Warum dürfen Männer nicht Gleichstellungsbeauftragter sein und auch an der Wahl hierzu nicht teilnehmen?

Problem: In den Bundesverwaltungen ist die Gleichstellungsbeauftragte gemäß § 19 Bundesgleichstellungsgesetz (BGleiG) durch eine Frau zu besetzen. Dies gilt daneben auch für die meisten Landesgleichstellungsbeauftragten und die Kommunalverwaltung.

Die jetzige Form schließt daher bewusst alle anderen Geschlechter aus. Diese Funktion kann aber nachhaltig nur legitimiert sein, wenn alle Geschlechter das Amt des oder der Gleichstellungsbeauftragten ausführen dürfen und selbstverständlich auch an der Wahl hierzu als Wahlberechtigte teilnehmen dürfen.

Umbenannte Frauenbeauftragte

Das Amt wirkt zurzeit nur wie eine umbenannte Frauenbeauftragte.

Lösung: Gleichstellungsbeauftragte dürfen alle Geschlechter werden und können auch von allen gewählt werden. Die Akzeptanz für diese Funktion und deren Anliegen würde dadurch deutlich gesteigert.

Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, denn Geschlechterförderung sollte in einer Demokratie keine Einbahnstraße sein.

Alternativ sollte man die Gleichstellungsbeauftragten abschaffen und z.B. durch eine/n Antidiskriminierungsbeauftragte/n ersetzen. Das Aufgabenfeld wäre dann weiter gefasst.

Denkfehler einer zwanghaften 50:50-Gleichstellung

Die Ideologie der zwanghaften Erreichung einer 50:50-Zielmarke “Gleichstellung” entpringt meines Erachtens einem planwirtschaftlichem Denkfehler, der mittlerweile allzu oft eine Bestenauslese unmöglich macht oder einen entsprechenden Kampf mit der Gleichstellungsbeauftragten auslöst.

Das belastet/hemmt im Alltag regelmäßig Exekutive wie Judikative und ist für viele demotivierend und auch Ressourcenverschwendung. Nach meinem persönlichen Eindruck werden z.B. Beurteilungen, Beförderungen und nicht zuletzt Stellenbesetzungen im Zweifel mit einer Besserstellung der weiblichen Beschäftigten vergeben, um unnötigen Diskussionen und Widerständen mit der Gleichstellungsbeauftragten aus dem Weg zu gehen.

Gerechtigkeit ist das nicht und damit ist gesellschaftlich langfristig niemandem gedient.