Warum bei Koalitionen die Flaggenkunde an Bedeutung gewinnt

In der komplexer gewordenen politischen Landschaft werden neuerdings die Flaggen verschiedener Staaten zur Darstellung von Regierungskoalitionen bemüht.

Die erste Variante war dabei die Jamaika-Koalition:

In Deutschland bedeutet das eine Regierungskoalition aus CDU (schwarz), FDP (gelb) und den Grünen (grün). Dieses Bündnis mag für viele Menschen einen gewissen Charme haben, in einigen Bundesländern wie Schleswig-Holstein wurde diese Kombination auch schon in Regierungsverantwortung realisiert.

zimbabwe koalition

Manchmal reicht es aber nicht für Jamaika, dann benötigt man noch einen weiteren Partner. Nimmt man dann zur Erreichung einer Regierungsmehrheit die SPD (rot) oder ggf. die Linkspartei hinzu, hat man die Zimbabwe-Koalition.

kenia koalition

Hat die Große Koalition (GroKo) an Größe verloren, muss sie die Grünen mit in das Regierungsboot nehmen. Dies symbolisiert die Kenia-Koalition, die leider auf die Liberalen verzichtet.

angola koalition

Kombiniert sich die Große Koalition mit den Liberalen, dann kann man die Angola-Koalition bilden.

bahamas koalition

Seitens der AfD wurde auch schon die Bahamas-Koalition thematisiert, welche die CDU, die FDP und die AfD beinhalten würde.

Das sind nur einige Koalitionen, die immer mal wieder in den Medien mit Flaggensymbolik erwähnt werden.

Was man von den einzelnen Varianten hält, sei einmal dahingestellt. Es wird auf jeden Fall klar, dass das Bilden einer Mehrheit bzw. Regierung mit der zunehmenden Zersplitterung der Parlamente auf Landes- und Bundesebene nicht einfacher wird.

Während früher die klassischen Koalitionen CDU und FDP (schwarz-Geld) oder SPD und Grüne (rot-grün) ebenso wie die Großen Koalitionen mit zwei Koalitionspartnern auskam, werden jetzt drei oder mehr benötigt.

 

Warum das Gendersternchen eine Rosinenpicker*in ist

Wer kennt nicht das Gendersternchen? Es hat dem Gendergap und dem Binnen-I den Rang abgelaufen und ist mittlerweile im Alltag, insbesondere aber in den Sozialen Medien häufig anzutreffen.

Ich selbst muss gestehen, dass ich es im Vergleich zu den beiden anderen Alternativen tatsächlich netter finde. Ein Sternchen gefällt mir besser als ein Unterstrich oder als ein großes “I” mitten im Wort.

Was viele allerdings nicht wissen: das Gendersternchen hat nur eine Teilzeitstelle. Es ist bei den anderen Buchstaben des Alphabets nicht sonderlich beliebt und seine Kolleg*innen beschimpfen es gerne als Rosinenpickerin oder Drückbergerin.

Gendersternchen sucht sich nur angenehme Begriffe

Konkret werfen die anderen Buchstaben dem Gendersternchen vor, dass es immer nur bei schönen Begriffen erscheint. Stehen jedoch Begriffe in negativem Kontext überlässt es den anderen lieber die Arbeit. Dabei behauptet es aber von sich selbst, es sei besonders gerecht und auf Gleichstellung aus.

Und es stimmt, das Gendersternchen macht gerne mit bei Gewinner*innen, Akademiker*innen und Doktor*innen. Auch so im Alltag findet man es oft, egal ob bei Schüler*innen, Klima*aktivistinnen und Polizist*innen.

Wird es aber ernst und man spricht von Verbrechern, Tätern, Terroristen und Extremisten meldet sich das Gendersternchen krank. Gesundet dann aber meisten sehr schnell, wenn es um erfolgreiche Unternehmer*innen geht.

Der Rat für deutsche Rechtschreibung konnte sich auch vielleicht deshalb noch nicht richtig durchringen das Gendersternchen für die amtliche Rechtschreibung zu empfehlen. Die Grünen bzw. die Grün*innen haben es dagegen bereits 2015 auf ihrem Parteitag als anzuwendenden Form für mehr “Geschlechtergerechtigkeit” beschlossen.

Generisches Maskulinum historisch gewachsen

Ich persönlich finde das generische Maskulinum als historisch frei gewachsene Sprachentwicklung ehrlich gesagt vollkommen ausreichend. Es gibt gute und schlechte Begriffe und die haben nichts mit Geschlecht zu tun. Gerade Frauen verwenden auch heute noch oft das generische Maskulinum und haben damit überhaupt kein Problem.

Wichtiger als solche anstregenden Formalismen ist sicherlich die Gleichwertigkeit aller Geschlechter in den Köpfen der Menschen zu erreichen. Natürlich geschieht dies auch über Sprache, aber man sollte es nicht übertreiben, denn sonst sind nachher alle so genervt, dass man eher negative Gefühle und Ressentiments erzeugt.

Aber wenn man denn das Gendersternchen unbedingt fest im Betrieb der deutschen Sprache aufnehmen will, dann sollte das nur in Vollzeit gehen. Wobei dann immer noch das Problem bleibt, dass ein Wort welches mit “innen” endet für mich immer noch als eigentlich nur rein weiblich erkannt wird.

Das wiederum wäre ja dann ein ähnliches Problem wie beim generischen Maskulinum, also ein generisches Femininum light. Und selbst Feminist*innen sind mit dem Gendersternchen unzufrieden, da sie es negativ finden, dass nach dem Wortstamm zunächst das Gendersternchen folgt und erst dann die weibliche Endung. Sie fühlen sich zurückgesetzt, weil die weibliche Endung als letztes folgt.

Die Frage ist, wie es Männern dabei geht, dass in diesem Land ansonsten eigentlich immer kategorisch die weibliche Form zuerst genannt wird. Aber das ist bekanntlich egal, leben wir doch nach Ansicht der meisten insbesondere linksgrünen Politiker*innen und Journalist*innen im Patriachat des (alten) weißen Mannes.

 

Warum der Liberalismus so wichtig ist

Ohne den Liberalismus wären wir heute noch Untertanen, so sind wir Bürger.

[Anmerkung: Ich bitte um Nachsicht, dass ich diesen Satz nicht politisch korrekt formuliere: “Ohne den Liberalismus wären wir heute noch Untertaninnen und Untertanen, so sind wir Bürgerinnen und Bürger”.

oder alternativ: “Ohne den Liberalismus wären wir heute noch Untertan*innen, so sind wir Bürger*innen”.]

Grundbedürfnis Freiheit

Eigentlich sollte jedem Menschen daran gelegen sein, die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit einzufordern. Freiheit ist sozusagen ein Grundbedürfnis. Jedes Lebewesen sehnt sich nach Freiheit. Nur dann ist es optimistisch, ist es glücklich. Oder hat zumindest die Chance glücklich zu werden.

In einem unfreien System, in einer autoritären Diktatur ohne Meinungsfreiheit, Freizügigkeit und reichlich Zwängen sowie Vorgaben ist maximal nur der Kleingeist glücklich. Wobei solche Systeme Mitläufern eine gewisse Sicherheit liefern – aber nur solange sie mitlaufen und nichts in Frage stellen.

Trotzdem fordern erstaunlich viele Menschen heute eine starke Führung an der Spitze. Oder zumindest mehr neue Gesetze und viel Regulierung. Und wenn man diese (noch) nicht bekommt, dann schaltet man zumindest moralisch-gesellschaftliche Zwänge vor.

Dann gibt es natürlich noch die Konservativen. Der typische Konservative, der am liebsten alles so lassen will wie es ist oder gar das Rad der Geschichte zurückdrehen will. Er ist von Ängsten und Pessimismus vor Neuem geprägt. Er ist davon überzeugt früher war alles besser und weiß dadurch nicht neue Chancen zu nutzen.

Manche Menschen dagegen glauben noch heute fest an die Vorteile des Sozialismus. Aber in der Praxis fehlt immer noch ein erfolgreiches Beispiel. Konservativismus und Sozialismus haben sicherlich ihre faszinierenden Aspekte.

Freiheit schafft Selbstvertrauen und Motivation

Aber nur der Liberalismus ermöglicht uns eine freie Entfaltung und die Entwicklung einer optimistischen Grundhaltung. Liberale haben Selbstvertrauen und Motivation. Dies gilt auch für die Wirtschaft, denn nur wer seine kreativen Ideen ausleben darf, kann Innovationen schaffen. Denkverbote, Bürokratie und zwanghafte gesellschaftliche Umgangsformen, die am Ende nur noch angstgesteuerte Rituale anstatt freier Wille aus Überzeugung sind, würgen jegliche Freude am Leben, der Arbeit oder an der eigenen persönlichen Entfaltung ab.

Ebenso kontraproduktiv wirken drastische Umverteilungsmaßnahmen durch übermäßige Besteuerung und hohe Transferleistungen in Relation zum Arbeitslohn. Wobei natürlich die soziale Marktwirtschaft und die Notwendigkeit eines moderaten Sozialstaats auch von modernen Liberalen nicht angezweifelt wird.

Der Liberalismus ist in der heutigen Zeit allerdings (vielfach) subtil, aber ebenso massiv unter Druck geraten: Aus offiziell liberalen Systemen werden Gesellschaften mit Flugscham, heimlichen Fleischverzehr und Rechtsfertigungsmantras jeglicher Art. Im vorauseilenden Gehorsam erfindet man gesundheitliche Gründe für das “dreiste” Fahren eines SUV, rechtfertigt sich für ein vielleicht zu gewagtes Kompliment oder dafür, dass man einem Mann vor einer Frau die Hand gegeben hat. Konservative Überbleibsel gepaart mit pseudomoderner Hypermoral.

Auch der gute alte Grundsatz „In dubio pro reo“, also im Zweifel für den Angeklagten, hat lange überlebt, gilt aber heute vor allem in den (sozialen) Medien nicht mehr.

Die riskantesten politischen Kandidaten unserer Zeit sind nebenbei natürlich Doktortitelinhaber. Sämtliche politische Leistungen erblassen vor einem falschen Zitat in der Doktorarbeit. Frohlocken kann daher heute wohl jener, der nicht das Makel des Doktortitels hat.

Gegen Polarisierung und für die Freiheit

Als Mensch der liberalen Mitte fällt einem unweigerlich auf: die Polarisierung nimmt erschreckende Formen an. Und auch Gestaltungswillen findet man kaum noch. Ambitionierte Vorschläge sind riskant und daher heute selten geworden. Zu groß ist die Angst Opfer eines Shitstorms und einer Entrüstungskampagne zu werden.

Ideen und Innovationen machen Verordnungen Platz. Selbstbewusste, freie Sprache weicht dem vorgeschriebenen Einheitsbrei, Textbausteinen und gefloskelten Worthülsen. Keiner will das, aber das System ist bei vielen stärker, als der individuelle Wille. Der Mensch geht halt gern den Weg des geringsten Widerstands.

Als optimistischer Liberaler glaubt man allerdings trotz allem, dass sich am Ende alles zum Guten entwickelt. Trotzdem möchte ich nicht darauf vertrauen und die Hände in den Schoss legen, sondern den Liberalismus in der Gesellschaft mit diesem Portal unterstützen.

Denn: Der Liberalismus hat aus Untertanen mündige Bürger gemacht. Aber diese Entwicklungsstufe ist nicht eingefroren, auch aus einem Bürger kann ein Wurm oder Duckmäuser werden.