Deutschland laut Klima-Risiko-Index auf Platz 3

Bisher hatte man in Deutschland den Eindruck, dass die Bundesrepublik eher zu den durch Klimawandel weniger bedrohten Staaten der Erde gehört.

Doch bedingt durch Hitzewellen, Dürren und Stürme in 2018 ist laut der Entwicklungsorganisation Germanwatch Deutschland nach Japan und den Philippinen auf Platz 3 der Liste der in 2018 am meisten durch Wetterextreme betroffenen Staaten.

Klima-Risiko-Index von Germanwatch

Betrachtet man allerdings den langfristigen Klima-Risiko-Index sind nach wie vor Staaten und Gebiete mit mittlerem und vor allem niedrigerem Entwicklungsstatus betroffen. Allen voran Puerto Rico, Myanmar und Haiti.

Der Index basiert auf Daten der Munich Re und dem IWF. Berücksichtigt werden zur Bewertung Todesopfer und Sachschäden (auch in Relation zur Einwohnerzahl und zum BIP) durch Wetterextreme.

Für Deutschland werden in dem Report 1.234 Hitzetote angegeben. Die Landwirtschaft habe durch die Dürre mit erhöhten Temperaturen und weniger Niederschlag zudem massive Ernteausfälle zu verzeichnen gehabt.

Der Bericht zeigt, dass vermehrt auch die Industriestaaten vom Klimawandel betroffen sind. Allerdings werden die Klimawandelschäden gerade in den Entwicklungsländern teilweise unzureichend erfasst.

Bei der aktuell stattfindenden UN-Klimakonferenz in Madrid soll mit der internationalen Klimafinanzierung insbesondere den ärmeren Ländern geholfen werden, die über kaum Krisenkräfte und Anpassungsmöglichkeiten an die Herausforderungen des Klimawandels verfügen.

Nationale Alleingänge nicht hilfreich

Bei aller Kritik und den Schwierigkeiten eines Klima-Risiko-Index sollte auf jeden Fall klar sein, dass beim Klima die Menschheit in einem Boot sitzt und entsprechend nur gemeinsam handeln kann.

Einseitige Verbots- und Verzichtskultur und von Panik angetriebener Aktionismus sind trotz allem Handlungsbedarf nicht der richtige Ansatz. Ebenso ist es nicht hilfreich, wenn einige Staaten sich komplett heraushalten.

Statt planwirtschaftlicher Vorgaben wäre es besser auf die Funktionen des Marktes zu vertrauen und z.B. einen Emissionshandel mit CO2-Zertifikaten bei fixer Obergrenze des CO2 (definiert durch die Klimaziele von Paris) umzusetzen.

Vorrangig auf Innovation und Digitalisierung setzen heißt allerdings nicht, dass es in Einzelfällen nicht auch angebracht sein kann, mit gesetzlichen Vorgaben und ggf. Verboten Grenzen abzustecken. Aber eben nur nachrangig, dann aber mit aller Konsequenz des Rechtsstaates.

Wie kompliziert es oft ist die umweltfreundlichste Variante zu wählen zeigt das Thema Plastiktüte. Von der CO2-Bilanz her ist tatsächlich eine Papiertüte kritischer als die Plastikvariante. Die Bioplastiktüte wiederum benötigt Maisdünger und der verursacht auch reichlich CO2. Am besten ist da wohl der Baumwollbeutel, der zwar einiges an CO2 bei der Herstellung ausstößt, aber ab der 30sten Nutzung die beste Alternative ist. Und theoretisch kann man den mehr als 2.000 mal nutzen.