham, heimlichen Fleischverzehr und Rechtsfertigungsmantras jeglicher Art. Im vorauseilenden Gehorsam erfindet man gesundheitliche Gründe für das “dreiste” Fahren eines SUV, rechtfertigt sich für ein vielleicht zu gewagtes Kompliment oder dafür, dass man einem Mann vor einer Frau die Hand gegeben hat. Konservative Überbleibsel gepaart mit pseudomoderner Hypermoral.

Auch der gute alte Grundsatz „In dubio pro reo“, also im Zweifel für den Angeklagten, hat lange überlebt, gilt aber heute vor allem in den (sozialen) Medien nicht mehr.

Die riskantesten politischen Kandidaten unserer Zeit sind nebenbei natürlich Doktortitelinhaber. Sämtliche politische Leistungen erblassen vor einem falschen Zitat in der Doktorarbeit. Frohlocken kann daher heute wohl jener, der nicht das Makel des Doktortitels hat.

Gegen Polarisierung und für die Freiheit

Als Mensch der liberalen Mitte fällt einem unweigerlich auf: die Polarisierung nimmt erschreckende Formen an. Und auch Gestaltungswillen findet man kaum noch. Ambitionierte Vorschläge sind riskant und daher heute selten geworden. Zu groß ist die Angst Opfer eines Shitstorms und einer Entrüstungskampagne zu werden.

Ideen und Innovationen machen Verordnungen Platz. Selbstbewusste, freie Sprache weicht dem vorgeschriebenen Einheitsbrei, Textbausteinen und gefloskelten Worthülsen. Keiner will das, aber das System ist bei vielen stärker, als der individuelle Wille. Der Mensch geht halt gern den Weg des geringsten Widerstands.

Als optimistischer Liberaler glaubt man allerdings trotz allem, dass sich am Ende alles zum Guten entwickelt. Trotzdem möchte ich nicht darauf vertrauen und die Hände in den Schoss legen, sondern den Liberalismus in der Gesellschaft mit diesem Portal unterstützen.

Denn: Der Liberalismus hat aus Untertanen mündige Bürger gemacht. Aber diese Entwicklungsstufe ist nicht eingefroren, auch aus einem Bürger kann ein Wurm oder Duckmäuser werden.