Europas Staaten: Deutschland

Die Bundesrepublik Deutschland liegt im Herzen Europas und befindet sich in der gemäßigten Klimazone Mitteleuropas. Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es bis 1990 zwei deutsche Staaten, die BRD und die DDR. Mit der Wiedervereinigung wurde anschließend auch die Hauptstadt wieder von Bonn nach Berlin verlagert. Die Internetendung des Landes ist .de, das Kfz-Kennzeichen “D”. Deutschland grenzt unter anderem an die deutschsprachigen Staaten Schweiz und Österreich.

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Flagge von Deutschland

Bevölkerungsreichstes Land der Europäischen Union

Nationalfeiertag und Tag der Wiedervereinigung ist der 3. Oktober, der jährlich mit Feierlichkeiten begangen wird. Deutschland zählt zu den vielseitigsten Ländern Europas. Mit 357.170 qkm ist das Land etwas größer als Polen oder Italien. Mit ca. 82 Mio. Einwohner ist es außerdem das bevölkerungsreichste Land in der EU. Neben der Amtsprache Deutsch gibt es auch verschiedene Sprachen der Minderheiten wie Dänisch in Schleswig-Holstein und Friesisch. Die kleine Gruppe der Sorben in Brandenburg und Sachsen sprechen Sorbisch.

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Strand auf der Wattinsel Juist. (c) EM

In Deutschland werden regional sehr unterschiedliche Dialekte gesprochen, die Verständigung zwischen einem Norddeutschen und einem Bayern kann dadurch mitunter schwierig werden. Deutschland hat heute viele Bewohner mit Migrationshintergrund. Viele sind Nachkommen der nach dem Krieg ins Land gekommenen Gastarbeiter aus der Türkei, Italien, Spanien, Portugal, Polen und Griechenland.

Deutschland blickt auf eine lange und bewegte Geschichte zurück. Das Land ist eine Bundesrepublik mit 16 Bundesländern und föderal organisiert. Die Bundesländer haben weitgehende Mitspracherechte und Autonomiebereiche. Zum Beispiel wird Bildung auf Länderebene organisiert. Bevölkerungsreichstes Bundesland ist Nordrhein-Westfalen, kurz NRW, das flächenmäßig größte ist Bayern. Weltweit ist das Land bekannt für seine erfolgreichen Fußball-Nationalmannschaften, die erstmals 1950 mit dem Wunder von Bern Geschichte schrieb. 1974 und 1990 folgten weitere Titel. Die WM 2006 im eigenen Land gilt weltweit als “Sommermärchen” und hat in neuere Zeit das Deutschlandbild im Ausland nicht unerheblich geprägt. Auch in vielen anderen Sportarten sind deutsche Mannschaften sehr erfolgreich (Handball, Hockey etc.). Olympische Spiele fanden auch bereits im Land statt, nämlich 1936 (Berlin) und 1972 (München).

 

Export von Qualitätsprodukten “Made in Germany”

Die BRD ist Mitglied in der EU und Nato, der Euro (€) hat die Deutsche Mark 2002 als Währung des Landes abgelöst. Wirtschaftlich ist Deutschland sehr erfolgreich und eine große Exportnation. Viele deutsche Produkte haben in der Welt den Ruf von hoch-qualitativen Erzeugnissen. Besonders begehrt sind deutsche Autos, aber auch andere Artikel in der Technologie. Als Urlaubsland hat Deutschland u.a. die Nordsee (mit den ostfriesischen Inseln und dem Wattenmeer), die Ostsee mit ihren langen Sandstränden und den Inseln Rügen und Usedom, die Alpen- und Bodenseeregion zu bieten. Reizvoll ist auch die Eifel und das Rheinland mit zahlreichen Burgen und Schlößern. Die Heimat des Ahrweins kann man im Herbst auf dem Rotweinwanderweg entdecken.

erkensruhr im herbst
Indian Summer in der Eifel bei Erkensruhr (c) EM

Die Natur wird in zahlreichen Nationalparks, wie dem Nationalpark Eifel in der Nordeifel (Webtipp: www.nordeifel.eu) geschützt. Die gute Infrastruktur machte Urlaub in Deutschland ebenfalls attraktiv. Die Hauptstadt Berlin ist gekennzeichnet von vielen historischen Plätzen, Museen, Parks und natürlich dem Brandeburger Tor, dem Reichstag und der Gedächtniskirche. In vielen deutschen Städten gibt es ein lebendiges Nachtleben sowie hervorragende kulinarische Angebote. Deutsches Bier ist ebenfalls bei Touristen wie Einheimischen beliebt.

Andere Städte haben ebenfalls weltbekannte Wahrzeichen auf Reisen nach Deutschland zu bieten, wie der Kölner Dom (Köln) oder die Hamburger Speicherstadt. Besonders beliebt sind auch Reisen nach Deutschland während der Vorweihnachtszeit, um die schönen Weihnachtsmärkte zu besuchen. Das Oktoberfest in München ist ebenfalls ein Highlight, ebenso wie der Karneval im Rheinland. Die frischen Brisen am Meer, machen allerdings einen Nordsee Urlaub immer zu etwas Besonderem.

 

Deutschland-Informationen

Mit einer Fläche von 357.170 qkm ist das in Mitteleuropa gelegene Deutschland das sechstgrößte Land Europas (größer sind nur Russland, Frankreich, die Ukraine, Spanien und Schweden, außerdem die Türkei wobei diese nicht komplett in Europa liegt).

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Flagge von Deutschland

Klimatisch befindet sich das Land in der gemäßigten Zone Mitteleuropas mit den typischen starken Einflüssen von Westwinden und klimatisch kontinentaleren Zügen im Osten. Die Jahreszeiten sind landesweit vorhanden, im Osten und in den Alpen jedoch ausgeprägter als in Nordwestdeutschland.

Im Groben kann man Deutschland geographisch in vier Hauptregionen einteilen: Die Alpen, das Alpenvorland, die Mittelgebirge und das Norddeutsche Tiefland. Das Norddeutsche Tiefland grenzt im Westen an die Nordsee und im Osten an die Ostsee. Schleswig-Holstein befindet sich als Halbinsel zwischen diesen Meeren. Anteil an den deutschen Alpen haben die Bundesländer Bayern und Baden-Württemberg.

Bekannte deutsche Mittelgebirge sind der Schwarzwald, der Bayerische Wald, der Harz, das Erzgebirge, das Fichtelgebirge, die Schwäbische Alb, der Thüringer Wald, die Rhön, der Taunus, das Rothaargebirge, der Hunsrück, die Eifel, das Elbsandsteingebirge und der Westerwald. Die Mittelgebirge sind oft noch stark bewaldet. Ca. 30 % der Staatsfläche sind bewaldet, die verbreiteten Baumarten sind Fichte, Kiefer, Buche und Eiche. Die Eiche gilt als der typisch deutsche Baum. Neben den Waldgebieten findet man auch heute noch ausgedehnte Heidelandschaften in Deutschland wie etwa die Lüneburger Heide.

 

Unterschiedliche Landschaften und Bundesländer

Die Tierwelt besteht auch typischen Vertretern Mitteleuropas: Rehe, Hirsche und Wildschweine bevölkern die Wälder, Füchse sowie Biber, Otter und Luchse sind seltener. Murmeltiere findet man noch in den Alpen. Mittlerweile sind aus Polen auch wieder Wölfe und Elche eingewandert.  Seit einigen Jahren findet man im Osten des Landes auch wieder Wölfe und Elche. An der deutschen Küste findet man marine Tierwelt wie Seehunde, Schweinswale und verschiedene Fischarten sowie Möwen. Typische Vögel sind Spatzen, Amseln und Meisen, ferner findet man auch Adler, Bussarde und Falken.

Die sowohl von der Fläche als auch Bevölkerungszahl sehr unterschiedlichen 16 Bundesländer verteilen sich entsprechend auf unterschiedliche Landschaften. Das größte Bundesland ist Bayern, das Kleinste der Stadtstaat Bremen.

Mit 81 Millionen Einwohnern (226/qkm) ist Deutschland relativ dicht besiedelt. Diese Bevölkerungsdichte ist aber regional sehr unterschiedlich verteilt. So ist Nordrhein-Westfalen mit 515 Einwohnern pro qkm sehr dicht, Mecklenburg-Vorpommern mit 69 Einwohnern pro qkm recht dünn besiedelt. Besondere Ballungsgebiete findet man in Deutschland insbesondere im Süden und Westen des Landes (wie etwa das Ruhrgebiet, Rhein-Main, Rhein-Neckar und die Metropolen Köln, München und Hamburg). Die größte Stadt befindet sich allerdings mit der Hauptstadt Berlin (3,5 Millionen) im Osten Deutschlands.

Die Gemeinden Selfkant (NRW, Westen), List (Schleswig-Holstein, Norden), Görlitz (Sachsen, Osten) und Oberstdorf (Bayern, Süden) besitzen anhand der Himmelsrichtungen die äußersten Punkte Deutschlands.

 

Höchster Berg, größter See und längster Fluss

Deutschland hat neun Nachbarstaaten. Die längste Grenze ist mit über 810 km die zur Tschechischen Republik, die kürzeste die zu Luxemburg (135 km). Weitere Nachbarstaaten sind Dänemark, Polen, Österreich, die Schweiz, Frankreich, Belgien und die Niederlande. Die Bundesrepublik Deutschland grenzt insgesamt mehr als 3.600 km an ihre Nachbarn, sie hat außerdem eine Küstenlänge von über 2.300 km.

Die höchsten Erhebungen ergeben sich in den Alpen, dort befindet sich auch die Zugspitze (2.962 m), die sich Deutschland mit Österreich teilt. Der größte See Deutschlands befindet sich ebenfalls im Süden und heißt Bodensee. Dieses Gewässer wird ebenfalls mit den Nachbarn Schweiz und Österreich geteilt. Weitere große Seen befinden sich in der Mecklenburgischen Seenplatte aber auch in anderen Bundesländern.

Wichtige Flüsse sind der Rhein, die Weser, die Elbe und die Donau. Der Rhein ist von seinem Verlauf von 865 km in Deutschland der längste Fluss, außerdem markiert er die Grenze zum Elsass (Frankreich). Weitere Grenzflüsse sind die Oder und die Neiße (zu Polen). Die größte Insel des Landes ist Rügen (926 qkm). Bekannte Inseln sind außerdem Usedom, Fehmarn und Sylt sowie die Ostfriesischen Inseln wie Norderney im deutschen Wattenmeer. Mit nur 1,7 qkm ist die Insel Helgoland in der Deutschen Bucht zwar recht klein, sie ist aber Deutschlands einzige Hochseeinsel.

Im internationalen Vergleich zählt Deutschland zu den eher selten von Naturkatastrophen heimgesuchten Ländern. Die seltenen und meist schwachen Erdbeben treten am ehesten im südlicher Rheingraben, die Region Tübingen, die Region Aachen mit Kölner Bucht sowie in der Region um Gera auf. an den Küsten stellen Sturmfluten eine Gefahr dar. Hochwasserzonen befinden sich an verschiedenen anfälligen Flusssystemen wie etwa Rhein, Oder und Elbe. In den Alpen und Mittelgebirge treten nach Regenfällen auch vereinzelt Erdrutsche auf, im Winter können Lawinen lebensgefährlich sein.

Vor allem im Herbst und Winter kommt es durch höhere Temperaturunterschiede zwischen der Polarregion und dem Süden Europas zu Orkanen in West- und Mitteleuropa. Diese schädigen nicht nur Personen, die Infrastruktur und Gebäude, sondern können auch Waldbestände verwüsten. Im Januar 2007 schädigte der Orkan mit einer Maximalgeschwindigkeit von 225 km/h ca. 40 Millionen Bäume in Deutschland.

Tornados treten meist mit Gewittern auf und sind in Mitteleuropa bei weitem nicht so häufig wie in den USA (Tornado Alley), trotzdem hat insbesondere der Westen der Norddeutschen Tiefebene aber auch andere Regionen Deutschlands ein Gefährdungspotenzial für seltene und meist schwache Tornados. Auch Wasserhosen treten hin und wieder auf den Meeren und anderen Wasserflächen auf.

 

Fauna und Flora

Deutschland zählt trotz seiner starken Besiedlung und hohen Industrialisierung zu den waldreichsten (ca. 30 %) Staaten Europas, seine Flora & Fauna wird geschützt durch zahlreiche Nationalparks, Naturparks, Landschaftsschutzgebiete und Biosphärenreservate.

Seit 1994 ist der Umweltschutz in Artikel 20a in das Grundgesetz als Staatsziel der Bundesrepublik Deutschland aufgenommen. Heute ist damit sowohl Natur- als auch Tierschutz gemeint und stellt damit die verfassungsrechtliche Grundlage für zahlreiche Gesetze und Verordnungen in Deutschland.

Deutschland hat ein größtenteils ozeanisch geprägtes gemäßigtes Klima, in Richtung Osten werden die Züge kontinentaler. Auch die unterschiedlichen topographischen Gegebenheiten und Faktoren wie Bodenbeschaffenheit, Sonneneinstrahlung, Gewässernähe und andere sind entscheidend für die hohe Artenvielfalt Deutschlands.

 

Häufigster Baum: die Rotfichte

Deutschlands Wälder sind geprägt von Laub- und Nadelwäldern. Häufigste Baumart ist die Rotfichte, die immergrün ist und als anspruchslos gilt. Sie besiedelt insbesondere auch ungünstige Hochlagen im Bayerischen Wald, Schwarzwald und im Erzgebirge. Die am meisten vorkommende Laubbaumart ist die Buche, der typische deutsche Baum ist allerdings die Eiche. Stärke und Standhaftigkeit sagt man diesem Lieblingsbaum der Deutschen nach, der noch dazu hunderte von Jahren alt werden kann.

Weithin verbreitet sind auch Birken, Apfelbäume, Ahorn, Hainbuchen, Kastanien und Eschen. In Flussauen findet man außerdem auch Erlen, Pappeln und Weiden. Ebenso findet man andere Pflanzen und Kräuter, Farne und Moose sowie verschiedene Pilzsorten.

Deutschlands Wälder beherbergen immer noch viele Säugetierarten, auch wenn sie deren Artenzahl genauso wie bei anderen Tierarten durch Zersiedlung des Landes reduziert hat. Auerochsen und Braunbären sind schon lange nicht mehr zu vorhanden. Man findet dagegen heute noch reichlich Rothirsche, Rehe, Wildschweine, Marder, Wiesel, Hasen und Kaninchen. In der Nähe der Flüsse findet man wieder mehr Biber und Otter, in alpinen Höhenlagen auch Gämse, Steinböcke und Murmeltiere.

Wölfe sind ebenfalls wieder in Deutschland eingewandert, zunächst über Polen in der Region der Oberlausitz entdeckt, gibt es sie heute vereinzelt auch in Niedersachen, Schleswig-Holstein und Sachsen-Anhalt. Vereinzelt wurden auch schon wieder Elche in den östlichen Landesteilen entdeckt. Manche Tiere wie zum Beispiel Wisente (im Rothaargebirge in NRW) oder Luchse (im Harz) wurden wieder in Deutschland angesiedelt. Neben der heimischen Tierwelt sind auch einige Arten eingewandert wie etwa Waschbären, das europäische Mufflon, die Kanadagans und der Amerikanische Ochsenfrosch.

Frösche, Unken, Molche, Salamander und Kröten vertreten die Amphibien in Deutschland. Umweltschützer und Schulklassen versuchen jedes Jahr die Tiere bei der Krötenwanderung zum Teil über stark befahrenen Straßen zu retten. Kreuzottern (meist bis 70 cm lang), Ringelnattern (im Schnitt bis 1,10 m lang), Blindschleichen (keine Schlange!) und die europäische Sumpfschildkröten leben als Reptilien in Deutschland.

 

Störche, Flamingos (!) und Seehunde

Ebenfalls wurde die Vogelwelt in den vergangenen Jahrhundert dezimiert. Störche findet man im Gegensatz zu früher zwar selten, aber zunehmend zahlreicher in Ostdeutschland, vor allem in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg. Dort findet man auch noch einige hundert Paare von Seeadler, Deutschlands Wappenvogel. Eine Besonderheit Deutschlands ist auch die nördlichste Flamingokolonie der Erde im Zwillbrocker Venn in NRW an der Grenze zu den Niederlanden.

Der Rotmilan ist ebenfalls etwas besonderes, denn weltweit über die Hälfte dieser Art brütet in Deutschland. Besonders häufig sind Mäusebussarde und Turmfalken, Wanderfalken sind seltener. Weitere Vögel sind zum Beispiel Spatzen, Amseln, Möwen, Krähen, Meisen und Tauben.

Auch der Fischbestand ist in den letzten Jahrhunderten rückläufig. Erfreulicherweise konnten aber auch verschiedene Arten wieder angesiedelt werden, wie etwa der Lachs im Rhein. Weitere Fischarten sind Aal, Äsche, Barsch, Forelle, Hecht, Karpfen, Rotauge, Saibling, Stör, Ukelei, Wels und Zander. In den Meeren findet man außerdem Dorsche, Flundern, Heringe, Makrelen, Seezungen und Schollen.

In Nord- uns Ostsee findet man Seehundkolonien, Kegelrobben, Delfine, Dornhaie, Katzenhaie, Schweinwale und sogar Pottwale. Im Wattenmeer findet man außerdem allerhand Tiere und Kleinstlebewesen, verbreitet sind der Wattwurm, Strandkrabben, Austern, Herzmuscheln, Miesmuscheln, Sandklaffmuscheln, Schwertmuscheln und Nordseegarnelen sowie zahlreiche Meeresvögel wie Silbermöwen, Sturmmöwen, Sterntaucher, Brandseeschwalben und Fluss-Seeschwalben. Das Wattenmeer ist außerdem ein beliebter Rastplatz für Zugvögel.

 

Feiertage und Feste in Deutschland

Deutschland ist ein Land der Feste, Feiertage und Events. Egal an welchem Tag des Jahres man in Deutschland ist, irgendwo ist immer etwas los oder wird etwas gefeiert. Da kann man schnell den Überblick verlieren.

Zunächst einmal sind die gesetzlichen Feiertage zu erwähnen. Die Kompetenz zur Erklärung von gesetzlichen Feiertagen (außer dem Tag der Deutschen Einheit) ist Angelegenheit der Länder, daher ist die Anzahl länderabhängig und uneinheitlich.

 

Glückliche Bayern mit den meisten Feiertagen

Die Bayern können dabei zum Beispiel zwölf Feiertage genießen, Baden-Württemberg und das Saarland haben elf, NRW und Sachsen-Anhalt haben zehn und die Bremer, Hamburger und Berliner müssen mit acht freien Tagen auskommen. Generell kann man sagen, dass die Süddeutschen mehr Feiertage haben, als die Norddeutschen. Ehe aber Neid aufkommt, muss man sagen, dass der Mariä Himmelfahrtstag nicht in allen Gemeinden Bayerns gefeiert wird.

Neun Feiertage gelten allerdings deutschlandweit: Neujahr (1.1), Karfreitag (Freitag vor Ostern), Ostermontag, Tag der Arbeit (1.5.), Christi Himmelfahrt (39 Tage nach Ostersonntag), Pfingstmontag, Tag der Deutschen Einheit (3.10) und sowie der Erste und der Zweite Weihnachtsfeiertag (25.12. und 26.12).

Die folgenden Tage sind nur in manchem Bundesländern gesetzlich anerkannt: Heilige Drei Könige (6.1.), Fronleichnam, Mariä Himmelfahrt (15.8.), Reformationstag (31.10.), Allerheiligen (1.11) und der nur noch in Sachsen gefeierte Buß- und Bettag.

Die gesetzlichen Feiertage dienen (wie die Sonntage) nach Artikel 140 des Grundgesetzes (GG) mit Verweis auf den alten § 139 der Weimarer Reichsverfassung als Tag der Arbeitsruhe und der seelischen Erhebung.

 

Volksfeste und Brauchtum

Daneben gibt es noch weitere Volksfeste in Deutschland und regionales Brauchtum. Besonders hervorzuheben ist dabei der Karneval, die Fastnacht oder der Fasching. Bekannte Karnevalshochburgen sind Kölner Karneval (Fastelovend), der Düsseldorfer Karneval und die Mainzer Fastnacht (Meenzer Fassenacht). Die Zeit der Jecken und Narren beginnt alljährlich am 11.November (dem Elften im Elften) und Endet am Aschermittwoch.

Der Karneval im Rheinland wird als Traditionspflege der vielen örtlichen Karnevalsvereine und -gesellschaften betreiben. Das Veranstaltungsprogramm ist regional unterschiedlich besteht aber meist aus verschiedenen Sitzungen (zum Beispiel Damen-, Herren-, Kindersitzung und Prinzenproklamationen) mit Büttenreden und Comedyeinlagen, Musik- und Tanzveranstaltungen sowie als Höhepunkt den jeweiligen Straßenumzügen.

Regiert werden die Jecken und Narren von einem Dreigestirn (Bauer, Prinz und Jungfrau) oder einem Prinzen bzw. Prinzenpaar. Diese übernehmen während der Karnevalszeit symbolisch die Macht (oft nach einem Sturm auf das Rathaus und Schlüsselübergabe), verteilen Orden und halten Reden. Prunkvolle Reiterkorps, Tanzgarden, Musikgruppen und freie Kostümgruppen verteilen während der Karnevalsumzüge (oft am Rosenmontag) Kamellen, Süßigkeiten und andere Leckereien sowie Werbematerial und Spielzeug.

Beeindruckend sind auch die vielen Wagen, die teilweise monatelang geschmückt werden und oft einem Motto Nachdruck geben oder Bezug auf aktuelle Themen nehmen. Die bekanntesten Züge sind die Rosenmontagszüge in den rheinischen Hochburgen Köln, Düsseldorf und Mainz, die auch eine gewisse Konkurrenz zu einander pflegen. Während der Kölner und der Aachener “Alaaf” ruft, rufen die Düsseldorfer und Mainzer “Helau”.

Die Schwäbisch-alemannische Fastnacht läuft dagegen anders ab, hier nehmen die Verkleidungen stärker Bezug zu Sagengestalten und stellen Hexen, Teufel oder Wilde dar.  International zählt der deutsche Karneval zu den bekanntesten Festen dieser Art, ähnlich wie der Karneval in Rio, Venedig und New Orleans (Mardi Gras).

 

Schützenfeste, Oktoberfest und Mottotage

In Norddeutschland ist Karneval kaum bekannt, hier feiert man zum Beispiel eher Schützenfeste mit entsprechenden Traditionen und Feiern. Das größte Schützenfest weltweit findet dabei in Hannover statt.

Besinnlicher geht es in Deutschland während der Weihnachtszeit zu. Für viele ausländische Touristen ist dies mittlerweile eine bevorzugte Reisezeit für Deutschland, so stark ist die Faszination der Weihnachtsmärkte und -traditionen.

Zahlreiche Weihnachtstraditionen aus Deutschland bzw. den deutschsprachigen Regionen Europas wurden auch international bekannt wie etwa der Weihnachtsbaum, verschiedene Weihnachtslieder, der Adventskalender oder der Christstollen. Die bekanntesten Weihnachtsmärkte sind der Dresdner Striezelmarkt, der Nürnberger Christkindlesmarkt und der Münchner Christkindlmarkt. Bekannt sind ebenfalls die Weihnachtsmärkte in Erfurt, Essen, Hamburg, Köln, Leipzig, Lübeck und Trier.

Am Vorabend zum Nikolaustag (6.12.) werden die Kinder vom Heiligen Sankt Nikolaus besucht, der ihnen kleine Geschenke mitbringt. Meist liest er auch etwas aus einem Goldenen Buch über die vergangenen Taten der Kinder vor. Bei größeren Veranstaltungen hat er Engelchen in Begleitung, bei kleineren manchmal auch den Knecht Ruprecht oder Hans Muff, einen schwarzen Gesellen, der den frechen Kindern Respekt einflößen soll.

Typisch für weite Regionen in Deutschland sind auch die Martinsbräuche. In den Kindergärten und Schulen werden Laternen gebastelt und dann am oder um den Martinstag (11.11.) zu Ehren vom Heiligen Martin von Tours in einem großen Martinsumzug im Ort gezeigt. Die Kinder ziehen singend mit den leuchtenden Laternen durch die dunklen Straßen.

Oft reitet auch ein Sankt Martin zu Pferd mit und verteilt später Martinswecken am Martinsfeuer. In manchen Familien wird zu dieser Zeit auch eine Martinsgans mit Knödeln und Rotkohl serviert.

Das bekannteste Fest ist und außerhalb Deutschlands ist aber wohl das Münchner Oktoberfest. D´Wiesn gilt als das größte Volksfest der Welt und zählt jedes Jahr Millionen in- und ausländischer Besucher. Die baden-württembergische Hauptstadt Stuttgart muss sich aber auch nicht verstecken, dass Cannstatter Volksfest und das Stuttgarter Frühlingsfest sind ebenfalls Besuchermagneten in Süddeutschland.

Seit dem Jahr 1035 findet bereits der Bremer Freimarkt statt, die größte Veranstaltung dieser Art in Norddeutschland. Nicht zu verachten ist allerdings auch das Volksfest “Hamburger Dom” oder entsprechende Veranstaltungen in Nürnberg und Nordrhein-Westfalen (Düsseldorf, Herne sowie Paderborn). Eines der größten Sommerfeste Nordeuropas und die größte Segelregatta ist die Kieler Woche.

Regional gibt es noch viele weitere Kirmesveranstaltungen und Volksfeste in Deutschland. In den letzten Jahren sind auch immer mehr Mottotage eingeführt worden wie etwa der Tag des Offenen Denkmals, wo man sonst nicht zugängliche denkmalgeschützte Gebäude und Objekte besichtigen kann. In den Städten gibt es auch das ganze Jahr über Museumsnächte, Kulturtage, Konzerte, Sportveranstaltungen und andere Möglichkeiten Feste zu feiern – Langeweile kommt in Deutschland nicht auf.

Adventskalender – 24 Türchen verkürzen die Wartezeit

Wer in der Vorweihnachtszeit jeden Morgen sein Türchen öffnet, der ist sich dabei vermutlich nicht bewusst, dass er eine deutsche Erfindung nutzt: den Adventskalender!

Während die Kinder bis ins 16. Jahrhundert eher am Nikolaustag beschert wurden, verlagerte sich die Tradition des Beschenkens nach der Reformation später auf die Weihnachtstage. Und wenn der Nikolaus heute zwar auch kleine Geschenke bringt, sind Weihnachtsmann und Christkind letztlich die großen Bescherer. So musste also eine Lösung für das längere Warten der ungeduldigen Kinder her!

 

Bilder, Bibelferse und Strohhalme

Adventskalender wurden daher erstmals von protestantischen Familien genutzt, um das Warten auf das Weihnachtsfest für die Kinder zu verkürzen. Dabei waren diese allerdings noch nicht vergleichbar mit den heutigen Adventskalendern, sondern bestanden vielmehr aus schlichten symbolischen Zeitmessern. Manche Familien malten 24 Kreidestriche an die Wand, andere hingen 24 Bilder auf.

Später folgten Sprüche und Lieder. Auch katholische Familien übernahmen später diesen Brauchen, sie legten zum Beispiel jeden Tag einen Strohhalm mehr in die Krippe. Eine weitere Tradition, die auch in Skandinavien bis heute bekannt ist, war das Abbrennen einer Adventskerze immer bis zur nächsten Markierung. Hierbei ist eine gewisse Verwandtschaft zum Adventskranz zu erkennen, der jedoch mit seien vier Kerzen nur die Adventssonntage darstellt.

Der erste gedruckte Adventskalender entstand 1902 und wurde von der Evangelischen Buchdruckerei in Hamburg herausgegeben. Dieser war eine Weihnachtsuhr mit Zahlen von 13 bis 24. Wenige Jahre später verkaufte der Münchner Verleger Gerhard Lang einen Adventskalender mit Bilder zum Ausschneiden, die dann auf einen Pappkarton geklebt wurden.

Ab 1920 kam man in Deutschland mehr und mehr auf die Idee, die Kinder 24 Türchen öffnen zu lassen. Am Anfang waren es aber selten Süßigkeiten, die zum Vorschein kamen, sondern eher Heiligenbildchen, Sprüche und Bibelverse.

 

Süßigkeiten oder Geschenke im Adventskalender

Nachdem der Zweite Weltkrieg beendet war und in den 50er-und 60er Jahren das Wirtschaftswunder begann, entdeckten die Deutschen den Adventskalender für sich und er wurde zur Massenware. Romantische, verschneite Städtchen und Figuren verbargen sich hinter den Türchen und beinhalteten nachher auch Schokolade. Der 24. Dezember (Heiligabend) war meist entsprechend etwas Besonderes und die Schokolade sowie das Bild waren größer.

Damit war der klassische Adventskalender geboren, den es noch heute in jedem Supermarkt mittlerweile auch weltweit zu kaufen gibt. Es gibt sie aber in den unterschiedlichsten Erscheinungsformen: manche selbstgebastelten Adventskalender bestehen aus kleinen Säckchen oder Paketen mit Überraschungen, andere .

Auch Spielzeughersteller haben entsprechende Kalender mit 24 Spielzeugfiguren ihres Repertoires im Angebot, auch Lotterielose, Gutscheine, Schmuck und vieles mehr sind zu haben – nicht nur für Kindern, sondern auch für Erwachsene. Der mit 857 qm größte freistehende Adventskalender der Welt befindet sich übrigens auch in Deutschland, nämlich im Böttchergässchen im Zentrum von Leipzig. Eine relativ neue Tradition ist auch das “Türchen öffnen” an Häusern innerhalb eines Wohngebiets. So treffen sich die Bewohner eines Wohngebiets ab dem 1. Dezember immer bei jemand anderes zum Adventssingen, Glühwein trinken und zum fröhlichen Beisammensein.

Der Weihnachtsbaum – eine deutsche Erfindung

Auf die Idee einen Tannenbaum in die gute Stube zu stellen und mit allerhand Christbaumschmuck zu verkleiden sind wohl zuerst die Menschen in Deutschland gekommen.

Bereits unsere Vorfahren die Germanen haben wohl zum Julfest (Wintersonnenwende) immergrüne Tannenzweige als Symbol von Lebenskraft auf öffentlichen Plätzen und Häusern als Schmuck genutzt.

 

Es begann in den Zünften

Im Mittelalter waren wohl die Handwerker und Zünfte der Städte die Erfinder des Weihnachtsbaums. Unbelegte Aussagen reichen sogar bis ins 15. Jahrhundert nach Freiburg, wo die Bäckerschaft einen Tannenbaum mit Süßigkeiten schmückte, die dann von Kindern gegessen werden durften.

Weitere Hinweise auf Weihnachtsbäume gibt es 1527 aus Stockstadt am Main (Hessen), 1539 aus Straßburg (Elsass -heute Frankreich) und 1576 aus Gengenbach (Baden-Württemberg). Behangen wurden die Bäume mit Äpfeln, Nüsse, Datteln, Brezeln, Süßigkeiten, Zucker, Oblaten, Püppchen und Zischgold.

Erst später kamen in Adelshäusern die Kerzen hinzu. Zunächst blieb der Brauch dem Adel und den reicheren Städtern vorbehalten. Tannenbäume waren damals noch selten und erst im 18. Jahrhundert wurde der Brauch nach größeren Aufforstungen und dadurch günstigere Fichten und Tannen massentauglich.

Zunächst ein protestantischer Brauch wurde er nun auch von den Katholiken übernommen und setzte sich im gesamten deutschsprachigen Raum Europas fest.

 

Von Deutschland in die Welt

Deutsche Siedler und hessische Söldner in Pennsylvania (USA) brachten wohl den Weihnachtsbaum nach Amerika. 1832 stellte wohl der deutsche Professor Karl (Charles) Follen einen Weihnachtsbaum in seinem Haus in Cambridge (Massachusetts) auf.

1840 heiratete Queen Victoria dann den deutschen Prinzen Albert von Sachsen-Coburg und Gotha. Er brachte die Tradition nach London, wo sie sich schnell verbreitete. Deutsche brachten die Tradition des geschmückten Weihnachtsbaums auch in andere Länder wie Russland, die Niederlande und Italien.

Aufgrund der großen Nachfrage und den industriellen Möglichkeiten entstand in den USA und später auch in anderen Ländern bald eine Weihnachtsindustrie zur Herstellung von Christbaumschmuck, Weihnachtskugeln und Kerzen.

 

Fakten und Rekorde

Heute findet man Weihnachtsbäume rund um die Welt. Selbst nicht christliche Länder sind vom Weihnachtsbaum begeistert und so findet man im Dezember auch Weihnachtsbäume beispielsweise in China. Man muss allerdings sagen, dass in exotischen Ländern in der Regel auf künstliche Weihnachtsbäume zurückgegriffen wird.

In den Städten und Metropolen der Welt werden mittlerweile riesige Weihnachtsbäume an öffentlichen Plätzen wie etwa am Rockefeller Center in New York oder in Mexico-City aufgestellt.

In Dortmund baut man seit einigen Jahren aus ca. 1.700 Bäumen einen riesigen Weihnachtsbaum, der mit ungefähr 45 m der Höchste der Welt ist. Im Rheinischen Freilichtmuseum in Kommern stand vor einigen Jahren mit 38 m dagegen der höchste natürlich gewachsenen Weihnachtsbaum Deutschlands.

Die Nordmanntanne ist heute der in Deutschland häufigste Weihnachtsbaum, sein Marktanteil liegt bei rund 80 %. Insbesondere das Sauerland, aber auch Schleswig-Holstein und Dänemark sind die Herkunftsorte der meisten Christbäume.

Heilige Drei Könige im Kölner Dom

Die Ankunft der Heiligen Drei Könige wird immer erst am 6. Januar gefeiert, doch sind sie bereits in der gesamten Vorweihnachtszeit thematisiert.

Der Legende nach soll um das Jahr 326 die Heilige Helena die Gebeine in Palästina entdeckt haben. Sie gelangten später nach Mailand in die Kirche St. Eustorgio. Nachdem Kaiser Barbarossa (1122 – 1190) nach zahlreichen Aufständen in den lombardischen Stätten deren Zentrum Mailand einnahm, schenkte er die vorgefundenen Reliquien im Jahre 1164 seinem Berater, dem Kölner Erzbischof Rainald von Dassel (1114 – 1167).

Diese ersten christlichen Könige sollten dem Kaiser und auch Köln eine sakrale Gewichtung gegenüber Rom und dem Papsttum liefern. Ihnen zu Ehren wurde der Kölner Dom gebaut, wo die Gebeine der Heligen Drei Könige im Dreikönigenschrein noch heute aufbewahrt werden. Viele außerhalb Kölns wissen nicht: besonders auch Dank der Reliquien und durch den Kölner Dom wurde Köln eine bedeutende Pilgerdestination und Metropole im Rheinland.

 

Weihnachtsgeschichte und Brauchtum

Die Geschichte der Heiligen Drei Könige ist weltweit durch die Weihnachtsgeschichte im Matthäus-Evengelium bekannt. Als Sterndeuter aus dem Morgenland folgten sie dem Stern von Bethlehem um Jesus zu huldigen. Als Geschenke brachten sie Gold, Weihrauch und Myrrhe mit.

In späteren Legenden des Abendlands gab man ihnen die Namen Caspar, Melchior und Balthasar. Oft werden sie als Vertreter der Kontinente Europa, Afrika und Asien gewertet. Caspar wird in diesem Zusammenhang oft als der Vertreter Afrikas angesehen. In Deutschland gibt es bekanntlich den Brauch des Dreikönigsingens, dann ziehen Anfang Januar singend die Kinder verkleidet als Heilige Drei Könige (Sternsinger) von Haus zu Haus, um dabei mit Kreide einen Segen (2015 dargestellt als: 20-C+M+B-15)  an das Haus zu schreiben.

CMB steht für den lateinischen Spruch: Christus mansionem benedicat (deutsch etwa: Christus segne dieses Haus). Die bei dieser Aktion eingesammelten Spenden gehen dann an einen guten Zweck, meist in Entwicklungshilfeprojekte. Als Dank für ihr Engagement lädt der Bundespräsident regelmäßig einige der Kinder in seinen Amtssitz Schloss Bellevue zu einer Festveranstaltung ein.

 

Wissenswertes zur Bevölkerung

In Deutschland lebt eine Bevölkerung von ca. 81 Millionen Menschen, so viele wie in keinem anderen Staat der Europäischen Union. Damit hat Deutschland eine Bevölkerungsdichte von 226 Einwohner pro Quadratkilometer und gehört zu den dicht besiedelten Flächenstaaten Europas. Deutschland ist in seiner Geschichte ein wichtiger Ort der Wissenschaft und Lehre gewesen, bis heute ist der Bildungsstand der Deutschen hoch und eine der wichtigsten “Ressourcen” des Landes.

Das Bildungssystem liegt grundsätzlich in der Zuständigkeit der Länder. Es erfolgt eine bundesweite Koordinierung über die Kultusministerkonferenz. Die Schulpflicht besteht je nach Land zwischen neun und zehn Jahren, viele Länder haben ein mehrfach gegliedertes Schulsystem mit Hauptschulen, Realschulen, Gesamtschulen und Gymnasien. Danach schließt sich ein System von Berufsschulen, Fachhochschulen und Universitäten an.

In Deutschland leben einige nationale Minderheiten, deren Kultur und Sprache geschützt sind. Hierzu zählen die Dänen (Schleswig-Holstein), die Friesen (Niedersachsen, Schleswig-Holstein), die Sorben (Brandenburg, Sachsen) und Sinti. Niederdeutsch (Platt) genießt ebenfalls den Status einer Minderheitensprache in Deutschland (!), als traditionell dezentraler Staat gibt es daneben in Deutschland eine starke regionale Verbundenheit, die nicht immer an den 1945 und später gegründeten Bundesländern festzumachen ist. Zahlreiche Dialekte, Bräuche, Traditionen und Trachten machen Deutschland aus.

Die im Ausland oft vorgenommene Reduzierung der deutschen Kultur auf Bayern ist ein Phänomen, welches diesem Umstand natürlich in keinster Weise gerecht wird. Die bayerische Sprache und Kultur ist sicherlich eine der dominantesten innerhalb Deutschlands, wer aber als ausländischer Tourist Berlin oder das Rheinland, Hessen, Schwaben, Holstein oder Sachsen besucht, wird entsprechende Unterschiede feststellen.

Letztlich gibt es auf dem ersten Blick oft sogar mehr Gemeinsamkeiten der Bayern mit Südtirolern oder der Schwaben mit Bernern, als mit manchen deutschen “Landsmännern” und “Landsfrauen”.

Kulturell und sprachlich weitgehend in den jeweiligen neuen Heimatregionen aufgegangen sind die vertriebenen Deutschen aus den früher zu Deutschland (oder Österreich) gehörenden Regionen wie etwa Schlesien, Pommern, West- und Ostpreußen, Sudetenland und Siebenbürgen. Trotzdem gibt es noch heute Verbände, die entsprechende Traditionen und Dialekte pflegen oder verschiedene Einrichtungen unterhalten (wie etwa das Museum für schlesische Landeskunde in Königswinter).

 

Geburtenrate und Zuwanderung

Die Geburtenrate ist in Deutschland im weltweiten Vergleich eher niedrig und die Überalterung der Gesellschaft stellt ein zunehmendes Problem dar.

Trotz hoher Kindergeldleistungen und anderer Förderungen (Mutterschaftsurlaub, Elternzeit, Elterngeld, Kinderfreibeträge bei der Steuer, Betreuungsgeld und Kündigungsschutz für werdende Mütter) und zahlreicher Bemühungen seitens der Politik wie Ausbau von Kindergärten und Angeboten für Kinder und Familien bleibt die Geburtenrate in Deutschland auf niedrigem Niveau.

Die Bevölkerungsdichte ist in Deutschland sehr unterschiedlich. Nordrhein-Westfalen (515 E/qkm) hat von allen Flächenstaaten unter den Bundesländern die höchste Bevölkerungsdichte, Mecklenburg-Vorpommern (69 €/qkm) die niedrigste. Ballungsgebiete in Deutschland sind das Ruhrgebiet und die Regionen Köln-Bonn, Berlin, Hamburg, München, Rhein-Main und Rhein-Neckar. Ostdeutschland hat weniger Ballungsgebiete wie etwa Halle-Leipzig und Dresden, als Westdeutschland.

Die niedrige Geburtenrate Deutschlands wird meist aufgefangen durch eine Zuwanderung. Seit jeher war Deutschland durch seine Mittellage ein beliebtes Zuwanderungsland. In der deutschen Bevölkerung sind daher zahlreiche Nachbarvölker, Wanderer und Besatz aufgegangen. Germanen, Kelten, Römer, Hunnen, Hugenotten, Slawen und viele andere – sie alle wurden Teil der jeweiligen regionalen Bevölkerung.

Schon seit Jahrzehnten ist Deutschland in der jüngeren Vergangenheit aufgrund seiner wirtschaftlichen Anreize und hohen Lebensqualität ein Zuwanderungsland. Lange wurde politisch-ideologisch diskutiert, ob Deutschland ein Einwanderungsland ist oder sein soll. Unbeachtet dieser theoretischen Diskussion liegt der Anteil von Deutschen mit Migrationshintergrund bei mittlerweile ca. 20 %.

Die ersten Gastarbeiter kamen nach einem entsprechenden Abkommen 1955 aus Italien, es folgten später Arbeitskräfte aus Spanien, Griechenland, Jugoslawien und der Türkei. Insbesondere als in den 80er Jahren eine erhöhte Arbeitslosigkeit aufkam, versuche die Bundesrepublik mit den Rückkehrhilfegesetz (RückHG) die einst entsendeten Arbeitskräfte und deren Familien wieder in ihre ursprünglichen Heimatländer zu senden. Diese Initiative war in vielen Fällen ohne Erfolg.

Auch als Aufnahmeland für Flüchtlinge leistet die Bundesrepublik Deutschland als humanitäres Asylland einen hohen internationalen Anteil. Die Menschen kamen in den 90er Jahren insbesondere vom Balkan (als Opfer der Jugoslawienkriege), später aus Afghanistan, der Ostukraine, Somalia, Syrien und Nordafrika.

 

Ballungszentren und Integration

Insbesondere in den Städten und meist dort verstärkt in einzelnen Stadtteilen ist der Anteil von Ausländern oder Deutschen mit Migrationshintergrund hoch. Den höchsten Anteil an Ausländern haben auf Bundesländerebene die Stadtstaaten wie Berlin, Hamburg und Bremen sowie die Flächenländer Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Nordrhein-Westfalen. Städte mit hohem Anteil sind Offenbach am Main, Mannheim und München.

Insbesondere die teilweise vorhandenen sprachlichen Probleme, aber auch kulturellen und religiösen Unterschiede stellen die Ballungszentren zum Beispiel im Bildungsbereich vor große Herausforderungen, denen man seit einigen Jahren mit längst überfälligen Integrationsprojekten begegnet. Dies geschieht sowohl auf kommunaler Ebene, als auch landes- und bundespolitisch. Trotz vorhandener Probleme fühlt sich nach den meisten Umfragen zufolge der Großteil der in Deutschland lebenden Ausländer gut integriert.

Während Deutschland traditionell eine Zweiteilung zwischen einem fast gleich hohen Anteil von römisch-katholischen und evangelischen Christen aufweist, sind die Zuwanderer der letzten Jahrzehnte meist Muslime oder Anhänger anderer Glaubensrichtungen (wie orthodoxe oder koptische Christen).

In Deutschland herrscht Religionsfreiheit (geschützt durch Artikel 140 des Grundgesetzes -GG-). Entsprechend heterogen sind die Glaubenrichtungen im Land, neben den vorgenannten Christen findet man auch Muslime, Freikirchen, Zeugen Jehovas, Mormonen, Altkatholiken, Buddhisten, Juden und Bahai. Der Staat und die großen Kirchen arbeiten in vielen sozialen Projekten (Schulen, Kindergärten, Krankenhäuser und Pflegeheime) partnerschaftlich zusammen. Die entsprechend anerkannten Kirchen haben in Deutschland die Möglichkeit Kirchensteuer einzuziehen. Die größeren Kirchen machen von diesem Recht Gebrauch. Zahlreiche Kirchenaustritte bei Katholiken und Protestanten und der hohe Anteil von Konfessionslosen insbesondere (aber nicht nur) in Ostdeutschland, verringern seit Jahren die Präsenz der Kirchen im gesellschaftlichen Leben.

Deutschland liegt im Zentrum Europas und ist in vielerlei Hinsicht eng mit seinen Nachbarländern verbunden. Europa ist der Kontinent der Vielfalt. Auf engstem Raum kommen unterschiedliche Sprachen, Kulturen und Mentalitäten zusammen. Hier gibt es einige interessante Infos zu Deutschland auf einen Blick.

 

Deutschland auf einen Blick

Eckdaten

Name: Bundesrepublik Deutschland
(englisch: Federal Republic of Germany).
Lage: Mitteleuropa.
Fläche: ca. 357.170 km² (weltweit: Platz 63).
Einwohner: 81 Millionen (weltweit: Platz 16).
Bevölkerungsdichte: 226 pro km² (Vergleich Österreich: 101, Schweiz: 196).

Ethnien: meist Deutsche, daneben Minderheiten wie Dänen, Friesen und Sorben. Hinzu kommen zahlreiche Menschen in Deutschland mit Migrationshintergrund aus Staaten wie der Türkei, Polen, Italien, Griechenland, Kroatien, Rumänien, Serbien, Russland, weiteren Balkanstaaten, Österreich und der Niederlande. Ferner gibt es aus den Krisenländern der Welt zahlreiche Menschen mit Flüchtlingsstatus in Deutschland.

Amtssprache: Deutsch, regional auch Dänisch, Friesisch, Niederdeutsch und Sorbisch.

Religionen: meist christlich (ungefähr zur Hälfte römisch-katholisch und evangelisch-lutherisch), daneben gibt es unter anderem Angehörige von christlich-orthodoxen Kirchen, Freikirchen, Zeugen Jehovas sowie Islam, Judentum und Buddhismus.

Hauptstadt: Berlin (3,5 Millionen Einwohner)
Weitere Städte: Hamburg, München, Köln, Frankfurt am Main, Stuttgart, Düsseldorf, Dortmund, Essen, Bremen, Dresden, Leipzig, Hannover und Nürnberg.

Welterbe der UNESCO (39 Stätten): Aachener Dom (seit 1978), Speyerer Dom (1981), Würzburger Residenz mit Hofgarten (1981), Wallfahrtskirche “Die Wies” (1983), Schlösser Augustusburg und Falkenlust in Brühl (1984), Dom mit Michaeliskirche in Hildesheim (1985), die Römischen Baudenkmäler, der Dom und die Liebfrauenkirche von Trier (1986), Hansestadt Lübeck (1987), Schlösser und Parks von Potsdam und Berlin (1990), Kloster Lorsch (1991), Bergwerk Rammelsberg, Altstadt von Goslar und Oberharzer Wasserwirtschaft (1992), Altstadt von Bamberg (1993), Klosteranlage Maulbronn (1993), Stiftskirche, Schloss und die Altstadt von Quedlinburg (1994), Völklinger Hütte (1994), Grube Messel (1995), Kölner Dom (1996) und Bauhaus und Stätten in Weimar und Dessau (1996).

Ferner die Luthergedenkstätten in Eisleben und Wittenberg (1996), Klassisches Weimar (1998), die Wartburg (1999), Museumsinsel Berlin (1999), Gartenreich Dessau-Wörlitz (2000), Klosterinsel Reichenau (2000), die Zeche Zollverein in Essen (2001), Altstadt von Stralsund und Wismar (2002), Oberes Mittelrheintal (2002), das Rathaus und der Roland in Bremen (2004), Muskauer Park (2004), Grenzen des Römischen Reiches: Obergermanisch-raetischer Limes (2005), Altstadt von Regensburg mit Stadtamhof (2006), Siedlungen der Berliner Moderne (2008), das norddeutsche Wattenmeer (2009), alte Buchenwälder Deutschlands (2011), das Fagus-Werk in Alfeld (2011), die prähistorische Pfahlbauten um die Alpen (2011), Markgräfliches Opernhaus Bayreuth (2012), Bergpark Wilhelmshöhe (2013) und das Karolingische Westwerk und Civitas Corvey (2014).

Sport: Fußball (Weltmeister Männer: 1954, 1974, 1990 und 2014, Weltmeister Frauen: 2003, 2007), Handball mit international starker Liga (mehrfacher Weltmeister), Hockey (mehrfacher Weltmeister und Olympiasieger), Tennis (Boris Becker, Steffi Graf), Wintersport (Bob, Biathlon, Langlauf, Alpine Sportarten, Skispringen, Eisschnell- und Eiskunstlauf), Volleyball, Basketball, Radfahren (Rudi Altig, Jan Ullrich), Eishockey, Motorsport (Formel 1 mit Michael Schumacher, Sebastian Vettel) und Olympische Sommersportarten (Fechten, Kanu, Leichtathletik, Reiten, Ringen, Rudern und Schwimmen).

Kulinarisch: Deutschland ist bekannt für zahlreiche Gerichte wie Rheinischer Sauerbraten, Königsberger Klopse, Gänsebraten, Thüringer Klöße, Knödel, verschiedene Schweinebraten und die Bratwurst sowie Kasseler mit Sauerkraut, Eintöpfe und Nudelgerichte wie Spätzle und Maultauschen. Typisch im Alltag ist natürlich die Currywurst und der Döner, der in der verkauften Form oft eine türkisch-deutsche Mischkreation darstellt. Bekannte Torten sind die Schwarzwälder Kirschtorte (im Ausland ebenfalls sehr beliebt) und der Frankfurter Kranz. Deutschland ist auch bekannt für den Dresdner Christstollen und Lübecker Marzipan. Deutsches Weingummi (Haribo) ist mindestens genauso verbreitet wie die berühmten deutschen Weine und Biere.

Zeitzone: UTC+1 (mit Sommerzeit +2)
Notruf: 112

Kfz-Kennzeichen: D
Internetendung: .de

Geographie und Natur

Geographie: Deutschland liegt im Herzen Europas, gliedert sich in die Großräume Norddeutsches Tiefland, Mittelgebirge sowie das Alpenvorland und die Alpen. Das Land hat mit neun europäischen Nachbarstaaten die meisten Grenzenstaaten in Europa (von Norden im Uhrzeigersinn: Dänemark, Polen, Tschechien, Österreich, Schweiz, Frankreich, Luxemburg, Belgien und die Niederlande. Daneben hat Deutschland Anteil an der Nord- und Ostsee.

Der nördlichste Punkt befindet sich auf der Nordseeinsel Sylt, der südlichste in Oberstdorf, der westlichste in Selfkant und der östlichste in Zentendorf (die vier Gemeinden im Zipfelbund).

Nationalparks (15): Nationalpark Bayerischer Wald (seit 1970), Berchtesgaden (1978), Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer (1985), Niedersächsisches Wattenmeer (1986), Hamburgisches Wattenmeer, Jasmund, Müritz, Vorpommersche Boddenlandschaft, Sächsische Schweiz (alle 1990), Unteres Odertal (1995), Hainich (1997), Eifel, Kellerwald-Edersee ( beide 2004), Harz (2006) und Schwarzwald (2014).

Fauna und Flora: Typische Nadel-, Laub- und Mischwälder Mitteleuropas mit dem typischen deutschen Baum der Eiche aber auch Buchen, Birken, Fichten und Kiefern. Ausgedehnte Waldgebiete findet man im Schwarzwald, dem Harz, dem Spessart, der Eifel sowie dem Bayerischen und Thüringer Wald. 30 % Deutschlands sind bewaldet. Daneben gibt es ausgedehnte Heidelandschaften wie etwa die Lüneburger Heide.

Verbreitete Säugetiere sind Rehe, Hirsche, Wildschweine, Feldhasen, Füchse und seltener Biber, Otter und Luchse. Seit einigen Jahren findet man im Osten des Landes auch wieder Wölfe und Elche. In den Alpen findet man noch Murmeltiere und Gämse. Die Vogelwelt ist vertreten durch Seeadler, Mäusebussarde und Turmfalken. Spatzen, Meisen und Amseln sind vielfach zu finden, insbesondere an den Küsten auch Möwen. In den Flüssen leben unter anderem Lachse. An den deutschen Küsten findet man neben Wasservögeln und der typischen Fischwelt auch Seehunde, Schweinswale und sogar eine Delfinart.

Naturkatastrophen: Erdbeben (eher selten, wenn dann meist in den Bereichen südlicher Rheingraben, die Region Tübingen, die Region Aachen mit Kölner Bucht sowie in der Region um Gera), Sturmfluten an den Küsten und Flussüberschwemmungen, Starkstürme (Orkane und selten Tornados), Erdrutsche und Lawinen.

Höchste Berge: Zugspitze (2.962 m), Schneefernerkopf (2.874 m) und Mittlere Wetterspitze (2.750 m).

Größte Inseln: Rügen, Usedom, Fehmarn (alle Ostsee), Sylt, Föhr und Pellworm (alle Nordsee), Poel (Ostsee), Borkum, Norderney, Amrum und Langeoog (alle Nordsee).

Größte Seen: Bodensee (536 qkm, Bayern und Baden-Württemberg), Müritz (112 qkm, Mecklenburg-Vorpommern), Chiemsee (80 qkm, Bayern), Schweriner See (62 qkm, Mecklenburg-Vorpommern), Starnberger See, Ammersee (beide Bayern), Plauer See, Kummerower See (beide Mecklenburg-Vorpommern), das Steinhuder Meer (Niedersachsen) und der Große Plöner See (Schleswig-Holstein).

Wichtige Flüsse: Rhein (ca. 860 km), Weser (ca. 750 km), Elbe (ca. 730 km), Donau (ca. 650 km) sowie der Main, die Saale, die Spree, die Ems, der Neckar und die Havel.
Nachbarländer: Dänemark, Polen, Tschechien, Österreich, Schweiz, Frankreich, Luxemburg, Belgien und die Niederlande. Grenzlänge insgesamt ca. 3.620 km. Küstenlänge: ca. 2.350 km (über 1.200 km Festland).

Klima: Deutschland liegt in der gemäßigten Klimazone von Mitteleuropa, es gibt jedoch aufgrund des Reliefs, verschiedener Windsysteme und der unterschiedlichen Nähe zum Meer regionale Unterschiede. Im Westen Deutschlands ist das Klima ozeanisch-feucht und milder, der Osten ist kontinentaler und trockener geprägt. Kalte und schneereiche Winter sind häufiger im Alpenraum und im Osten Deutschlands. Mildernd wirkt sich auf ganz Deutschland auch der Golfstrom aus, vorwiegend profitiert davon aber Nordwestdeutschland. Als eine der mildesten Regionen Deutschlands gilt auch der Oberrheingraben, sonnenreich sind besonders verschiedene Orte und Inseln an und in der Ostsee.

Politik und Verwaltung

Staatsform: Bundesrepublik, bestehend aus 16 Bundesländern.
Staatsoberhaupt: Bundespräsident/-in.
Regierungssystem: Repräsentative (parlamentarische) Demokratie.
Regierungschef/-in: Bundeskanzler/-in.
Parlament: Bundestag und Bundesrat (Länderkammer).

Bundesländer (mit Hauptstadt): Baden-Württemberg (Stuttgart), Bayern (München), Berlin, Brandenburg (Potsdam), Bremen, Hamburg, Hessen (Wiesbaden), Mecklenburg-Vorpommern (Schwerin), Niedersachsen (Hannover), Nordrhein-Westfalen (Düsseldorf), Rheinland-Pfalz (Mainz), Saarland (Saarbrücken), Sachsen (Dresden), Sachsen-Anhalt (Magdeburg), Schleswig-Holstein (Kiel) und Thüringen (Erfurt).

Nationalhymne (seit 1952): Deutsche Nationalhymne (Dritte Strophe des Deutschlandlieds als Das Lied der Deutschen). Melodie: Joseph Haydn. Text: August Heinrich Hoffmann von Fallersleben.

Nationalfeiertag: 3. Oktober (1990: Tag der Deutschen Einheit und dem Beitritt der Deutschen Demokratischen Republik zur Bundesrepublik Deutschland).

Landesgründung: Im Vertrag von Verdun (843) wurde das riesige Frankenreich aufgeteilt in ein Ostfrankenreich (Kaiser Ludwig “der Deutsche”), Lotharingen und das Westfrankenreich. 1871 Gründung des Deutschen Kaiserreichs. 1949 Gründung der Bundesrepublik Deutschland (oftmals als BRD bezeichnet) und der Deutschen Demokratischen Republik (DDR), die 1990 der BRD beitrat.

Flagge: Schwarz-Rot-Gold (die Farben sind abgeleitet aus der Zeit der Befreiungskriege gegen Napoleon 1813 und waren die des Lützowschen Korps, dem viele Studenten angehörten. Deren unterschiedliche Uniformen wurden schwarz gefärbt, hatten goldene Messingknöpfe und rote Aufschläge. Diese Farben waren aber bereits bekannt durch die Reichsfahne des Heiligen Römischen Reichs. Populär wurden sie auch nach dem Hambacher Fest 1832). Als Bundesdienstflagge wird die Flagge mit Bundesschild und Adler verwendet.

Internationale Mitgliedschaften (Auswahl): UNO (seit 1973), EU (seit 1995, vorher Gründungsmitglied der EG), NATO (seit 1955), Europarat, G8 und G20, OSZE, OECD, Internationaler Währungsfonds, WTO und Weltbank.

Sitz internationaler Organisationen: UN (Auswahl): Freiwilligenprogramm der UN, UNCCD, Bonner Konvention, ACOBANS, UNEP/EUROBATS, UNEVOC, UN-IHDP, Europäisches Zentrum für Umwelt und Gesundheit (ECEH) und UNWTO (alle Bonn). EASA (Köln), EIOPA, Europäische Zentralbank EZB (beide Frankfurt am Main), GCDT, OCCAR (beide Bonn).

Wirtschaft und Medien

Währung: Euro (bis 2002 Deutsche Mark, abgekürzt: DM).

Wirtschaft: Industrie (insbesondere Automobile, Elektrotechnik, IT und Telekommunikation, Maschinenbau und Chemie), Dienstleistungen (Versicherungen insbesondere Rückversicherer, Banken & Finanzen, Tourismus mit Messen, Events und diversen Kulturgütern/Sehenswürdigkeiten).

Wichtigste Handelspartner: Frankreich, Großbritannien, Niederlande, Österreich, Schweiz, USA, VR China, Russland.

Energie: Stromerzeugung durch fossile Brennstoffe (Braun- und Steinkohle), Atomkraft und erneuerbare Energien (Solarenergie, Windkraft insbesondere an der Nordsee und Biomasse). Deutschland setzt sich aus Umweltschutzgründen für eine Energiewende ein, den schrittweisen Ausstieg aus der Atomkraft (seit 2011) und die Erhöhung des Anteils als erneuerbaren Energien.

Bruttoinlandsprodukt (BIP): 2.670 Milliarden € (größte Volkswirtschaft Europas und viertgrößte weltweit!), ca. 33.000 € pro Kopf (Vergleich Österreich: 36.000 €, Schweiz: 60.000 €, Italien: 26.000 €). Verteilung am Bruttosozialprodukt (BSP): Dienstleistung 74 %, Industrie 24 %, Landwirtschaft 2 %).

Tourismus: Bedeutender Wirtschaftsfaktor mit starkem Inlandtourismus, beliebt sind insbesondere Nord- und Ostsee, Kurbäder, die Alpenregion und der Städte/Kulturtourismus. Herkunftsländer von ausländischen Gästen: Niederlande, USA, Großbritannien, Schweiz, Italien, Frankreich, Österreich, Belgien, Dänemark und Spanien.

Arbeitslosenquote: Im internationalen Vergleich generell eher niedrig, meist zwischen 6-8 %.

Medien: Öffentlich-Rechtlich mit ARD (und Landesrundfunkanstalten wie WDR, NDR und BR), ZDF. Private Sender: RTL, ProSieben, SAT.1, kabel eins, VOX, n-tv und Tele 5. Bekannte Zeitungen sind die Bild, Express (beide Boulevard), Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ), Die Welt und die Süddeutsche Zeitung. Bekannte wöchentliche Nachrichtenmagazine: Der Spiegel, Focus und Stern.

 

Deutsche Küche

Seit einigen Jahren bestätigt es auch der jährlich erscheinende Michelin-Führer schwarz auf weiß: in Deutschland kann man gut essen. Mit 255 ausgezeichneten Sterne-Restaurants nimmt Deutschland nach Frankreich den internationalen Spitzenplatz ein.

Aber nicht nur die Spitzenköche lassen die Herzen der Gourmets höher schlagen, sondern auch die traditionelle Kochtradition der deutschen Küche. Was typisch für die deutsche Küche ist, dass ist weltweit schnell gesagt: Schweinebraten, Eisbein, Bratwurst, Sauerkraut, Kartoffeln und Knödel. Und natürlich Schwarzwälder Kirschtorte.

Generell sagt man der hiesigen Küche eine Kohlehydrat- und Fleischlastigkeit nach, insbesondere Kartoffeln und Schweinefleisch stehen als Herausstellungsmerkmal für deutsche Kochtradition. Während andere Landesküchen eher zu Rindfleisch neigen, sind die Deutschen allerdings mit ihren mitteleuropäischen Nachbarn bei der Liebe für Schweinefleisch in guter Gesellschaft, denn auch Polen, Slowaken, Tschechen und auch Dänen haben einen ähnlichen Geschmack.

 

Currywurst, Sauerbraten und Spätzle

Die deutsche Currywurst ist mittlerweile eines der beliebtesten Gerichte, die man am besten an entsprechende Buden essen kann und deren Currysoße von den wirklichen Experten in unterschiedlichen Schärfestufen angeboten wird. Im Rheinland ist man nicht nur stolz auf den Rheinischen Sauerbraten, sondern auch auf Reibekuchen und auf Muscheln rheinische Art. Nicht zu vergessen sind in der rheinischen Küche natürlich auch die Aachener Printen und der Düsseldorfer Senf sowie die Kölner Blutwurst (Flönz).

Auch die Sachsen lieben ihren Sächsischen Sauerbraten, ebenso wie ihre Kartoffelsuppe und den Radeberger Biergulasch. Dresdner Stollen ist deutschlandweit zur Vorweihnachtszeit gefragt.

Der bayerische Schweinsbraten mit Biersoße und Knödeln zählt zu den beliebtesten Gerichten ganz Deutschlands, ebenso wie die Königsberger Klopse (besonders beliebt in Berlin), Kohlrohladen, Spargel mit Schinken, Fischgerichte (wie Scholle, Hering und Kabeljau) sowie Gänse- oder Entengerichte. Die Schwäbische Küche ist bekannt für ihre bodenständigen Nudelgerichte wie Maultaschen, Schupfnudeln und Spätzle. Die bayerische Küche ist nicht nur für ihre Braten, sondern auch für die typische Weißwurst (mit süßem Senf gezuzelt), Knödel, Germknödel, Leberkäse und Laugenbrezel bekannt.

Auch Eintöpfe sind in Deutschland beliebt, zahlreiche Variationen von Erbsen- und Linsensuppen und anderen Suppengerichten sind im ganzen Land zu finden. Grünkohl mit Kartoffeln und Wurst wird ebenso wie Matjes sowie das Gericht “Birnen, Bohnen und Speck” in Norddeutschland gerne gegessen.

Auch Gemüse darf nicht fehlen. Typische Gemüsebeilagen sind in Deutschland Erbsen, Möhren, Rotkohl, Wirsing, Kohlrabi oder Spinat. Als Nachtisch werden verschiedene Puddingsorten, Joghurts oder rote Grütze gegessen. Typisch deutsche Gewürze sind Pfeffer und Salz, auch Petersilie, Lorbeer, Kümmel und Dill werden gerne verwendet. Mit Zwiebel wird in Deutschland schon lange und oft gekocht, Knoblauch wurde in den letzten Jahren durch den Einfluss der mediterranen Küchen beliebter, ebenso wie Thymian und Oregano. Curry, Kurkuma und Chili sowie andere asiatische Gewürze finden mehr und mehr Verbreitung.

In Deutschland wird traditionell eher Mittags die Hauptmahlzeit eingenommen. In den letzten Jahren geht der Trend berufsbedingt aber auch verstärkt zu einer Verlagerung zum Abendessen hin.

Das traditionelle Abendbrot besteht, wie der Name schon sagt, aus einer Brotzeit. Gegessen werden dabei meist verschiedene Käsesorten aus Deutschland oder den Nachbarländern, Frischkäse, Schinken, Salami, Fleisch- und Leberwurst, Marmelade, Schokoladenaufstrich oder Honig. Dabei ist vielfach kein großer Unterschied zum Frühstück festzustellen, wo ähnliche Produkte gegessen werden. Natürlich isst man zum Frühstück auch Frühstückseier oder Cornflakes, das in Großbritannien oder den USA übliche warme Rührei, Frühstücksspeck oder Wurst ist eher unüblich.

Im Alltag findet man die traditionelle deutsche Küche zwar noch, aber auch die Deutschen lieben die internationale Küche. Die typischen Gerichte aus Österreich (Wiener Schnitzel, Tafelspitz und Kaiserschmarrn) und der Schweiz (Raclette, Fondue, Zürcher Geschnetzeltes und Rösti) sind stark verbreitet. Besonders auch die italienische Küche mit Gerichten wie Pasta und Pizza wird im Alltag gerne gegessen, ebenso findet man überall türkische und chinesisch-asiatische Imbissstuben und Restaurants.

Fischbrötchen sind ebenfalls sehr beliebt und können auch außerhalb der Küste in fast allen Städten über die Restaurants der Nordseekette zum Mitnehmen oder Verzehr “auf die Hand” gekauft werden.

 

Deutsche Bäcker- und Konditorkunst

Gerade beim Brot genießen die deutschen Bäcker einen weltweit ausgezeichneten Ruf. Man kann die deutsche Brotkultur sicherlich als einzigartig und vielseitig beschreiben. Es gibt die verschiedensten Brotsorten und jede Dorfbäckerei hat diesbezüglich mehr Variation als riesige Supermärkte im Ausland. Insbesondere bei Voll- und Mehrkornbroten sind die Deutschen erfinderisch. Weißbrot wie etwa Baguette aus Frankreich oder Ciabatta aus Italien gibt es hierzulande natürlich auch.

In den letzten Jahren kommen immer mehr Brote hinzu. Die unterschiedlichsten Mischbrote werden erfunden, was insbesondere auf die vielen Mehlsorten zurückzuführen ist, die noch dazu mit allen erdenklichen Körnern bereichert werden. Weizen, Roggen, Dinkel, Hafer – und dann in unterschiedlichen Typisierungen. Sesam, Mohn, Kümmel, Kürbiskerne und Sonnenblumenkerne werden gerne eingesetzt. Auch bei den Brötchen, Schrippen (Berlin) oder Semmeln (Süddeutschland) sind die Bäckerinnen und Bäcker äußerst einfallsreich.

Die Deutschen bevorzugen in den letzten Jahren verstärkt ballaststoffreiche Körnerbrote. Selbst Toast ist vielfach als Vollwertversion erhältlich. Aber nicht nur Grau- und Vollwertbrot ist sehr beliebt, sondern auch Schwarzbrot oder Pumpernickel. Wenn man ausgewanderte Deutsche fragt, was sie an ihrer alten Heimat vermissen, wird fast immer das gute, deutsche Brot genannt.

Neben der berühmten Schwarzwälder Kirschrote sind die deutschen Konditoren und Hausfrauen (und -männer) auch für Bienenstich, Donauwelle, Apfelstrudel, Käsekuchen, Streuselkuchen, Apfelkuchen, Frankfurter Kranz, Mohnkuchen, Erdbeerkuchen und Pflaumenkuchen bekannt. Nicht zu vergessen sind die verschiedenen Weihnachtsspezialitäten wie Christstollen, Lebkuchen und Marzipan.

 

Bier, Wein und andere Getränke

Deutschland ist besonders bekannt für seine Biersorten, die nach dem deutschen Reinheitsgebot (seit 1516) gebraut werden. Es gibt unzählige Brauereien in Deutschland, vom Großkonzern bis zur Microbrauerei auf dem Dorf. Das untergärige Pils nach Pilsener Brauart ist weit verbreitet, ebenso findet man andere Sorten wie Kölsch, Altbier, Weißbier, Weizenbier oder Berliner Weiße.

Mischgetränke aus Bier und Limonade werden in Bayern “Radler” und in Norddeutschland als “Alsterwasser” bezeichnet und werden gerne im Sommer und auf Ausflügen in den gemütlichen Biergärten getrunken. Alkoholfreie Biersorten haben sich in den letzten Jahren verstärkt etabliert.

Mit seinen 16 Weinbauregionen ist Deutschland auch ein hervorragendes Weinland, dies wird seit einigen Jahren auch international mehr und mehr bemerkt. Die Weintradition geht bereits in römische Zeiten zurück und heute werden an Rhein, Mosel, Ahr und Donau Weiß- und Rotweine angebaut. Bei Einheimischen und Touristen gleich beliebt sind die Weinfeste in den deutschen Weinregionen, wo es auch Weinköniginnen gibt und andere Traditionen zum Weinbau gepflegt werden.

Auch Eiswein und Apfelwein sind verbreitet. Schöne Wanderwege ergeben sich entlang der verschiedenen Weinstrassen wie etwa der Rotweinwanderweg an der Ahr.

Deutschland ist auch ein Kaffeetrinkerland und die Auswahl wird dabei im Supermarkt oder im Café immer größer und umfasst ein weites internationales Spektrum. Auch die Zahl der Teetrinker ist zwar nicht so groß wie in Großbritannien aber recht hoch, insbesondere in Norddeutschland. Nicht alkoholische Flüssigkeitslieferanten wie Mineralwasser (meist mit Kohlensäure), Schorlen (Orangen, Apfel), Limonaden oder Eistee sind die gängigsten Getränke im Alltag.

 

Klima in Deutschland

Deutschland  liegt in den gemäßigten Breiten Mitteleuropas und hat ein warmgemäßigtes Regenklima. Wetterextreme sind in dieser Klimazone eher selten. Das ganze Jahr über prägen meist ausgleichende Westwinde das Wetter. Dies bedeutet allerdings, dass die vom Atlantik einströmenden Regengebiete Deutschland  regelmäßig Niederschläge bringen.

Die Jahreszeiten sind zwar spürbar vorhanden, sind jedoch durch den ozeanischen Einfluss nicht so ausgeprägt wie beim Kontinentalklima beispielsweise im zentralen Nordamerika. Eine Ausnahme bilden Blockaden durch Hochdruckgebiete, die auch in Mitteleuropa längere Hitze- und Kälteperioden einbringen können.

Auch wenn die Deutschen gerne und oft über das Wetter schimpfen, so muss man feststellen, dass das Klima Deutschlands im Vergleich zu seiner nördlichen Breitenlage recht mild ist. Dies hat das Land auch dem mildernden Einfluss des Golfstroms zu verdanken. Der Effekt ist hierzulande zwar nicht so deutlich wie etwa im Süden Großbritanniens und Irland, aber doch vorhanden.

 

Regionale Unterschiede prägen das Wetter

Die regionalen Unterschiede innerhalb Deutschlands sind jedoch phasenweise beachtlich. Entscheidend hierfür sind insbesondere die Gebirge. Sie bilden Wetterbarrieren und schirmen manche Täler und Ebenen ab. Ebenfalls wichtig ist auch der mäßigende Einfluss der Wasserflächen an Nord- und Ostsee, wobei das Seeklima insbesondere an der Nordsee durch anhaltenden Wind als rau bezeichnet werden kann.

Als besonders milde und generell wärmste Region Deutschlands gilt der Oberrheingraben. Freiburg im Breisgau gilt vielen als die wärmste Stadt Deutschlands und während Hitzewellen wurden hier schon über 40 °C gemessen, sowie zahlreiche Tropennächte. Häufige Südwestwetterlagen bescheren der Region auch meist einen frühen Frühling und einen langen Herbst.

Deutschlands einzige Hochseeinsel ist Helgoland. Sie hat das mildeste Winterklima, allerdings auch relativ wenig Sonnenstunden im Winter (verstärkt auch aufgrund der nördlichen Lage). Die vom Golfstrom erwärmte Nordsee fungiert im Winter als Wärmespeicher, im Sommer kühlend. Allergiker bereisen die Insel das ganze Jahr über gerne, da hier kaum Pollen fliegen.

Im Westen und Süden Deutschlands gibt es mehr Niederschläge, als im trockeneren Osten. Im Osten Deutschlands wird das Klima aufgrund der größeren Entfernung zum Atlantik kontinentaler und trockener. Im Sommer besteht hier durchaus bei anhaltenden Dürren erhöhte Waldbrandgefahr. Dafür ist die Zahl der Sonnenstunden zum Beispiel in Brandenburg aber auch Berlin hoch. Lang anhaltende Sommer und die zahlreichen Seen und Flüsse machen die Region dann zu einem attraktiven Urlaubsgebiet.

 

Ostsee mehr Sonne als Nordsee

Auch an den Küsten bemerkt man ebenfalls einen Unterschied zwischen Westen und Osten. Insbesondere die Küstenzonen von Mecklenburg-Vorpommern erhalten reichlich Sonnenstunden, ebenso wie die vorgelagerten Inseln Usedom und Rügen. Nordwestdeutschland hat dagegen eher weniger Sonnenstunden im Jahresvergleich.

Dafür sind die Winter am Niederrhein besonders warm, da hier die Nähe zum Meer und die flache Landschaft dominieren. Im Osten Deutschlands, aber auch in den höheren Gebirgslagen insbesondere den Alpen werden kältere, schneereiche Winter verzeichnet. Es gibt zwar durchaus Winter mit kaum Schnee in Deutschland, meistens erhalten aber besonders die höheren Lagen der Alpen aber auch der Mittelgebirge wie das Sauerland und das Erzgebirge Schnee im Winter, so dass an vielen Orten Deutschlands Wintersport und -urlaub möglich ist.

In den Alpen tritt regelmäßig der Föhn auf, der im Winter den betroffenen Regionen Bayerns und Baden-Württembergs warme und trockene Luft aus dem Süden mitbringt. Er führt zu einem deutlichen Temperaturanstieg und zu Tauwetter und wird aufgrund des schnellen Wetterwechsels von vielen Menschen eher als belastend empfunden.

Naturkatastrophen sind in Deutschland durch die ausgleichenden Westwinde eher selten. Verschiedene Orkantiefs können insbesondere Norddeutschland im Herbst und Winter beeinflussen. Süd- und Ostdeutschland sowie Städte an Flüssen können durch Schneeschmelzen und/ oder anhaltende Niederschläge Zerstörungen durch Überschwemmungen (Oderhochwasser 1997, Elbehochwasser 2002) erleiden. Hagel tritt eher in Süddeutschland auf, Gewitter können im Sommer deutschlandweit auftreten sowie auch seltene Tornados.

 

Deutsche Wirtschaft

Die deutsche Wirtschaft ist eine der größten Volkswirtschaften der Welt und Europas. Beim Human Development Index “spielt” Deutschland als sehr hoch entwickeltes Land ebenfalls ganz oben mit. Wie viele Staaten der EU ist Deutschland heute eine starke Dienstleistungsgesellschaft (74 % Anteil an der Wirtschaftsleistung), gefolgt von der Industrie (24 %) und einer eher geringen Landwirtschaft (2 %).

Obwohl Deutschland im Gegensatz zu anderen vergleichbaren Ländern wie etwa Japan einige Rohstoffquellen besitzt (es kommen und werden abgebaut unter anderem Baustoffe, Eisen, Industriemineralien, Kohle, Silber und Zinn), ist die hiesige Industrie auf umfangreiche Rohstoffimporte angewiesen.

Trotzt der starken Rolle der Dienstleistungen ist Deutschland immer noch in vielen Bereichen der Industrie der Weltmarktführer. Dabei kommt den Deutschen bis heute eine wichtige Rolle in der Entdeckungen von technischen Innovationen zu.

 

Deutsche Erfindungen

Die Deutschen waren schon immer eine innovative Gesellschaft und so verwundert es nicht, dass die Liste der Erfindungen mit Ursprung aus Deutschland lang ist. Bis heute ist Deutschland eines der Länder mit den meisten Patentanmeldungen pro Kopf.

Im Jahre 1440 erfand der Mainzer Johannes Gutenberg den Buchdruck mit beweglichen Metalllettern, 1796 entdeckte der in Meißen geborene Arzt Samuel Hahnemann die Homöopathie,  1859 erfindet der Hesse Philipp Reis das Telefon, Julius Lothar Meyer erfindet 1864 mit dem Russen Dmitri Mendelejew das Periodensystem und 1866 folgt Werner von Siemens mit der Erfindung des Dynamo und 1881 die Straßenbahn.

Gottlieb Daimler erfand unter anderem das Motorrad und das erste Kraftfahrzeug mit Verbrennungsmotor auf vier Rädern. 1886 erfand er mit Karl Benz das Automobil. Rudolf Diesel erfand 1890 den Dieselmotor und 1902 Robert Bosch die Zündkerze.

Erfindungen Deutscher oder aus Deutschland stammender Personen sind außerdem die Jeans (Levi Strauss aus Buttenheim), Schallplatte und Plattenspieler (Emil Berliner), das Tonband (Fritz Pfleumer), die Thermosflasche (Reinhold Burger), das Gleitflugzeug (Otto Lilienthal), das Aspirin (Felix Hoffmann), die Kleinbildkamera (Oskar Barnack), die Nutzung der Röntgenstrahlung (Wilhelm Conrad Röntgen), der Dübel (Artur Fischer), den Kaffeefilter (Melitta Bentz), den Teebeutel (Adolf Rambold) und die Gummibärchen (Hans Riegel, HARIBO).

Der internationale Luftverkehr profitierte von der Erfindung des Düsentriebwerks durch Hans von Ohain 1936, im gleichen Jahr erfindet Heinrich Focke den Hubschrauber.

Otto Hahn erfand 1938 die Kernspaltung. Einer der bekanntesten deutschen Erfinder war Albert Einstein, der 1905 die Relativitätstheorie entwickelte und 1922 den Nobelpreis erhielt. Manfred Baron von Ardenne war ein bedeutender Erfinder im Bereich der Funk- und Fernsehtechnik. Konrad Zuse gilt als der Entdecker des Computers, weil er bereits 1941 den Z3-Rechner entwickelte. Weitere Erfindungen aus jüngerer Zeit sind außerdem der Airbag (Mercedes Benz) und das MP3-Format (Fraunhofer Institut für Integrierte Schaltungen).

Deutschlands Wohlstand ist auch diesen zahlreichen teilweise bahnbrechenden Erfindungen zu verdanken. Man sagt nicht ohne Grund, dass die wichtigste Ressource des Landes die Ideen und die Bildung der Menschen ist.

 

Bekannte und erfolgreiche Global Player

Im Ausland ist besonders die deutsche Automobilindustrie symbolisch für Deutschland als erfolgreicher Entwicklungs- und Produktionsstandort. Bekannte und gefragte Automarken wie Volkswagen (VW), Daimler und BMW. Diese drei Konzerne sind alle in der Top 10 der größten deutschen Unternehmen nach Umsetz. Zu Volkswagen gehören neben VW auch die bekannten Automarken Audi, Seat und Škoda sowie Premiummarken wie Bentley, Bugatti, Ducati, Lamborghini und Porsche.

Auch andere hochtechnisierte Bereiche sind wichtige Säulen der deutschen Wirtschaft wie etwa Nutzfahrzeuge, Maschinenbau (, Elektrotechnik (Siemens, Bosch) und die chemische Industrie (BASF, Bayer, Fresenius, Linde, Henkel). Große Handelsketten sind die Metro AG, die Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland), Rewe, Aldi und Edeka aber auch Otto und Tengelmann. Aldi-Märkte findet man nicht nur in Europa, sondern auch in Ländern wie den USA und sogar Australien.

Deutschlands größtes Stahl- und Technologieunternehmen ist ThyssenKrupp, besonders im internationalen Baubereich ist der Konzern Hochtief tätig. Weitere bedeutende Unternehmen oder Konzerne sind die TUI (Touristik), die Lufthansa (Flugverkehr), Bertelsmann (Medien) und Energiekonzerne wie E.ON, RWE und die Thüga-Gruppe.

Die ehemaligen staatlichen Betriebe der Deutschen Post AG und Deutschen Bahn sind die größten Konzerne der Logistik, die Deutsche Telekom ist der größte Telekommunikationsanbieter des Landes.

Trotz aller erfolgreichen Großkonzerne  und Global Player ist das Rückgrat der deutschen Wirtschaft der erfolgreiche deutsche Mittelstand mit erfolgreichen Unternehmen in verschiedenen Nischenprodukten als Weltmarktführer.

 

Erfolgslabel “Made in Germany”

Die Aufschrift “Made in Germany” gilt bei Produkten weltweit als eine Art Gütesiegel, die den Waren aus Deutschland seit langem einen enormen Absatz garantieren. Dieses positive Image machte Deutschland zum vielfachen Exportweltmeister.

Deutschland als zuverlässiger Wirtschaftsstandort ist nicht ohne Grund auch ein Anziehungspunkt für ausländische Investitionen. Die Investoren schätzen an Deutschland Faktoren wie die gute Lage in der Mitte Europas, die hervorragende Infrastruktur, die Rechtssicherheit, die innovativen Ideen, die Loyalität und Zuverlässigkeit der Beschäftigten, die hohe Lebensqualität und auch das hohe Bildungsniveau der Deutschen. Außerdem sind im internationalen Vergleich wichtige Stabilitätsfaktoren in Deutschland gegeben, wie etwa überschaubare Inflationsraten und berechenbare Lohnentwicklungen.

Auch Deutschlands Einbindung den riesigen EU-Binnenmarkt und in die Euro-Währungszone sind positive Argumente für die deutsche Wirtschaft.

Ausländische Konsumenten schätzen die Qualität deutscher Produkte mittlerweile auch in Relation zum Preis-Leistungs-Verhältnis hoch ein. Viele Menschen im Ausland haben die Auffassung: auch wenn deutsche Produkte etwas teurer sind als Produkte aus Billiglohnländern, sind sie meist auch deutlich besser.

Aber das gute Image ist kein Selbstläufer und wurde den Deutschen auch nicht geschenkt. Im 19. Jahrhundert wurde das heute hoch angesehene Label “Made in Germany” zunächst in Großbritannien eingeführt, allerdings mit der Absicht Nachahmer- und billige Importware vom Kontinent zu brandmarken. Das dies einmal ein Kaufargument sein würde, konnte damals noch niemand ahnen.

Ein Blick auf die Weltkarte lässt verblüffendes: diese relativ kleine Germany kann beim Export tatsächlich mit so riesigen Ländern wie den USA und China mithalten? Das schaffen nur wenige Staaten der Welt, wie etwa Japan.

 

Exportweltmeister mit Sozialer Marktwirtschaft

Der deutsche Sozialstaat mit einem im international Vergleich hohem Niveau bei Sozialleistungen ist das Ergebnis der Sozialen Marktwirtschaft. Politisch durchgesetzt von damaligen CDU-Bundeswirtschaftsminister Ludwig Erhard wurde sie in den jungen Jahren der Bundesrepublik nach 1949 zu einem Garant für sozialen Frieden. Sie wird auch gerne als “Exportschlager” bezeichnet und steht im starken Gegensatz zur starken neo-kapitalistischen Ausrichtung der freien Märkte.

In Deutschland ist das Prinzip an sich zwar kaum umstritten, aber in seinen Grenzen immer wieder Diskussionspunkt der Politik. Können wir uns diesen Sozialstaat, das Gesundheitssystem und die übrigen Transferleistungsbereiche noch leisten in einer globalisierten Welt?

Anders als in Länder wo nahezu “reine” kapitalistische Verhältnisse herrschen, gilt es in Deutschland immer das rechte Maß zwischen freiem Markt und sozialer Absicherung zu finden. Natürlich wird es dem einen immer zu viel und dem anderen immer zu wenig Sozialstaat sein.

Das macht es zwar gesellschaftlich-politisch zunächst etwas schwerer, aber die hohe Lebensqualität, die niedrige Kriminalitätsrate und viele andere Faktoren sprechen dafür, dass Deutschland mit dem Ziel der sozialen Marktwirtschaft “gut fährt”.

 

Sportarten in Deutschland

In den verschiedensten Sportarten waren und sind die deutschen Athletinnen und Athleten international erfolgreich. Daneben ist Deutschland in der Vergangenheit auch ein wichtiger Ort zum Austragen von internationalen Sportveranstaltungen gewesen. Die wichtigsten Veranstaltungen dieser Art waren sicherlich die Olympischen Sommerspiele 1972 in München und die Fußball-Weltmeisterschaften 1974 und 2006.

Vor dem Krieg fanden außerdem bereits Olympische Spiele 1936 in Berlin bzw. in Garmisch-Partenkirchen statt. Aber auch in vielen anderen Sportarten war Deutschland bereits Gastgeber von Europa- und Weltmeisterschaften. Ein jedes Jahr stattfindendes und sehr beliebtes Event ist besonders die mit Österreich gemeinsam ausgetragene Vierschanzentournee im Skispringen, wobei die deutschen Stationen Oberstdorf und Garmisch-Partenkirchen sind.

Fußball und das Wunder von Bern

Als die DfB-Auswahl im Jahr 1954 durch das 3:2 gegen die favorisierten Ungarn Weltmeister wurde, schrieb das Team von Trainer Sepp Herberger als die Helden von Bern Geschichte. Das Wunder von Bern wurde nicht ohne Grund in vielen Dokumentarfilmen und Spielfilmen verfilmt. Am bekanntesten ist der von Sönke Wortmann 2003 gedrehte Film “Das Wunder von Bern”.

Seit diesem Jahr wird in Hamburg auch ein entsprechendes Musical aufgeführt. Es gibt nicht wenige, die dem Gewinn der WM 1954 durch die Auswahl der jungen Bundesrepublik einen so hohen Stellenwert einräumen, dass sie von der eigentlichen Geburtsstunde dieser sprechen.

Fünf Jahre nach Gründung der BRD und erst neun Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs war dies ein Erfolg, den kaum jemand in dem vielfach noch zerstörten Land zu hoffen gewagt hatte.

Ob man so weit gehen mag oder nicht. Fußball ist zweifelsohne der Sport, der das Image Deutschlands am nachhaltigsten geprägt hat. Durch den Gewinn der Weltmeisterschaften 1954, 1974, 1990 und 2014 wurde dieser Sport zum Aushängeschild des Landes. Die Nationalmannschaft wird in den Medien und im Alltag dabei verschiedenartig tituliert: DFB-Auswahl, DFB-Team, Die Mannschaft, Deutsche Elf oder die Adler sind durchaus gängige Spitznamen.

Bekanntester Spieler war der deutschen Nationalmannschaft war bisher sicherlich der Kaiser Franz Beckenbauer, er wurde als Spieler 1974 und als Trainer 1990 Weltmeister.

Weitere weltbekannte Fußballnamen aus Deutschland sind und waren aber auch zum Beispiel Uwe Seeler, Gerd Müller, Günter Netzer, Paul Breitner, Berti Vogts, Karl-Heinz Rummenigge, Lothar Matthäus (Weltfussballer des Jahres 1991), Jürgen Klinsmann und Michael Ballack. Als traditionell besondere Stärke der deutschen Teams gelten auch die deutsche Torwarte wie etwa Manuel Neuer, Sepp Maier, Andreas Köppke, Oliver Kahn oder Toni Schumacher.

Bastian Schweinsteiger, Manuel Neuer, Mesut Özil und Thomas Müller sind in der Gegenwart Namen, die jeder internationale Fußballfan kennt. Die seit 1963 bestehende deutsche Fußball-Bundesliga ist eine der meist verfolgten internationalen Ligen der Welt und gilt als Spielklasse auf international höchstem Niveau. Rekordmeister ist hier der FC Bayern München, Rekordtorschütze Gerd Müller mit 365 Toren. Die meisten Einsätze hatte Karl-Heinz Körbel mit 602 Einsätzen.

Einer der herausragendsten deutschen Fußballtrainer ist neben Sepp Herberger, Helmut Schön und Franz Beckenbauer sicherlich auch Joachim “Jogi” Löw. Er wurde von der FIFA bei der Weltfußball-Gala in Zürich zum Welttrainer des Jahres 2014 gewählt.

Die besten deutschen Vereine nehmen ferner an der Champions League und an der Europa League teil.

Aber nicht nur bei den Männern ist Fußball ein Aushängeschild des deutschen Sports, denn auch die deutschen Frauen spielen einen international hochangesehenen Fußball. Als mehrfacher Welt- und Europameister gilt die deutsche Mannschaft daher auch im Frauen-Fußball als eines der Top-Teams. Bekannte Spielerinnen bei den Frauen sind bzw. waren unter anderem Birgit Prinz, Bettina Wiegmann, Doris Fitschen, Nadine Angerer und Silke Rottenberg.

 

Andere Sportarten

Aber auch in vielen weiteren Sportarten ist Deutschland weltweit führend oder zumindest immer vorne mit dabei.

Handball, Hockey, Volleyball, Tennis, Tischtennis, Radfahren, Judo, Wasserball, Basketball, Wintersport, Eishockey, Kanufahren, Schwimmen und Leichtathletik – die Liste ist lang. Bei Olympischen Sommer- und Winterspielen ist Deutschland meist sehr erfolgreich.

Einige Beispiele für erfolgreiche deutsche Mannschaften und Athleten: Im Handball wurden die deutschen Männer dreimal Weltmeister: 1938, 1978 und 2007, der DDR-Auswahl gelang es 1980 den Olympiatitel zu holen. Die deutschen Damen wurden in dieser Sportart 1993 Weltmeisterinnen.

Im Hockey wurde Deutschland in den Jahren 2002 und 2006 bei den Männern Weltmeister, sowie schon mehrfach Olympiasieger (1972, 1992, 2008 und 2012). Die deutschen Hockeydamen wurden 1976 und 1981 Weltmeisterinnen sowie 2004 Siegerinnen bei Olympia. Legendär sind bis heute die deutschen Tennis-Asse Steffi Graf (siebenmalige Wimbledonsiegerin) und Boris Becker (dreimaliger Wimbledonsieger), die dem Tennissport einen großen Auftrieb in Deutschland verschafften.

Im Schwimmsport gab es einige sehr erfolgreiche Ausnahmesportler wie etwa Franziska van Almsick (zahlreiche internationale Medaillen) und Michael Groß (u.a. Goldmedaillen bei den Olympischen Spielen 1984 und 1988).

Auch Wintersport ist sehr beliebt in Deutschland. Besonders erfolgreich sind deutsche Sportlerinnen und Sportler meist im Biathlon, Bobfahren, Rennrodeln und Langlauf. Das Skispringen wurde in Deutschland nicht nur durch die Vierschanzentournee populär, sondern auch durch erfolgreiche Springer wie Sven Hannawald, Martin Schmitt, Jens Weißflog oder Dieter Thoma. Katharina Witt gilt bis heute als erfolgreichste Eiskunstläuferin Deutschlands und wurde für die DDR Olypiasiegerin 1984 und 1988.

Die besten Sportlerinnen und Sportler werden jedes Jahr national in der Wahl zum Sportler des Jahres bestimmt. International gibt es ebenfalls eine Wahl zum Weltsportler des Jahres. Die Deutschen sind sportbegeistert – sowohl als Aktive als auch als Zuschauer. Das Publikum bei internationalen Sportveranstaltungen gilt in Deutschland als besonders  interessiert.

International besonders hervorzuheben war in jüngerer Vergangenheit insbesondere das “Sommermärchen” der Fußball-WM 2006, wo die deutschen und internationalen Fans friedlich zusammen feierten und -weltweit nahezu einmalig- selbst kleine Fußballnationen vor fast ausverkauftem Stadion spielen konnten. In diesem Sinne darf man sich auf die nächsten Sportveranstaltungen in Deutschland freuen.

 

Kunst und Kultur aus Deutschland

Deutschland ist ein wirtschaftlich sehr erfolgreiches Land. Aber nicht nur seine wirtschaftlichen Güter und wirtschaftliche Attraktivität sind bemerkenswert. Als Geburtsort zahlreicher Literaten, Philosophen, Künstler und Musiker gilt es auch als eines der kulturellen Zentren Europas und der Welt.

Auf fast jedem Gebiet der Kultur, Wissenschaft, Religion und Forschung prägten Deutsche die Entwicklung der modernen Gesellschaft. Wir bitten an dieser Stelle um Verständnis, wenn dieser Beitrag nur sehr oberflächlich das Themengebiet der Kultur und Kunst in Deutschland beschreibt.

 

Land der Dichter und Philosophen

Johann Wolfgang von Goethe, Friedrich Schiller, Heinrich Heine, Bertolt Brecht, Theodor Mommsen, Thomas Mann, Heinrich Böll und Günter Grass (Literaturnobelpreis 1999) sind weltbekannte Namen aus dem Bereich Literatur. Bekannte deutsche Schriftsteller der jüngeren Vergangenheit sind oder waren außerdem Heinrich Böll, Martin Walser, Siegfried Lenz, Herta Müller, Christine Brückner oder Wolf Biermann.

Den Ruf als Märchenland hat Deutschland nicht nur seinen Burgen und Schlössern (wie etwa dem weltbekannten Motiv von Schloss Neuschwanstein) zu verdanken, sondern auch den Brüdern Jacob und Wilhelm Grimm.

Philosophen wie Immanuel Kant, Georg Friedrich Wilhelm Hegel und Gottfried Wilhelm Leibniz prägten den deutschen Idealismus. Jürgen Habermas gilt als einer der bekanntesten Philosophen der Gegenwart. Martin Luther war der Urheber der Reformation, Karl Marx und Friedrich Engels begründeten den Marxismus. Gegensätze waren in Deutschland immer vorhanden.

 

Komponisten, Musiker und Bands

Im Bereich der klassischen Musik ist Deutschland ebenfalls mit so berühmten Namen wie Ludwig van Beethoven, Wolfgang Amadeus Mozart, Johann Sebastian Bach, Johannes Brahms und Richard Wagner ein Begriff. Später folgten die Comedian Harmonists, die Neue Deutsche Welle mit Musikerinnen und Musikern wie Nena, Markus, Spliff, Fräulein Menke und Peter Schilling. Hier war besonders Nena mit dem Song “99 Luftballons” erfolgreich, der sogar international in Ländern wie USA, Kanada, Japan, Mexiko und Großbritannien ein großer Hit wurde.

Besonders in den 80ern war auch die Sängerin “Sandra” mit Hits wie “In the Heat of the Night” erfolgreich. Internationale Erfolge hatten in der Vergangenheit auch andere Musiker und Bands wie Die Ärzte, Die Toten Hosen, Alphaville, Rammstein und Tokio Hotel. Udo Lindenberg und Silbermond sind ebenfalls Namen, die große Erfolge aufweisen können. Nicole (Ein bißchen Frieden, 1982) und Lena (Satellite, 2010) konnten für Deutschland den Eurovision Song Contest gewinnen.

Xavier Naidoo, Helene Fischer, Scooter, Modern Talking, Heino, Truck Stop, Max Raabe und Paul Kalkbrenner – die unterschiedlichen Genres werden von deutschen Musikern beeinflusst. Bis heute hat natürlich auch der Ostrock aus der ehemaligen DDR seine Fans, zu dessen bekanntesten Vertretern unter anderem Karat, Karussell, die Puhdys und Nina Hagen gehören.

 

Kunst, Film & Comedy

Ebenfalls hat Deutschland auch bekannte Malerinnen und Maler hervorgebracht, wie etwa Albrecht Dürer, Carl Spitzweg, Max Liebermann und Gabriele Münter. Deutsche Architekten waren ferner Vorreiter bei der Etablierung der Klassischen Moderne, wie etwa Walter Gropius.

Deutsche Filmstudios wie etwa Bavaria Film oder die UFA und etliche Gemeinschaftsproduktionen machen aus Deutschland auch ein bekanntes Land im Bereich Film und TV. Bekannte deutsche Filme, die auch im Ausland erfolgreich waren, sind zum Beispiel Die Unendliche Geschichte, Das Boot, Lola Rennt und “Goodbye, Lenin!”. Auch der weltweit bekannte Silvesterklassiker Dinner for One ist tatsächlich eine Produktion des NDR.

Es gibt auch einige Serien, die den Sprung auf ausländische Bildschirme wie etwa Derrick, Der Alte, Soko Köln, Soko Leipzig, Alarm für Cobra 11, Kommissar Rex, “Berlin, Berlin”, Türkisch für Anfänger und Die Schwarzwaldklinik. Besonders gerne werden deutsche Serien wohl in Frankreich, Italien, Spanien, dem übrigen Europa und sogar in Australien, Südamerika und Asien gezeigt.

Bedeutende Regisseure wie Roland Emmerich, Bernd Eichinger, Wim Wenders und Caroline Links sind weltweit bekannt.

Auch deutsche Kinderserien und Filme sind bekannt. Sehr erfolgreich war zum Beispiel der Film “Die Wilden Kerle” von Regisseur Joachim Masannek, von dem es bereits mehrere Fortsetzungen gibt und auf diesen basierend auch eine Zeichentrickserie gemacht wurde. Ebenfalls bekannt wurde der Trickfilm “Lauras Stern”. Beliebte Kindersendungen sind auch “Die Sendung mit der Maus”, Siebenstein und Löwenzahn. Mit beteiligt an der Produktion war Deutschland auch an Serien wie “Die Biene Maja”, “Pinocchio” und “Wickie und die starken Männer”.

Kultige Sendungen aus DDR-Produktion sind daneben noch “Unser Sandmännchen” und verschiedene Märchenfilme (oft auch in Koproduktion mit der Tschechoslowakei) wie etwa “Drei Haselnüsse für Aschenbrödel” oder “Schneeweißchen und Rosenrot.

Auch einige deutsche Schauspieler schafften den Sprung auf internationale Leinwände wie etwa Marlene Dietrich, Armin Mueller-Stahl, Jürgen Prochnow, Franka Potente, Till Schweiger und Diane Kruger. Viele Hollywoodschauspieler haben im übrigen deutsche Vorfahren und sprechen sogar heute noch ganz gut Deutsch wie zum Beispiel Sandra Bullock.

Die Deutschen haben entgegen dem immer noch haltenden Vorurteil reichlich Humor, dass beweisen auch die zahlreichen Komödianten und Comedians der letzten Jahrzehnte. Heinz Rühmann war ein gleichsam ernster wie heiterer Filmcharakter (Filme z.B.: Quaks, der Bruchpilot und Der Hauptmann von Köpenick), Heinz Erhardt war bekannt für seine lustigen Wortspiele und gilt heute noch als genialer Komödiant (Filme z.B.: Was ist denn bloß mit Willi los?, wo er einen gutmütigen Finanzbeamten namens Willi Winzig spielt).

Helge Schneider ist nicht nur ein sehr erfolgreicher Komödiant, sondern auch ein begabter Musiker, Regisseur und insbesondere bekannt für sein Talent der Improvisation. Filme wie “Texas – Doc Snyder hält die Welt in Atem” und seine Rollen als 00 Schneider sind unerreicht. Weitere Comedians aus Deutschland sind zum Beispiel Bastian Pastewka, Dieter Nuhr, Mario Barth, Anke Engelke, Ingo Appelt, Mirja Boes, Bülent Ceylan, Gerd Dudenhöffer (als Saarländer Heinz Becker), Michael Herbig (Bully), Michael Mittermeier, Hape Kerkeling, Herbert Knebel, Rüdiger Hoffmann, Tom Gerhardt (Hausmeister Krause), Atze Schröder, Cordula Stratmann und Hella von Sinnen.

Paul Panzer (“Panzer, ich begrüße Sie”) ist dagegen bekannt für seine Telefonscherze. Stefan Raab ist einer der bekanntesten deutschen Entertainer und ebenfalls Songwirter und Musikproduzent.

Herzerfrischend sind natürlich auch die Nonstop Nonsens-Folgen, die Dieter Hallervorden (Didi) ab 1975 drehte. Und man denke nur an die 80er Jahre mit Serien wie Sketchup, wo Iris Berben und Dieter Krebs mit viel Talent und Verkleidung nicht die Lachmuskeln schonten. Otto Waalkes, Deutschlands bekanntester Ostfriese ist bis heute in seiner Art unerreicht und kultig.

Diese Aufzählung der deutschen Comedians ließe sich fortsetzen und ist natürlich nicht abschließend.

 

Nationalparks Deutschland

In Deutschland gibt es zurzeit 16 Nationalparks. Sie schützen damit inklusive der Wasserzonen in Nord- und Ostsee eine Fläche von über eine Millionen Hektar. Rechtlich erhalten die Nationalparks ihre Ermächtigungsnorm in § 24 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG).

Neben den Nationalparks gibt es in Deutschland außerdem weitere Schutzgebiete wie etwa Biotopenschutz, Naturschutzgebiete, Landschaftsschutzgebiete und Biosphärenreservate und Naturparks.

Der älteste Nationalpark in Deutschland ist der Nationalpark Bayerischer Wald. Er befindet sich in Bayern und wurde bereits 1970 eingerichtet. Er schützt nahe der Grenze zu Tschechien eine Fläche von 24.250 Hektar.

 

Ältester Nationalpark im Bayerischen Wald

Man findet hier insbesondere Fichtenwälder sowie auch Tannen und Buchen sowie noch vorhandene Reste des Urwalds. Außerdem gibt es hier Hochmoore und Moorseen. Als Vertreter der Tierwelt findet man Biber, Fischotter, Fledermäuse und Luchse. Daneben Rotwild wie Hirsche, Rehe und Wildschweine. Auch seltene Vögel sind hier anzutreffen wie etwa Auerhuhn, Haselhuhn, Schwarzstörche, Wanderfalke und der Sperlingskauz.

Im Jahre 1978 folgte mit dem Nationalpark Berchtesgaden der zweiten Nationalpark in Bayern. Die größten Nationalparks befinden sich in Norddeutschland: der Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer und der Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer schützt gemeinsam mit dem kleineren Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer die besondere Landschaftszone des deutschen Wattenmeers.

Sie schützen Salzwiesen sowie Misch-, Schlick- und Sandwatt. Hier leben außerdem Seehunde, Kegelrobben, Schweinswale, Seeadler, Säbelschnäbler, Seeschwalben, Möwen, Gänse und Enten. Verbreitet sind im Watt auch Herz- und Miesmuschel, die Amerikanische Bohrmuschel, die Amerikanische Scheidenmuschel und die Sandklaffmuschel. Strandkrabben, Wattwürmer, Nordseegarnelen, Seepocken und Schollen sind ebenso hier heimisch wie Sandgrundel und Hornhechte.

Gemeinsam mit dem niederländischen Wattenmeer zählen die Nationalparks auch zum UNESCO-Weltnaturerbe.

Das deutschlandweit am dünnsten besiedelte Mecklenburg-Vorpommern besitzt seit 1990 gleich drei Nationalparks: den Nationalpark Jasmund (mit den Kreidefelsen von Rügen), den Nationalpark Müritz (Mecklenburgische Seenplatte) und den Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft (mit Lagunenlandschaft und artenreicher Flora und Fauna).

Der Nationalpark Sächsische Schweiz (seit 1990) liegt landschaftlich reizvoll an der Grenze zu Tschechien und schützt unter anderem das Elbsandsteingebirge, eine der reizvollsten Landschaften Deutschlands.

 

Auenlandschaften, Buchenurwälder und seltene Tiere

In Brandenburg existiert der Nationalpark Unteres Odertal seit 1995 und grenzt an den polnischen Landschaftsschutzpark Unteres Odertal (Park Krajobrazowy Dolina Dolnej Odry) und den Zehdener Landschaftsschutzpark (Cedynski Park Krajobrazowy). Die großflächen Fluss-Auenlandschaften schützen Biber, Fischotter, Heckrinder, Störche, Seeadler, Zugvögel und Singschwäne sowie die seltene Flaumeiche.

Thüringen schützt mit dem Nationalpark Hainich seit 1997 insbesondere die heimischen Buchenwälder, diese sind zum Teil noch Urwälder und sind seit 2011 von der UNESCO als Weltnaturerbe anerkannt.

Der Nationalpark Eifel befindet sich im dicht besiedelten Bundesland Nordrhein-Westfalen und schützt unweit der belgischen Grenze seit 2004 einen Bereich zwischen Eifel und Hohen Venn. Geschützt sind die Urfttalsperre und Teile des ehemaligen Truppenübungsplatzes Vogelsang. Ausgebildete Ranger und Waldführer zeigen bei Touren die Laub- und Nadelwälder, Bäche, Seen sowie Wildkatzen, Störche und seltene Eidechsen des Parks.

Der Nationalpark Kellerwald-Edersee (seit 2004) befindet sich in Hessen und beheimatet ebenfalls Buchenurwälder, die unter dem Schutz der UNESCO stehen. Der Nationalpark Harz befindet sich in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt (seit 2006) und schützt Fichten- und Buchenwälder, sowie Moore, Granatklippen und Bäche. Hier lebt seit einigen Jahren wieder der ausgewilderte Europäische Luchs.

Am Hauptkamm des Nordschwarzwalds befindet sich der Nationalpark Schwarzwald. Er existiert seit 2014 und beinhaltet die üppigen heimischen Wälder, Bergkuppen und Hochweiden sowie Moore der Region. Seit 2015 gibt es den Nationalpark Hunsrück-Hochwald, ein Park, der sich in Rheinland-Pfalz und dem Saarland befindet.

 

Deutschland als Urlaubsland

Deutschland ist mit ca. 30 Millionen Gästen eines der meistbesuchten Urlaubsländer der Welt. Das ist vielen nicht so bewusst, gilt Deutschland doch eher als bedeutender Industriestaat, als ein attraktives Reiseland.

Dabei bietet Deutschland einen interessanten Mix zwischen Natur, Landschaft, Berge & Meer, Aktivurlaub, Kultur, Metropolen, Geschichte sowie Konzerten & Veranstaltungen. Die UNESCO würdigt zahlreiche Sehenswürdigkeiten Deutschlands mit der Auszeichnung Welterbe der UNESCO – nur wenige Länder der Erde haben so viele Welterbestätten wie Deutschland.

bad muenstereifel
Fachwerkhäuser im idyllischen Eifelstädtchen Bad Münstereifel (c)

Für jede und jeden ist etwas dabei und die reisefreudigen Deutschen haben in den letzten Jahrzehnten auch ihre Heimat neu entdeckt: Deutschland ist das beliebteste Urlaubsland der Deutschen, mit weitem Abstand vor Spanien (inklusive Balearen, Kanaren etc.), Italien, der Türkei und den Nachbarländern Österreich und Frankreich. Egal ob Reisen mit Kindern, Paar-, Single- oder Seniorenurlaub – in Deutschland bieten sich für alle Gruppen hervorragende Ferienmöglichkeiten.

Und nicht nur die Deutschen mögen Deutschland als Urlaubsland, auch ausländische Touristen, vor allem Niederländer, US-Amerikaner, Briten, Schweizer, Österreicher, Italiener und Franzosen besuchen Germany.

 

Zwischen Bergen, Mittelgebirgen und Meer

Deutschlands dezentrale Struktur spiegelt sich auch beim Tourismus wider: in jedem Bundesland gibt es etwas zu entdecken und alle Regionen des Landes haben ihre Reize.

Die Strände an Nord- und Ostsee bieten Urlaubern vor allem im Sommer hervorragende Bade- und Erholungsmöglichkeiten. Die Attraktion Wattenmeer, ein UNESCO-Weltnaturerbe, gibt Besuchern die Möglichkeit eine weltweit einzigartige Landschaft zum Beispiel in Ostfriesland oder den vorgelagerten Inseln wie Juist und Norderney zu entdecken. Es locken an der Nordsee weitere Seebäder wie Amrum, Cuxhaven, Otterndorf, Sankt Peter-Ording, Sylt (mit List und Westerland) und Wyk auf Föhr.

Mecklenburg-Vorpommern war schon zu DDR-Zeiten eine beliebte Reisedestination für den Inlandtourismus, heute ist es ein etabliertes Reiseziel der Deutschen aus der gesamten Republik. Die Mecklenburgische Seenplatte bietet Ruhe und Erholungsmöglichkeiten mit Aktivurlaub – egal ob man Angler ist oder Kanufahren möchte. Die langen Ostseestrände des Bundeslands (ca. 1.900 km!) sind verantwortlich für hohe Übernachtungszahlen in Kühlungsborn, Heiligendamm, Rerik und Warnemünde sowie in Ahlbeck, Bansin und Heringsdorf auf der Insel Usedom oder Binz, Baabe und Sassnitz auf Rügen (mit den berühmten Kreidefelsen im Nationalpark Jasmund), der größten Insel Deutschlands.

Die Alpenregion bietet ideale Wander- und Wintersportmöglichkeiten. In Bayern lockt die Region zwischen Allgäu und Berchtesgadener Land mit einer faszinierende Landschaft, in der sich auch der höchste deutsche Berg, die Zugspitze (2.962 m) befindet. Die Deutschen sind begeisterte Wanderer, das Wandernetz ist gut ausgebaut und bei den örtlichen Fremdenverkehrsvereinen und Tourismusorganisationen gibt es Wanderkarten, die einem die jeweilige Region und Natur mit Wanderschuhen erschließen lassen. In Oberstdorf, der südlichsten Gemeinde Deutschlands, kann man nicht nur das erste Springen der alljährlichen Vierschanzentournee besuchen und die Vorzüge eines besonderen Heilklimas genießen, sondern kann in den umgebenden Skigebieten selbst Wintersport betreiben oder Bergsteigertouren unternehmen.

Auch die deutschen Mittelgebirge ziehen mit ihren teils sanften, teils rauen Hügel- und Berglandschaften zahlreiche Übernachtungsgäste und Tagesausflügler an. Auch hier lässt sich eine hochinteressante Natur und Landschaft erkunden, die teilweise durch Nationalparks geschützt ist. Schwarzwald, Harz, Erzgebirge, Eifel, Hunsrück und Taunus laden ebenfalls mit hervorragender Gastronomie vom Sternekoch zur schmackhaften Landküche zum kulinarischen Reisen ein. Deutschland verfügt auch über bekannte Kurorte wie Baden-Baden, Bad Ems und Bad Pyrmont, die sich in den letzten Jahren auch im Bereich Wellness & SPA spezialisiert haben.

Auch das romantische Rheintal mit Städten wie Heidelberg (malerische Altstadt mit Schlossruine und bekannter Universität) bieten touristische Hotspots, von hier aus starten auch einige der bekannten Themen- und Ferienstraßen Deutschlands wie etwa die Bergstraße, die Burgenstraße und die Straße der Demokratie.

Ganz Deutschland wird auch gerne von Fahrradfahrern als Urlaubsland genutzt und mittlerweile ist das Fahrradtourismus ein wichtiger Tourismuszweig. Die deutschen Metropolen bieten nicht nur ein riesiges Angebot an Events, Museen und Kulturveranstaltungen, sondern auch zahlreiche internationale Messen und Kongresse. Deutschland gilt als größer Messestandort der Welt, bekannte Messen sind unter anderem die IAA (Frankfurt), die CeBIT (Hannover), die Bauma (Baumaschinenbranche; München), die Internationale Grüne Woche (Berlin), die Boot (Düsseldorf), die gamescom (Köln), die Frankfurter Buchmesse (Frankfurt), die Equitana (Essen), die Internationale Handwerksmesse (München) und die Games Convention (Leipzig).

Die deutschen Metropolen allen voran die Hauptstadt Berlin mit dem Brandenburger Tor und zahlreichen anderen Sehenswürdigkeiten laden als Reiseziel für den Städtetourismus. München, Hamburg, Köln, Dresden – in ganz Deutschlands bieten sich aufregende Städte zum City-Kurzurlaub an. Es gibt noch viele weitere Gründe, Deutschland zu besuchen. Hunderte Ferien- und Freizeitparks, Golfplätze, historische Burgen, Fluss- und Seenlandschaften – die Liste ist kaum zu vervollständigen.

Ein so vielfältiges und beeindruckendes Reiseland wie Deutschland ist schwerlich vollständig zu erfassen, schon gar nicht in nur einem Urlaub. So verwundert es nicht, dass zahlreiche ausländischen Gäste regelmäßig das Land zwischen Flensburg und Oberstdorf besuchen.

 

Die Top 100 der Sehenswürdigkeiten Deutschlands:

Deutschlands Sehenswürdigkeiten liegen laut einer Umfrage der DZT (Deutsche Zentrale für Tourismus) quer über das Land verteilt. Nirgendwo ist man wirklich weit weg von einer besonderen Attraktion.

Sehr beliebte Sehenswürdigkeiten sind Schloss Neuschwanstein (Bayern), der Europa-Park Rust (Baden-Württemberg) und der Kölner Dom (Nordrhein-Westfalen).

Es folgen die Altstadt von Rothenburg ob der Tauber mit ihren vielen historischen Gebäuden, Brunnen, Weinstuben und Plätzen sowie die Berliner Mauer, Heidelberg (Schloss und Altstadt), das Brandenburger Tor (Berlin), die Loreley im Mittelrheintal (Rheinland-Pfalz), der Bodensee mit der Blumeninsel Mainau (Baden-Württemberg) und das Oktoberfest in München (Bayern).

Weitere Highlights: Die “Romantische Straße” führt als Themenstraße die Besucher auf eine Reise zwischen Würzburg und Füssen, der Schwarzwald, die Zugspitze, die Museumsinsel in Berlin, der Reichstag (Berlin), die Altstadt von Bamberg, Berchtesgaden, die Dresdner Frauenkirche, Rüdesheim mit Weinbergen und Drosselgasse sowie der Königssee im Berchtesgadener Land.

Laut der Umfrage ebenfalls vorne mit dabei sind das Weinanbaugebiet an der Mosel, das Schloss Sanssouci mit seinen prächtigen Gärten in Potsdam, der im Harz befindliche Berg Brocken mit seiner Schmalspurbahn, die Weiskirche (eine Rokoko-Wallfahrtskirche im Alpenvorland), der Nationalpark Sächsische Schweiz, der Hamburger Hafen mit Fischmarkt, die Hansestadt Lübeck mit Altstadt und Holstentor, die malerische Altstadt von Regensburg. Zu der wichtigsten modernen Sportlocation wurde die Allianz Arena, die Spielwiese des FC Bayern München gewählt. Hier kann man nicht nur Bundesliga-Fußball, sondern auch hochkarätige Begegnungen der Bayern in der Champions-League oder Spiele der DfB-Auswahl besuchen.