Die Länder Europas

Die Europäische Union ist nicht gleichzusetzen mit Europa, da nicht alle Staaten der EU beigetreten sind. Außerdem gibt es einige Länder, deren Staatsgebiet nicht komplett in der EU liegt, wie etwa Russland, die Türkei oder Kasachstan.

karte von europa
Satellitenkarte von Europa

Die Länder bzw. Staaten Europas sind, in Klammern steht die Hauptstadt:

Belgien (Brüssel)
Bosnien und Herzegowina (Sarajevo)
Bulgarien (Sofia)
Dänemark (Kopenhagen)
Deutschland (Berlin)
Estland (Tallinn)
Finnland (Helsinki)
Frankreich (Paris)
Griechenland (Athen)
Irland (Dublin)
Island (Reykjavik)
Italien (Rom)
Kasachstan (Nur-Sultan)
Kosovo (Pristina)
Kroatien (Zagreb)
Lettland (Riga)
Liechtenstein (Vaduz)
Litauen (Vilnius)
Luxemburg (Luxemburg)
Malta (Valletta)
Moldau (Chisinau)
Monaco (-)
Montenegro (Podgorica)
Niederlande (Amsterdam)
Nordmazedonien (Skopje)
Norwegen (Oslo)
Österreich (Wien)
Polen (Warschau)
Portugal (Lissabon)
Rumänien (Bukarest)
Russland (Moskau)
San Marino (-)
Schweden (Stockholm)
Schweiz (Bern)
Serbien (Belgrad)
Slowakei (Bratislava)
Slowenien (Ljubljana)
Spanien (Madrid)
Tschechien (Prag)
Türkei (Ankara)
Ukraine (Kiew)
Ungarn (Budapest)
Vatikanstadt (-)
Vereinigtes Königreich (London)
Weißrussland (Minsk)

 

Europas Staaten: Portugal

Portugal ist eine Republik im äußersten Südwesten Europas auf der Iberischen Halbinsel. Zu Portugal gehören auch die Azoren-Inseln und Madeira. Einziges Nachbarland des Landes ist Spanien, ansonsten wird es vom Atlantischen Ozean umgrenzt.

portugiesische flagge
Flagge von Portugal

Die Hauptstadt des Staates ist Lissabon bzw. Lisboa, wie die Portugiesen sagen. Lissabon ist mit ihren vielen kulturellen Hotspots eine idealer Ort für eine Städtereise im Süden Europas. Viele vergleichen die Metropole mit ihrer Straßenbahn, der Ponte 25 de Abril (Hängebrücke über den Tejo), der Ponte Vasco da Gama (längste Brücke Europas) und dem milden Klima mit San Francisco in Kalifornien.

 

Seit 1986 auf EG und EU-Kurs

Seit 1986 ist Portugal Mitglied der Europäischen Gemeinschaft (EG) bzw. späteren Europäischen Union (EU), ein wichtiger Vertrag für die EU ist der Vertrag von Lissabon, der 2009 in Kraft trat und mit dem die EU und die EG fusionierten.

Die Währung von Portugal ist der Euro. Mit einer Staatsfläche von ca. 92.300 qkm ist es etwas größer als Österreich, aber kleiner als Bulgarien. Das Kfz-Kennzeichen des Landes ist P, die Internet-TLD ist .pt. Das Land ist eines der ältesten Europas, seine Wurzeln reichen bis ins Jahr 1143 zurück. Der kleine Staat war Jahrhunderte eine erfolgreiche Entdeckernation und Kolonialmacht und verfügte über große Kolonien in Südamerika (Brasilien), Asien (Goa, Macau, Ost-Timor) und Afrika (z.B. Angola, Mosambik).

belém palast lissabon
Der Belém Palast ist der offizielle Sitz des portugiesischen Präsidenten.

In den letzten Jahrzehnten ist das homogene Portugal mehr und mehr zu einem Einwanderungsland geworden. Insbesondere kamen die Zuwanderer aus den ehemaligen Kolonien, aber auch aus Osteuropa. Amtssprache ist Portugiesisch, eine romanische Sprache, die eng mit dem Französischen und Spanischen verwandt ist. Die stärkste Religion in Portugal ist die römisch-katholische Kirche, ein bekannter Wallfahrtsort ist Fátima im Kreis Ourém.

Portugals Landschaften sind abwechslungsreich und zum Teil sehr unterschiedlich. Insbesondere klimatisch stellt man einen großen Unterschied zwischen dem kühleren, feuchten Nordportugal und dem trockeneren Süden und der Algarve fest. Bekannte Landschaften sind der Minho (der grüne Garten) im Nordwesten, Tras-ós-Montes mit kalten Wintern, das mittlere Portugal mit der Estremadura und der Serra da Estrela, sowie der Süden mit Terras do Sado, Alentejo und Algarve. Gerade die Algarve ist bei Urlaubern wegen ihres milden Klimas, den attraktiven Steilküsten und den schönen Sandstränden besonders beliebt.

 

Portwein und Fado

Das Klima Portugals ist atlantisch geprägt und warm-mild. Der Süden ist subtropisch und trocken. Auch die Städte Portugals haben zahlreiche Sehenswürdigkeiten. So findet man in Porto (der Stadt des Portweins) die terrassenartige Altstadt Ribeira, die zum UNESCO Weltkulturerbe zählte, genauso wie in Lissabon der bekannte Turm Torre de Belém und das Kloster Mosteiro des Jerónimos. Auch die Altstadt von Lissabon (Baixa) ist beeindruckend mit ihren engen Gassen und Fliesenfassaden.

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Bizarre Felsenküste im Osten von Madeira (c)

Lissabon gehört zu den bekanntesten Metropolen Europas und ist besonders in Zeiten der günstigen Flüge ein beliebtes Ausflugsziel für eine Portugalreise geworden. Hier findet man Kultur, Musik, ein lebendiges Nachtleben und viele kulinarische Genüsse.

Portugal ist bekannt für seine Fischgerichte mit Kabeljau, Sardinien, Schwertfisch und Stockfisch. Daneben gibt es auch bodenständige Lamm- und Ziegengerichte. Weltbekannt ist der Portwein und der Madeirawein. Natürlich gibt es in Portugal viele Gelegenheiten den melancholischen Fado der Portugiesen zu hören.

Lissabon war Austragungsort des 63. Eurovision Song Contest, nachdem im Vorjahr in Kiew (Ukraine) der Sänger Salvador Sobral mit ,,Amar Pelos Dois” den Wettbewerb gewonnen hatte.

 

Europas Staaten: Polen

Die Republik Polen liegt in Mitteleuropa und ist dort eine der größeren EU-Staaten. Die parlamentarische Republik grenzt an Deutschland, Russland, Litauen, Weißrussland, die Slowakei und Tschechien. Nach dem Zweiten Weltkrieg war das Land zunächst Teil des Warschauer Paktes, ehe es nach Fall des Eisernen Vorhangs Teil der EU und Nato wurde. Die Hauptstadt von Polen ist Warschau (poln: Warszawa).

polnische flagge
Flagge von Polen

Die Währung des Landes ist der Złoty. Mit einer Staatsfläche von ca. 312.700 qkm ist Polen etwas kleiner als Deutschland und etwas größer als Italien. Unabhängig wurde das Land nach dem Ersten Weltkrieg am 11. November 1918. Die Internetendung des Landes ist .pl, die Kombination PL steht auch auf polnischen Autos für die Herkunft des Fahrzeugs.

hauptstadt polen
Schlossplatz in Polens Hauptstadt, Warschau.

Polen ist heute ein recht homogener Staat, neben den westslawischen Polen gibt es noch  Minderheiten von Deutschen (verstärkt in Oberschlesien), Weißrussen, Ukrainern, Schlesiern, Kaschuben, Roma, Russen, Lemken und Litauer auf dem polnischen Staatsgebiet.

 

Seit 2004 Mitglied der EU

Seit dem Jahr 2004 ist Polen Mitglied in der Europäischen Union und die größte Volkswirtschaft der ehemaligen Ostblockstaaten in der EU. Der polnische Gewerkschaftsbund Solidarność hat in den 1980er Jahren u.a. durch Streiks maßgeblich die Wende zum Westen hin eingeleitet.

Amtssprache in Polen ist Polnisch, in Oberschlesien trifft man auch einige deutschsprachige bzw. schlesischsprachige Bewohner. In einigen Gemeinden mit über 20%-Anteil ist Deutsch zweite Amtssprache. Stärkste Religionsgemeinschaft ist die römisch-katholische Kirche, die den gläubigen Polen auch während der Zeit des Kommunismus Halt bot. Insbesondere die Berufung des polnischen Kardinals Karol Wojtyla zum Papst Johannes Paul II. gab der Kirchen einen weiteren Aufschwung, der bis heute anhält.

Die längsten Flüsse Polens sind die Weichsel, die Oder, die Warthe und der Bug. Polen gehört zu den seenreichsten Ländern der Erde. Die größten Seen sind Śniardwy (Spirdingsee) und Mamry (Mauersee) in der Region Masuren sowie das Jezioro Łebsko (Lebasee) und das Jezioro Drawsko (Dratzigsee) in der Region Pommern. Polen ist mit seinen Flüssen, der Ostseeküste von Świnoujście (Swinemünde) auf Usedom und  im Westen bis nach Krynica Morska auf der Frischen Nehrung ein Paradies für den Wassersport.

 

Ostsee, Seenplatte und Nationalparks

Das Klima in Polen ist ein Übergangsklima zwischen gemäßigten und kontinentalen Einflüssen, dies sollte bei Reisen nach Polen berücksichtigt werden. Besonders in Richtung Osten kann es im Winter sehr kalt werden. Dabei gibt es je nach Region auch deutliche Unterschiede. Polen hat die unterschiedlichsten Landschaften zu bieten und ist damit ein vielseitiges Urlaubsland: Ostsee, Masurische Seenplatte und die Gebirge Sudeten, Karpaten (Hohe Tatra) und das Heiligkreuzgebirge sind neben der Gastfreundschaft und den vielen kulinarischen Spezialitäten (Krakauer Würste, Pierogi und Bigos) gute Gründe für eine Reise in das Land.

Es gibt außerdem zahlreiche Nationalparks in Polen, besonders bekannt ist der Nationalpark Białowieża mit einem der letzten Urwälder Europas und den bekannten Wisenten (Europäischer Bison). Die polnischen Städte sind nach den immensen Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs liebevoll rekonstruiert worden und zum Beispiel Danzig (dt.: Gdańsk ) und Krakau (dt.: Kraków) sind neben Warschau sehenswerte und gerne besuchte Großstädte in Polen.

 

Europas Staaten: Malta

Der Inselstaat Malta liegt südlich von Sizilien im Mittelmeer. Reisen nach Malta sind etwas für Kulturinteressierte, denn hier gibt es zahlreiche Events, aber auch ganz viel Geschichte insbesondere zur Zeit der Kreuzritter zu entdecken. Das Land ist eine Republik und besteht aus den Hauptinsel Malta, dem kleineren Gozo und Comino, sowie weiteren kleineren Eilanden. Im Zentrum des Mittelmeeres gelegen, war Malta lange umkämpft und von vielen Völkern regiert. Die Hauptstadt des Staates ist Valletta.

maltesische flagge
Flagge von Malta

Malta hat 2008 den Euro als Zahlungsmittel eingeführt. Mit einer Fläche von ca. 316 qkm ist es das flächenmäßig kleinste EU-Mitgliedsland. Allerdings ist die Insel sehr dicht besiedelt und weist einen hohen Verstädterungsgrad auf. Das Kfz-Kennzeichen von Malta ist M, die Internetendung .mt. Malta war bis zum 21. September 1964 britische Kolonie.

 

Insel der Kreuzritter

Maltas Bewohner sind in erster Linie Malteser. Diese sind Nachkommen der zahlreichen Völker, die auf Malta lebten bzw. es besetzt hielten. Somit stammen die Malteser ab von Sizilianern, Arabern, Griechen, Römern, Phöniziern (Karthagern) und sogar von den Normannen. Später herrschten die Briten und einige von ihnen sind hier geblieben. Malta ist bis heute Mitglied im Commonwealth of Nations.

valletta auf der insel malta
Blick auf Valletta, der maltesischen Hauptstadt.

Daneben leben hier einige Ausländer u.a. aus Italien, Deutschland, Libyen und Asien. Sehr nachhaltig wurde Malta von den Kreuzfahrern geprägt, da hier der souveräne Malteserorden über die Insel herrschte.

Die Malteser sind bis heute sehr gläubig und die Religion spielt insbesondere bei den zahlreichen Festen eine wichtige Rolle. Dabei ist die römisch-katholische Kirche die dominante Religionsgemeinschaft. Das Maltesisch (Malti) ist trotz der langen britischen Kolonialzeit erhalten geblieben und die einzige, semitische Sprache Europas. Maltesisch ist außerdem die einzige mit lateinischen Buchstaben geschriebene der semitischen Sprachfamilie. Neben Maltesisch ist Englisch allerdings die zweite Amtssprache.

 

Englisch lernen am Mittelmeer

Insbesondere für Sprachurlaub ist Malta daher für viele Schüler und Studenten interessant und nicht wenige reisen nach Malta um ihr Englisch in einer Sprachschule zu verbessern. Malta ist zwar sehr trocken und hat subtropisches, trockenes Mittelmeerklima, aber Gozo ist etwas grüner und auch ruhiger als die Hauptinsel. Dafür gibt es dort viel Kultur, Nachtleben und Geschichte.

Besondere Sehenswürdigkeiten Maltas sind u.a. der Großmeisterpalast, Fort St. Elmo, die St. John´s Co Kathedrale, das Archäologische Museum, die Kathedrale St. Paul in Mdina, der Hafen von Marsaxlokk, die Tempelanlagen von Tarxien und die Blaue Lagune. Badeurlaub ist etwas schwieriger, da Malta nur wenig Sandstrände aufweist. Wer unbedingt einen Sandstrand sucht, sollte einen Ausflug nach Gozo machen.

 

Europas Staaten: Finnland

Finnland oder Suomi, wie die Finnen selbst sagen, ist ein Staat in Nordeuropa. Die Hauptstadt ist Helsinki. Als Urlaubsland ist Finnland etwas für Freunde von ruhigen Wäldern und vor allem Seen. Die parlamentarische Republik grenzt an Schweden, Norwegen, Russland und die Ostsee.

finnische flagge
Flagge von Finnland

Die Währung ist der Euro, dessen finnische Münzprägungen aufgrund der Seltenheit immer begehrt sind. Mit einer Fläche von ca. 338.450 qkm ist es etwas kleiner als Deutschland, hat aber mit 5,5 Millionen Menschen wesentlich weniger Einwohner. Das Land der tausend Seen ist daher eines der am dünnsten besiedelten Länder Europas mit viel einsamer Natur, Ruhe und Erholung.

 

Vermittler zwischen Ost und West

Amtssprachen im Land sind Finnisch und Schwedisch. Schwedisch wird insbesondere in den südlichen und westlichen Küstenregionen sowie den Åland-Inseln gesprochen. Die Åland-Inseln gehören seit 1921 nach Entscheidung des Völkerbundes zu Finnland, sie haben eine weite Autonomie innerhalb Finnlands und hier ist nur Schwedisch Amtssprache (!). Eine weitere ethnische Minderheit sind die Samen im Norden Lapplands, die vor allem für ihre Rentierzucht bekannt sind.

ferienhaus finnland
Typisches Ferienhaus (Mökki) in Finnland.

Finnisch ist eine finnougrische Sprache und daher schwer zu erlernen. Für den Besucher aus Mitteleuropa klingt die mit dem Estnischen und dem Ungarischen verwandte Sprache fremd. Aber die Finnen, die über eines der besten Bildungssysteme Europas verfügen, sprechen oft auch Fremdsprachen wie Englisch und Deutsch, manchmal auch Russisch oder Französisch.

Erst seit 1917 ist Finnland unabhängig, vorher gehörte es lange zu Schweden und später zur Russland. Politisch ist Finnland bis heute ein Vermittler auf internationaler Ebene, es ist nicht Mitglied der NATO. Als Nachbarland Russlands ist es traditionell auch um eine entspannte Lage zwischen diesem und den NATO-Staaten bemüht. 1975 wurde mit der Schlussakte von Helsinki die Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa gegründet, dem Vorgänger der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE). Mit den skandinavischen Ländern ist Finnland seit 1955 im Nordischen Rat verbunden, zur Europäischen Union gehört es seit 01. Januar 1995.

Das Klima Finnlands ist kalt-gemäßigt, wobei es hier besonders Richtung Osten deutlich kälter und kontinentaler wird, als im westlichen Skandinavien. Viele Regionen sind im Winter äußerst schneereich und so verwundert es nicht, dass die Finnen begeisterte Wintersportler sind und besonders im Skispringen, aber auch im Eishockey sehr erfolgreich sind. Auch sind die leistungsstarken Eisbrecher zu erwähnen, die die zugefrorene Ostsee auch im Winter für die Finnen befahrbar machen.

 

Wälder, Seen und Mittsommer

Finnland ist geprägt von den vielen Seen der finnischen Seenplatte und weiten Waldgebieten. Hier leben noch seltene Tiere wie Bären, Wölfe und Vielfraß. Elche sind ebenfalls weit verbreitet und Rentiere im Norden stark vertreten. Im Saimaa-Seengebiet findet man eine spezielle Ringelrobbe und auch die Vogelwelt mit Tieren wie Adlern, Birkhühnern und Moorschneehühnern vertreten.

Bekannt ist Finnland für seine Ferienhäuser (fin.: Mökki) und die Sauna, die man unbedingt einmal in Finnland erleben sollte. In nahezu jedem Ferienhaus  findet man eine Sauna, die besonders im kalten und dunklen Winter oft benutzt wird. Hier im europäischen Norden gibt es genauso wie in den Nachbarstaaten die Mittsommertage, aber auch die Polarnacht. Polarlichter sind hier ebenfalls relativ oft zu sehen. Die Finnen haben auch einige besondere Traditionen und auch sie rühmen sich der Tatsache, die Heimat des Nikolaus zu sein. Besonders bekannt wurde Finnland auch durch zahlreiche Musiker und Bands wie The Rasmus, HIM und Lordi. Letztere gewannen den Eurovision Song Contest 2006 erstmals für Finnland, das ansonsten auch für eine ruhigere Musik bekannt ist, nämlich dem finnischen Tango.

 

Europas Staaten: Luxemburg

Das Großherzogtum Luxemburg (lux.: Groussherzogtum Lëtzebuerg, frz.: Grand-Duché de Luxembourg) ist eine parlamentarische Monarchie und einer der kleinsten Staaten Europas. Als Teil der BENELUX-Staaten (gemeinsam mit Belgien und den Niederlanden) liegt das Land als Binnenland mitten in Westeuropa. Die Hauptstadt des Staates ist die Stadt Luxemburg (Stad Lëtzebuerg, Ville de Luxembourg), die ein beliebtes Reiseziel für Tages- oder Wochenendausflüge ist, aber auch ein bedeutendes Finanzzentrum Europas. Sie befindet sich in der südlichen Hälfte des kleinen Landes.

luxemburgische flagge
Flagge von Luxemburg

Als Flagge verwendet das Land eine rot-weiß-hellblaue Trikolore. Wegen der Verwechslungsgefahr mit der niederländischen Flagge verwenden Schiffe allerdings die blau-weiß gestreifte Flagge mit dem roten Löwen (De Roude Léiw).

stadt luxemburg
Luxemburg Stadt ist die Hauptstadt des Großherzogtums

 

Luxemburg und die europäische Einigung

Luxemburg hat intensive kulturelle und wirtschaftliche Beziehungen zu seinen Nachbarstaaten und gehörte immer zu den Vorreitern der europäischen Einigung. Gemeinsam mit Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien und den Niederlanden gehörte Luxemburg 1951 zu den Gründungsmitgliedern der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) und ratifizierte auch als erstes Land den Vertrag von Maastricht. 1985 wurde mit dem Schengen-Abkommen der europäische Binnenmarkt vorangetrieben und benannt nach der luxemburgischen Gemeinde Schengen. 1986 erhielten die Luxemburger für ihre pro-europäische Einstellung den Karlspreis der Stadt Aachen.

Burgruine von Esch-Sauer in den Luxemburger Ardennen (c)

Als Währung wird auch hier wie in den Nachbarstaaten der Euro verwendet. Die Nachbarstaaten sind Deutschland, Frankreich und Belgien. Mit einer Fläche von ca. 2.586 qkm ist das Großherzogtum in etwa genauso groß wie das deutsche Bundesland Saarland. Das Kfz-Kennzeichen von Luxemburg ist L, die Internet-TLD .lu. Ihren Nationalfeiertag begehen die Luxemburger am 23. Juni eines jeden Jahres. Unabhängig wurde das Land auf der Zweiten Londoner Konferenz im Jahre 1867.

Die Luxemburger liegen zwischen dem deutschen und dem französischen Sprachgebiet. Das Luxemburgisch (Lëtzebuergesch) selbst ist ein möselfränkischer Dialekt, hat allerdings einige französische Lehnwörter aufgenommen. Luxemburgisch wurde 1984 zur Nationalsprache erklärt und bestimmt den Alltag im Land. Daneben sind Französisch und Deutsch Amtssprachen.

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Der Obersauer Stausee ist das größte Gewässer des Landes (c)

Viele Medien erscheinen auf Deutsch, während Französisch bei Verwaltungen und Ministerien verwendet wird. Insgesamt ist die Sprachensituation sehr komplex und die Luxemburger lernen neben diesen drei Sprachen auch noch Englisch. Daneben leben noch viele Ausländer (und auch Grenzgänger als Arbeitnehmer) in Luxemburg, meist Portugiesen, Franzosen, Italiener, Belgier und Deutsche. Viele deutsche Arbeitskräfte leben in Deutschland und arbeiten in Luxemburg.

Immobilien und die Lebenshaltungskosten sind hoch im Land, allerdings ist auch das Lohnniveau sehr hoch. Die Lebensqualität in dem kleinen multikulti Staat ist hoch, die Infrastruktur hervorragend. Das Land teilt sich geographisch auf in den Ösling im Norden und das fruchtbare Gutland im Süden. Als Naherholungsziele sind die Luxemburger Schweiz und das Müllerthal bekannt. Der Staat ist auch geprägt von Flüssen wie Mosel, Sauer, Our und Alzette. Bekannte Städte sind Luxemburg Stadt, aber auch Vianden, Esch an der Alzette (Esch-sur-Alzette), Echternach und das idyllisch gelegene Esch-Sauer (Esch-sur-Sûre).

vianden in luxemburg
Blick auf Vianden an der Our (c)

Luxemburg ist ein interessantes Urlaubsland, für Wanderfreunde ebenso wie für Kulturinteressierte. Der größte See Luxemburgs ist der Obersauer Stausee im nördlichen Teil des Landes. Hier kann man Segeln, Kanufahren, Schwimmen, Tauchen und Angeln. Auch kulinarisch bietet das Land mit Gerichten wie Judd mat Gaardebounen, Spezialitäten wie dem Ardennerschinken und den Weißweinen der luxemburgischen Moselregion einige Highlights.

 

Luxemburg-Stadt – kultureller Hotspot

In Luxemburg-Stadt gibt es einige Sehenswürdigkeiten die man entdecken kann wie die Katakomben Kasematten, die Kathedrale, das Großherzögliche Palais, Corniche (schönster Balkon Europas) und der Fischmarkt. Zahlreiche Events und Veranstaltungen wie das Volksfest “Schobermesse”, das Printemps Musical-festival de Luxembourg oder die Jazz-Festival Blues’n Jazzrallye finden alljährlich in der kulturell interessanten Stadt statt. Zahlreiche Museen wie das Musée d’Art Moderne Grand-Duc Jean oder das Festungsmuseum “Musée Dräi Eechelen” sind einen Besuch wert. Mit Menschen aus 160 Nationen ist die Hauptstadt kosmopolitisch-international ausgerichtet und Langeweile kommt hier kaum auf.

Bekannt ist Luxemburg-Stadt auch als Sitz verschiedener EU-Institutionen wie dem Europäischen Gerichtshof, dem Rechnungshof und der Europäischen Investitionsbank. Die Reste der alten Festung und die Altstadt wurden zum Weltkulturerbe der UNESCO erklärt.

 

Europaflagge – Symbol der Einheit Europas

Am 08. Dezember 1955 war es soweit. Der Europarat erklärte die azurblaue Flagge mit den zwölf fünfzackigen Sternen zum offiziellen Symbol Europas.

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Europaflagge

Heute kennt die Europaflagge (offiziell im Seitenverhältnis 2:3) jeder als Flagge des Staatenverbunds der Europäische Union (EU).  Man findet die Europaflagge mit dem Sternenkranz nicht nur auf Autokennzeichen oder Euromünzen, sondern auch auf Lebensmitteln, Broschüren, Wahlplakaten, Bauschildern und vielem mehr. In den EU-Mitgliedsländern findet man sie außerdem häufig vor und in staatlichen Behörden, Amtssitzen und den Parlamenten.

1983 erklärte das Europäische Parlament die Übernahme der Flagge durch die Europäischen Gemeinschaften. 1985 stimmten dem die EU-Staats- und Regierungschefs zu und ab Mai 1986 war das blau-goldene Banner dann auch offiziell für die EG.

Gehisste Europaflagge vor blauem Himmel (c)

Seit dem Vertrag von Maastricht 1992 spricht man von der Europäischen Union – die Flagge ist natürlich geblieben. Beim Flaggenhissen sollte man darauf achten, dass die Sternspitzen nach oben zeigen, vereinzelt sich man sie im privaten Bereich tatsächlich falsch herum (!).

Die im Kreis angeordneten Sterne stehen übrigens nicht für die EU-Mitgliedsländer (anders als bei der US-Flagge, wo die 50 Sterne die Bundesstaaten repräsentieren), sondern abstrakt für die Werte Einheit, Solidarität und Harmonie zwischen den europäischen Völkern.

Als die Flagge 1986 etabliert wurde, hatte die EG allerdings tatsächlich zwölf Mitgliedsländer. Manchmal gibt es halt Zufälle. Seitdem ist die EU auf 28 EU-Staaten erweitert worden, aber es bleibt bei zwölf Sternen.

Die Zahl Zwölf steht auch für die Vollkommenheit und Vollständigkeit, ebenso wie die zwölf Tierkreiszeichen. Ideologisch gibt es allerdings auch viele andere Deutungsversuche zur Symbolik der zwölf Sterne, so sehen manche einen Bezug zu den zwölf Aposteln, zwölf Tagesstunden und Monaten, den zwölf olympischen Göttern oder den römisch-antiken zwölf Gesetzestafeln.

 

Neuer Name und neuer Schwerpunkt

Das Internet ist in Bewegung. So auch dieses Portal, dass ab sofort unter www.liberal.li zu finden sein wird.

Damit geht ein neuer Themenschwerpunkt einher: Europa und alles, was irgendwie damit in Verbindung steht. Da Europa nicht nur ein Kontinent ist, sondern noch viel mehr, geht es hier zukünftig um allerhand: Umwelt, Lebensart, Sprachen, Geographie, Politik, Gesellschaft, Gleichstellung, Geschichte und Sport – nur um ein paar Beispiele zu nennen.

Und es soll ein wenig lockerer zugehen. Ganz so, wie es europäische Nachbarn schon lange machen. Die Schweden haben in den 1960er Jahren mit der Du-Reform das Sie abgeschafft – außer für die Königsfamilie. Als Initiator gilt Bror Rexed, der damalige Direktor der Gesundheits- und Sozialbehörde.

Eine tolle Idee – wie soviele aus Schweden. Sie unterstreicht die prinzipielle Gleichheit und Gleichwertigkeit aller Menschen in einer Gesellschaft. So möge sich die Leserin und der Leser nicht wundern, wenn sie oder er hier gedutzt wird.

In dieses Sinne, euer Eric.

PS. Die alten Blogbeiträge findet ihr hier: Blogarchiv

Polarlichter in Norwegen

Polarlichter (Aurora borelais) entstehen durch elektrisch geladene Teilchen des Sonnenwinds (hauptsächlich Elektronen), die in die Erdatmosphäre eintreten. Sie werden auf der Erde als Leuchterscheinungen am Himmel wahrgenommen. In der Erdatmosphäre werden die vorhandenen Luftmoleküle zum Leuchten angeregt.

polarlicht im norden norwegens
Polarlicht in Nordnorwegen

Die Polarlichter treten hauptsächlich in der Polarregion auf, weil das Magnetfeld der Erde die Sonnenwindteilchen zu den Polen lenkt. An den Polen verläuft das Magnetfeld senkrecht zur Erdoberfläche, so dass die Teilchen in die Atmosphäre eintreten.

Polarlichter kommen auf der Nordhalbkugel (Nordlicht: Aurora borealis) als auch auf der Südhalbkugel (Südlicht: Aurora australis) vor. Die Polarlichter sind unabhängig vom Wetter. Sie treten in Höhen ab 60 km in der Troposphäre auf, weit oberhalb von der Schicht in der das Wetter stattfindet (bis etwa 15 km)

Häufigkeit und Vorkommen von Polarlichtern

Je stärker die Sonnenaktivität umso stärker sind auch die Sonnenwinde. Dies wiederum hat zur Folge, dass Polarlichter häufiger und heller auftreten. Beim Aktivitätsmaximus ist sogar in gemäßigten Breiten die Wahrscheinlichkeit hoch ein Polarlicht zu sehen. In Deutschland können pro Jahr durchschnittlich ca. 10 – 15 Leuchterscheinungen gesichtet werden, meist nur am Nordhimmel.

Der Sonnenwind benötigt zwischen 2 und 4 Tagen bis zur Erde. Daher können Polarlichter kurzfristig vorhergesagt werden. Am häufigsten findet man sie im Zeitraum Ende Oktober – Mitte Dezember und Ende Februar – Anfang April, da in dieser Zeit das Magnetfeld von Erde und Sonne parallel steht.

Am Polarkreis können sie jedoch das ganze Jahr über auftreten. Polarlichter können grün (angeregte Sauerstoffatome in gut 100 km Höhe), rot (angeregte Sauerstoffatome in etwa 200 km Höhe) oder violett (angeregte Stickstoffatmome) sein.

Geschichte der Polarlichter

In der Antike wurde den Polarlichtern von den Völkern Nordamerikas, Europas und Asiens etwas göttliches angedichtet. Man vermutete, dass bei ihrem Auftreten überirdische Kämpfe oder Tänze stattfanden. Im Mittelalter wurden die Polarlichter in Europa, genauso wie Kometen als Vorboten des Unheils gedeutet (z.B. Kriege, Seuchen).

Die Wikinger hatten eine eigene Deutung. Für sie waren die Polarlichter Spiegelungen auf der Rüstung der Walküren, die nach jeder Schlacht die Krieger auswählten, die fortan an Odins Tafel in Walhalla sitzen durften.

 

Geschichte Norwegens

8000 v. Chr.: Ende der letzten Eiszeit, die Menschen folgen Rentieren und anderem Jagdwild Richtung Norden

7000- 4000 v. Chr.: Besiedlung der Finnmark ablesbar aus Spuren der Komsakultur, in Südnorwegen wird zur Agrarkultur übergegangen

1500- 500 v. Chr.: Während der Bronzezeit im Süden bäuerliche Kultur, im Norden weiter Jagdkultur

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Im Wikingerschiffmuseum in Oslo (c)

872: Schlacht bei Hafrsfjord, Harald “Schönhaar” vereinigt mehrere Kleinkönigreiche und schafft ein Norwegisches Reich

9. und 10. Jahrhundert: Entdeckungs- und Eroberungsfahrten der Normannen (Wikinger), Entdeckung von Island, Grönland und Nordamerika.

um 1000: Christianisierung unter Olaf I. Tryggvason

um 1250: Die Hanse errichtet Niederlassung in Norwegen und beutet das Land aus

13. Jahrhundert: Größte Ausdehnung des Reiches unter Hakon IV. Grönland, Island, Teile von Schweden (Infos zu Norwegens Nachbarn unter www.schweden-urlaubsinfo.de) und zahlreiche Inseln gehören zu Norwegen

1319 bekommt König Magnus Eriksson als Neffe des schwedischen Königs auch die schwedische Krone. Sein Thronfolger heiratet die Tochter des dänischen Königs, Margarete. Daraus entsteht die Kalmarer Union, die Norwegen, Schweden und Dänemark zusammenführt.

1349-1350: 60% der Bevölkerung Norwegens stirbt an der Pest.

Aus der Kalmarer Union löst sich Schweden 1523. Später im Jahre 1536 wird Norwegen zu einem Teil Dänemarks erklärt. Dänemark kämpft auf Seiten Napoleons. Nach dessen Niederlage gerät Norwegen 1814 an Schweden.
Norwegen erhält von Schweden Autonomie und eine eigene Verfassung “Grunnlov” (17. Mai 1814).
Die verfassungsgebende Versammlung tagt in Eidsvoll.

1905: Unabhängigkeitserklärung nach Volksabstimmung, König von Norwegen wird der dänische Prinz Karl, als Hakon VII.

1. Weltkrieg: Norwegen bleibt neutral.

2. Weltkrieg: Norwegen wird 1940 von deutschen Truppen besetzt. Königshaus und Regierung flüchten nach London ins Exil.

Oktober 1945: Freie Wahlen. Unter Einar Gerhardsen absolute Mehrheit der Arbeiterpartei.
Soziale Reformen nach schwedischem Vorbild (Wohlfahrtstaat)

1945: Gründungsmitglied der UNO

1949: Gründungsmitglied der NATO (Ende der Neutralität)

1960: Eintritt in die European Free Trade Organisation (EFTA), am 4.1.1960 Stockholmer Abkommen als Reaktion auf den EWG- Vertrag, 7 Gründungmitglieder: Dänemark, GB, Norwegen, Österreich, Portugal, Schweden und Schweiz, später eingetreten 1970 Island, 1985 Finnland und 1991 Liechtenstein, mittlerweile nur noch verblieben: Island, Liechtenstein, Norwegen und die Schweiz, Sitz in Genf (Schweiz)

Mitte der 1960er Jahre: Ölfunde in der Nordsee

1972: Volksabstimmungen mit knapper Mehrheit (53%) gegen die EG- Mitgliedschaft

1986: Wirtschaftskrise wegen fallender Ölpreise, Sparpolitik

1990: Minderheitskabinett unter der Sozialdemokratin Gro Harlem Brundtland

1991: Tod von König Olav, Harald V wird neuer norwegischer König

1994: Olympische Winterspiele in Lillehammer, die als die Besten aller Zeiten in die Geschichte eingehen.

Erneut eine Volksabstimmung mit knapper Mehrheit (51%) gegen die EG- Mitgliedschaft

2001: Parlamentswahlen ergeben Niederlage für Arbeiterpartei. Regierungschef ist Kjell Magne Bondevik, der eine Mitte-Rechts-Koalition führt

2005: Parlamentwahlen ergeben Niederlage für die Mittel-Rechts-Koalition. Neuer Ministerprädsident wird Jens Stoltenberg von der Arbeiterpartei, der eine rot-grüne Koalition führt

2009: Parlamentswahlen bestätigen Jens Stoltenberg. Er führt eine Regierung mit rot-grüner Struktur an. Vertreten sind seine Arbeiderpartiet, dazu die Senterpartiet und die Sosialistisk Venstreparti.

2011: Am 22. Juli kommen bei einem Amoklauf in Oslo (Bombenanschlag) und in einem Feriencamp der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei auf der Insel Utøya 77 Menschen, meist Jugendliche ums Leben. Das Unglück löst in dem sonst so beschaulichen Norwegen und auch weltweit Bestürzung aus.

2012: Am 26. April nehmen ca. 40.000 Menschen an einer Gedenkveranstaltung in Oslo teil, darunter auch Gäste und Politiker aus den benachbarten skandinavischen Ländern.

Seit 2013 ist Erna Solberg Ministerpräsidentin von Norwegen, sie startete mit einer Minderheitsregierung (mit Christdemokraten und Venstre) und führt seit 2019 eine bürgerliche Mehrheitsregierung (erstmals in Norwegen seit 1985). Sie führt außerdem die Høyre-Partei an, eine konservative Partei mit Mitte-Rechts-Ausrichtung.