Klima: Optimismus, Pessimismus und grüne Melonen

Jeder Jeck ist anders, wie der Rheinländer sagt. Und wie so vieles aus dem Rheinland ist auch hier viel richtiges dran.

Und so kommt niemand direkt aus seiner Haut und kann auf Knopfdruck entscheiden, ob er Optimist oder Pessimist ist.

Man kann aber selbst entscheiden, welche politische Grundhaltung man favorisiert. In der politische Diskussion fällt einem schnell auf: Liberale Parteien wie die FDP haben eine optimistische Grundhaltung zum Menschen und seinen Fähigkeiten. Sie setzen auf Freiheit und Freiwilligkeit. Der Mensch soll durch Aufklärung und möglichst viele Freiräume eben frei, aber auch verantwortungsvoll leben.

Weiß der Staat es besser?

Parteien wie etwa die deutschen Grünen, die Linken und mittlerweile auch viel zu oft die SPD setzen auf Gesetze, Regulierung und Vorschriften. Dem liegt ein eher pessimistisches Denken zu Grunde: Der Staat kann es besser, als der Einzelne oder die Privatwirtschaft. Der Staat weiß am besten, was gut für die Menschen ist.

Das hat zur Folge, dass gerade das linke Parteienspektrum sehr intensiv mit sich selbst beschäftigt ist. Schließlich ist die Organisation und die Partei wichtig. Und natürlich auch die Planung von Gesetzen, der Installierung von Frauenquoten und die Erstellung geschlechtsreglementierter Rednerlisten und Wahllisten.

Zugegeben, es ist schwer in der heutigen Zeit Optimist zu sein. Nicht weil es uns in Deutschland so schlecht geht, aber weil die Medien und die sozialen Netzwerke mehr schlechte, als gute Nachrichten verkünden.

Klimaschutz: Populismus oder Profis?

Die beste Wahlkämpferin der deutschen Grünen heißt zurzeit Greta Thunberg (Skolstrejk för klimatet). Die engagierte Schwedin hat das Thema Umwelt und Klimaschutz in den Fokus katapultiert. Natürlich nicht sie alleine, sondern die Medien mit ihr als Galionsfigur.

Daran ist zunächst nichts falsches. Leider lebt der Klimaschutz als politisches Thema von einer gewissen Dramatik. Fridays for Future, Kitas for Future und Parents for Future fordern schnelle und drastische Lösungen. Dann kommen populistische  Forderungen der Grünen nach einem Verbot von SUV´s oder Dieselfahrzeugen sowie die einer kompletten Umstellung auf Elektrofahrzeuge gut an.

Und um einen Rundumschlag zu machen denkt man auch noch über vegane Ernährungsvorschriften und eine Sondersteuer auf Fleischprodukte nach. Das wertvoller Regenwald schon Sojaanbauflächen weichen musste, scheint manchen augenscheinlich nicht relevant.

Woher der benötigte Strom für die Fahrzeuge oder die entsprechende Infrastruktur dafür kommen soll, wissen die Grünen nicht. Aber solche Forderungen klingen einfach gut. Besser, als wenn z.B. die FDP eine Innovationsoffensive im Bereich Umwelttechnologie oder andere Antriebskonzepte zu synthetischen Kraftstoffen und Wasserstoff fordert.

Oder eben Profis wie Wissenschaftler und Ingenieure fördern möchte, um die besten Möglichkeiten zu schaffen und dann umzusetzen.

Da trifft der optimistische Glaube an die Kraft des Menschen auf den Glauben an Verbote, Staatslenkung und Verzichtskultur.

Bitte nicht falsch verstehen. Liberal sein bedeutet nicht die rosarote Brille zu tragen. Nein, manchmal geht es nicht ohne (kluge) Gesetze, Eingriffe und Beschränkungen. Auch eine Soziale Marktwirtschaft ist besser, als die reine Marktwirtschaft. Und so ist auch eine auf Freiheit basierende Klimapolitik in einem sinnvollen gesetzlichen Rahmen die wohl nachhaltigste Variante.

FDP sei 1971: Freiburger Thesen für den Umweltschutz

Die Partei mit der schönen Sonnenblume im Logo hat unbestritten Jahrzehnte für den Klimaschutz laut gekämpft. Die FDP jedoch hat bereits ab 1971 mit den Freiburger Thesen den Umweltschutz neben dem Sozialen Liberalismus in ihr Grundsatzprogramm aufgenommen. Damit waren die Liberalen als erste Partei im Bundestag noch vor der Gründung der Grünen 1980 für den Umweltschutz engagiert, wenn auch vielfach leiser und nicht so medienwirksam und radikal wie die Grünen.

Darauf sollten die Liberalen in Deutschland aufbauen und das Thema Umwelt und Klimaschutz nicht den Grünen überlassen. Ganz ohne Bashing von Personengruppen, sondern mit dem ureigenen Optimismus, neuen Ideen aber auch mit der Offenheit z.B. mit den Grünen konstruktiv zusammen zu arbeiten. Klimaschutz ist zu wichtig um ideologisch und einseitig zu sein.

Eine Jamaika-Koalition wäre da vielleicht tatsächlich eine spannende Variante. Vielleicht bei der nächsten Bundestagswahl 2021 eine machbare Alternative. Allerdings sollte sich jeder Liberale und Bürgerliche darüber im Klaren sein, dass die Grünen sich schnell als Melonen entpuppen können. Außen grün, aber innen rot ist die Gefahr von Grün-Rot-Rot mit einer Stimme für die Grünen hoch.