West-Kanada

Hier finden Sie Reisetipps und Informationen für die typische Rundreise durch British Columbia und Alberta in West-Kanada mit dem Mietwagen oder Wohnmobil.

jasper-see kanada
Der Jasper-Lake in Alberta (c)

Wir haben die Mietwagen-Variante gewählt.

  • Unsere Reise startet in Vancouver und endet in Vancouver, wo Sie einige Tage Aufenthalt einplanen sollten. Von Vancouver starten auch die Ausflüge nach Whistler und Seattle.
  • Die erste Strecke führt von Vancouver Richtung Osten über Hope und Osoyoos nach Penticton.
  • Weiter geht es entlang des schönen Okanagan-Sees durch Kelowna bis nach Revelstoke und Golden, also schon durch die ersten »kleineren« Nationalparks.
  • Sehen Sie den Lake Louise und den atemberaubenden Icefields Parkway auf der Fahrt durch die Nationalparks von Banff und Jasper – Start und Endziel der Reise kann auch das nahe gelegene Calgary, Alberta sein.
  • Den höchsten Berg der Rocky Mountains, Mount Robson, passiert man auf der Strecken von Jasper nach Prince George.
  • Von Prince George über Smithers nach Prince Rupert am Pazifik führt die Strecke durch Hunderte Kilometer dünn besiedeltes Landes.
  • Ein Tag auf dem Meer: Über die Inside Passage von Prince Rupert nach Port Hardy .
  • Für Vancouver Island sind zwei weitere Abschnitte eingeplant. Einer für den nördlichen Teil der Insel …
  • … und einer für Victoria, die Hauptstadt British Columbias.
  • Von dort geht es wieder nach Vancouver.

Von Vancouver aus sind zwei weitere Ziele beschrieben, die man in Tagestouren besuchen kann.

  • Die kleine Rundreise über Whistler greift nochmal alle Motive der großen Rundfahrt auf.
  • Außerdem lohnt sich ein Abstecher nach Seattle, Washington (USA).

Beachten Sie auch die allgemeinen Hinweise über Kanada, sehen Sie, welche Tiere Ihnen begegnen könnten und welche »Geheimtipps« wir für Sie haben. Außerdem gibt es noch alternative Reiseziele und alle Bilder.

Starten Sie nun Ihre virtuelle Westkanada-Rundreise ab Vancouver!

 

Vancouver

Geschichte und Sehenswürdigkeiten

Als George Vancouver, der englische Vermessungsingenieur der amerikanischen und kanadischen Westküste, im Alter von 13 Jahren der Royal Navy beitrat, hätte er sich bestimmt nicht erträumt, dass einmal die drittgrößte Stadt Kanadas nach ihm benannt würde. So ist es aber am 6. April 1886 bei der offiziellen Stadtgründung von Vancouver geschehen.

Mit ungefähr 600.000 Einwohnern im Jahr 2006 ist die Stadt ein wunderbares Beispiel der Industrialisierung Kanadas, denn dank der transkontinentalen Eisenbahn entwickelte sie sich innerhalb weniger Jahrzehnte gegen Ende des 19. Jahrhunderts zu einer Metropole, deren Bedeutung zu Beginn noch in den natürlichen Ressourcen wie Fischfang und Landwirtschaft lag.

Heute basiert ihre große Wirtschaftskraft nicht zuletzt auf einem Hafen mit internationaler Bedeutung. In Vancouver legen nicht nur Handels- sondern auch Kreuzfahrtschiffe aus aller Welt an, denn nach der Weltausstellung 1986 wurde die Stadt ein Tourismusmagnet und zieht seitdem jährlich Millionen Besucher aus nah und fern an.

Obgleich Vancouver relativ jung ist und das Stadtbild daher sehr modern, gibt es doch einige architektonische Meisterleistungen, die Fotografien und verweilende Augenblicke wert sind. Das Hauptgebäude der Public Library erinnert zum Beispiel stark an das Kolosseum in Rom und beherbergt nicht nur Bücher sondern auch Restaurants und Geschäfte.

Architektonisch sehenswert sind aber auch die neugotische Christ Church Cathedral aus dem Jahr 1894 und die neoklassizistische Art Gallery in der Hornby Street, deren Gebäude 1906 als Gerichtsgebäude errichtet wurde.

Das mit Terrakotta-Ziegeln verkleidete Dominion Building im Stadtteil Gastown, das im Stil des Empire State Buildings errichtet wurde, war Drehort einiger Szenen aus »Die unendliche Geschichte«.

Bis 1910 war das Dominion Building mit 53 Metern das höchste Gebäude der Stadt, heute wird die Skyline von Vancouver stetig entwickelt, jedoch gemäß bestimmter städtebaulicher Richtlinien, nach denen die Sicht auf die Berge nicht versperrt werden darf. Ein bemerkenswertes Gebäude Vancouvers ist das Canada Place, ein Relikt der Weltausstellung von 1986. Wahrzeichen der Stadt ist das Marine Building, im Baustil dem Empire State Building in New York nachempfunden. 8.000 Kunstwerke sind in der Vancouver Art Gallery zu bestaunen.

Sehenswürdigkeiten und Veranstaltungen

Selbstverständlich hat Vancouver aber sehr viel mehr zu bieten als ausschließlich Architektur; hier finden Veranstaltungen wie das Chinesische Neujahrsfest oder die »Celebration of Light« statt; hier befinden sich so bekannte Plätze wie der Stanley Park oder Granville Island.

Letzteres beeindruckt unter der Granville Street Bridge durch seinen öffentlichen Markt, die Theater, Galerien, Künstler und Musiker – hier befindet sich der kulturelle Höhepunkt der Stadt und fasziniert durch allerlei kulinarische und kulturelle Eindrücke.

Ebenfalls beeindruckend wird ein Besuch auf der ursprünglich bereits 1889 gebauten Capilano Suspension Bridge sein, die heute mit 136 Metern Länge und mit 70 Metern über dem Capilano River die längste Hängebrücke der Welt ist. Wem ein paar schwingende Bretter Zedernholz und Stahlkabel noch nicht genug Nervenkitzel ist, der kann bei dem so genannten »Treetops Adventure« weitere Brücken und Pfade ausprobieren, die sich dann jedoch an riesigen Baumstümpfen in 24 Metern Höhe über dem Boden des Regenwaldes befinden.

Ganz im Gegensatz dazu ist der Stanley Park vermutlich eine Oase der Ruhe nicht nur für Naturliebhaber – hier finden sich auf 400 Hektar auch Kinderfantasieländer und Miniatureisenbahnen. Erholungssuchende können aus 18 Kilometern Stränden wählen. Ein perfekter Platz zum Entspannen und Wohlfühlen. Ein solcher Ort ist auch Dr. Sun Yat-Sen Gardens, welches mitten in Chinatown hinter schützenden Mauern ein beeindruckend harmonisches Spiel an Kontrasten bietet.

Ob in Farbe, Größe oder Form – hinter den Mauern in Chinatown erlebt man Ying und Yang ganz hautnah. Wenn die chinesische Bevölkerung Vancouvers dann im Juni ihr traditionelles chinesisches Neujahrsfest mit einer Parade und einem Drachenbootrennen auf dem False Creek feiert, ist die gesamte Stadt dabei, denn das Chinatown British Columbias gründet bereits auf den ersten chinesischen Einwanderern, die zur Zeit der Stadtgründung kanadischen Boden betraten.

Hier erlebt man das, was man sich unter dem Wort »Chinatown« vorstellt: Einen vibrierenden Stadtteil voller exotischer Süßigkeiten, Gerüche und Geräusche. Allerdings befinden sich ganz in der Nähe auch »heruntergekommene« Stadtteile, die man abends lieber nicht zu Fuß erkunden sollte.

Als wunderbare Erfahrung für Familien bietet Science World in der Quebec Street die weltgrößte Kuppelleinwand mit aufregenden 3D-Filmvorführungen, die nicht nur die Jüngsten atemlos in die Sitze pressen. Die Kuppel in der sich das berühmte OMNIMAX-Kino befindet, ist von vielen Teilen Vancouvers aus sichtbar und war 1986 Teil der dortigen Weltausstellung.

Bereits seit mehr als hundert Jahren zieht die Robson Street dagegen Genießer aus aller Welt an. Hier wird eingekauft und gegessen. Von schicken In-Cafes über exquisite Nobelrestaurants bis hin zu den individualistischsten Künstlerbars findet sich hier alles was das Herz begehrt.

In Vancouver kann man an verschiedenen Stränden liegen und dabei und schneebedeckte Berggipfel anschauen. In der kalten Jahreszeit locken die drei Skigebiete der North Shore Mountains. Ein absolutes Highlight und ein würdiger Abschluss jeden Vancouver-Besuchs ist schließlich die »Celebration of Light« Ende Juli und Anfang August an den Stränden der English Bay. Dabei handelt es sich um einen mit Musik unterlegten Feuerwerkswettbewerb der Superlative.

 

Von Vancouver nach Penticton

Sehenswertes auf der Strecke von Vancouver über Osoyoos nach Penticton

Vancouver, im Südwesten von British Columbia gelegen, verdankt seinen Namen dem englischen Kapitän George Vancouver, welcher 1792 das Küstengebiet kartografierte. Was mit einer kleinen Sägewerkssiedlung begann, nahm durch die Anbindung an die Pacific Railway einen raschen Aufschwung. Die Rundreise wird uns immer wieder an der Bahnlinie vorbeiführen. Nach 30 Autominuten erreicht man Coquitlan am Coquitlan River.

Die 115.000 Einwohner zählende Stadt wurde 1891 gegründet. Die hier ansässigen Indianer gaben ihr den Namen »kleiner roter Fisch«. Das Stadtzentrum wird dominiert vom Mundy Park. Coquitlan ist weit über seine Grenzen hinaus bekannt für seine Galerien, herrlichen Segelreviere, ausgedehnten Regenwaldparks und weiten Blaubeerplantagen. Nach zirka 80 Kilometern Fahrtstrecke erreicht man Fort Langley, 1827 als Versorgungsposten für die Goldsucher auf ihrem Weg nach Norden gegründet.

Im Fort dokumentieren historisch gekleidete Statisten das Leben der Pioniere von British Columbia. Im Zentrum der gemütlichen Kleinstadt laden Cafés und Souvenirshops zum Verweilen ein. Die Fahrt führt weiter nach Mission am Fraser River, auch »Juwel im Tal« genannt. Von den zahlreichen Parks bieten sich beeindruckende Aussichtsmöglichkeiten. Bergsteiger nutzen Mission als Ausgangspunkt für ihre Touren durch die Cascade Mountains.

Ein tolles Erlebnis ist eine Bootssafari durch die zahlreichen Flussarme des Fraser River, flankiert von der imposanten Bergwelt der Coast- und Cascade Mountains. 150 Kilometer entfernt von Vancouver liegt Hope. Ein Stopp lohnt am Hope Slide, hier verschüttete 1965 ein Erdrutsch einen See und 3 Kilometer einer Straße.

Das 3.500 Einwohner zählende Städtchen Hope hat sich einen Namen als Drehort für den Filmklassiker »Rambo« gemacht, die Szenen entstanden sowohl im Ort als auch im Coquihalla Canyon. Lohnenswert ist auch ein Bummel entlang der Wallace Street, wo eindrucksvolle Einbaumschnitzereien ins Auge fallen.

Voralpine Landschaften durchquert man auf der Weiterfahrt durch den Manning Provincial Park. Tiefgrüne Nadelwälder und die über 2.000 Meter hohen Berge der Coast Mountains laden zu einem Spaziergang ein. Im Sommer kann man im Similkameen River, der eine Zeit lang neben der Straße herführt, baden. Aber Vorsicht: Auf einer Fahrt entlang der 8 Kilometer langen Panoramastraße soll es keine Seltenheit sein, den einen oder anderen Bären zu Gesicht zu bekommen.

Malerisch liegt Princeton am Südende des Okanagan- und des Skaha-Sees. Viele Touristen mieten sich in die typisch kanadischen Blockhäuser des Ortes ein.

Weiter auf dem Highway 3 erreicht man das fruchtbare Okanagan Valley. Es wird auch als »Obstgarten« British Columbias bezeichnet. Die ersten Missionare begannen in der klimatisch außerordentlich begünstigten Lage mit dem Weinbau. Siedler brachten Pfirsiche oder Kirschen mit ins Land. Die Obst-, Gemüse- und Kräutergärten bei Keremeos sind ein Geheimtipp.

In Keremeos lohnt ein Halt an der Grist Mill, einer alten Mühle, welche im 19. Jahrhundert den Weizen der ersten Farmer des Gebietes verarbeitete. Liebevoll restauriert wird sie noch heute Schaulustigen vorgeführt.

Später erreicht man Osoyoos. Im trockenen, sonnigen Klima gedeihen Palmen und Kakteen. Spannend ist eine, von Indianern geführte, Exkursion entlang des Wüstenlehrpfades. Eine weitere Attraktion für Wasserratten ist der Okanagan See mit seinen angenehmen Temperaturen.

Die letzte Station dieses Südwest-Kanada-Abschnitts ist Penticton, Zielstation dieser Reise, die man gut an einem Tag schaffen kann. Die Salish Indianer tauften die Stadt »Ort an dem ich immer leben möchte«. Am Ende der Reise laden herrliche Sandstrände und ein umfangreiches sportliches und kulturelles Angebot zum Relaxen und Wohlfühlen im Südwesten Kanadas ein.

 

Von Penticton nach Golden

Sehenswertes auf der Strecke von Penticton nach Golden

Im sonnigen Okanagan Tal liegt das Städtchen Penticton, Ausgangspunkt der heutigen Reise. Das milde Klima des Ortes lädt zur Nutzung der zahlreichen Strände und interessanten Freizeitmöglichkeiten ein. Auch sollte man den leckeren Wein probiert haben und sich in der Okanagan Game Farm die bedrohten Tiere Westkanadas, wie Wölfe, Bären oder Nashörner anschauen.

Nach 68 Kilometern ereicht man die größte Stadt am Okanagan See, Kelowna, 1854 von Missionaren gegründet. Zu einem raschen Wachstum von Kelowna trug 1958 der Bau einer der größten schwimmenden Brücken der Welt über den Okanagan See bei. 109.000 Einwohner leben in Kelowna, einer dynamischen Großstadt mit historischen Bauten und einem vielseitigen kulturellen Angebot.

Im Citypark begrüßt die Statue des Seeungeheuers »Ogopopo« die Touristen, ein nostalgischer Raddampfer lädt zur Besichtigung ein. Die beste Aussicht auf Kelowna genießt man nach einem zirka 20minütigen Aufstieg vom Mount Knox.

Die Fahrt verläuft weiter über Dyama in das 114 Kilometer entfernte Vernon. Vernon ist ein Naturparadies und zeigt sich ungeheuer vielseitig. Regenwald bestimmt neben alpinen Wiesenlandschaften das Bild. Vernon ist auch eine einladende Shoppingmeile. Glücksritter treffen sich im Casino. Wer nach Vernon kommt, sollte die zahlreichen Outdoor-Angebote nutzen und sich zum Beispiel ein Kayak mieten, um die herrliche kanadische Landschaft für sich zu entdecken.

Die Weite Kanadas erschließt sich auch auf der Weiterfahrt. Wiesen, Felder, Obstplantagen und vereinzelte kleine Farmen bestimmen das Bild zwischen Armstrong und Enderby.

Am Ostende des malerischen Shuswap Lake erreicht man das 2.800 Einwohner zählende Hafenstädtchen Sicamous. Die Indianer gaben dem Ort einst seinen Namen, welcher »in der Mitte« bedeutet und sich wohl auf die Lage auf einer schmalen Landzunge zwischen Shuswap und Mara Lake bezieht.

Attraktion von Sicamous sind die unzähligen Hausboote, welche am Shuswap Lake vor Anker liegen. Die schwimmenden Wohnstuben können auch gemietet werden. Um Sicamous gibt es 1.000 Kilometer Küste zu entdecken. Auch lohnt hier eine Wanderung durch die herrlichen Wälder, vorbei an tosenden Wasserfällen.

Craigellachie ist ein historischer Ort, welcher eng mit dem Eisenbahnbau verbunden ist. Benannt wurde Craigellachie nach dem gleichnamigen Ort in Schottland, der Heimat der Familie des ersten Präsidenten der Canadian Pacific Railway. Symbolisch wurde am 07. November 1885 in Craigellachie der letzte Nagel in den Schienenstrang der Eisenbahnstrecke, welche den Pazifik mit dem Atlantik verbindet, geschlagen.

Vier vollständige Dörfer in Miniaturausgabe kann man im Beardale Castle Miniaturland besichtigen. Über 100 liebevoll gestaltete Minigebäude sind hier entstanden.

  1880 wurde Revelstroke gegründet. Man ereicht das Etappenziel am Colombia River nach 260 Kilometern Fahrstrecke. Das Zentrum des hübschen Städtchens ist der Grizzly Platz, welcher von zwei steinernen Vertretern der tabsigen Gesellen gesäumt wird.

Die Aussicht auf die schneebedeckten 3000er der Colombia Mountains ist fantastisch. Revelstroke besitzt ein bekanntes Eisenbahnmuseum, eine Ausstellung zur Stadtgeschichte und die Möglichkeit der Besichtigung des Revelstroke Staudammes. Hier kann man ebenfalls gut übernachten.

Die ersten Nationalparks

Der Revelstroke Nationalpark verfügt über einen beträchtlichen Anteil Regenwald, aber auch bizarre Gletscherformationen sind vorhanden. Rentiere, Grizzlys und Schneeziegen leben in dieser beeindruckenden Landschaft. Ein Highlight ist die Befahrung der 26 Kilometer langen Strecke »Meadows in the sky«. Man gelangt direkt auf den Gipfel des 1920 Meter hohen Revelstroke Mountain, kann die überwältigende Aussicht genießen oder eine erhohlsame Wanderung unternehmen.

Wahrzeichen Revelstrokes ist der Mount Begbie. Bergsteiger lieben diese Herausforderung, gilt es doch, auf dem Weg zum Gipfel 2000 Höhenmeter zu überwinden. Der Giant Cedars Weg führt vorbei an riesigen 1000jährigen roten Zedern.

Steile Gebirgsketten, enge Täler und vielfältige Gletscher kennzeichnen das Bild im Glacier Nationalpark. Der Glacier Nationalpark ist auch bekannt für sein Höhlensystem. Die Nakimu Cave zählt zu den größten Höhlen Kanadas.

Im Zentrum des Glacier Nationalparkes befindet sich auf 1.330 Metern Höhe der Rogers Pass. Die Verbindung in den Selkirk Mountains wurde 1881 durch den Geologen Albert Bowman Rogers entdeckt. Das Besucherzentrum vermittelt viel Wissenswertes über die Naturschönheiten der Region und die Geschichte des Eisenbahnbaues, welcher das Gebiet und seine Menschen prägte.

Mit einem hölzernen Denkmal wird am Rogers Pass an den Bau des Trans Canada Highway erinnert.

Nach 400 Kilometern erreicht man Golden, das Ziel der Reise. Das kleine Eisenbahnstädtchen im Colombia Valley diente einst als Vorratsstation für Trapper und Siedler. Schon lange wird Golden vom Tourismus beherrscht. Bereits 1899 zeigten schweizer Bergführer ausländischen Touristen die malerischen Höhenzüge der Umgebung. Entspannung und Erholung findet man in den Pubs und Restaurants von Golden.

Zu jeder Jahreszeit ist Golden ein beliebter Ausgangspunkt für Touren in die umliegenden Erholungsgebiete.

 

Banff, Jasper und die Nationalparks

Ein Begriff, der Assoziationen weckt: Die Rocky Mountains… Dieses weltberühmte Bergmassiv, das zu jeder Saison verzaubernd auf seine Besucher wirkt.

Natürlich steht das Naturerlebnis bei diesem abwechslungsreichen Abschnitt weit im Vordergrund. Darüber hinaus verfügen die pittoresken Städte auf unserer Route über eine glänzende touristische Infrastruktur, die auch dem verwöhnten Reisenden beinahe jeden Wunsch von den Augen abliest.

Jede einzelne Station dieser Route hat ihre Vorzüge, und nur Sie entscheiden, wie lange Sie das Luxusleben im Nobelort Banff genießen oder wann es Sie weiter zieht, den Norden mit seinen Gletschern zu erkunden…

Banff

Die Route beginnt im kleinen Städtchen Banff im Süden Albertas, etwa eine Flugstunde von Vancouver und entfernt im Westen Kanadas. Auf spektakulären 1383 Metern in den Rocky Mountains stellt Banff die höchst gelegene Stadt Kanadas dar.

Die Geschichte von Banff, dessen Name dem Geburtsort seiner Gründungväter entstammt und dem schottischen Banffshire entlehnt ist, knüpft auch untrennbar an die des Banff National Park an. Dieses 1885 als erster kanadischer Nationalpark eröffnete Areal verfügt über mehrere Tausend Quadratkilometer unterschiedlichster Naturlandschaften, die es zu einem der meistbesuchten Parks der Welt machen.

Je nach Jahreszeit genießen Sie hier von sanftem Wiesengrün bis zu tosenden Wasserfällen oder nebelbehangenen Berggipfeln das ganze Spektrum kanadischer Vielfalt.

Der Park bietet ein riesiges Netz mit über 1600 Kilometern Wanderwegen. Im Sommer kann man hier an den Berghängen klettern oder geführte Wanderungen durch abgelegenere Gebiete buchen. Für einen Überblick über das gigantische Gebiet empfiehlt sich eine Fahrt auf den Sulphur Mountain mit der Banff Gondola. Diese führt zu einer Aussichtsplattform mit Teehaus, von der Sie in beinahe 2200 Meter Höhe einen spektakulären Blick über das so genannte Bow Valley erhalten.

Der namensgebende Bow River mündet über die Bow Falls im Bow Lake, einem See in der Nähe des Banff Springs Hotel. Dieses legendäre Fünf-Sterne-Hotel ist linker Hand am Wasserfall gelegen und atmet die Geschichte seiner über 100 jährigen Tradition. Ursprünglich als Eisenbahnhotel von der Canadian Pacific Railway im gothischen Stil erbaut, bietet es dem Gast heute jede nur erdenkliche Annehmlichkeit.

Eine andere Hauptattraktion im Nationalpark stellt der Lake Louise dar, ein kristallklarer See mit türkis schimmerndem Wasser. Die einzigartige Farbe erhält er durch spezielles Steinmehl, das durch Gletscherwasser in den See hinein gespült wird. In den Sommermonaten bietet sich hier eine Fahrt mit dem Kanu an.

Leicht östlich von Banff liegt der Tunnel Mountain, eine tiefe Schlucht mit umgebenden Bergen, die es auf dem sogenannten Tunnel Mountain Drive zu erwandern gilt. Nach einer langen Wanderung stehen vom Zeltplatz bis zum Chalet im Tunnel Mountain Resort Unterkünfte bereit.

Auf über 1800 Meter Höhe liegt das Valley of the Ten Peaks, ein von zehn Gipfeln umgebendes Tal, in dessen Mitte der Moraine Lake liegt. Er wird vom Schmelzwasser der umgebenden Gletscher gespeist.

Der Banff Nationalpark steht seinen Besuchern das ganze Jahr über offen. Jede Saison hat ihre Vorzüge, und während die meisten Touristen in den Sommermonaten herkommen, ist Banff doch gerade auch im Winter einen Besuch wert. Das breite Angebot an Freizeitaktivitäten und Sportmöglichkeiten reicht von Skifahren über Schneeschuhwanderungen bis hin zu romantischen Fahrten mit dem Pferdeschlitten.

Ein ganz besonderes Vergnügen ist auch ein Ausflug mit dem Hundeschlitten, gezogen von den berühmten kanadischen Huskys.

Icefields Parkway

Die Reise gen Norden legen Sie auf dem legendären Icefields Parkway zurück, der einen schmalen Pfad quer durch die Nationalparks von Banff und Jasper legt. An dieser Stelle fahren Sie auf dem Scheideweg von Wasser und Land; im Osten Alberta, im Westen British Columbia.

Auf dieser Route liegen nicht nur weitere Nationalparks, sondern auch der weltberühmte Athabasca Glacier, ein Gletscher von 6 Kilometern Länge. Dieser zum 3400 Meter hohen Mount Athabasca zugehörige Gletscher zählt zum meist besuchten Gletscher Nordamerikas. Direkter Zugang ist nur mit den speziellen Schneebussen möglich, was wohl eine der ungewöhnlichsten Fahrten mit »öffentlichen Verkehrsmitteln« weltweit darstellt. Am Fuße des Gletschers liegt das Columbia Icefield Visitors Center.

Ein weiterer Gletscher ist der Crowfoot Glacier, der noch zum Banff National Park gehört und den zugehörigen Bow River speist. Seinen Namen bekam er durch sein Aussehen – allerdings ist eine der Krähenzehen schon sehr weit zurück gegangen.

Kootenay National Park

Rund 30 Kilometer hinter Banff beginnt der Kootenay National Park, ein kleinerer, doch nicht minder interessanter Park. Während die Mehrzahl der Komfort suchenden Gäste in Banff verbleibt und Kootenay mehr als Durchreiseort empfindet, können Abenteuerlustige hier einzigartige Naturerlebnisse verzeichnen. Je nach Jahrszeit bieten sich in dieser waldreichen Region Aktivitäten wie Angeln, Wandern oder auch ein Ausflug mit dem Pferd an.

Zur Fauna der Nationalparks in Westkanada gehören nicht nur kleinere Wildtiere wie Schafe und auch Wölfe, sondern mitunter auch Grizzlybären. Die Nationalparkverwaltungen halten hilfreiches Informationsmaterial mit Verhaltenstipps bereit. Eventuell sind Sie aber auch ganz und gar besessen davon, überhaupt einmal einen Bären zu Gesicht zu bekommen. Für diese Fälle bietet der Kootenay Park verschiedene Wildlife Touren mit Beobachtung und Aufsuchen von Wildtieren an, die selbstverständlich unter verantwortungsvoller Leitung stehen.

Yoho National Park

Aus Richtung Golden kommend, liegt westlich in British Columbia der Yoho National Park. Dieser kleinere Nationalpark besticht durch ein unberührtes Ökosystem und seine charmant persönlichere Führung, die ihnen trotzdem alle nur erdenklichen Tourenvorschläge und Erlebnisse bietet. Highlight des Parks ist der Emerald Lake, ein verträumter smaragdgrüner See, der zum Kanufahren einlädt.

Jasper

Mehrere Hundert Kilometer weit nördlich von Banff schließlich liegt Jasper mit dem zugehörigen Jaspers National Park. Dieser Park ist mit mehr als 10.000 Quadratkilometern Fläche der weitläufigste aller durchreisten Nationalparks. In Jasper ergeben die speziellen klimatischen Bedingungen ein wieder neues Bild für den Besucher. So finden Sie hier eine Vielzahl an eisigen Gletschern und Wasserfällen, die wirklich spektakulär sind. Zu einem der atemberaubendsten gehören sicher die Athabasca Falls, an dessen Fuße man auch ein schönes Picknick genießen kann.

Im Jasper National Park stehen eine große Auswahl an abwechslungsreichen Ausflügen bereit, die einen näheren Einblick in Landschaft und Tierwelt bieten.

Bergziegen beobachten vom Goat Lookout oder ein entspannendes Bad in den 40 Grad heißen Mette Hot Springs zählen zu den Jahreszeit unabhängigen Aktivitäten. Eine besondere Delikatesse im Winter ist das sogenannte Heli-Skiing, bei dem man hoch oben auf einem Gipfel im Tiefschnee ausgesetzt wird und sich in abenteuerlicher Abfahrt üben kann.

In der Stadt stehen einem wie auch in Banff unterschiedlichste Unterkünfte auch für gehobene Ansprüche zur Verfügung. Vielleicht möchten Sie hier noch ein wenig verweilen und die Eindrücke der Reise Revue passieren lassen… Wenn Sie möchten, können Sie von hier aus einen Tagesabstecher nach Calgary machen.

Von Jasper nach Prince George

Yellowhead Highway

Wir beginnen diesen Abschnitt in Jasper, welches durch seinen riesigen und beeindruckenden Jasper Nationalpark bekannt ist. Die Reise geht anfangs über den weltweit bekannten Yellowhead Pass, der die beiden Bundesstaaten Alberta und British Columbia teilt. Er befindet sich direkt im Zentrum des Nationalparkes von Jasper. Über den Pass führt auch der Highway gleichen Namens.

Seit Anfang des 20. Jahrhunderts wird dieser Pass als Überfahrt über die Rocky Mountains genutzt. Was als Indianerhandelsroute begann, ist in der Gegenwart mit dem Zeichen des Gelben Kopfes als Symbol geschmückt. Der Name Yellowhead wird als Gelber Kopf übersetzt, und der Pass kam durch den Trapper Pierre Bostonais mit seinen blonden Haaren zu seinem Namen.

Im Nationalpark kann man viele Wanderungen unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade unternehmen. Zum Beispiel zum glasklaren, türkisfarbenen Maligne Lake, der eingerahmt in die faszinierende Bergwelt liegt. Eine eindrucksvolle Bootsfahrt zum »Spirit Island« bietet sich hier an.

Eine Besonderheit innerhalb der Reise von Jasper nach Prince George ist die Überquerung der Zeitzone. Hier müssen Sie Ihre Uhr wieder eine Stunde vorstellen.

Der Yellowhead Lake, ein romantischer Bergsee, ist unbedingt einen Abstecher wert. Bestechend klares Wasser lässt die rundum stehenden Bäume und Berge wiederspiegeln und zaubert eine einmalige Atmosphäre.

Die nächste Etappe unserer Reise sind die bekannten Overland Falls. Aus atemberaubender Höhe stürzen die Wasserfälle hinab. Hier lohnt es sich, etwas länger auszuharren, um dieses Naturschauspiel zu genießen.

Auch die Rearguard Falls, die im Mount Robson Provincial Park befindlich sind, muß man gesehen haben, wenn man sagen möchte, man war in Westkanada. Sie gehören seit 1990 zum Weltkulturerbe, und das zu Recht. Man kann eine kleine Wanderung unternehmen und kommt so zu einer Aussichtsplattform, von der aus man eine atemberaubende Sicht auf den Wasserfall hat. Besonders interessant ist es hier im August, wenn man die Lachse beobachten kann. Die Wasserfälle werden vom Fluss Fraser gespeist.

Ein weiteres besonderes Highlight ist ganz sicher die Überquerung des Fraser River. Auf der legendären »Freedom Route« überquert man den gewaltigen Fluss. Er schlägelt sich rauschend und wildromantisch tief durch herrliche und faszinierende Canyonlandschaften. Der Atem stockt, wenn man diesen gigantischen Fluss überquert. Die Landschaft rundum ist überwältigend. Staunend wird man innehalten, um die Eindrücke aufzunehmen.

Mount Robson

Weiter geht es unterhalb des gigantisch aufragenden Mount Robson, dem höchsten Berg im kanadischen Teil der Rocky Mountains. Auch er ist im Mount Robson Provincial Park befindlich. Vom Yellowhead Highway ist die südliche Seite des atemberaubenden Bergmassivs eindrucksvoll zu sehen. Mit Schnee bedeckt steht der Berg majestetisch vor dem Betrachter.

Noch nicht genug der faszinierenden Natur, der Moose Lake sollte nicht vergessen werden. Er ist bestens geeignet, um einen ruhigen Tag mit Angeln zu verbringen.

Nachdem man eine längere Strecke durch ein ausgedehntes Waldstück hinter sich gebracht hat, welches unbesiedelt ist, liegt das Ziel des Abschnitts – Prince George – vor uns. Als die größte Stadt der Provinz British Columbia hat sie viel zu bieten. Seit 1807 besteht Prince George, welches damals noch als Fort George bekannt war. Einen besonderen Namen machte sich die Stadt durch seinen Pelzhandel. Viele junge Leute halten sich in der Stadt auf, weil sie seit vielen Jahren Universitätsstadt ist.

Als Abschluss des Tages kann man hier einen gemütlichen Abend verbringen, die Eindrücke Revue passieren lassen und den Gedanken nachhängen. Dies kann man sicher sehr gut in einem der gemütlichen Cafés tun.

 

Von Prince George nach Prince Rupert

Die Reise von Prince George nach Prince Rupert ist länger als die anderen Strecken. Vielleicht fügen Sie wie wir eine Zwischenübernachtung in Smithers ein?

Prince George – Smithers

Ausgangspunkt der Reise ist Prince George. Wir fahren am Morgen los. Es geht über den Yellowhead Highway in Richtung Prince Rupert. Wir verlassen Prince George und begeben uns zum 371 km entfernten Smithers. Dieser Ort, das Tor zum Norden von British Columbia, hat seinen besonderen Reiz.

Es befindet sich in ländlicher Umgebung mit herrlichen Bergpanoramen. Smithers wird »eine Stadt für alle Jahreszeiten« genannt. 6000 Einwohner leben hier am Fusse des Hudson Bay Mountain. Menschen aus aller Welt haben sich in an diesem idyllischen Fleckchen Erde niedergelassen.

Ein faszinierendes Szenario bietet sich dem Besucher und man sollte es auf keinen Fall versäumen, auf dem Weg nach Price Rupert Smithers zu besuchen. Hier kann man sich die Zeit auf zwei Golfplätzen, auf den faszinierenden Wanderwegen oder im Hallenbad vertreiben. Zahlreiche Fossilien-Fundstellen locken den Besucher.

Gern kann man aber auch einen faszinierenden Rundflug mit dem Wasserflugzeug unternehmen. Freizeitmöglichkeiten gibt es hier engros. Eine Zwischenübernachtung in Smithers in einer der zahlreichen gemütlichen Lodges bietet sich an.

Smithers – Prince Rupert

Am nächsten Tag lockt ein Abstecher nach Fort St. James. Diesen sollte man im Zuge der Reise von Smithers nach Prince Rupert unbedingt einplanen. Dieses am schönen Lake Stuart befindliche interessante Freilichtmuseum bietet noch heute Einblick in die damalige Arbeit der Pelzhändler, aber auch in das Verhältnis der Trapper zu den American Natives.

In authentischen Kostümen erzählen Ihnen gutgelaunte Kandadier in jedem nachgebildeten Haus dessen Geschichte.

Ein weiteres Highlight ist auf jeden Fall Moricetown mit seinem Canyon. Besonders beeindruckend ist der Bulkley River, der sich durch eine wenige Meter breite Schlucht drückt. Hier lohnt sich eine Aufenthalt, um die Natur zu genießen. Hochaufragende Felswände faszinieren den Besucher. Ruhe und Abgeschiedenheit – Romantik pur bietet diese Landschaft seinen Besuchern.

Im sogenannten »Ksan Historic Indian Village« in Hazelton, dem alten Indianerdorf »Gitanmaax Villages« mit seinen Totempfählen und Old Hazelton sollte man unbedingt vorbeischauen. Allein die Fahrt über die einspurige Brücke ist ein kleiner Nervenkitzel. Der Besuch des Dorfes lohnt sich insbesondere für Familien mit Kindern.

Der Skeena River, wie auch viele andere Flüsse Westkanadas, ist für seine Lachsvielfalt und den damit zusammenhängenden Lachsfang bekannt. Übersetzt heißt Skeena River »Wasser aus den Wolken«. Die Zeit zum Angeln sollte man sich nehmen. Es verspricht Romantik und Abenteuer pur. Von Juni bis September ist die beste Zeit für die Lachsfischerei.

Durch das grandiose Tal des Flusses geht es weiter Richtung Endstation Prince Rupert am Pazifik, wir haben noch ca. 450 km vor uns.

Terrace ist ein weiterer Anlaufpunkt. Von hier aus sind es noch ca. 150 Kilometer bis zum Endziel Prince Rupert. Vor uns liegt aber noch Port Edward mit seinen bekannten Dosenfabriken. Die Stadt ist am Skeena River landschaftlich reizvoll gelegen.

In diesem bekannten North Pacific Cannery Village Museum wird unter anderem die Geschichte der Dosenfabriken eingehend dargestellt. Die Geschichte geht auf das 19. Jahrhundert zurück, als in diesen Dosenfabriken die gefangenen Lachse verarbeitet wurden, um sie in die ganze Welt zu exportieren. Auch ein Stadtbummel durch die idyllische Altstadt hat seine Reize.

Prince Rupert, unser Ziel ist erreicht. Diese Stadt hat eine imense Bedeutung, vor Allem als Hafen für die Inside Passage. Der Hafen Prince Rupert ist der nordwestlichste Hafen Kanadas. Aber Prince Rupert hat viel mehr zu bieten. Als letzter Ort in British Columbia hat sich Prince Rupert einen großen Namen gemacht.

Die Stadt ist Ausgangspunkt für die Fähren nach Alaska. »Stadt der Regenbogen« ist der Beiname Prince Ruperts. Von hier aus hat man die Möglichkeit eine faszinierende Walbeobachtungsfahrt zu erleben. Diese Chance sollte man sich nicht entgehen lassen.

Aber Prince Rupert lädt auch ein zu einem Bummel durch die idyllischen Gassen. Hier kann man in einem der zahlreichen Restaurants verweilen und die Ausblicke genießen.

Große Adler kreisen in der Luft und lassen sich an den Bäumen am Ufer nieder. Man kann die Tage der Reise von Prince George bis Prince Rupert Revue passieren lassen. Viele Eindrücke sind auf die Reisenden eingestürmt, vieles Interessante und Unwiederbringliche hat man gesehen und erlebt, dies muss erst alles verarbeitet werden.

Eine traumhafte Tour – ein Abenteuer – Westkanada zum Anfassen erleben. Atemberaubende und abwechslungsreiche Landschaften, Artenvielfalt in Flora und Fauna, interessante Sehenswürdigkeiten, die die Geschichte des Landes näherbringen, all dies bot diese unvergesslich einmalige Reise bis hierher!

 

Inside Passage

Ein Tag auf dem Wasser

Die Inside Passage ist die Hauptverkehrsader für Fähren, Frachter, Kreuzfahrtschiffe und Fischerboote im südöstlichen Teil Alaskas und dem westlichen Teil der Region British Columbia in Kanada.

Sie beginnt nördlich von Seattle (USA) und dem Staat Washington und führt an Vancouver Island hinauf bis nach Alaska.

Die Landschaft der Inside Passage ist geprägt von steilen Wände tiefer Fjorde, die von Gletschern der letzten Eiszeit tief ins Land geschnitten wurden. Die wenigen Menschen, die sich hier angesiedelt haben, leben mit und vom Wasser. Der Haupteinahmezweig ist der Fischfang, wodurch man unzählige große und kleine Fischerboote umherfahren sieht, die Lachs und Heilbutt, king crab und Langusten, in unendlicher Fülle fangen.

Dem von Japan kommenden Kuro-Shiwo-Strom ist es zu verdanken, dass die Küste milde, aber schneereiche Winter hat und Sommertage, die zumeist wolkenverhangen und regenreich sind. Diese feucht-warmen klimatischen Voraussetzungen sorgen dafür, dass die Baumvielfalt sehr groß ist und von Fichte, Tanne, über Pappel und Hemlocktanne, bis hin zur Zeder reicht.

Die klimatischen Bedingungen ziehen auch viele unterschiedliche Tiere Westkanadas an. So ist es keine Seltenheit, wenn man Schwert- und Buckelwale, Seeotter und Robben zu sehen bekommt. Die Region der Inside Passage hatte bis vor kurzer Zeit noch mit verschiedenen Problemen zu kämpfen. Die Lachsschwärme haben sich nach dem Niedergang der Konservenfabriken wieder halbwegs erholt. Und auch die durch Holzfällung kahl gewordenen Stellen wachsen langsam wieder zu.

Besonders lohnenswert und Teil unserer Rundreise ist eine Fahrt mit der Fähre zwischen Prince Rupert und Port Hardy, welches an der Nordspitze von Vancouver Island liegt. Während dieser ca. 500 km langen Fahrt erhält man wunderschöne Blicke auf die Gipfel der Coast Mountains. Sehr beeindruckend ist auch die Fahrt durch den Grenville Channel, wo das Schiff ganz nah an den Fels kommt. Schön anzusehen ist auch das kleine Fischerdorf Bella Bella. Abends erreicht man Port Hardy auf Vancouver Island.

 

Vancouver Island

Bei Vancouver Island handelt es sich um eine Insel vor Vancouver an der Westküste Kanadas. Diese wird vor allem durch ihre faszinierende Landschaft, die grünen Wälder, die Flüsse und die imposanten Felsklippen geprägt. Auf Vancouver Island liegt Victoria, die Hauptstadt von British Columbia. An diesem Tag (und in diesem Text) geht es erstmal um die kleineren Orte auf der Insel.

Vancouver Island wird umrundet von unzähligen kleineren Inseln, wie beispielsweise Hornby, Gabriola und Salt Spring. Hier finden sich zum Teil wunderschöne lange Sandstrände.

Kleinere Orte auf Vancouver Island

Ein beliebtes Reiseziel auf der kanadischen Insel ist das im Norden liegende Port Hardy. Bereits die Überfahrt vom Festland hierher hält Spannendes für alle Besucher der Insel bereit. Wale und Delphine lassen sich hautnah beobachten. Auf der Insel angekommen erwartet die Gäste dichte Wälder, aus denen sich die Schwarzbären, Rehe und Eichhörnchen nicht selten bis in die Ortschaft trauen.

Zu einem wahrhaft verschwiegenen und versteckten Hafenstädtchen inmitten üppig grüner Küstenwälder zählt ohne Zweifel das von der Forstwirtschaft und Fischerei geprägte Port Mc Neill. In dieser Region kommen vor allen Dingen alle Ruhe- und Erholungssuchenden auf ihre Kosten. Wer einen imposanten Blick auf die wilde Meeresküste mit ihren scharfen Felsklippen erhaschen möchte, ist mit einem Abstecher nach Port Alice bestens beraten.

Hier finden sich neben feinen weichen Sandstränden auch der sehenswerte Regenwald Quatsino. Auf dem Weg in Richtung Süden liegt der Provincial Park Nimpkisch mit einer äußerst vielfältigen Pflanzen- und Tierwelt, und einem ebenso markanten Rotwildvorkommen.

Das kleine an einer Bucht gelegene Dorf Zemballos beherbergt einige historische Relikte und ein interessantes Stadtmuseum, das von der Geschichte der Gegend zeugt. Aber nicht nur Kulturliebhaber werden hier fündig. Besonders Kajakfahrer und Angler finden wahre Paradiese vor, um ihren Hobbys zu frönen. Viele Regionen von Vancouver Island zeugen noch heute von der indianischen Urbevölkerung.

Hierzu gehört die kleine Ortschaft Gold River, die unweit vom Campbell River liegt und das traditionelle Territorium der Mowachahat und Muchalaht Stämme beherbergt. In unmittelbarer Nähe dieses Dorfes befindet sich Upana Caves, ein Höhlensystem mit mehr als 100 Höhlen und unterirdischen Gängen.

Vancouver Island besticht mit einer großen Vielfalt an verschiedenen, sehenswerten Gegenden. Cumberland war ehemals ein Bergarbeiterstädtchen am Fuß der Berge des Strathcona Parks und hält noch heute Interessantes für alle Kohlebergbaubegeisterten parat. Der sich hier befindliche Comox See lädt zu ausgiebigen Bootstouren ein, und auch alle Wanderfreunde finden zahlreiche Wanderwege vor.

Port Alberni zieht seine Besucher mit dem Süßwassersee Sproat Lake und mit dem Pacific-Run-Nationalpark in seinen Bann. Zwischen März und Oktober kann man von der Küste aus die imposanten Grauwale beobachten.

Ein wahres Idyll für alle Camper, Wanderer und Naturverbundenen bietet Parksville. Unberührte Natur, sandige Küstenstreifen und uralte Douglastannen in den Wäldern rund um die Ortschaft lassen die Herzen aller Naturliebhaber höher schlagen. Bamfield ist ein weiteres Highlight für alle Wanderfreunde. Hier befindet sich der Ausgangspunkt für eine Wanderung durch einen Naturpark entlang der wilden und atemberaubenden Westküste.

Am Highway 4 Richtung Port Alberni kann man im Cathedral Grove im MacMillan Provincial Park uralte Bäume bewundern. Wieder zurück auf dem Trans-Kanada-Highway sollten man das in letzter Zeit schön herausgeputzte Städtchen Nanaimo mit der künstlich angelegten Lagune besuchen.

Die kleine Stadt Chemainus war ehemals die Heimat von Holzfällern und hat noch Bergbauminen aus längst vergangenen Zeiten vorzuweisen. Die heutige Touristenattraktion sind allerdings Wandmalereien, die sich durch die gesamte Stadt ziehen. Zu den mildesten Orten in ganz Kanada gehört jedenfalls der kleine Ort Duncan, der etwa 1 Autostunde von Victoria entfernt liegt.

Vancouver Island eignet sich vor allem für naturliebende und Ruhe suchende Urlauber. Eine üppig bewaldete und mit vielfältigen Tieren besiedelte Landschaft lädt zum Entspannen und Entdecken ein.

Victoria

Victoria, eine der schönsten Städte der Welt, ist die Hauptstadt von British Columbia in Kanada. Durch ihre herausragende Lage auf der Südspitze von Vancouver Island in einer Bucht des Pazifik mit den Bergen im Rücken ist sie als Touristenmagnet und beliebter Altersruhesitz bekannt. Man bezeichnet sie als die britischste Stadt von Kanada, erkennbar zum Beispiel an der Architektur, den roten Doppeldeckerbussen und dem Namen Victoria.

Die Stadt hat einen sanften und charmanten Charakter, der durch das angenehme, ausgeglichene Klima unterstützt wird. Es wird selten heißer als 30 Grad und kälter als 0 Grad.

Geschichte

Gegründet wurde Victoria durch James Douglas im Auftrag der Hudson’s Bay Company. Fort Victoria, ursprünglich Fort Camosun genannt, war ein Außenposten für den Pelzhandel, der sich auf ganz Kananda erstreckte. Nachdem Vancouver Island zur Kronkolonie ernannt worden war, wuchs die Siedlung schnell und wurde 1849 Hauptstadt. 17 Jahre später kam es zur Vereinigung von Vancouver Island und der Festlandskolonie British Columbia. Seitdem fungiert Victoria als Hauptstadt für diese sechste Provinz Kanadas.

Der Tourimus in Victoria begann mit dem Bau des berühmten Fairmont Empress Hotels 1908. Es liegt am Inner Habour und verfügt über 7000 Räume. Obwohl es schon öfter renoviert wurde, hat es von seinem ursprünglichen Charme im Stil des »Fin de Siècle« nichts verloren. Nach wie vor ist es von Efeu überrankt und Könige und Hollywoodgrößen pflegen nur hier abzusteigen, wenn Sie in der Stadt sind. Sogar die Queen zählt zu den Stammgästen.

Weiter Sehenswürdigkeiten

Um den Inner Harbour gruppieren sich weitere wichtige Sehenswürdigkeiten von Victoria. In der Mitte grüner Parkanlagen erhebt sich das prachtvolle Parlamentsgebäude, das ebenso wie das Empress Hotel von dem Architekten Francis M. Rattenburry entworfen wurde. Auf der Spitze der Kuppel steht die Statue von Captain George Vancouver, der als erster die Insel umrundete und ihr den Namen Vancouver Island gab.

Das Gebäude aus wuchtigen Steinwürfeln erbaut wurde 1897 fertiggestellt. Nachts ist es von Hunderten von Glühbirnen erleuchtet.

Auf der Uferpromenade des Inner Harbour finden sich abends Musikgruppen und Straßenkünstler ein, die den Touristen bunte Abwechslung bieten.

In Victoria liegen die touristischen Attraktionen alle dicht beieinander. Die »Old Town« war früher das Zentrum des Pelzhandels und der Schifffahrt. Heute gibt es dort jede Menge exklusiver Geschäfte in liebevoll restaurierten Häusern. Der Market Square, der historische Mittelpunkt des Handels, wird von Galerien, Restaurants und Läden auf zwei Etagen eingerahmt, die auf verwinkelten Holzstegen erreichbar sind.

Im nördlichen Teil der Altstadt liegt Victorias Chinatown, gegründet im Jahre 1858 von chinesischen Einwanderern auf der Suche nach Gold und von Arbeitern für die Eisenbahnen. Sie ist die älteste Chinatown in Kanada. Sehenswert sind das »Gate of Harmonious Interest« und die Gasse »Fan Tan Alley«, die weltweit zu den engsten Straße gehört mit einer Breite von ca. 1,35 Metern.

In den späten 1800er Jahren war die Fan Tan Alley der Zugang zu dunklen Geschäften aller Art wie Opiumhöhlen, Spielhöllen und Bordellen.

Dem angenehmen Klima zum Trotz findet man in der Government Street das Christmas Village, ein von einem Deutschen geführter Laden, der rund ums Jahr Weihnachtsartikel und -dekoration anbietet. Lübecker Marzipan im Sommer zu erstehen, ist hier kein Problem.

Nur zwanzig Kilometer entfernt vom Stadtkern befindet sich der Butchart Garden, eine Gartenanlage von internationalem Ruf. Ursprünglich war er von Jenny Butchart 1908 in einem stillgelegten Steinbruch angelegt worden.

Inzwischen verfügt er über 22 ha bepflanzte Fläche, die durch gewundene Wege und märchenhaft gestaltete Landschaften gegliedert ist. In vier Hauptgärten, von den der schönsten der »Versunkene Garten« ist, werden jedes Jahr über eine Million Pflanzen neu gesetzt, um eine überwältigende Blütenpracht zu gewährleisten.

Zu einem Besuch in Victoria gehört auch ein Ausflug auf das Meer. Rund um Vancouver Island leben eine Vielzahl von Walen und anderen Meeresbewohnern. In offenen Booten, Zodiacs oder Glasbodenbooten kann man unter der Führung erfahrener Walbeobachter die beindruckende Begegnung mit den größten Tieren der Erde erleben.

 

Städtetipps in Westkanada:

Calgary

Calgary ist eine wunderschöne Stadt im Südwesten von Kanada. Sie gleicht einer pulsierenden Metropole mit einer überwältigenden Skyline. Außerdem gilt sie als die am schnellsten wachsende Großstadt Kanadas. Entweder starten Sie ihre Rundreise in Calgary (statt in Vancouver), oder Sie machen einen Abstecher hierher von Banff aus.

Geschichte

Sie wurde vor ca. 140 Jahren als Außenstelle eines Polizeipostens gegründet und liegt in der westlichen Provinz Alberta. Ihr Klima ist durch warme Sommer und kalte Winter, die allerdings ab und zu durch kurze Wärmephasen unterbrochen werden, gekennzeichnet. Für diese Wärmephasen sind hauptsächlich die warmen Winde der 60 Kilometer südlicher liegenden Rocky Mountains verantwortlich.

Vor den 60er Jahren wurde die Stadt von der Viehzucht und den Cowboys geprägt. Doch aufgrund der riesigen Ölvorkommen wandelte sie sich schließlich zu einer Wirtschaftsmetropole. Viele Einwohner der Stadt haben selbst 40 Jahre nach der Viehzucht noch die Mentalität der Cowboys. Man sieht nicht selten einen Angestellten mit Cowboyhut in seinem Büro sitzen.

Sehenswertes

Als eine der größten Städte Kanadas besitzt Calgary natürlich auch viele touristische Attraktionen. Die berühmteste davon ist wohl die größte Rodeoshow der Welt, die jährlich zusammen mit der Calgary Stampede, eine zehntägige Landwirtschaftsausstellung, stattfindet. Es handelt sich dabei um die größte Freiluft-Ausstellung der Welt mit etwa 1,5 Millionen Besuchern. Sie wird mit einer Parade und einem riesigen Pfannkuchenfest eröffnet.

Als besonderes Wahrzeichen der Stadt gilt der Calgary Tower. Er ist ein 190,8 Meter hoher Fernsehturm und hauptsächlich für die umwerfende Skyline verantwortlich. Bevor er am 1. November 1971 seinen heutigen Namen bekam, hieß er ursprünglich einmal Husky Tower. Um die Aussicht durch den Glasboden des Towers zu genießen, muss man insgesamt 802 Stufen in seinem Treppenhaus erklimmen. Der Turm ist ein Joint Venture der beiden Gesellschaften Marathon Realty Company Limited und Husky Oil und wurde für 3,5 Millionen kanadische Dollar gebaut.

Obwohl es inzwischen höhere Gebäude gibt, strömen nach wie vor viele Touristen nach Calgary um diesen Fernsehturm mit seiner Einzigartigkeit zu bestaunen.

Als weitere Sehenswürdigkeit bietet sich der Calgary Zoo an, der nicht nur für Kinder etwas zu bieten hat. Die beeindruckende Tier- und Pflanzenwelt kann man in Deutschland nirgends finden. Es empfiehlt sich auch bei einem gemütlichen Spaziergang den Zoo näher zu erkunden.

Wer sich allerdings mehr für die Geschichte und Kultur Calgarys interessiert, sollte sich den Fort Calgary Historic Park, das Heritage Park Historical Village oder das Glenbow Museum anschauen.

Eine weitere Besonderheit der Stadt ist ihr hügeliges Stadtgebiet. Dies ermöglicht den Touristen an den höher gelegenen Stadtteilen einen wunderschönen Ausblick über die gesamte Stadt. Außerdem ist Calgary spätestens nach der Austragung der Olympischen Spiele im Jahre 1988 als eine Stadt des Wintersports bekannt.

Da viele Touristen auch heute noch die riesige Skisprungschanze bestauenen wollen, besuchen sie regelmäßig den Canada Olympia Park.

 

Kleine Rundreise: Whistler

Berge, Wälder und Seen haben die große Rundreise von Vancouver bis Victoria geprägt. Wenn Sie in Vancouver noch einen Tag Zeit haben und gewillt sind, noch einige Kilometer Fahrt auf sich zu nehmen, bietet sich diese »kleine Rundreise« über Whistler an. Man kann Richtung Hope starten und zuletzt in Whistler Station machen, oder man fährt rechtsherum und startet in Whistler.

Hope – Lytton

Fahren Sie noch einmal die Strecke bis nach Hope. Biegen Sie dort auf den Transcanada Highway 1 ein. Die Fahrt führt nun sehr lange parallel zum Fraser River und eröffnet dem Betrachter wieder einmal herrliche Landschaften. Auf der Mitte der 100 km langen Strecke zwischen Hope und Lytton erreichen wir die erste Attraktion.

Die Hell’s Gate genannte Schlucht ist die engste Stelle in diesem Abschnitt des Fraser Rivers. Mit einer Seilbahn geht es steil hinunter in den Canyon. Die tosenden Wassermassen pressen sich unter einer Gitterbrücke hindurch. Dies ist eine Attraktion für die ganze Familie, die Veranstalter locken dazu mit 101 verschiedenen Sorten »fudge«.

Weiter geht es nach Lytton. Dort mündet der Thompson River in den Fraser River. Wir biegen ab auf die 12 und gönnen uns einen Blick auf die beiden Flüsse, deren Farben völlig unterschiedlich sind und deren Vermischung interessant zu beobachten ist.

Lytton – Lillooet – Pemberton – Whistler

Die Fahrt führt über teilweise abenteuerliche, aber asphaltierte Strecke bis Lillooet. Dort überqueren wir den Fraser auf der 99 und verlassen ihn. In Lillooet bietet es sich an, eine Mittagspause einzulegen.

Von Lillooet nach Whistler sind es noch 130 km. Man passiert – wie könnte es anders sein – wunderschöne Seen, durchquert endlose Wälder und lässt den Blick immer wieder in die Berge schweifen.

Whistler

Etwa 115 Kilometer nordöstlich von Vancouver liegt Whistler, benannt nach dem Pfeifen der Murmeltiere in den umliegenden Bergen. Durch das Whistler-Tal führte bereits im 19. Jahrhundert eine traditionelle Handelsroute verschiedener Stämme der umliegenden Regionen.

Goldsucher und Fallensteller ließen sich in dieser beeindruckenden Landschaft nieder und so entstand im Laufe der Jahre aus einer kleinen Ansiedlung die Stadt Whistler.

In den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts entwickelte sich die Region zum Skigebiet. Schneesicherheit und Abfahrten unterschiedlichster Schwierigkeitsgrade machen die Whistlerblackcomb zum größten Skigebiet Nordamerikas, mit ähnlichen Standards was die Qualität der Pisten und ebenso die touristische Infrastruktur betrifft, wie St. Moritz oder Davos.

Im Sommer bietet Whistler hervorragende Möglichkeiten für Golf, Wandern, Mountainbike und Windsurfen, in manchen Jahren gibt es sogar bis in den August die Möglichkeit zum Gletscherskifahren auf den umliegenden Bergen. Die Stadt selber wird im Sommer von Musikern, Bands, Jongleuren und Kleinkünstlern jeder Art beherrscht. Kunstgalerien und Kunsthandwerksgeschäfte runden das bunte Angebot im Village ab.

Zahlreiche Seen und Flüsse in nächster Umgebung bieten die Möglichkeit zum Wassersport, aber auch demjenigen, der dies sucht, eine ruhige Umgebung, um einfach die Natur zu genießen.

Ski- und Snowboardfestivals im Winter und Musikfestivals im Sommer sind beliebte Events in Whistler. Jedes Jahr im August spielt das Vancouver Symphonieorchester direkt auf dem Gipfel des nahen gleichnamigen Berges.

Whistler und seine Umgebung bieten das ganze Jahr über die besten Voraussetzungen für einen erholsamen und immer interessanten Aufenthalt inmitten einer beeindrucken Naturkulisse.

Ein großartiges Ausflugsziel, nicht weit von Whistler, ist der Garibaldi Provincial Park. Fünf Zugänge direkt vom Highway 99 führen in den fast 195.000 Hektar Fläche umfassenden Park, dessen größter Teil völlig unberührt belassen wurde. Für Wanderungen über mehrere Stunden oder einige Tage wurden in fünf Wandergebieten Wege ausgebaut, die direkt von den Parkplätzen am Highway aus begangen werden können.

Am Abend erreichen Sie wieder Vancouver. Wenn Sie von dort einen weiteren Tagesausflug (wieder mit einer langen Fahrtstrecke) unternehmen möchten, denken Sie doch einmal über Seattle nach!

 

Seattle

Von Vancouver aus kann man, wenn man an der Grenze zu den USA ein bisschen Zeit einplant, einen schönen Abstecher nach Seattle machen. Dies ist auch mit einem Mietwagen kein Problem, sofern dort die Versicherung gilt. Man braucht dann lediglich noch seinen Reisepass und ein wenig Geduld an der Grenze.

Wenn man schon einmal »in der Gegend« ist, sollte man die Gelegenheit nutzen und auch einen Tag in Seattle verbringen. Man sollte sich nicht entgehen lassen, die sehenswertesten Punkte zu besichtigen. Seattle liegt im Nordwesten der Vereinigten Staaten und ist hier die größte Stadt.

Geschichte

Gegründet wurde Seattle 1869 und nach dem legendären Indianerhäuptling Noah Sealth oder »Chief Seattle« benannt, der von 1786 bis 1866 lebte. Doch nicht nur der erste Name der Stadt, sondern auch der weitläufig bekannte Beiname »Smaragdstadt« (Emerald City) hat seinen Grund: Die Stadt wurde wegen ihrer vielen Bäume und Büsche, die grün sind wie ein Smaragd, so getauft.

Sehenswürdigkeiten

Bevor man Seattle in einem Tag erkundschaftet, sollte man sich im Vorhinein Gedanken darüber machen, was man alles besichtigen möchte und sich einen Plan machen. Nicht verpassen sollte man das Wahrzeichen der Stadt, die Space Needle, die 1962 ihre Türen zur Weltausstellung für alle Besucher öffnete. Heute ist sie das Wahrzeichen der Stadt, das von Außen betrachtet wie eine fliegende Untertasse aussieht.

Hier hat man die Möglichkeit in einem Restaurant zu speisen, das sich innerhalb von nur 47 Minuten einmal um die eigene Achse dreht und somit seinen Besuchern einen Ausblick über die ganze Stadt ermöglicht. Wer nicht essen, aber trotzdem den Ausblick genießen möchte, tut dies auf der Plattform, die sich in 158,5 m Höhe befindet.

Von unterhalb der Space Needle kann man mit einem Monorail-Zug bequem in die Innenstadt fahren und dabei schon ein bisschen Sightseeing betreiben. Gehen Sie dann ein bisschen einkaufen oder laufen Sie einfach einmal durch die Häuserschluchten einer typischen amerikanischen Großstadt. Die Wolkenkratzer sind hier umso beeindruckender, weil die Straßen zum Hafen hin abfallen. Wenn Sie eine Abkühlung brauchen, sollten Sie im Westlake Park Ecke 4th und Pine Street durch den begehbaren Brunnen gehen. Doch Vorsicht, dabei können Sie komplett nass werden.

Seattle ist bekannt für seinen Markt. Im Pike Place Market werden sie bestimmt etwas finden, das Ihnen zusagt. Der Marktplatz ist fast hundert Jahre alt und etwas für jedermanns Geldbeutel. Zu dem was er jetzt ist, haben ihn seine Händler, wie natürlich auch die zahlreichen Leckereien gemacht. Hier findet man alles, was das Herz begehrt, egal ob Obst, Fisch, Gewürze, Gemüse oder auch Souvenirs und noch vieles mehr. Sie sollten jedoch einen Vormittag von einem Wochentag für den Besuch wählen um dann auch bei den Händlern Probehäppchen zu kosten, die sie für die Kunden bereit gestellt haben.

Nur sollten sie bei den Fischständen in der Nähe von Rachel, der bronzenen Schwein-Skulptur, aufpassen, denn hier werden unter dem Gejohle der Touristen gerne mal Lachse hin und her geworfen.

Für viele ist Seattles Capitol Hill sehr sehenswert, denn hier sind Bronze-Fußabdrücke in den Gehweg des Broadways eingelassen. Des Weiteren gibt es Museen, wie das Burke Museum oder auch die Henry Art Gallery, die für Besucher der Stadt einen Ausflug wert sind. Auch der Myrtle-Edwards-Park, den man zum Beispiel über einen Spaziergang am Meer entlang über den Alaskan Way erreicht, lädt zum Verweilen ein.

Die Einheimischen legen sehr viel Wert auf ihre Freizeit, auf Grund dessen gibt es eine Vielzahl von interessanten Sportmöglichkeiten, wie Wanderungen, Radfahren, Windsurfen, Segeln oder auch Kajakfahren. Dies ist natürlich schwierig mit einzubringen, wenn sie Seattle in einem Tag erkunden, aber es ist ein Grund, wieder in diese sehr vielfältige Stadt mit etwas mehr Zeit zurück zu kommen.

Natürlich kann Seattle auch Startpunkt für eine Reise in den Westen der USA sein. Ein anderer Tipp ist die Ostküste USA, wo man wieder eine ganz andere Landschaft erleben kann. Diese Region ist unter anderem bekannt für die leuchtenden Farben des Indian Summers (engl. Fall Foliage).

 

Andere Reiseberichte:

Wintersport in Vancouver

Wer einmal in Vancouver gewesen ist, schließt sich gerne der Meinung vieler Reisender an und ahnt schnell, warum die Stadt auch »Perle Kanadas« genannt wird. Größere Bekanntheit auch kultureller Art erlangte Vancouver spätestens nach der Weltausstellung des Jahres 1986. Und nach meinem Besuch der Provinz British Columbia muss ich sagen, dass auch bei mir Vancouver einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat.

Schon der mehrere Stunden dauernde Flug über die Schneelandschaften von Nunavut, dem größtem und neuestem föderalen Gebiet von Kanada, ist beeindruckend. Diese unbeschreibliche Weite, die nur selten von Bruchstücken der Zivilisation gezeichnet ist, vermittelt einen Hauch von Freiheit und die Vogelperspektive auf die Stadt Vancouver selbst ist einfach atemberaubend.

Die Lage Vancouvers mit dem Hintergrund der schneebedeckten North Shore Mountains in Verbindung mit dem pazifischen Blau und den grünen Wäldern beeindruckt Vancouverreisende nicht minder. Die Stadt überzeugt vor allem neben dem Postkartenidyll auch durch ein internationales Flair der vielen Touristen aus aller Welt.

Nur 30 Autominuten benötigt man in die schneebedeckten Regionen Vancouvers. Hier versteht man auch das Bild der Person, die in der einen Hand ein Snowboard und in der anderen ein Surfboard hält. Besonders geeignet sind die Gebirgsregionen der Küste wie der Mount Seymour und der Grouse Mountain. Etwas weiter entfernt liegt das Skigebiet des Whistlers. Hier findet man zahlreiche Wintersportmöglichkeiten und dementsprechend geht es in diesen Gebieten auch ein wenig turbulent zu.

Wer es lieber etwas ruhiger mag, der sollte die weitere Fahrt nach Sun Peaks nicht scheuen, das sich nahe der Stadt Kamloops befindet. Dieses Skigebiet verfügt über die optimalen Bedingungen und hier kann man an manchen Tagen sogar ganz allein über die Pisten schwingen.

Wer den Wintersport liebt, der versteht in jedem Fall schnell, warum Vancouver den Zuschlag der olympischen Winterspiele des Jahres 2010 erhalten hat. Besonders der Eishockeysport ist in Kanada beliebt und die Sportstätten entsprechend gut ausgebaut. Als Hinweis auf dieses sportliche Großereignis steht in der Stadtmitte die Countdown Uhr, die mitteilt, wie viele Tage es noch bis zum Beginn der Winterspiele zu warten gilt.

Aber in vielen Orten befinden sich auch Freiluftstadien, die von den Anwohnern für das Eislaufen und diverse Eishockeyspiele stark frequentiert werden.

Auch die kulturellen Eindrücke kommen in Vancouver nicht zu kurz. Diesen Eindruck erhält man beispielsweise bei einem Kurzausflug ins Innere des Landes nach Fort Langley. Unbedingt besuchen sollten Vancouver-Touristen den Stanley Park, der die Stadt durch die Lions Gate Bridge verbindet. Eindrucksvoll ist die Ansammlung von Totempfählen im Wald, die auf die indianischen Ureinwohner Kanadas hinweisen.

Ein Besuch der Altstadt, die sich Gastown nennt, sollte obligatorisch sein. Hier steht auch auf dem Canada Place ein zeltförmiges Gebäude, das der Stadt 1986 bei der Expo als Pavillon diente. Sehenswert und für die Sinne überwältigend sind die Gerüche des chinesischen Viertels.

Dass in Vancouver der Sport nicht nur im Winter eine große Bedeutung hat, sieht man an den überall zu findenden Sportstätten der Stadt. So ist Vancouver nicht nur zu den olympischen Spielen 2010 eine Reise wert.

 

Rundreise durch das Yukon-Territorium

Eine Chartermaschine der Air Transat bringt uns nach Whitehorse, der Hauptstadt des Yukon-Territoriums im Westen Kanadas. Nach dem fast dreizehnstündigen Flug wollen wir nur noch eines – in unser Hotel, eine warme Dusche, etwas essen und dann ins Bett. Für den nächsten Tag haben wir den Mietwagen reserviert.

Wir holen das Auto am Flughafen ab und machen eine erste Erkundungstour durch die Stadt. Sehenswert sind das Visitors Center, die S.S. Klondike, ein zum Museum umgebauter Schaufelraddampfer und die Whitehorse Fish Ladder, eine Holzkonstruktion, die es den Lachsen erleichtert, stromaufwärts zu ihren Laichplätzen am Yukon zu gelangen. Am nächsten Tag soll es endlich losgehen mit unserer Rundfahrt.

Abfahrt in Whitehorse um 08.00 Uhr. Der Alaska-Highway, über den wir fahren, ist eine der Traumstraßen der Welt. Wir wollen heute bis nach Beaver Creek, einem Ort an der Grenze zu den USA. Unseren ersten, etwas längeren Stop machen wir in Champaine. Champaine war früher ein bedeutendes indianisches Handelszentrum auf dem Weg von Whitehorse nach Dawson City.

Heute wirkt die kleine Siedlung verfallen und verlassen. Wir haben ein paar Pferde gesehen, uralte verrostete Autos und auch einen Menschen. Die Siedlung ist also noch bewohnt. Schräg gegenüber befindet sich ein alter Friedhof. Die Toten wurden in Decken gehüllt und in kleine Holzhäuser gelegt. Erst wenn das Holzhaus verrottet war, wurden die sterblichen Überreste endgültig begraben. Weiter geht es durch die überwältigende Weite Kanadas, unserem nächsten Ziel entgegen. Um die Mittagszeit erreichten wir Haines Junction. Die einzigen Tiere, die wir bisher am Straßenrand gesehen haben, sind »Ground Squirrels«, zu deutsch Erdhörnchen.

Wir halten angestrengt Ausschau nach Bären, Wölfen und Elchen, aber ohne Erfolg. Das nächste Naturschauspiel steht uns schon bevor – der Kluane Nationalpark mit hohen Bergen und Gletschern – dies sehen wir alles aus der Ferne – und der Lake Kluane, ein riesiger See.

Er ist 486 km² groß. Wir fahren rund um den See und sehen den beeindruckenden Farbwechsel des Wassers von aquamarinblau über Türkis bis zu einem schlammigen Braun. Von den Bergen herunter kommen zahlreiche Bachläufe, die meisten zurzeit ohne Wasser. Im Frühjahr jedoch, bei der Schneeschmelze, verwandeln sich alle in reißende Flüsse.

Wir fahren weiter auf der teilweise schnurgeraden Straße vorbei an Bergen, Wäldern, Flüssen und Seen bis nach Beaver Creek, unserem heutigen Etappenziel. Zu sehen gibt es hier nicht allzu viel, der Ort hatte seine Blütezeit beim Bau des Alaska-Highways. Aber um den Jetlag endgültig zu überwinden, ist ein freier Tag in Beaver Creek genau das Richtige.

Um unsere Rundreise durch das Yukon-Territorium fortsetzen zu können, müssen wir in die USA einreisen. Wir haben eine lange Fahrt vor uns bis nach Tok. Tok ist eine Hundeschlittenstadt, es gibt hier mehr Huskys als Einwohner. Nach dreizehn Stunden sind wir am Ziel. Aber an Schlafen ist kaum zu denken, die Hunde heulen die ganze Nacht. Am nächsten Tag steht die Etappe nach Dawson City auf dem Programm. Auf dem Weg von Tok nach Dawson machen wir halt in einem kleinen Ort namens Chicken.

Kurz darauf erreichen wir wieder die Staatsgrenze und sind zurück in Kanada. Die Straße ist jetzt etwas besser, obwohl sie immer noch von vielen Baustellen unterbrochen wird. Unsere nächste Rast machen wir kurz hinter der Grenze. Hier kann man Kaffe trinken und zumindest ein Sandwich essen, denn die Hoffnung auf ein Mittagessen haben wir inzwischen aufgegeben. Wir nähern uns langsam Dawson City. Um die Stadt zu erreichen, müssen wir mit der Fähre über den Klondike fahren.

Am Anleger heißt es zunächst warten, denn es stehen eine ganze Menge Autos und Wohnmobile vor uns in der Schlange. Die Überfahrt dauert dann nur ein paar Minuten und unser Hotel finden wir problemlos. Unser erster Abend in Dawson City ist eine Reise in die Vergangenheit. Wir gehen zu »Diamond Tooth Gertie«. Das ist ein »Gambling House«, also so etwas wie eine Spielbank mit Liveshow.

Am nächsten Tag wandeln wir auf den Spuren der Goldsucher. Wir haben Dawson verlassen und sind zum Claim 33 gefahren. Schon auf dem Weg dorthin kann man rechts und links von der Straße die einzelnen Goldminen sehen. Überall wird mit großem Gerät gearbeitet, Bagger, Bohrgeräte, Wasserpumpen. Am Claim 33 können Touristen selbst Gold waschen. Später schauen wir uns die Stadt an. Es gibt viele windschiefe Häuser und am Jack London Square kann man die Hütte besichtigen, in der der berühmte Schriftsteller zur Zeit des Goldrausches gelebt hatte.

Am nächsten Tag brechen wir wieder auf in Richtung Whitehorse. Heute sehen wir dann auch endlich unseren ersten Braunbären. Wir bremsen sofort, aber der Bär ist zunächst im Gebüsch verschwunden. Kurz darauf taucht er hinter unseren Autos wieder auf und läuft über die Straße. Weiter geht es, unserem ersten Stopp entgegen, dem Moskito-House.

Es ist ein Café und vor dem Haus sind überdimensionale Moskitos aus Holz und Stoffresten aufgebaut. Wir trinken Kaffee und sehen uns den »Gift-Shop« (Andenkenladen) an. Wir erreichen dann gegen Mittag den »scenic view point 5 fingers«. Wir genießen die unvergleichlich schöne Aussicht auf den Fluss mit den fünf Felseninseln, die diesem Punkt ihren Namen gegeben haben. Nur an einer der äußeren Stellen ist der Fluss hier mit Schiffen befahrbar.

Es ist ein Fußweg angelegt mit Treppen und befestigten Wegen zur ersten Felseninsel unten am Fluss. Es würde aber ungefähr eine Stunde dauern, diesen Weg hin und zurück zu gehen und so viel Zeit haben wir leider nicht. Als wir am Ende dieses anstrengenden Tages Whitehorse erreichen, sind wir ziemlich erledigt.

Wir geben noch die Mietwagen zurück und wollen uns erst einmal richtig ausschlafen. Wir haben noch einen Tag Aufenthalt, bevor uns das Flugzeug zurück nach Deutschland bringt. Zehn Tage für eine solche Rundreise sind zu wenig. Wir werden das bestimmt wiederholen mit viel mehr Zeit, das ist heute schon sicher.

 

Westkanada-Reisebericht

Der Westen von Kanada gehört wohl zu den schönsten Landschaften, die man sich vorstellen kann. Wir haben auf unserer Rundreise leider nur vier Tage hier verbracht. Das wird aber bestimmt nicht das letzte Mal gewesen sein, dass wir Westkanada besucht haben! Nun mein kleiner Reisebericht:

Vom Frankfurter Flughafen ging es los in Richtung Kanada, genauer gesagt nach Calgary. Schon beim Landeanflug nach rund neuneinhalb Stunden war ich total verliebt in diese Stadt. Calgary ist die viertgrößte Stadt in Kanada und auf jeden Fall eine Reise wert. Hier sollte man das Heritage Park Historical Village, das Glenbow Museum und den Fort Calgary Historic Park unbedingt gesehen haben.

Das nächste Ziel auf unserer Reise war der Lake Minnewanka, ein Naherholungsgebiet in der näheren Umgebung von Calgary. Wobei ich gelernt habe, dass man mit diesem Begriff in Kanada wirklich vorsichtig umgehen sollte. Der See ist einfach wunderbar zum Wandern und auch zum Angeln sehr gut geeignet. Baden sollte man hier allerdings nicht. Das Wasser ist einfach zu kalt.

Nach einer erholsamen Nacht haben wir am nächsten Tag den Nationalpark von Banff besucht. Da in der vergangenen Zeit viele Menschen nach Banff gezogen sind und das der Natur gar nicht gut getan hat, darf nun nur noch derjenige hier hin ziehen, der auch einen Arbeitsplatz hier nachweisen kann.

Für uns war es wieder einmal die Gelegenheit, die wunderbare Natur von Westkanada kennen zu lernen. Kanada ist einfach Natur pur und um das in vollen Zügen zu genießen ging es von hier aus weiter zum Lake Louise. An diesem See findet man eine richtige Strandpromenade. Die Schönheit dieses Sees dürfte also schon anderen aufgefallen sein.

Die 3.000er spiegeln sich hier im türkisblauen Wasser. Einfach wunderschön. Wir legten eine kleine Pause an der Strandpromenade ein. Schließlich sind wir im Urlaub und nicht auf der Flucht! Unsere Rückfahrt führte uns am Bow Valley Parkway vorbei. Hier sahen wir unseren ersten Schwarzbären. Das war etwas viel für meine Nerven.

Am nächsten Tag haben wir es etwas ruhiger angehen lassen. Die Banff Upper Hot Springs sind warme Quellen und für diesen Tag genau richtig. So viel Abenteuer brauche ich nämlich gar nicht. Wenn doch eins kommt, dann bitte vom Reiseveranstalter gut durchgeplant. Im 40 Grad heißen Wasser der Quellen konnte mich nicht mal ein Fisch beißen. Also los! So langsam ging jetzt auch der Spaß für mich los.

Nach so viel Natur brauchte ich wirklich mal etwas Abwechslung. Da kam mir der Ausflug nach Vancouver genau recht. Vancouver hat ungefähr 2,5 Millionen Einwohner und bietet eine absolut tolle Skyline. Hier findet man tolle Museen und Theater, atemberaubende Wolkenkratzer und sogar eine ausgeprägte Schwulen- und Lesbenszene. In Kanada sonst nicht selbstverständlich. Eben eine tolle Stadt!

Dieser kleine Ausflug in die Zivilisation musste einfach sein und so ging es dann weiter die Kanadische Natur erleben. Auf dem Programm stand nun der Vermilion Lakes. Der Ausblick hier ist einfah wunderschön. Hier kann man herrlich wandern. Etwa 4 km entfernt von hier liegt der Marsh Boardwalk, ein See, der zum Kanu fahren einlädt. Es ist einfach ein Genuss. Das Wasser ist hier nur etwa knietief.

Also auch für ungeübte wie mich zu empfehlen. »Mein Gott«, hab ich mich dabei doof angestellt. Die Wanderung zum Minnewanka Lake hab ich nicht mehr mitgemacht. Ich war damit beschäftigt, meine nassen Klamotten zu trocknen und mich für meine Dummheit zu schämen. Ich hatte es doch glatt geschafft, ins Knie tiefe Wasser zu fallen. Sehr peinlich!

Das war dann aber auch schon unser letzter Tag im Westen von Kanada. Sicherlich werden wir wiederkommen. Trotz des bleibenden Eindrucks, den ich hier hinterlassen habe, ist die Landschaft einfach toll und ich muss hier unbedingt noch einmal hin.

Kanada-Info:

Kanada

Kanada bedeckt den Großteil der Nordhälfte des amerikanischen Kontinents. Der Name ist eine Ableitung aus dem indianischen »Kanatta«, was soviel wie »Hütte« bedeutet. Das Land grenzt im Süden an die USA, im Westen an den Pazifik und Alaska, im Norden an das Eismeer und im Osten an den Atlantik. Mit einer Nord-Süd-Ausdehnung von 4634 Kilometern ist Kanada der zweitgrößte Staat der Welt.

In Kanada leben 35 Millionen Menschen, vornehmlich in einem etwa 300 Kilometer breiten Landstreifen entlang der Grenze zu den USA.

Die Bevölkerungsdichte beträgt 3,5 Einwohner pro Quadratkilometer und zählt zu den niedrigsten der Welt. In Kanada herrscht eine bundesstaatlich konstitutionelle Monarchie. Als Landessprache gelten Englisch und Französisch, letzteres wird in Quebec gesprochen wird, wo es sogar alleine Amtssprache ist. New Brunswick ist als einzige Provinz zweisprachig.

Regional herrscht auch Inuktitut, die Sprache der Inuit vor sowie andere Sprachen der First Nations.

Landeswährung ist der kanadische Dollar, welcher in 100 Cent unterteilt ist und in 5er, 10er, 20er, 50er und 100er Banknoten ausgegeben wird. Als beliebteste touristische Ziele im Land gelten die Niagarafälle, die Nationalparks in Westkanada sowie die Metropolen Ottawa, Toronto und Montreal.

Die Geschichte Kanadas reicht etwa 20.000 Jahre zurück. Es wird vermutet, das skandinavische Siedler damals über die Beringstraße ins Land gelangten. Eine erste nachweisliche, jedoch nicht dauerhafte, Besiedlung entstand mit den Wikingern, um Leif Erikson, um 1000. Die erste Siedlung auf kanadischem Boden gründeten die Franzosen 1605, mit Port Royal in Neuschottland. 1841 wurden Ober- und Niederkanada zur Provinz Kanada vereinigt.

1869 erwarb die neue Regierung Ruperts Land von der Hudson’s Bay Company und gründete des Nord-West-Territorium. Mit dem Statut von Westminster wurde Kanada 1931 ein souveräner Staat, welcher Teil des Commonwealth of Nations blieb. Erst 1982 verzichtete England gänzlich auf seine Ansprüche und ebnete den Weg Kanadas in die Unabhängigkeit.

Kanada besteht aus den zehn selbstverwalteten Provinzen Quebec, Ontario, Neubraunschweig, Manitoba, Prinz-Edward-Insel, Saskatchewan, Neuschottland, Alberta, Neufundland und British Columbia, sowie den Territorien Yukon, Nunavut, Nord- und Westkanada.

Als Mitglied der G8-Staaten zählt Kanada zu den führenden Handelsnationen der Welt. Die wichtigsten Exportgüter sind Erdöl, Getreide, Holz, Fisch und Druckerzeugnisee.

Die Tierwelt Kanadas ist vergleichbar mit Nordeuropa oder Asien. In den Wäldern leben Schwarz- und Braunbären, Elche und Rotwild. Karibus, Polarhasen und Polarfüchse sind in den Tundren Zuhause. In den Prärien kommen Antilopen und Kojoten vor, während Wale, Seehunde und Polarbären an den arktischen Gewässern heimisch sind. Die Landschaft dominieren ausgedehnte Waldgebiete.

Im Osten herrschen Buchen und Kiefern vor, während im Süden Eichen und Kastanien wachsen. In den höheren Gebirgszügen dominieren Douglasien und Fichten. Im trockenen Süden wächst Präriegras, während an den Küsten vereinzelt Kakteen vorkommen. In der Tundra herrschen, neben alpinen Blumen, Gräser und Flechten vor.

Es folgen einige Informationen und markante Fakten zu den Provinzen Westkanadas:

British Columbia

Westkanada unterteilt sich in die Provinzen British Columbia, Alberta, Saskatchewan und Manitoba. British Columbia erstreckt sich entlang der 27.000 Kilometer langen Westküste Kanadas. Die Hauptstadt ist Victoria auf Vancouver Island.

Das Landschaftsbild prägen die Rocky Mountains, sowie der Fraser River. Während im Norden arktisches Klima vorherrscht, befindet sich im südlicheren Okanagan eines der bedeutendsten Weinbaugebiete des Landes. 1871, durch den Niedergang des Goldrausches wirtschaftlich geschwächt, verpflichtete sich British Columbia, mit dem Beitritt zu Kanada, binnen zehn Jahren zur Errichtung der Canadian Pacific Railway. Welche letztlich am 07. November 1885, mit dem geschichtsträchtigen letzten Nagel von Craigellachie, vollendet wurde. Die Hauptstadt Britisch Columbias ist Victoria, die größte Stadt ist Vancouver.

Alberta

Alberta ist, auf Grund seiner Ölvorkommen, die reichste Provinz Kanadas. Die Hauptstadt ist Edmonton, die nördlichste Großstadt des Landes.

Mit der Gründung der Hudson’s Bay Company, 1670, wurde Alberta Teil von «Ruperts Land», benannt nach dessen erstem Direktor, Prinz Ruprecht von der Pfalz. Die Hudon’s Bay Company gilt als älteste Firma Kanadas und kontrollierte lange Zeit den Pelzhandel in Nordamerika.

Nach dessen Niedergang entwickelte sie sich zur Handelsgesellschaft, welche Güter an die Siedler in Westkanada verkaufte. 1882 wird Alberta ein separater Distrikt des Nord-West-Territoriums, 1905 eine eigene Provinz. Bekannt sind die Nationalparks der Provinz, die zahlreiche Touristen anlocken.

Saskatchewan

1774 wurde in Saskatchewan, als erste europäische Siedlung, ein Handelsposten der Hudon’s Bay Company gegründet. Die North-West Mounted Police errichtete 1874, auf ihrem »Marsch nach Westen«, mehrere Forts und mit dem Bau der Canadian Pacific Railway eingewanderte Siedler erhielten Land.

Saskatchewan ist die mittlere Prärieprovinz, ihre Hauptstadt ist Regina. Bekannt ist es daher durch seine riesigen Farmen und als Kornkammer des Landes. Hier sind die Winter besonders kalt, aber im Sommer erwacht die Region zu unerwarteter Blüte. Die Zahl der Sonnenstunden zählt zu den höchsten in ganz Kanada.

Manitoba

Manitoba ist die östlichste Provinz der Prärie und grenzt bereits an Ontario. Ihre Hauptstadt ist Winniepeg. Neben dem Red River Valley beherrscht hügliges Ackerland das Landschaftsbild. Exportiert werden Gerste, Hafer, Weizen und Kartoffeln. Im 17. Jahrhundert ließen sich Nachfahren europäischer Pelzhändler am Red River nieder und jagten Büffel. 1812 gründete die Hudson’s Bay Company die Red River Kolonie.

Der Pemmikan-Krieg führte zu Auschreitungen mit den Pelzhändlern. 1870 wurde Manitoba eine Provinz Kanadas. Eine Besondersheit ist hier, dass es eine durchaus erwähnenswerte Minderheit von Frankophonen gibt. Daher ist im Provinzparlament auch Französisch neben Englisch zugelassene Sprache.

Geheimtipps

Takkakaw-Wasserfall

Der Takkakaw fall nahe Field (bei Golden) führt im Juli sehr viel Wasser und sieht mit seiner Höhe einfach atemberaubend aus! Dieser Abstecher auf der Strecke von Penticton nach Golden lohnt sich insbesondere in der Zeit der Schneeschmelze.

Bow Valley Parkway

Benutzen Sie von Banff zum Lake Louise nicht den Highway 1. Die alte Strecke (1A, genannt Bow Valley Parkway) dauert zwar länger, dort sehen Sie aber sehr häufig schon von weitem haltende Autos, weil sich am Straßenrand ein Schwarzbär oder ein großer Wapiti zeigt!

 

Domburg

Domburg – der beliebte Ferienort in Zeeland

Der Ort Domburg hat knapp 1.400 Einwohner, liegt an der Nordsee und ist einer der meist besuchten Badeorte an der holländischen Küste. Daher verwundert es nicht, dass der Tourismus die Haupteinnahmequelle darstellt. Hotel Domburg stellt Ihnen einige Seiten von Domburg vor. Zwar nicht ganz so groß wie Scheveningen oder Zandvoort, aber mit viel Flair empfängt Sie Domburg. Die touristische Infrastruktur ist übrigens ausgezeichnet. Es wird daher nicht schwer fallen, wenn Sie sich rechtzeitig bemühen, ein schönes Hotel in Domburg zu belegen.

ruhige szene in domburg
Manchmal ist es in Domburg auch ruhig (c)

Der Ort bietet reichlich Pensionen, Hotels, Ferienwohnungen und Ferienhäuser für seine Besucher. Hotel Domburg betont: Das Nordseebad hat für jeden etwas zu bieten: herrliche weiße Dünen und Sandstrände, Fahrradfahren, Kayakfahren, Golf, Surfen, Strandreiten, Sportangeln oder Wandern – das alles können Sie in Domburg und Umgebung genießen. Natürlich können Sie auch in einem der gemütlichen Restaurants bei Bier und Muscheln oder frischen Fisch entspannen.

Die Redaktion dieser Seite besucht immer wieder gerne die schönen Tavernen mit dem frischen Fisch, Sie sicher auch!

Gelegen auf der Halbinsel Walcheren gehört der Ort als Teil der Gemeinde Veere zur niederländischen Provinz Zeeland. Das Hauptwahrzeichen der Stadt ist der Wassertrum (Watertoren). Dieser ist bereits aus der Ferne erkennbar und weist Ortsunkundigen den Weg in das Seebad.

In Domburg gibt es auch, wie fast überall in den Niederlanden, eine Windmühle (Weltevreden). Wir von der Seite Hotel Domburg empfehlen einen Besuch! Die Windmühle steht auf dem Mühlenberg am Roosjesweg im Südosten Domburgs. Die Mühle ist ein Bodensegler und stammt aus dem Jahre 1817. Sein Vorgänger war eine Standardmühle aus dem Jahre 1620. Bereits 1588, 1596 und 1604 (Papiermühle) standen dort Vorgängermühlen. 1947 wurde sie repariert.  Die Mühle ist Eigentum der Gemeinde Veere.

2 km entfernt liegt das Ringdorf Aagtekerke mit einer Kirche aus dem 15.Jahrhundert. Auch hier empfiehlt Hotel Domburg einen Abstecher. Besichtigen Sie auch den Riesendeich von Westkappelle (Westkapelse Zeedijk). Der alte und markante Leuchtturm ist durch Mondriaan weltbekannt geworden. Er dient heute noch der Navigation für die Schifffahrt. Westkapelle ist bei Anglern sehr beliebt und zugleich ein angenehmer Urlaubsort mit schönen Dünen sowie Wasser- und Wald hinter der Küste.

Wir von der Seite Domburg24 hoffen Ihnen Lust auf Holland und ganz besonders auf Domburg gemacht zu haben. Egal wie Sie sich nun entscheiden, ob Hotel, Ferienhaus oder Pension in Domburg – Sie werden den Ort mögen.

Zunächst besticht die Natur in Zeeland: Domburg ist bekannt für seine herrliche umgebende Dünenlandschaft, die größtenteils unter Naturschutz (De Manteling) stehen. Dieses Gebiet ist ein beliebtes Natur- und Wandergebiet. Die Küste um Domburg wird von breiten Sandstränden geprägt. Nicht wenige halten die Dünen um Domburg sogar die höchsten der Niederlande.

Hier leben verschiedenen Pflanzen- und Tierarten zusammen. Die Landschaft der Dünen zeichnet sich durch eine besondere Dynamik aus, da sich die Landschaft durch die Einflüsse von Wind, Regen und Pflanzen ständig ändert.

Warum entstehen um Domburg Dünen, während andere Küsten Europas keine haben? Dies hängt von einigen Faktoren ab:

Der Sand am Meeresboden steigt an
Vom Meeresboden wird der Sand in Richtung Küste transportiert
Wellenbildung und Wind aus Richtung Land
Pflanzenwuchs, wodurch die jungen Dünen gefestigt werden

Die Dünen haben auch eine Schutzfunktion für das Land. Der Meeresstreifen ist dabei der empfindlichste und wird durch künstliche gepflanztes Dünengras gefestigt. Wichtig ist, dass sich die Besucher an feste Regeln halten und sich rücksichtsvoll gegenüber dieser empfindlichen Landschaft verhalten.

Die Region Zeeland hat die meisten Sonnenstunden in den Niederlanden. Das Meer ist auf der Insel Walcheren nie weiter als 15 min. entfernt.

Kinder können sich an den weißen Stränden austoben oder Muscheln suchen, Garnelen beobachten oder Sandburgen bauen. Genießen Sie den Sonnenuntergang oder lassen Sie einen Drachen steigen zwischen den Dünen von Domburg.

Umgebung von Domburg

Im Norden der Halbinsel Walcheren liegt Veere, zu dessen Gemeindegebiet Domburg gehört. Es liegt am Veeres Meer einem ausgedehnten Wassersportgebiet. Das Städtchen hat noch viel aus dem Mittelalter bewahrt, schöne Festungsanlagen und Monumente.

Das Veerse Meer ist eines der größten Wassersportgebiete der Niederlande. Hier können Sie Angeln, Kanufahren, Segeln, Surfen, Sporttauchen oder Wasserskifahren. Hier gibt es einige Jachthäfen und entlang der Ufer und Inseln (z.B. Haringvreter) befinden sich herrliche Naturgebiete. Auch können hier Wander- und Fahrradtouren durchgeführt werden.

Vlissingen hat ca. 45.000 Einwohner und liegt an der Mündung der Westerschelde an der Südküste Walcherens. Es hat einen breiten Boulevard und hat maritime Atmosphäre. Im Stedelijk Museum erfahren Sie mehr über die maritime Vergangenheit Vlissingens. Im Arsenaal gibt es eine Flottenschau-Vorführung, einen 65m hohen Aussichtsturm und andere Attraktionen. Besuchen Sie auch den Reptilienzoo Gyana mit Reptilien, Amphibien und Insekten aus der ganzen Welt.

Middelburg hat fast 47.000 Einwohner und ist Provinzhauptstadt von Zeeland. Sie finden in dieser traditionsreichen und geschichtsträchtigen Stadt über 1.000 Monumente. Hier gibt es eine jahrhundertealte Norbertiner Abtei („Unsere liebe Frau“) ist heute Sitz der Provinzialregierung. Besuchen Sie das Zeeuwse Museum. Machen Sie eine Grachtenrundfahrt. Das Stadhuis Middelburg ist eines der bedeutendsten gotischen Rathäuser in den Niederlanden.

 

Geschichte und Kultur

Domburg entstand als Siedlung nahe dem römischen Tempel der örtlichen Göttin Nehalennia. Einst opfterten die Händler ihr regelmäßig, wenn sie nach langer Reise wieder zu Hause ankamen. Sie hinterließen ihr als Dank steinerne Gedenktafeln. Der Tempel der Nehallennia wurde im 3.Jahrhundert überflutet und erst  am 5.Januar 1647 wieder entdeckt. Man fand im Dünensand mehrere Gedenktafeln und auch Nehallenia.

Domburg erlangte 1223 die Stadtrechte. Vom 15. – 16. Jahrhundert ernährten sich die Einwohner vom Heringsfang, Viehzucht und Jagd. Die ersten Tagestouristen kamen aus dem benachbarten Middelburg im 17.Jahrhunderet. Seit 1834 bezeichnete die Stadt sich selbst als Badeort, wobei es schon länger Badetourismus gab. Somit gilt Domburg als ältester Badeort Zeelands.

1837 wurde der erste Strandpavillion gebaut. 1889 besuchte die Schriftstellerin und Königin von Rumänien, Elisabeth zu Wied (Pseudonym „Carmen Sylva“) die Stadt Domburg. Ihre Villa existiert heute noch und wurde nach Carmen Sylva benannt.

1920 wurde dem niederländischen Arzt Dr. Mezger in der Mitte von ´t Groentje eine Bronzestatue gestiftet. Dr. Mezger ist maßgeblich an dem Bekanntheitsgrad Domburgs beteiligt. Ende des 19.Jahrhunderts führte er die erste physiotherapeutische Behandlung durch und war 1870 maßgeblich an der Heilung von Prinz Willem beteiligt. In Domburg ließ er die Villa Irma bauen wo er seine fürstlichen und adligen Patienten empfing. Seine Gäste wohnten im Badhotel, Schutterhof und oder im Hotel de l´Europe. Die Blütezeit des Badeortes wurde durch die Weltkriege unterbrochen.

Besonders nach dem Zweiten Weltkrieg war Domburg schwer beschädigt. Aber der Wiederaufbau ging schnell und 1948 hatte man bereits wieder 3271 Badegäste. Heute sind es besonders deutsche Touristen, die Domburg für ihren Urlaub besuchen. Insbesondere die gute Erreichbarkeit für Gäste aus NRW macht Domburg beliebt. Deswegen bieten wir hier online die Möglichkeit ein Hotel in Domburg zu buchen. Die Deutschen schätzen aber genauso wie die anderen Gäste die gute Infrastruktur, das saubere Wasser und die schönen Strände. Buchen auch Sie Ihr Hotel in Domburg und erleben Sie einen Hollandurlaub am Meer.

Domburg war im 20. Jahrhundert Wirkungsstätte einer Reihe von Künstlern wie Piet Mondrian und Jan Toorop. Domburg ist malerisch und mondän zugleich. Im Marie Tak van Poortvliet Museum werden u.a. die Künstler Piet Mondriaan und Jan Toorop geehrt. Heute findet im September jährlich das „Jazz by the Sea“ statt, ein Jazzfestival in besonderer Umgebung.

Im August findet das Ringreiten statt. Reiter mit im Galopp mit einer Lanze einen an einer Schnur aufgehängten Ring aufspießen. Das Ringstechen ist ein alter „Bauernsport“ und hat seinen Ursprung in den Wehrtüchtigkeitswettbewerben der Bauern im Mittelalter.

Besuchen Sie auch im Sommer den wöchentlichen Touristenmarkt.

 

Weiterer Tipp: Scheveningen

Scheveningen ist das größte und beliebteste Seebad der Niederlande und zugleich ein Stadtteil von Den Haag. Es entwickelte sich aus einem kleinen Fischerdorf und hat einen Fischerei-Hafen (eröffnet 1904) mit langer Strandpromenade. Schauen Sie doch den Fischern beim Einholen der Netze zu.

Oder buchen Sie doch als Sportangler direkt bei einer der Sportfischer-Reederein einen Angeltrip auf die Nordsee. Sie können natürlich von Scheveningen aus auch andere Rundfahrten z.T. mit alten Fischerbooten auf die Nordsee machen. Dann sehen Sie die Scheveninger Küste einmal von der Seeseite.

In Scheveningen findet man hübsche Geschäfte, einen Leuchtturm, Restaurants, Sonnenterassen, das Seemuseum, das Skulpturenmjuseum und ein Aquarium. 1 km im Norden befindet sich ein FKK-Abschnitt.

Es ist vom Zentrum Den Haags ca. 6 km entfernt und über mehrere Straßenbahnlinien erreichbar. Scheveningen ist international bekannt als Sitz der UN Detention Unit, dem Gefängnis den UN-Kriegsverbrechertribunals und des Internationalen Strafgerichtshofs. Die Hauptattraktion Scheveningens ist die 381 m lange Seebrücke mit Aussichtsturm und die Miniaturstadt Madurodam.

Am Neujahrtag findet alljährlich das Nieuwjaarsduik (Neujahrstauchen) statt. Unter Denkmalschutz steht das Kurhaus von Scheveningen. Es gibt auch ein Holland Casino in Scheveningen, das Circustheather, ein Megakino, ein überdachtes Einkaufszentrum und eine neue Pier. Bei Radfahrern sehr beliebt ist die Strecke vom Norden Scheveningens nach Katwijk (ca. 12 km). Sie gilt als eine der schönsten Hollands. Von Katwijk kann man auch weiter nach Noordwijk und Zandvoort fahren.

Im Süden Den Haags findet man den ruhigeren Strand von Kijkduin. Dieser Badeort wird das ganze Jahr weniger von Touristen und mehr von Einheimischen besucht. Rund um Den Haag finden Sie, genauso wie um Domburg, herrliche Dünenzonen. Hier können Sie wandern, Radfahren oder Reiten.Das bekannteste Dünengebiet um Den Haag ist Meijendel zwischen Den Haag und Wassenaar. Dieser Dünengürtel ist einer der wichtigsten Küstenstreifen der Niederlande. Das Gebiet dient nicht nur Einheimischen und Touristen zur Erholung, sondern auch für die Trinkwasserversorgung, Natur- und Küstenschutz.

In Meijendel gibt es ein Besucherzentrum mit Informationen zum Dünenbereich, von hier aus bietet der Diunwaterbedrijf Zuid-Holland auch Exkursionen an. In der Nähe befindet sich ein Heimgarten mit endemischen Pflanzen. Im Gebiet Meijendel gibt es über 250 verschiedene Vogelarten sowie Mäuse, Fledermäuse, Rehe, Wiesel, Füchse, Kaninchen, Kröten, Frösche und Insekten.

Das Gebiet ist frei zugänglich. Meijendelvallei bietet drei Hauptwanderrouten, sowie einige Rad- und Reitpfade. Stärken können Sie sich im Pfannkuchenhaus. Das Wandergebiet Kijfhoek-Bierlap-Meeuwenhoek kann nur mit einer Jahreszugangskarte zugänglich, andere Teile auch nur für wissenschaftliche Untersuchungen zugänglich.

 

Weiterer Tipp: Zandvoort

Zandvoort ist ebenfalls ein gut besuchtes und beliebtes Seebad. Es befindet sich in der Provinz Nord-Holland (Noord-Holland). Es hat knapp 17.000 Einwohner und ist besonders wegen seiner ausgedehnten Strände beliebt. Zandvoort ist weniger als 30 km von Amsterdam entfernt. Es hat einen 9 km langen Strandabschnitt, der im Durchschnitt 100 m breit ist. Die Stadt hat viele Restaurants, Cafés, Pubs, Bars und Geschäfte. In den Sommermonaten gibt es oft abends Live-Musik, Musikfestivals und Sportveranstaltungen.

Es gibt noch einige historischen Fassaden und Gebäude wie z.B. die Stadthalle. Das Zentrum von Zandvoort ist nicht weit weg vom Bahnhof und gut zu Fuß zu erreichen. Freizeitaktivitäten sind u.a. Wandern, Rad fahren, Wassersport, Bogenschießen, Golf und Mini-Golf. Um 1100 war der Ort bereits als Sandevoerde (Sand und Voorde also dt. Furt) bekannt. Das Gebiet stand bis 1722 unter Kontrolle der Heren van Brederode. Das Dorf selbst lebte hauptsächlich vom Fischfang.

Mitte des 19.Jahrhunderts kam der Tourismus und das Kuren auf. Dr. Mezger, ein Arzt aus Zandvoort, führte das Seebaden als Heil- und Erholungsmethode ein. 1822 wurde das Badehaus eröffnet und es kamen mehr und mehr reiche und adlige internationale Gäste (u.a. Sisi von Österreich). Im 19.Jahrhundert wurden in den Dünen Kartoffen angebaut, der Tourismus blieb aber Haupteinnahmequelle des Ortes. Verkehrstechnisch war Zandvoort gut zu erreichen, besonders seit 1881 Zandvoort an das Niederländische Schienennetz angebunden wurde.

Auch heute noch sind in Zandvoort ca. 50% der Arbeitsplätze im Tourismus zu finden. Im ganzen Ort findet man Hotels, Pensionen, Bed & Breakfast-Angebote, Ferienwohnungen und Ferienhäuser. Es gibt auch den Center Parc, Park Zandvoort mit Hotel-Apartments und Ferienhäusern.

Zandvoort ist umgeben von 47 qkm Dünenlandschaft. In Zandvoort finden Sie auch ein Holland Casino. Der Circus Zandvoort ist ein Vergnügungspark. Seit 1949 gibt es die Rennstrecke Circuit Park Zandvoort. Zwischen 1952 und 1985 war sie einige Male Formel 1-Rennstrecke. Heute wird sie u.a. für die Deutsche Tourenwagenmeisterschaft (DTM) und Tourenwagen-WM (WTCC) genutzt.

 

Exkurs Niederlande:

Die Niederlande sind eine parlamentarische Monarchie im nördlichen Westeuropa. Seine Nachbarstaaten sind Belgien im Süden und Deutschland im Osten. Im Norden und Westen wird Holland, wie es auch gerne genannt wird, von der Nordsee begrenzt.Der Begriff Holland bezieht sich aber nur auf die Provinzen mit diesen Namen (Nord- und Südholland) und deshalb ist Niederlande der treffendere Ausdruck, wenn man vom ganzen Land redet.

Auch wenn die Oranjes, die holländischen Fußballfans gerne „Hup, Holland, hup!“ singen, ist der Begriff Holland für einige Niederländer, wenn sie nicht aus dem Landesteil Holland kommen, nicht positiv belegt.

Die Niederlande grenzen an Belgien, Deutschland und die Nordsee. Der Name Niederlande stammt von der alten Bezeichnung „niedere Rheinlande“ ab. Offiziell heißt das Land Koninkrijk der Nederlanden (Königreich der Niederlande).

Geografie

Die Niederlande sind ein auffallend tief gelegenes Land. Ca. 50% der Staatsfläche liegt weniger als 1 m über dem Meeresspiegel. Weitere 25% sogar unterhalb des Meeresspiegels.Die flachen Gebiete werden durch ein Deichsystem (insgesamt ca. 2000 km) vor Sturmfluten geschützt. Durch den Einsatz von moderner Schleusentechnik wie die Deltawerke, versuchen die Niederländer den Kampf mit dem Wasser zu gewinnen.

Überhaupt ist die Geschichte der Niederlande auch immer vom Kampf gegen das Meer begleitet gewesen. Durch Landgewinnung vom Meer konnten die Niederlande erhebliche Flächen gewinnen. Die jüngste Provinz Flevoland besteht fast vollständig aus solchen Poldergebieten.

Das Ijsselmeer ist durch einen Abschlussdeich (29 km) aus dem Jahre 1932 ebenfalls eingepoldert. Die Nordseebucht war vorher die Zuiderzee.Der höchste Punkt der Niederlande ist der Vaalserberg und befindet sich im äußersten Grenzgebiet zu Deutschland und Belgien.

Da die Insel Saba (Niederländische Antillen)in der Karibik ebenfalls zum Königreich zählt, ist formal der Mopunt Scenery (877 m) der höchste Punkt des Landes.Wichtigste Flüssen sind der Rhein, die Waal und die Maas (de grote rivieren) und trennen das Land in einen nördlichen und südlichen Part.Durch den dominanten Südwestwind haben die Niederlande ein gemäßigtes maritimes Klima mit kühlen Sommern aber auch milden Wintern.

Bevölkerung: Mit 484 Einwohner pro qkm sind die Neiderlande eines der am dichtest besiedelten Staaten der Erde (Vergl. Deutschland 231, Norwegen 12, Surinam 3, Namibia 2).

Aber auch in den Niederlanden gibt es dünner besiedelte Gebiete. 50% der Einwohner leben in der Randstad (Amsterdam, Den Haag, Haarlem, Utrecht etc.), dem dicht besiedelten Westen.Dünner besielt ist z.B. die Provinz Fryslan (Friesland) mit 112 Einwohnern/ qkm und Zeeland mit 129 Einwohnern/ qkm.Offizielle Sprache (Amtssprache) ist Niederländisch, in der Provinz Fryslan zusätzlich auch Friesisch. Die Sprache zählt zu den westgermanischen Sprachen und ist eng verwandt mit dem Deutschen.In den Landesteilen in Übersee (Karibik) wird Niederländisch, Papiamento oder Englisch gesprochen. Das in Südafrika gesprochenen Afrikaans ist u.a. aus dem Niederländischen und Deutschen entstanden.

Die Niederländer sind übrigens das größtgewachsene Volk der Erde. Frauen sind im Durchschnitt 1,72 m, Männer 1,83 m groß.Heutzutage spiegelt die Bevölkerung der Niederlande eine bunte Mischung wider. Neben Einwanderern aus Deutschland, Belgien und Großbritannien sind vor allem aus den ehemaligen Kolonien in Indonesien, Surinam und der Karibik Menschen eingewandert. Außerdem Zuwanderer aus Marokko und der Türkei.Es gibt ferner 81.000 Jenische.30% der Niederländer bekennen sich zum Katholizismus, 20% sind Protestanten (meist Calvinisten), 6% moslemisch ferner hinduistische (aus Surinam), buddhistische und jüdische Minderheit. 41% sind konfessionslos.Kirchensteuer wird nicht erhoben.

Geschichte

Die Provinzen Brabant, Flandern, Holland etc. haben früher zu den Erblanden der spanischen Habsburger gehört.Die Provinzen waren durch Handel- und Gewerbe wirtschaftlich attraktiv mit einem selbstbewussten Bürgertum. Die Neiderlande wurden zu einem Zentrum für Aufklärung und freiheitliches Denken. Bekanntester Humanist war Erasmus von Rotterdam (1466-1536).

Die Spanier unterdrückten aufkommende Unabhängigkeitsbestrebungen der Niederländer. Problematisch war, dass die Spanier katholisch waren, die Niederlande jedoch protestantisch-calvinistisch orientiert.1568 kam es zum Freiheitskampf der Niederländer gegen die Spanier. 1579 erklärten sich die sieben Provinzen (Allianz von Utrecht) für unabhängig. Nach 80 Jahren konnten sie sich, angeführt von Wilhelm von Oranien und später Moritz von Oranien, die nördlichen Provinzen behaupten

Der 15. Mai 1648 gilt als das Unabhängigkeitsdatum der Niederlande. Im Westfälischen Frieden wurden sie unabhängig von den spanischen Habsburgern und daneben wie die Schweiz vom übrigen deutschen Reich getrennt.Ab dem 17. Jahrhundert begann dann der Aufstieg zu einer großen Handels- und Kolonialmacht. Das kleine Land übernahm zahlreiche überseeische Gebiete als Kolonien. New York wurde von den Niederländern als Nieuw Amsterdam gegründet.

Niederländisch-Indien (Indonesien) war genauso wie Aruba, Surinam und die Niederländischen Antillen Teil des Reiches.Als erfolgreiche Händler etablierten sich die Niederländer im Handel mit exotischen Gewürzen, Rohstoffen und Sklaven.Die Niederlande wurden dadurch eines der reichsten Länder auf dem Kontinent.Trotzdem konnte nicht verhindert werden, dass die Niederlande als Batavische Republik 1795 zu einem französischen Vasallenstaat wurden. 1806 machte Napoleon hieraus das Königreich Holland.Nach dem Sieg der Allianz (England, Preussen, Österreich, Schweden) gegen Napoleon wurden die Niederlande 1813 wiederhergestellt.1814 gaben sie sich eine Verfassung als Erbmonarchie aus dem Hause Oranien. König Wilhelm I. wurde der erste König der Vereinigten Niederlande, somit auch über das heutige Belgien.

1830 spalteten sich die südlichen Provinzen als Königreich Belgien ab.1848 wurde die Verfassung liberalisiert.Außenpolitisch erklärten die Niederlande Neutralität, die sie auch aus dem Ersten Weltkrieg heraushalten konnte. Nach dem Krieg wurden sie Exil vom deutschen Kaiser Wilhelm II.Zwischen 1940 und 1945 waren die Niederlande vom Deutschen Reich besetzt. Das Königshaus war ins Exil nach England geflüchtet.

Die ebenfalls feindlichen Japaner besetzten am 01.03.1942 Niederländisch-Indien. (Dieses erklärte sich nach der Befreiung von der japanischen Besatzung als unabhängig. Nach blutigen Kämpfen wurde Indonesien am 27.12.1949 in die Unabhängigkeit entlassen).Ab dem 05. Mai 1945 waren die Niederlande wieder frei und gehörten zu den Gründungsmitgliedern der UN (1945), NATO (1949) und EGKS (1952, später EG bzw. EU). In der jüngsten Zeit erhielten internationales Aufsehen die Ermordung des rechtspopulistischen Politikers Pim Fortuyn (2002) und des Filmregisseurs Theo van Gogh (2004), die zu Debatten in der traditionell toleranten niederländischen Gesellschaft führten.

In deren Folge kam es zu Brandanschlägen auf islamische und auch christliche Einrichtungen. Auch das Nein der Niederländer mit 61,6% zum EU-Verfassungsvertrag machte Aufsehen.

Gesellschaft

Die Niederlande gelten traditionell als tolerantes Land. Mit der Politik des „Gedogens“ also Tolerierens, möchte man Sachverhalte die zwar nicht unbedingt für gut befunden werden, zumindest tolerieren.

Dies soll den Effekt haben, dass es an Attraktivität verliert. Bekannteste Beispiele sind hier Prostitution und Drogen. Aber auch in den Niederlanden gibt es durchaus Diskussionen zum Thema Coffee Shops etc. Auch in Bereichen wie gleichgeschlechtliche Ehe und aktive Sterbehilfe nehmen die Niederlande eine liberale Position ein und legalisieren diese. Die aktive Sterbehilfe wird insbesondere von den religiösen Gruppen und Parteien z.T. heftig kritisiert. Auch in der Ausländerpolitik verfolgte man jahrelang das Prinzip Integration unter Beibehaltung der eigenen Kultur.

Dies wird jedoch mittlerweile wesentlich kritischer gesehen denn insbesondere bei der Jugend und im Schulbereich hat dies zu Problemen geführt. Insbesondere durch die Morde an Pim Fortuyn und Theo van Gogh wurde das Thema Integration zu einem Reizthema. Es kam zu Unruhen und man änderte als Reaktion u.a. die Einwanderungsbedinungen ab. Wer in die Niederlande einwandern möchte, muss nun einen Test mit Fragen zu Kultur und anderen Themen, sowie Sprachkenntnissen bestehen.

Wirtschaft

Die Niederländische Wirtschaft gilt als liberal und erfolgreich. Die Arbeitslosenquote ist niedrig und der Staatshaushalt ausgeglichen. Die leistungsfähig Wirtschaft, der hohe Entwicklungsstandard und das Sozialsystem platzieren die Niederlande beim jährlichen Human Development Index der UN meist weit oben. Nach den USA und Frankreich sind die Niederlande der weltweit größte Exporteur landwirtschaftlicher Erzeugnisse. Die Landwirtschaft ist außerordentlich produktiv und produziert Getreide, Gemüse, Milchprodukte, Früchte und Schnittblumen.

Frau Antje und Käse aus Holland sind weltbekannt und ein wichtiges Exportprodukt.Rotterdam ist der größte Hafen Europas: Hier wird mehr als 25% der gesamten für Europa bestimmten Seefracht umgeschlagen.Industrielle Schwerpunkte sind Chemie, Elektro- und Fahrzeugtechnik sowie Maschinenbau. Es gibt ca. 7000 Transportunternehmen und 6000 Binnenschiffe. Ein Blick auf den Rhein und auf deutsche Autobahnen bestätigt dies;-) Natürliche Ressourcen sind Erdöl, Erdgas (Nordsee) und Torf.

Seit 2001 haben die Niederlande ihren traditionellen Gulden gegen die gemeinsame EU-Währung, den Euro eingetauscht.

 

Grönland-Urlaub

Grönland – die größte Insel der Welt

Grönland ist schon ein eher untypisches Reiseland. Aber sind wir doch mal ehrlich: einen schönen Urlaub zu machen gehört hin und wieder einfach dazu und ist ein Luxus, den viele Menschen in ihrem Leben nicht missen möchten. Viele Menschen suchen auf ihren Reisen die Möglichkeit sich einmal von Grund auf zu erholen und neue Eindrücke von der Welt wie in zu sammeln. Leider ist es aber so, dass viele schöne Reiseziele inzwischen dem Massentourismus zum Opfer gefallen sind. Es fällt dort schwer zu entspannen, denn um einen herum herrscht so viel Trubel, dass man weder die Landschaft noch die kulturellen Sehenswürdigkeiten wirklich genießen kann.

groenlaendische flagge
Flagge von Grönland

Eine Ausnahme hiervon ist allerdings ein Urlaub auf der arktischen Insel Grönland, denn diese ist als Ziel für Reisen noch ein echter Geheimtipp und entsprechend bleibt man dort von Massentouristen absolut verschont. Gerade wer gerne ein echtes Abenteuer erleben oder einfach die Ruhe der Natur genießen möchte, ist hier richtig. Wintersport ist hier ganzjährig möglich und die raue Schönheit der größten Insel der Welt  mit ihren Gletschern, Fjorden, glasklarem Eiswasser und fischreichen Flüssen lockt den Erholungssuchenden an.

Eine besondere Tierwelt (mit Eisbären, Polarhasen, Polarfüchsen, Robben, Walen und Papageientauchern) und eine eisige, imposante Landschaft, die viele Möglichkeiten zu ausgefallenen Aktivitäten bietet, sorgen dafür, dass ein Urlaub auf Grönland zu einem Erlebnis wird. Obwohl in dieser Region bislang noch eher wenige Urlauber anzutreffen sind, findet man dort eine immer besser touristische Infrastruktur mit Restaurants und Hotels, die durchaus internationalen Standard bieten. Alternativ kann man aber auch in Jugendherbergen, Wandererheimen, Seemannsheimen, Privatunterkünften oder Schafzüchtern unterkommen. Auch Camping ist an vielen Stellen erlaubt und ist im Sommer eine kostengünstige Alternative. Was die Unterkunft auf der Insel also angeht, gibt es viele Möglichkeiten.

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Eisbären auf der Insel Grönland.

Die riesige Insel ist wirklich ein ganzjähriger Wintertraum mit Möglichkeiten im Bereich Skifahren, Eislaufen, Eisangeln, Hundeschlittenfahren und Schneewandern, aber viele Täler und Landschaften im Süden der Insel sind im Sommer grün, voller arktischer Vielfalt und Leben. Die langen Tage und die Lichtverhältnisse lassen dann eine glitzernde Welt wie auf einem anderen Planeten entstehen.

Viele Menschen sind auch von der Kultur der Inuit fasziniert. Über Jahrhunderte lebten diese Menschen isoliert ein Leben der Jäger im Einklang mit der Natur. Unter extremsten Wetterbedingungen lernten sie sich mit der mächtigen Natur des Nordens zu arrangieren. Man jagte die heimische Tierwelt, aber verwertete nahezu alles, was die Natur abwarf. Auf Ihrer Reise werden Sie diese Menschen kennenlernen und sicherlich von dem Lachen und der Herzlichkeit beeindruckt sein.

Ein Urlaub auf Grönland ist daher in vielerlei Hinsicht unvergesslich und etliche Reisende kommen regelmäßig wieder auf die Insel des Eises!

 

Allgemeines

Wenn man eine Reise nach Grönland unternehmen möchte, dann muss man natürlich auch einige Besonderheiten beachten. Denn obwohl sich die Infrastruktur in den letzten Jahrzehnten deutlich verbessert hat, ist die Insel immer noch ein sehr spezieller Ort, der sich von anderen Reisezielen durchaus in einigen Punkten unterscheidet.

Klima

Das Klima in Grönland wird als subpolar bis polar eingestuft. Allerdings gibt es einige regionale Unterschiede, die durchaus deutlicher sind, als man zunächst vermutet. Insbesondere der Westen und Südwesten  der Insel profitiert von dem Grönlandstrom, einer Meeresströmung. Der Grönlandstrom wird über den Golfstrom und dem Nordatlantischen Strom mit relativ warmen Wasser verorgt. Hierdurch ist die Westküste weitgehend eisfrei. Generell gilt, dass das Wetter und die Winderverhältnisse auf der Insel schnell umschlagen können.

Wenn er Grönland verläßt, fließt er Richtung Süden weiter und dort als Labradorstrom Nordamerika beeinflusst. Zur Zeiten Eriks des Roten und den darauf folgenden Jahren befand sich Grönland wie andere Teile Europas in der Mittelalterlichen Warmzeit. Später wurde es deutlich kälter und in den letzten Jahren ist wieder vielerorts eine deutliche Erwärmung festzustellen.

Im Sommer werden in den wärmeren Regionen auf Grönland durchaus Temperaturen um die 20 °C gemessen. Verbunden mit der Mitternachtssonne kann man dann die grünen Täler und Flüsse, sowie die durchaus blühende wenn auch herbe Natur genießen. Die Grönländer hoffen außerdem, dass durch die Klimaerwärmung besser touristische aber auch landwirtschaftliche Möglichkeiten entstehen werden.

Die richtige Reisesaison

Wenn man Grönland bereisen möchte spielt die Wahl der richtigen Saison eine wichtige Rolle, denn nur wenn man diese bedenkt kann man auch zu einer Zeit reisen, in der man das geboten bekommt, was man sich wünscht. Es ist da durchaus lohnenswert auch einmal Reiseberichte und Erfahrungen zu lesen, von Menschen, die bereits in Grönland waren. In der Frühjahrssaison wird es zum Beispiel bereits wieder etwas sonniger, dennoch sind Wintersport und Fahrten mit dem Hundeschlitten hier die besonderen Aktivitäten, wer dies also gerne einmal erleben möchte, für den ist diese Saison genau richtig, sie beginnt etwa im März oder April und dauert bis zum Juni an. Dann beginnt die Sommersaison, in der das Eis in den Fjorden geschmolzen ist. Nun kann man auf Grönland Schiffsfahrten genießen, zu den Gletschern fahren und noch einiges mehr. In dieser Zeit ist das Klima überraschend mild, so dass die Stimmung nicht ganz so winterlich ist. Die Wintersaison, die vom November bis zum Februar geht, ist vor allem interessant, weil man zu dieser Zeit die ganze arktische Schönheit der Region erleben kann. Die Nordlichter, Wintersport und Hundeschlittenreisen, aber auch noch einige andere Höhepunkte machen diese Saison besonders interessant und reizvoll.

Vorschriften für Pässe und Visa

Was man bei einer Reise nach Grönland auf jeden Fall bei sich haben muss ist ein Reisepass, der auch noch für mindestens 3 Monate gültig sein muss. Kommt man aus bestimmten Ländern muss im Vorfeld auch ein Visum beantragt werden. Aufenthalte für mehr als 3 Monate erfordern eine gesonderte Erlaubnis, die allerdings für Bürger aus EU Staaten nicht erforderlich ist. Beantragt werden kann diese direkt bei der Polizei auf Grönland.

Anreise und Fortbewegung vor Ort

Für die Anreise auf die Insel empfiehlt es sich, mit einem Schiff zu fahren oder aber zu fliegen, da dies die bequemsten Möglichkeiten sind. Vor Ort ist ein Auto nicht unbedingt sinnvoll, da es je nach Saison eher schwierig sein kann, sich mit einem solchen fortzubewegen. Allerdings besteht auf der Insel eine recht gute Abdeckung mit verschiedenen öffentlichen Verkehrsmitteln oder auch Hundeschlitten, die man nutzen kann, wenn man sich fortbewegen möchte.

Basisdaten

Wenn Sie Grönland bereisen, sollten Sie auch die wichtigsten Fakten kennen:

Die Flagge Grönlands wird auch als Erfalasorput („unsere Flagge“) oder Aappalaaroq („die Rote“) bezeichnet. Letzteres kann aber auch für den Danebrog stehen. Entworfen wurde die interessante Flagge von Thue Christiansen. Seit dem 21. Juni 1985 ist sie offiziell. Neben der grönländischen Flagge wird auch der dänische Danebrog im Land gehisst. Der weiße Streifen steht für die Gletscher der Insel, der rote für den Ozean, die Halbkreise stehen für die Fjorde (rot) und Eisberge (weiß).

Steckbrief:

Name: Kalaallit Nunaat (grönl.), Grønland
Lage: Arktisches Nordamerika
Politisch: autonome Nation innerhalb Dänemarks (seit 1979)
Fläche: 2,166 Mio. qkm (größte Insel der Erde)
Einwohner: ca. 57.000
Bev.-Dichte: 0,026 Einwohner/qkm (vergl. Deutschland: 229)
Ethnien: Inuit, Minderheiten von Dänen u.a. Europäern
Religion: 98 % Protestanten
Amtssprachen: Grönländisch (Kalaallisut), Dänisch
Hauptstadt: Nuuk (Godthåb), ca. 18.000 Einwohner
Verwaltung: 4 Großkommunen (Qeqqata Kommunia, Kommuneqarfik Sermersooq, Kommune Kujalleq und Qaasuitsup Kommunia)
Staatsoberhaupt: Königin von Dänemark
Regierungschef: Premierminister
Nationalfeiertag: 21. Juni
Nationalhymne: Nunarput utoqqarsuanngoravit
Währung: Dänische Krone
Wirtschaft: Fischerei, Schafzucht, Landwirtschaft, Tourismus, Bodenschätze
Klima: Subpolar bis Polar
Höchster Berg: Gunnbjørns Fjeld (3.694 m)
Zeitzonen: 4 Zeitzonen von UTC+0 bis UTC-4
Kfz-Kennzeichen: KN
Internet-TLD: .gl

 

Flora & Fauna

Die Flora & Fauna Grönlands ist artenreich, vielerorts sogar üppig. Im Staatswappen findet man den Eisbären und das hat seinen Grund, denn kein anderes Tier steht international so typisch für Grönland wie dieser Vertreter. Die Inuit nennen ihn übrigens „Nanuq“. Aber es gibt noch viele andere Tiere auf der größten Insel der Erde.

Eine großten Teil der weltweiten Moschusochsen findert man mittlerweile ebenfalls hier oben in arktischen Gefilden. Bekannt ist Grönland auch für seine vielen Walarten, die mehr und mehr das touristische Potential in Form von Walsafaris zum Ausdruck bringen. Vor den Küsten findet man u.a. Grönlandwale, Buckelwale, Beluga und Minkwal. Außerdem natürlich verschiedene Robbenarten und Walrosse. Auch die Gewässer sind mit Beständen von Dorsch, Lachs und Steinbeißer recht fischreich.

Hinzu gesellt sich eine üppige Vogelwelt mit Papageientauchern, Eiderenten, Odinshühnchen und Alpenschneehühnern. Es gibt vereinzelt sogar Falken und Seeadler. Polarhasen und -Füchse sind ebenfalls zu finden, genauso wie Hermelin, Lemminge und Polarwölfe. Verschiedene Arten sind allerdings nur in den abgelegenen Gebieten zu finden. Übrigens befindet sich der größte Nationalpark der Welt auf der Insel, der Nordost-Grönland-Nationalpark wurde 1974 errichtet und umfasst seit 1988 weite Teile der Insel (Nordosten). Seit 1977 ist er außerdem ein internationales Biosphärenreservat.

Neben dieser reichhaltigen Tierwelt, gibt es auch einige interessante Pflanzen hier. Natürlich herrschen Moose, Flechten und Pilze vor. Im äußersten Süden findet man aber auch kleine Birkenwälder und höhere Weiden. Es gibt auch größere Farne, Nationalblume ist allerdings das Arktische Weidenröschen.

 

Geschichte

Die Geschichte Grönlands ist spannender als man zunächst vermuten würde. Über die Beringstraße wanderten um ca. 3000 v. Chr. die ersten Inuit aus Asien ein. Es folgten um ca. 2500 v. Chr. andere Einwanderer wie z.B. die Saqqaq-Kultur. Diese wurde nach dem Ort Saqqaq an der Diskobucht benannt und bildet die Kultur mit den meisten prähistorischen Fundstätten auf der Insel (insbesondere im Sisimiut-Distrikt und um Nuuk).

Der Wikinger Gunnbjörn wird auf seiner Fahrt von Norwegen nach Island vom Kurs abgetrieben und entdeckt um 875 n. Chr. Grönland. Er geht aber nicht an Land. Ihm zu ehren heißt noch heute der höchste Berg des Landes Gunnbjørn Fjeld (3.694 m).

Im Jahre 982 wird Erik der Rote für 3 Jahre von Island verbannt. Er hatte zuvor im Streit zwei Nachbarn erschlagen. Da er von den Erzählungen Gunnbjörns gehört hatte, machte er sich Richtung Nordwesten auf und landet im Südwesten Grönlands. Zu dieser Zeit ist gerade eine klimatische Erwärmung eingetreten, so dass es durchaus grüne Täler, lichte Wälder und fischreiche Flüsse auf Grönland gibt. Begeistert nennt Erik die Insel daher „Grünland“, wovon der heutige etwas irreführende Name stammt.

Nach Verbüßung seiner 3-Jährigen Verbannung macht er sich zurück nach Island und wirbt dort für die Landnahme. Da Island seine vielen neuen Zuwanderer nicht mehr ernährt bekommt, findet er viele Mitreisende. Mit einigen Schiffen machen sich etliche Familien gemeinsam mit Erik 986 nach Grönland auf, allerdings bleiben bereits einige durch Stürme und Eisberge auf der Strecke. Nur 14 der 25 Schiffe kommen in der neuen Heimat an.

Schnell kommt Kritik auf, denn die Insel wirkt auf viele nicht so gastlich wie Erik es ihnen beschrieben hatte. Außerdem sind viele erstaunt, dass die Insel mit den Inuit bereits andere Einwohner hat, die nicht sonderlich erfreut über die Neuankömmlinge sind. Die Wikinger sind jedoch Widerstand und hartes Klima gewohnt und besiedeln weite Teile Südgrönlands. Fortan nennen sie sich Grænlendingar. Noch heute findet man Überreste von Wohnsiedlungen, Bauernhöfen und Kirchen.

Im Jahre 1000 wird Leif Eriksson, ein Sohn Eriks des Roten und späterer Entdecker Amerikas Christ. Die Wikinger in Grönland schließen sich diesem Glauben an. Eriksson entdeckte vermutlich Labrador und Neufundland und nannte es „Vinland“. Der Handel zwischen Nordamerika und Grönländern blüht. Die Grönländer profitieren von der Üppigkeit Nordamerikas und decken sich mit Holz, Wein und Fellen ein. Siedlungen der Wikinger können sich jedoch nicht halten und sind bis heute historisch umstritten.

In den Folgejahren wird die Versorgung aber zunehmend schwierig, das Klima verschlechtert sich zudem. Um 1550 sind alle Grænlendingar ausgestorben. Bis heute ist umstritten, worin die Gründe (Krankheiten, Hunger, Kämpfe mit Inuit) für ihr Verschwinden begründet sind.

Grönland gerät zunächst in Vergessenheit. Ab 1721 entstehen Stützpunkte dänischer Walfänger. Ab dieser Zeit beginnt der dänisch-norwegische, protestantische Pfarrer Hans Egede mit der Missionierung der Inuit. Auch viele deutsche Missionare kommen ins Land, so dass noch heute viele deutsche Nachnamen auf Grönland vertreten sind.

Ab 1776 erhält der Kongelige Grønlandske Handel (KGH) das Handelsmonopol für die Insel. Dieser nimmt auch die Verwaltung des Landes wahr. Mehr und mehr verstärkt sich der Walfang, es kommen dadurch immer wieder Seeleute aus Skandinavien, Holland und Deutschland nach Grönland.

1814 fällt im Frieden von Kiel zwischen Dänemark und Norwegen die Insel Grönland endgültig an Dänemark. Ab 1862 versucht man die Inuit an der Verwaltung mehr zu beteiligen, außerdem wird eine kommunale Verwaltung eingeführt.

Norwegen versuchte nach dem Ersten Weltkrieg Besitzansprüche geltend zu machen, gibt aber 1933 einem Schiedsspruch des Internationalen Gerichtshof in Den Haag seine Forderungen auf.

Nachdem Dänemark 1940 von der deutschen Wehrmacht besetzt wird, Grönland wird dagegen von den US-Amerikaner als wichtiger Stützpunkt genutzt.

1951 wird die Insel zum dänisch-amerikanischen Verteidigungsgebiet innerhalb der NATO erklärt, ein Jahr zuvor erlischt das dänische Handelsmonopol. 1953 wurde Grönland offiziell eine Provinz Dänemarks und entsendet 2 Abgeordnete in das dänische Parlament (Folketing). Von 1955 – 1987 bestand in der dänischen Regierung ein spezielles Grönlandministerium. Die Infrastruktur der Insel wurde deutlich verbessert, zuständig war hierfür bis 1987 die    Grønlands Tekniske Forvaltning (GTO). Die Versorgungslage wird garantiert durch Flugzeuge, Hubschrauber und Eisbrecher. Viele Standards im sozialen Bereich entsprechen dem dänischen System. Allerdings hat die traditionelle Kultur der Inuit hierunter zu leiden und die Umstellung einer Jägernation in eine industrielle Gesellschaft bringt durchaus soziale Probleme mit sich, die bis heute anhalten.

Die grönländische Nationalbewegung erreicht 1979 eine Autonomie von Dänemark mit eigener Regierung und Parlament. Erster Premier wird Jonathan Motzfeldt. Die Überfischung grönländischer Meeresgebiete durch europäische Fischereiflotten hat starken Widerstand zur Folge. Im Gegensatz zu Dänemark tritt daher 1985 Grönland aus der Europäischen Gemeinschaft aus.

Seit 2007 wird in den internationalen Medien vermehrt über Grönland berichtet. Insbesondere im Rahmen des Klimawandels rückt die Insel ins Interesse der Weltöffentlichkeit. Wirtschaftlich bedeutend sind auch die großen Rohstoffvorkommen auf der Insel und in den Gewässern des Landes. Durch das Abschmelzen des Eispanzers erhofft man sich eine Ausbeutung der Ressourcen. Auch die Grönländer blicken diesbezüglich positiv in die Zukunft. Durch eine Klimaerwärmung hoffen viele Einheimische auch auf bessere Möglichkeiten für die Landwirtschaft.

Seit 2009 sind weitere Kompetenzen von Dänemark an die Autonomieregierung Grönland übergegangen. Unter anderem übernimmt sie nun auch die Bereich Polizei, Justiz und Küstenschutz vollständig. Grönländisch wird offizielle Landessprache.

Status

Grönland ist in einem besonderen Autonomie-Status mit Dänemark verbunden. Seit dem 01. Mai 1979 hat die Insel Selbstverwaltung mit innerer Autonomie (hjemmestyreloven). Es hat ein eigenes Parlament (Landsting) und eine eigene Regierung (Hjemmestyre). Dieser steht der Premierminister vor.

Lange Zeit war dies Jonathan Motzfeldt. Er gilt als eine der wichtigsten Politiker des Landes. Grönland gilt als eigene Nation im dänischen Königreich. Dieser Sonderstatus ermöglichte dem Land in den letzten Jahren eine weitreichende Selbstverwaltung auf der einen Seite, und großzügige Unterstützung insbesondere finanzieller Art aus Dänemark. Grönland entsendet ähnlich wie die Färöer-Insel zwei Abgeordnete in das dänische Parlament, außerdem ist die Königin von Dänemark auch Staatsoberhaupt.

Trotzdem ist das Verhältnis zwischen Grönländern und Dänen nicht einfach. Wer den Roman und Film „Fräulein Smillas Gespür für Schnee“ kennt die Problematik vielleicht etwas. Es gibt besonderes in letzter Zeit mehr und mehr Stimmen, die für eine endgültige Unabhängigkeit der Insel von Dänemark eintreten. Seit 21. Juni 2009 wurde die Autonomie erweitert um die Bereiche Polizei und Justiz sowie der Küstenschutz. Der Status des Grönländischen wurde gestärkt, es ist nun Landessprache.

Bekannte Parteien sind Siumut, Inuit Ataqatigiit, Kattusseqatigiit und Atassut. Daneben gibt es die oft von den Dänen gewählte Partei der Demokraten. Seit 1985 ist Grönland nicht mehr Mitglied der EG. Es ist allerdings Mitglied im Nordischen Rat (Zusammenarbeit mit Norwegen, Schweden, Dänemark, Finnland, Island, Färöer, Aland-Inseln) und ist mit Island und den Färöern über den Westnordischen Rat verbunden.

 

Medien

Für seine relativ geringe Einwohnerzahl ist Grönland mit zahlreichen Medien ausgestattet. Der staatliche Mediensender heißt Kalaallit Nunaata Radioa (KNR) und hat seinen Sitz in der Hauptstadt Nuuk. Daneben gibt es auch dänische Medien in Grönland zum Empfang.

Eine bekannte Zeitung ist u.a. die Sermitsiaq AG (Atuagagdliutit/ Grønlandsposten). Sie erscheint zweimal wöchentlich in Grönländisch und Dänisch. Auch dieses Medium hat seinen Sitz in Nuuk, genauso wie Nuuk TV.

Ansonsten hat man als Urlauber verschiedene Möglichkeiten insbesondere auch über Internet Zugang zu internationalen Medien zu erhalten. Insbesondere in Nuuk hat man daher kaum Probleme auch mit den neuesten Nachrichten weltweit versorgt zu werden.

 

Kultur

Es ist schwierig von einer grönländischen Kultur zu sprechen, denn es gibt natürlich große Unterschiede zwischen Grönländern und der dänischen Minderheit. Während die Dänen noch viele Traditionen und Sitten vom Festland ausleben, ist die Kultur der Inuit eine völlig andere.

Im Bereich des Kunsthandwerk sind von ihnen insbesondere die Schnitzerein wie die Tupilak erwähnenswert. Diese Figuren sind aus Walrosselfenbein geschnitzt und in der Regel kleiner als 20 cm. Dieses hat durchaus spirituellen Charakter, wird aber von vielen auch als Sammelobjekt geschätzt.

Auch die verschiedenen Trachten der Grönländer sind auffällig. Sie werden an Festen, zur Einschulung am Nationalfeiertag oder auch privaten Zwecken getragen. Natürlich gibt es auch auf Grönland landestypische Feste und allgemeine, wie sie auch in Mitteleuropa gefeiert werden. Besonders bekannt ist Grönland natürlich auch als Sitz des Weihnachtsmannes. Sein Haus steht etwas außerhalb von Uumannaq an der mittleren Westküste am Robbenherzberg. Weltweit schreiben zahlreiche Kinder dem Weihnachtspostamt auf Grönland.

Es gibt viele Länder, die für sich beanspruchen die Heimat des Weihnachtsmannes zu sein. Grönland ist da sicherlich einer der glaubhaftesten Vertreter.

Daneben gibt es einige bemerkenswerte Musikgruppen von der Insel, wichtigste Namen sind hier im Bereich des Rock Chilly Friday und Disco Democratic Republic. Sogar Hip Hop-Freaks finden mit Nuuk Posse einen Vertreter auf Grönland, Angu Motzfeldt erhielt 2006 die Goldene Schallplatte des Landes und ist einer der bekanntesten Sänger und Songwriter, der auch schon in den dänischen Charts war. Weitere Namen sind Tupaarnaq Mathiassen und der Schauspieler und Sänger Rasmus Lyberth, der auch international bekannt ist.

 

Sport

Auch in Grönland wird Sport getrieben. Weltbekannt ist die Insel natürlich vor allem durch Sportgeräte wie das Kajak oder bei Frauen das Umiak. Kajakfahrten ist in vielen Ländern ein beliebter Freizeitvertrieb aber auch Sport geworden. Die Grönländer wachsen zum Teil immer noch mit diesen Booten auf und beherrschen oft noch die Eskimorolle.

Insbesondere während der Thule-Kultur war das mit Robbenhaut bespannte Boot ein wichtiges Utensil zum fischen. In einem arktischen Land sind natürlich auch die meisten traditionellen oder modernen Wintersportarten beliebt. Seit 1999 findet im westgrönländischen Uummannq am gleichnamigen Fjord jährlich im übrigen als besonderes Kuriosum die Weltmeisterschaft im Eisgolf statt.

Also alles nur Eis? Nein, denn die Zeiten haben sich geändert und heute spielen junge Grönländer auch gerne Mannschaftssportarten wie Handball und Fußball.

Im Handball hat die Nationalmannschaft schon einige WM-Teilnahmen vorzuweisen. Die Heimspiele werden ausgetragen in der immerhin 1.000 Menschen fassenden Godthåbhallen. Nicht weit davon befindet sich das Nuuk-Stadion. Hier spielt die grönländische Fussballnationalmannschaft, die allerdings immer noch nicht Mitglied in den Internationalen Fussballverbänden werden kann. Es bleibt zu hoffen, dass sich das bald ändert und man bald auch die Kicker aus Grönland bei internationalen Qualifikationen oder gar Turnieren anfeuern kann.

 

Orte und Regionen

Grönland wird eingeteilt in die Regionen bzw. Großkommunen: Qeqqata Kommunia, Kommuneqarfik Sermersooq, Qaasuitsup Kommunia und Kommune Kujalleq. Hinzu kommt der keiner Kommune angehörende Nordost-Grönland-Nationalpark im Nordosten der Insel.

Diese Aufteilung ist der Ergebnis einer Kommunalreform, die verschiedene Dörfer und Städte zusammengefasst hat. Die alte Aufteilung bestand aus 18 Kommunen: Nuuk, Sisimiut, Uummannaq, Ilulissat, Nanortalik, Qaqortoq, Narsaq, Ivittuut, Paamiut, Maniitsoq, Kangaatsiaq, Aasiaat, Qasigiannguit, Qeqertarsuaq, Ammassalik, Upernavik, Ittoqqortoormiit und Qaanaaq (Thule) aufgeteilt.

Sermersooq

Sermersooq ist die bevölkerungsreichste Großkommune des Landes. Sitz der Kommunalverwaltung ist die grönländische Hauptstadt Nuuk. Sehenswert in Nuuk (in der Stadt gibt es auch Hotels) sind u.a. die Universität, die sich in der ehemaligen Missionsstation Neu-Herrnhut befindet. Besucht werden kann außerdem die Erlöserkirche und das Nationalmuseum, wo man mehr zu Grönland und seiner Geschichte und Tradition erfährt.

Die Infrastruktur ist relativ gut und es gibt Hotels, Restaurants sowie gute Einkaufsmöglichkeiten. Sogar Nachtleben und Clubs gibt es hier. Außerdem gibt es hier den Internationalen Flughafen Nuuk sowie das Nuuk-Stadion, wo der IL Nuuk und B-67 Nuuk spielen, sowie die Nationalmannschaft. Eine kulinarische Spezialität der Region ist südgrönländisches Lamm, dass man unbedingt probieren sollte.

Der Ort Ivittuut wurde einst bekannt als Abbauort von Kryolith (Eisstein). Paamiut ist wegen seiner Landschaft besonders bei Wanderern und Trekkingfreunden beliebt. Im Hafen stehen noch alte Kolonialgebäude, sowie die Friedenskirche von 1909. Vor der Küste befindet sich große Populationen von Buckel- und Finnwalen.

Tasiilaq liegt an einem als sehr ruhig und idyllisch geltenden Fjord, der Ort ist ein Zentrum für die Umgebung mit Krankenhaus und Schulen. Ittoqqortoormiit liegt im Bereich des Scorebysunds an der Grenze zum Nordost-Grönland-Nationalpark. Der Ort liegt an der Ostküste, die auch lange von Norwegen beansprucht wurde. Qaanaaq oder Thule ist eine besonders bekannte Ortschaft und größter Ort im nördlichen Grönland. In der Nähe liegt auch die Thule Air Base. Im Ort gibt es eine Schule, Krankenhaus, Hotel und ein Museum.

Kujalleq

Die Großkommune Kujalleq liegt im äußersten Süden Grönlands. Hier befindet sich u.a. der Ort Nanortalik. Dort ist die Landschaft rau, aber es gibt gute Möglichkeiten für Wanderer und Bergsteiger. In der Nähe liegen die einzigen Wälder Grönlands, wo es Birken bis 5 m Höhe gibt. Im Sommer findet man hier sogar Bienen. Gerne besucht wird auch die kleine Insel Uunartoq, wo es eine heiße Quelle gibt. In der Umgebung findet man sogar eine Goldmine und in den Flüßen kleine Goldstücke, wenn man lange genug sucht und etwas Glück hat. Narsaq hat eine interessante Tierwelt (Wale, Robben, Polarfüchse) und liegt umgeben von grünen Bergen. Hier ist das Klima besonders mild und kann als atlantisch-ozeanisch bezeichnet werden.

In Qaqortoq befindet sich der älteste Springbrunnen Grönlands und einige Gebäude aus dänischer Kolonialzeit. Auch ein Museum ist hier zu finden, sowie in der Umgebung die Granitfiguren aus der Aktion Sten og Menneske.

Qeqqata

Die Großkommune Qeqqata liegt im mittleren Westen Grönlands. Sitz der Kommunalverwaltung ist Sisimiut. Sisimiut liegt zwischem Diskobucht und der Nuukregion. Imposant thront der Hausberg Nasaasaaq über der Stadt. Außerdem ist der Ort Start- oder Endpunkt des bekannten Trekkingpfades Arctic Circle Trail. auch hier ist das Klima noch realtiv mild. Allerdings kann auch hier das Wetter schnell wechseln.

Auf der Zimmermannsinsel befinden sich noch einige Gebäude aus der Walfängerzeit mit Speckhaus und Böttcherei. Hier gibt es auch eine Werft. Die Altstadt hat noch alte Kolonialgebäude zu bieten. Bekannt ist auch die älteste Kirche des Landes von 1775 mit dem Bogen aus Walknochen.

Maniitsoq wird auch das Venedig Grönlands genannt, denn hier gibt es viele kleine Inseln, sowie Brücken. Eines der größten Skigebiete befindet sich am Apussuit-Gletscher mit Möglichkeiten für Alpin- als auch Langlaufski.

Qaasuitsup

Qaasuitsup bedeckt den nördlichen Westen Grönlands. Sitz der Großkommune ist Ilulissat. Der Ort ist besonders bekannt wegen dem Ilulissat-Eisfjord, der zusammen mit einigen anderen der  schönsten Gegenden dieses Planeten zum UNESCO-Weltnaturerbe zählt.

Der Ort ist besonders bekannt wegen dem Ilulissat-Eisfjord, der zum UNESCO-Weltnaturerbe zählt. Sehenswert ist auch das Knud-Rasmussen-Museum, der Ort hat einen Hafen, zwei Fischfabriken und Hubschrauberlandesplatz. Im Winter werden hier auch gerne Hundeschlittenfahrten unternommen. Im Sommer kann man den nordischen Sommer mit Panarama über Diskobucht und Eisfjord genießen.

Bekannt ist auch die Landschaft um Kangaartsiaq. Eine beliebte Tour führt zum Nordenskjöld-Gletscher und biete eine gute Möglichkeit die Region zu entdecken. Auch Aasiaat wird gerne besucht. Der Ort war einst ein bekannter Ort des Walfangs und lebt auch heute noch vom Fisch- und Krabbenfang. Hier gibt es neben einem Krankenhaus, Schulen und einer Satelittenstation auch einen Flughafen.

Qasigiannguit bietet alte Kolonialbauten, ein Museum und die typischen, farbigen Wohnhäuser an der idyllischen Bucht. Der Ort ist gut per Schiff und Hubschrauber erreichbar und bietet auch Hotels und Restaurants. Das Wetter ist relativ stabil, die Berge im Umland laden zum Wandern ein. Uummannaq war einst Drehort des Film SOS Eisberg. Außerdem findet hier jährlich die Weltmeisterschaft im Eisgolf statt. Bekannt ist auch das Torfsteinhaus sowie die alten Gebäude des Ortes.

Wahrzeichen ist jedoch die Feldsteinkirche. Hier gibt es viele Wale und Robben und gerne werden Kajaktouren wahrgenommen. Imposant ist auch die Fjordlandschaft und die vielen Eisberge der Region. Das nördlichste Freilichtmuseum findet man in Upernavik. In der Region findet man außerdem riesige Vogelfelsen mit Populationen an Lummen und Lundis.

Einige allgemeine Informationen zu den einzelnen Regionen nach Himmelsrichtungen:

 

Nordgrönland

Für alle, die sich einen Eindruck von der gesamten arktischen Schönheit der Insel machen wollen ist der Norden von Grönland genau die richtige Region. Dort kann man im Sommer die anhaltende Mitternachtssonne erleben und im Winter die Nordlichter leuchten sehen. Außerdem sind hier besonders aufregende Fahrten mit dem Hundeschlitten möglich und man kann sich einen Einblick in das traditionelle Leben der Inuit verschaffen, die in dieser Region einige Siedlungen haben. Auch Flüge mit dem Hubschrauber zum Inlandeis oder ein traditioneller Robbenfang sind im Norden von Grönland möglich. Diese Gegend gehört auf jeden Fall zu den beliebtesten Zielen auf Grönland, denn auch im Sommer kann man dort die Gletscher besteigen und sich ansehen, wie die Natur in dieser kalten Region ihre ganz besondere Schönheit offenbart. Nordgrönland ist für alle, die die Natur lieben und sich ein umfassendes Bild vom Leben im Eis machen wollen eine Gegend, deren Besuch sich mehr als lohnen kann, nicht nur wegen der Aktivitäten die möglich sind, sondern auch wegen des besonderen Charmes, den diese Gegend ausstrahlt und den man sofort spürt, wenn man seinen Blick über die weite und weiße Landschaft schweifen lässt. Gerade durch die Inuit und deren Hunde ist dort eine besonders urige Stimmung, die einen schnell in ihren Bann schlägt und nicht mehr loslassen will.

Südgrönland

Die Gegend auf Südgrönland ist besonders reich an Kontrasten und Gegensätzen, die einen Aufenthalt dort zu einem ganz besonderen Erlebnis machen. Auf der einen Seite sieht man dort das Ganze Jahr über eisige Gletscher, die beeindruckend wirken und besondere Möglichkeiten bieten, auf der anderen Seite findet man dort aber auch eine blühende Landschaft vor, die von fruchtbaren Feldern und weidenden Tieren geprägt ist. Hier kann man sich nicht nur einen Einblick in das Leben der Nordländer, sondern auch einen in das der Inuit verschaffen, es ist möglich Fischen zu gehen, man kann die Jagd durch einen grünen Wald genießen und noch einiges derlei mehr. Die Fjorde in der Region von Südgrönland eignen sich sehr gut um mit Schiffen und Booten befahren zu werden, so dass auch eine Tour zum Inlandeis auf der Liste der möglichen Aktivitäten steht. Für ausgedehnte Wanderungen und andere Erlebnisse in der rauen und zugleich milden Natur Grönlands ist diese Gegend genau das Richtige und naturverbundene Menschen, die gerne die Gegend erkunden wollen sind dort auf jeden Fall an der richtigen Adresse. Insbesondere wer auch einmal die andere Seite Grönlands sehen möchte und nicht nur Schnee und Eis, kann sich dort einen fabelhaften Eindruck von diesem Land verschaffen, in  dem es so viele besondere Dinge zu sehen gibt.

Ostgrönland

Ostgrönland ist wohl einer der Teile des Landes, in denen es besonders viele Dinge zu sehen und zu erleben gibt,  hier findet man viele Besonderheiten und vor allem die Möglichkeit unberührte Natur zu erleben. Ostgrönland ist eine der wenigen Regionen der Welt, in der es wirklich noch Gegenden gibt, die nicht besiedelt sind und in denen man keinerlei Spuren von menschlichem Einfluss sehen kann, was für viele Menschen eine ganz besondere Erfahrung ist. Auf der Suche nach einem Souvenir sollte man sich dort die Handwerksstücke der Einwohner einmal näher anschauen, denn diese sind oftmals wirklich faszinierend und wunderschön. Zwei größere und sieben kleinere Ortschaften in dieser Gegend sorgen dafür, das alles überschaubar bleibt und man sich sehr gut zu Recht finden kann. Obwohl in dieser Region nur sehr wenige Menschen leben kann man doch dort einiges unternehmen und viele besondere Dinge erleben. So kann man dort im Sommer zum Beispiel Schiffsfahrten zu den Gletschern oder zum Inlandeis unternehmen. Zudem kann auch mit dem Kajak eine Tour gemacht werden und noch einiges mehr. Im Winter kann man Ski Laufen, mit dem Hundeschlitten fahren, einen Flug mit dem Hubschrauber genießen und das Nordlicht bestaunen, das über den Himmel flackert. Wer möchte kann in dieser Gegend natürlich auch jagen oder fischen gehen und dabei echte Abenteuer erleben. Naturbegeisterte finden in der Gegend von Ostgrönland den größten Nationalpark der Welt vor, durch den man eine Wanderung unternehmen kann. Neben historischen Siedlungen kann man sich dort auch die besondere Schönheit der Natur auf der Insel anschauen und sehen, was dieses spezielle Land so besonders macht.

Westgrönland

Westgrönland ist was die Bevölkerung angeht die Gegend auf Grönland, in der die meisten Menschen leben und dennoch ist die Bevölkerung dort nicht wirklich dicht und man kann Ruhe genießen, wann immer einem der Sinn danach steht. Gut erkunden lässt sich die Region auch auf einer Arktis Kreuzfahrt. Die Fjorde dort frieren in der Regel niemals richtig zu, so dass man sowohl im Sommer als auch im Winter mit Schiffen und Booten dort fahren kann. Dabei findet man oftmals auch die Gelegenheit sich Wale oder Robben anzuschauen, die sich an der Küste tummeln und diese in ihrer natürlichen Umgebung zu beobachten, wozu man sicherlich ansonsten nur selten die Gelegenheit hat. Was die Aktivitäten angeht spielt auch in Westgrönland die freie Natur eine wichtige Rolle. Egal ob man sich Moschusochsen anschauen möchte, eine Fahrt mit dem Hundeschlitten wünscht oder gerne Fischen gehen möchte, das alles ist hier möglich. Zudem bietet Westgrönland auch gute Bedingungen, was Skilaufen angeht, so dass auch hier keine Wünsche offen bleiben. Kulturelle Einrichtungen und Ausstellungen, bei denen man sich über das Leben der Inuit informieren kann runden das Angebot ab und sorgen dafür, dass auch die Kultur nicht zu kurz kommt, wenn man eine Reise nach Grönland unternimmt, selbst wenn die Natur natürlich den größten Stellenwert einnimmt und auch die meisten Highlights zu bieten hat.

Sehenswürdigkeiten

Auf einer Grönland Reise gibt es natürlich auch einige ganz besondere Sehenswürdigkeiten, die man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte, wenn man sich auch wirklich ein Bild von dieser herrlichen Gegend machen möchte. Diese Sehenswürdigkeiten kommen aus den verschiedensten Bereichen, so dass wirklich für jeden Geschmack etwas Passendes vorhanden ist. Die Sehenswürdigkeiten stellen wir gesondert im Bereich Orte und Regionen vor. Hier beschränken wir uns auf allgemeine Ausführungen.

Natur und Kultur kommen zusammen

Die meisten Sehenswürdigkeiten, die man bei einem Grönlandurlaub bewundern kann kommen direkt aus der Natur, was sie natürlich umso schöner macht und zugleich auch zu etwas Besonderem. Besonders sehenswert sind in dieser arktischen Region natürlich die Eisberge und Gletscher, die man mit einem Schiff erkunden kann oder aber auch aus der Luft sehen kann, wenn man einen Flug mit einem Hubschrauber unternimmt.

Ebenfalls besonders sehenswert ist die besondere Tierwelt, die man auf Grönland vorfinden kann. Hier leben nicht nur Robben und Wale, die man bei einer Fahrt mit dem Boot sogar aus nächster Nähe und ihrer normalen Lebensumgebung bewundern kann, sondern auch riesige Eisbären oder kleine Polarfüchse und noch einiges mehr. Als besonders sehenswert gelten unter den Tieren die Moschusochsen, zu deren Herden meistens auch Touren angeboten werden. Ganz besondere natürliche Schauspiele, deren Zeuge man bei einer Grönland Reise werden kann, sind die Mitternachtssonne, die im Sommer zu sehen ist, und die Polarlichter, die im Winter am Himmel erscheinen und als ganz besonders schön gelten.

Natürlich gibt es bei einem Urlaub in Grönland auch Sehenswürdigkeiten zu entdecken, die eher aus dem kulturellen Bereich kommen. So kann man zum Beispiel in den größeren Ortschaften oftmals interessante Ausstellungen sehen und sich das Kunsthandwerk der Einwohner anschauen, teilweise kann man solche Stücke sogar kaufen. Sehenswert sind auch die kleineren Inuit Dörfer, in denen die Menschen noch ein traditionelles Leben nach den Regeln ihres Volkes führen, was tiefe Einblicke in das Leben in der Arktis möglich macht. Nicht zu vergessen sind die weidenden Schafe und Pferde sowie die blühenden weiten Felder,  die es auf Grönland in einigen Teilen  des Landes besonders im Sommer zu sehen gibt. Ebenfalls reizvoll sind die Fjorde der Insel, die im Sommer teilweise auftauen, so dass man mit einem Schiff zum Inlandeis fahren kann oder in die direkte Nähe von Robben und Walen kommen kann.

Viel zu erleben

Bei einer Reise nach Grönland gibt es also viele Dinge, die wirklich sehenswert sind und die man sich auch auf jeden Fall anschauen sollte. Bedenkt man dazu noch, wie viele Möglichkeiten zur Gestaltung der Freizeit es auf der Insel gibt, egal zu welcher Zeit des Jahres, wird klar, wie schön man seine Zeit auf dieser Insel gestalten kann.

Wer eine Reise nach Grönland plant, der sollte sich darüber im Klaren sein, dass hier bestimmt keine Langeweile aufkommt und man viel zu tun haben wird, bis man wirklich alles gesehen hat und alle Dinge versucht hat, die man dort unternehmen kann. Meist reicht ein Grönland Urlaub alleine dazu gar nicht raus, was sicherlich auch ein Grund ist, weshalb viele Menschen eine solche Reise nur zu gerne noch einmal wiederholen, insbesondere, weil es dort auch viele Dinge gibt, die man sich gerne mehr als nur einmal anschaut und von denen man so schnell nicht genug bekommen kann.

Grönland ist nicht umsonst ein Geheimtipp unter Erlebnisurlaubern, dort ist wirklich einiges geboten und im Vergleich mit anderen Reisezielen oftmals sogar mehr als an Orten, die begehrte Ziele für Massentouristen sind. Ein Ferienhaus wie in Dänemark oder anderen skandinavischen Ländern kann man hier selten mieten, eher wird man in Pensionen und Privatunterkünften untergebracht.

 

Aktivitäten

Bei einer Grönland Reise gibt es einiges, was man als Besucher dieser besonderen Insel erleben kann und die Liste der Aktivitäten ist praktisch endlos, vor allem, wenn man die besondere Natur dieser Gegend zu schätzen weiß und sie gerne näher kennen lernen möchte. Die raue und weite Landschaft eignet sich wunderbar für ausgedehnte Wanderungen, die insbesondere im Sommer und bei milden Temperaturen viel Spaß machen und bei denen man sehr viele schöne Dinge sehen kann. Die Sonne geht dann nicht unter und die ganze Landschaft erstrahlt dann in dem für die Region typischen Licht, dass viele auch von Skandinavien und Island kennen.

Etwas mehr Aufregung bringen Klettertouren durch die Eisberge und die Gletscher, wobei man sich hier auf fachkundige Führung verlassen sollte, um keine unnötigen Risiken einzugehen. Im Winter, in einigen Regionen aber auch das ganze Jahr über, ist Skifahren eine tolle Möglichkeit sich die Zeit zu vertreiben und dabei zugleich auch etwas mehr von der Landschaft zu sehen. Möchte man gerne einmal das Inlandeis sehen oder näher an einen Gletscher heran eignen sich Kajaktouren sehr gut, bei denen man sicherlich viel Spaß haben kann. Sind die Fjorde schneefrei kann man eine solche Fahrt aber auch mit einem normalen Schiff unternehmen und sich dabei direkt auch die Robben und Wale an der Küste anschauen, die dort in ihrem natürlichen Lebensraum besonders imposant sind. In Grönlands Gewässern leben zahlreiche dieser Meeressäuger, bekannt sind u.a. der Grönland-Wal, Minkwal, Narwal, Beluga, Buckelwal und Schwertwal. Walsafaris sind hoch im Kurs.

Noch mehr Abenteuer bietet während einer Grönland Reise ein Flug mit dem Hubschrauber über das Inlandeis, bei dem man die Landschaft noch einmal aus einer ganz anderen Perspektive sehen kann. Besonders beliebt ist Heliskiing, dass man in Maniitsoq, Uummannaq und Ostgrönland ausüben kann. Es wird je nach Region angeboten von Mitte März bis Anfang Juni, weil dann der Schnee ideal für die Ski und das Snowboard ist.

Besonders im Sommer sind auch Jagdausflüge möglich, bei denen man sein Geschick unter Beweis stellen kann und natürlich kommen auch solche Menschen auf ihre Kosten, die gerne angeln oder fischen gehen und dies gerne einmal in einer solchen arktischen Umgebung erleben wollen. Was bei einem Grönland Urlaub auch angeboten wird und eine Menge Spaß machen kann sind Touren mit dem Hundeschlitten, wobei es hier sowohl die Möglichkeit gibt, nur ein paar Stunden unterwegs zu sein, als auch Touren zu machen, die mehrere Tage dauern. Bei einer solchen Fahrt bekommt man ein ganz besonderes Bild vom Land und dem Leben der Menschen dort. Mindestens ebenso interessant sind auch die Touren zu den Herden der Moschusochsen, die auf Grönland leben und die man dort in freier Wildbahn erleben kann.

Nicht selten gibt es bei solchen Touren auch noch einige weitere Höhepunkte, die noch mehr Spaß in die Sache bringen. Wer gerne genau wissen möchte, wie die Einheimischen des Landes leben, der bekommt in einem der kleinen Dörfer die beste Möglichkeit sich das einmal aus der Nähe anzusehen, denn viele der Inuit leben noch genau so, wie ihre Tradition das verlangt und sind auch gerne bereit, einen Einblick in ihren Alltag zu gestatten.

 

Blaue Lagune Island

Die Bláa Lonið, auf Deutsch: Blaue Lagune (engl. Blue Lagoon) ist eines der bekanntesten und beliebtesten Sehenswürdigkeiten auf Island. Ähnlich wie die Plitvicer Seen in Kroatien ist sie ein Ort, an dem man auch nach seinem Urlaub gerne zurück denkt.
islaendische flagge
Flagge von Island

Viele nutzen auch einen Zwischenstopp auf Island auf ihrem Flug nach Boston oder New York zum Besuch der Blaue Lagune. Sie ist eine Lavasenke und mit zwei Dritteln Salzwasser und einem Drittel Süßwasser gefüllt. Weltweit bekannt, ist sie ein weltweit einmaliges Naturphänomen und verfügt über ein einzigartiges Ökosystem.

Die Blue Lagoon hat übrigens nichts mit dem Film Die Blaue Lagune (orig. The Blue Lagoon) mit Brooke Shields aus dem Jahre 1980 zu tun. Neben der Blauen Lagune auf Island gibt es weltweit noch viele andere Blaue Lagunen.

wasserfall island
Der Gullfoss ist der bekannteste Wasserfall Islands (c)

Die Blaue Lagune in Island wird heute als Thermalfreibad genutzt und liegt bei Grindavik nahe der isländischen Hauptstadt Reykjavik (und unweit des internationalen Flughafens Keflavik). Die Blaue Lagune ist umgeben von den für Island typischen Lavafeldern und schwarzen Sandstränden.

Blaue Lagune als Zwischenstopp

Aufgrund der Nähe zum internationalen Flughafen Keflavik, bietet sich die Blaue Lagune auch als Ausflugstation für Touristen auf Langstreckenflügen (Nordamerika – Europa) an, die auf Island nur einen Zwischenstopp machen. Die Blue Lagoon Iceland hat mehr als 100.000 Besucher jährlich und ist daher eines der meistbesuchten Ziele und Attraktionen Islands.
Neben der Blauen Lagune selbst, bieten sich dem Besucher verschiedene Attraktionen wie ein Wasserfall, den man als Massagemöglichkeit nutzen kann, Dampfbäder, eine Lavahöhle und eine Sauna. Die Blue Lagoon ist mit modernen Umkleide- und Duschräume ausgestattet. Dort wird übrigens auch das Blue Lagoon Duschgel und die Feuchtigkeitscreme von Blue Lagoon angeboten.
Duschen Sie vor und nach dem Besuch der Blue Lagoon und vergessen Sie nicht sich eine Maske aus dem Kieselerde Schlamm zu machen. Ihrer Haut wird das gut tun und Sie werden merken, dass sie sich nach dem Besuch der Lagune ganz anders anfühlen wird. In den Badepausen können Sie einen Imbiss zu sich nehmen oder den berühmten blauen Cocktail in der Blauen Lagune trinken. Bei sauberer und kühler isländischer Luft und hellem Sommerhimmel ein Erlebnis, dass Sie nie vergessen werden. Nutzen Sie auch, wo Sie schon mal da sind, die Blue Lagoon Massagen und Gesichts- und Körperanwendungen.
Natürlich ist Island klimatisch nicht so mild, wie z.B. Madeira. Aber auch dort gibt es herrliche Sommerabende und den Charme der langen Winternächte. Ein Tipp: Viele Urlauber kombinieren Island mit Grönland oder den Färöer-Inseln.

Entstehung der Blauen Lagune

Die Blaue Lagune liegt in Südwest-Island auf der Halbinsel Reykjanes, deren geologische Beschaffenheit hauptsächlich poröses Lavagestein darstellt. Durch dieses sickert Meerwasser hindurch und vermischt sich im Inneren der Erde mit riesigen Kesselansammlungen aus Frischwasser.

Die Blaue Lagune entstand als Nebenprodukt des seit 1976 betriebenen Geothermalkraftwerkes Svartsengi, wo Meerwasser in eine Tiefe von ca. 2 km gepumpt wird und mit einer Temperatur von 240 °C an die Oberfläche zurückkommt.

Dort dient es dann der Stromerzeugung und fließt in das umliegende Lavafeld ab. Es entstand nach einiger Zeit ein Salzwassersee im Lavafeld, der die typisch blau-weiße Farbe aufweist. Die blaue Farbe des Sees wird durch die Kieselsäure hervorgerufen. Kieselsäure hat die Eigenschaft vor allem blaue Strahlen der Sonne zu reflektieren.

Von der heilenden Wirkung des Wassers wurde erstmals von einem Werksangehörigen des Kraftwerks berichtet, der an Psoriasis (Schuppenflechte) litt. Er berichtete, durch wiederholtes Baden eine Besserung seines Leidens festgestellt zu haben. So kamen immer mehr Menschen auf den Gedanken, den See als Bademöglichkeit zu nutzen. Auf deren Initiative wurden zunächst Umkleidekabinen an der Lagune errichtet. 1986 wurde eine Kommission durch die isländische Regierung berufen, die die Nutzungsmöglichkeiten der Blauen Lagune prüfen sollte.

Sie lies Gutachten über die chemische Zusammensetzung, Biologie und medizinische Heilkraft des Lagunenwassers erstellen. 1987 wurden erste Ergebnisse einer Voruntersuchung in einer isländischen Ärztezeitschrift veröffentlicht. Durch die Ergebnisse bestärkt, entstand dann das offizielle Thermalbad.

Dort wird mittlerweile auch eigenes Thermalwasser aus der Erde gepumpt. Ólafur Ragnar Grímsson, seines Zeichens Präsident von Island, eröffnete am 15. Juli 1999 dann die neue Blaue Lagune. Entworfen wurde die gesamte Anlage von der Architektin Sigríður Sigþórsdóttir. Die Gebäude der Blauen Lagune bestehen aus ca. 60.000 – 70.000 Lavaplatten. Die Grundfläche des Gebäudes beträgt ca. 2.700 m².

 

Gesundheitsfördernde Wirkung der Blue Lagoon

Im Thermalbad der Blauen Lagune herrscht eine Wassertemperatur von ca. 37 – 39 °C, wobei im Bad je nach Stelle unterschiedliche Temperaturen herrschen können. Das Wasser enthält Kieselerde-Schlamm, Mineralsalze und blaugrünen Algen und erstreckt sich über 5.000 m².

Der Kieselerde-Schlamm reinigt die Haut und entfernt abgestorbenen Hautschuppen, die blaugrünen Algen geben der Haut Nährstoffe zurück und machen sie geschmeidig und die Mineralsalze wirken entspannend und ausgleichend. Somit ist das Baden in der Lagune nicht nur Spaß, sondern wirkt für den Körper revitalisierend und erfrischend. Die Wassertiefe in der Blauen Lagune beträgt je nach Stelle 90 – 140 cm.

Das Wasser der Blauen Lagune hat heilende Wirkung, lindert nachweislich Psoriasis (Schuppenflechte) und andere Hautkrankheiten. In der Blauen Lagune findet der Besucher auch Sauna, Massagen, Dampfbad und einen Restaurantbetrieb vor. Bekannt sind auch die Blue Lagoon Produkte, die auch in Deutschland erhältlich sind.

Die Blue Lagoon erhielt 1999 den Isländischen Umweltpreis. Die Blaue Lagune Island erfüllt die Standards der Blauen Flagge und erfüllt damit die europäischen Richtlinien für Naturbadeplätze. Im Frühjahr 2007 wird die Blue Lagoon umgestaltet. Die Lagune selbst wird um 50 % vergrößert. Auch der Restaurantbereich wird umgestaltet und bietet dann ein exklusives Ambiente für Konferenzen, Tagesbesucher und Incentive-Gruppen. Ebenfalls erweitert wird der Blue Lagoon-Shop mit den Hautpflegeprodukten und Souvenir-Artikeln.

Natürliche Bestandteile der Blauen Lagune Island

Alles begann damit, dass ein Werksmitarbeiter des Kraftwerks mehr oder weniger zufällig in der Blauen Lagune badete. Er litt an Psoriasis und stellte fest, dass nach mehrmaligem Baden sich sein Zustand deutlich verbesserte. Nach dem dies weitere Personen bestätigten, wurde das geothermale Meerwasser der Lagune näher erforscht.  Die Forschungen ergaben, dass das Wasser der Blue Lagoon sich positiv auf die unterschiedlichsten und empfindlichsten Hauttypen auswirkt. Insbesondere der Kieselerde-Schlamm, die blaugrünen Algen und Mineralsalze tun der Haut viel Gutes.

Die Dermatologische Poliklinik an der Blue Lagoon
Die Dermatologische Poliklinik begann am 01.01.1994 mit ihrer Arbeit. In Zusammenarbeit mit den Gesundheitsbehörden von Island betreibt die Blue Lagoon einen Gesundheitsdienst zur Behandlung von Psoriasis. Bei isländischen Patienten übernimmt die Sozialversicherung des Landes sogar die Behandlungskosten. Auch die Färöer und weite Teile von Dänemark bieten die Behandlung offiziell an.  Untersuchungen und Messungen anhand des PASI (Psoriasis Are and Severity Index) haben gezeigt, dass bereits nach der ersten Woche der Behandlung deutliche Verbesserungen das Krankheitsbildes eintraten. Auch international scheint sich das Projekt herumzusprechen. 1994 waren es noch 2.000 Behandlungen, während es 2003 bereits 6.000 Behandlungen waren. Es kommen Psoriasis-Patienten aus aller Herren Länder auf die Vulkaninsel.

Anwendungen

Vor- und nach den Anwendungen sollten Sie sich in der Blauen Lagune entspannen. Die Anwendungen finden unter freiem Himmel statt. s gibt verschiedene Anwendungen über Entschlackung, Cellulite-Behandlung, Gesichts-Spa, Meersalz-Peeling Salt Glow sowie nährende und entspannende Anwendungen mit Mineralsalzen und blaugrünen Algen.
Massagen: In der Blue Lagoon sind verschiedene Massagen mit unterschiedlichen Hautpflegeprodukten erhältlich. Über die Entspannungsmassage mit Blue-Lagoon-Balance-Massageöl (Minerale und Salze der Blauen Lagune sowie ätherische Öle), Schwangerschaftsmassage, Kieselerde-Massage (Blue Lagoon Kieselerde), Kieselerde-Massage für Füße oder Rücken (gegen Pickel und Mitesser) und sogar Massagen für Kinder (6-11 Lebensjahr).

Das Restaurant

Im Restaurant der Blauen Lagune gibt es sowohl etwas für den kleinen Hunger als auch großen. Die innovativen Menüs reichen vom leichten Imbiss bis zum feinen einheimischen oder internationalen Essen. Es gibt die Möglichkeit für Gruppenmenüs. Der spektakuläre Blick auf die Lagune ist inklusive. Im Blue-Lagoon Restaurant können sowohl Konferenzen als auch Empfänge und Galadinner gebucht werden. Ideal für größere Geburtstage, Hochzeiten oder andere Firmen- oder Familienfeste.

Besonders beliebt ist es für Jahresabschlussbälle von einheimischen Firmen. Es gibt daher auch die Möglichkeit der Dekoration in Firmenfarben oder dem Eingravieren des Firmenlogos in Eis. Sie sehen der Kreativität sind kaum Grenzen gesetzt. Der Vorteil vom Blue-Lagoon Konferenzzentrum ist, das die Teilnehmer hier Seminare und Erholung kombinieren können. Unweit vom internationalen Flughafen Reykjavik bietet das Konferenzzentrum für Firmen aus Reykjavik den Vorteil, dass nicht übernachtet werden muss. Internationale Firmen haben den Vorteil der Nähe von einigen Minuten zum internationalen Flughafen. Im Hightech-Konferenzzentrum finden 100 Teilnehmer Platz. Hier trifft spektakuläre Aussicht über die Blaue Lagune, skandinavisches Design und modernste Technik aufeinander. Sie finden hier ideale Tagungsbedingungen.
Event: Die Blaue Lagune bietet sich auch für Special-Events an. In den langen Mittsommernächten finden dort Auftritte isländischer Künstler statt. Auch Modenschauen und Musikfestivals sind angesagt. In der Mittsommernacht wird unter hellem Himmel bis nach Mitternacht gebadet. Für Mitteleuropäer ist es ein Gefühl, als sei man auf einem anderen Planeten. Konferenzzentrum Eldborg: Nahe der Blue Lagoon liegt das Konferenzzentrum Eldborg. Sie können hier das Tagen bei herrlicher Aussicht auf die Landschaft genießen. Jeder Raum verfügt über wandhohe Verglasung und ist mit moderner Technik ausgestattet.

Die Schlucht

800 m von der Blauen Lagune entfernt befindet sich in Eldborg, Gjáin (Die Schlucht), eine sehenswerte und interessante Ausstellung zur Geologie, Erdwärme und Nutzung der Naturkräfte. Mit moderner Technik, Videos, Karten Bildern etc. wird den Besuchern die Geologie der Erde und Islands näher gebracht. 18 Themen Displays beschäftigen sich mit der besonderen Lage Islands, den geothermalen Aktivitäten und der Nutzung der Erdkräfte. Mit einem Super-Soundsystem werden den Besuchern die Geräusche eines Erdbebens simuliert.

Flughafen Keflavik

Hier gibt es neben den typischen Produkten der Blauen Lagune im Bereich Hautpflege auch Spa-Anwendungen im Spa-Bereich des Shops. Auf geothermalen Meerwasser basierende Energie-Anwendungen für Hände und Füße sind in dem von der Design Group Italia (Mailand) entworfenen Shop erhältlich.
Das Design ist auffallend. Die Farben weiß und blau stehen für die saubere Energie Islands, außerdem ist eine Lavawand Teil des Designs.
Damit gibt es nun auch einen Shop mit Spa-Angebot, wie in vielen anderen internationalen Flughäfen schon üblich, auch am Flughafen Keflavik.

Island-Informationen:

Geografie

Island ist geologisch noch sehr jung und liegt auf dem Mittelatlantischen Rücken. Es ist das Ergebnis von einem überdurchschnittlichen Magmaustritt an dieser Schwachstelle der Erdkruste. Geologisch gesehen ist es geteilt zwischen den Erdteilen Europa und Amerika. Für gewöhnlich wird Island aber Europa zugeordnet.

Der Nordwesten (Westfjorde), sowie der Osten der Insel sind die geologisch ältesten Bereiche. Hier gibt es weniger Erdbeben, aber dennoch vulkanische Aktivitäten. Ganz anders ist die Situation an der Zone, welche die Kontinentalplatten trennt. Von Nordosten nach Südwesten liegt die vulkanisch aktivste Stelle. Hier gibt es verstärkte geologische Aktivität mit regelmäßigen Erdbeben und Vulkanausbrüchen. In Þingvellir, wo die Isländer 930 n. Chr. ihr erstes Parlament Althing gründeten (auch heute noch genannt Althingi) kann man sehr gut den Graben sehen, der sich durch Island verläuft und Europa von Amerika trennt.

nationalpark thingvellir auf island
Im Nationalpark Thingvellir (c)

11% der Landesfläche Islands ist noch vergletschert, wobei der Vatnajökull mit ca. 8.300 qkm der größte Gletscher der Insel ist. Neben ihm sind noch der Landjökull, sowie Hofs- und Myrdalsjökull von beträchtlichen Ausmaßen. Der höchste Berg Islands ist der Hvannadalshnúkur mit 2.119m. Er befindet sich im Vatnajökullgletscher. Der bekannteste Vulkan ist die Hekla (1.491m) im Südosten, die meist in jedem Jahrzehnt einmal ausbricht.

In der Hauptstadtregion gibt es viele heiße Quellen. Hier liegt auch der Namensgeber für alle Geysire, also für die regelmäßig aus der Erde spritzenden Wasserfontänen, bedingt durch vulkanische Aktivität. Der „Geysir“ selbst ist heute nur noch selten zu bewundern, dafür aber sein wenige Meter entfernter kleiner Bruder, der „Strokkur“.

strokkur
Der imposante Geysir “Strokkur” (c)

Da Island wie bereits erwähnt, geologisch noch in den Kinderschuhen steckt, gibt es wenig Rohstoffe. Dafür aber fast unerschöpfliche Ressourcen an Geothermalenergie und Wasserkraft. Bereits jetzt deckt die Wasserkraft fast 90% des isländischen Strombedarfs. Energie und Wasser sind als „billige“ Ressourcen ein Standortvorteil Islands. Islands Klima ist subpolar, kühl und an den Küsten maritim. Im Landesinnern kälter und kontinentaler. Durch den Einfluss des Golfstroms ist das Klima Islands für seine Breitenlage erstaunlich mild. Reykjavik hat z.B. eine mittlere Januartemperatur von ca. 0°C (zum Vergleich: Helsinki liegt deutlich südlicher und hat -6°C).

Die Niederschlagsmengen nehmen von Süden nach Norden hin ab. Im Süden liegt das Mittel bei ca. 1.000 mm/ Jahr im Norden bei 600 mm/ Jahr. Auf den Gletschern im Süden werden sogar Werte über 4.000 mm erreicht. Während Island zu Zeiten der ersten Besiedlung nach Schätzungen noch zu 2/3 mit Wald bedeckt war, sind es heute nur noch ca. 1%. Es handelt sich dabei hauptsächlich um lichte Birkenwähler und Krüppelkiefern. Insbesondere durch die Schafhaltung und der daraus folgenden Bodenerosion sind weite Teile heute Wüste. Weite Flächen sind jedoch zumindest mit Moosen und Flechten begrünt. 75% der Fläche sind jedoch vegetationslos (inkl. Gletscher, erkaltete Lavaströme, Sander, Hochgebirge). Islands Gewässer sind sehr fischreich. Auch die Vogelwelt ist sehr artenreich, am bekanntesten ist wohl der Papageitaucher (Lundi).

 

Islands Bevölkerung

Island hat ca. 320.000 Einwohner. Die bekanntesten Isländer sind sicherlich die Sängerin Björk, die heute in London lebt und Halldor Kiljan Laxness, der 1953 den Weltfriedenspreis und 1955 den Nobelpreis für Literatur erhielt.
Die Isländer sind überwiegend Nachkommen von Norwegern und Kelten. Der skandinavische Einfluss überwiegt. Er ist jedoch nicht so eindeutig wie in Norwegen oder Schweden, da es eben auch einige Einwanderer von den britischen Inseln gab.
Die Bevölkerung ist zu 85,5% evangelisch-lutherischen Glaubens. Nur knapp 2% der Isländer sind Katholiken. Die Amtssprache ist Isländisch (Íslenska). Es gibt keine Dialekte. Isländisch ist am ehesten verwandt mit der Sprache der Färöer, der kleinsten germanischen Sprache. Es ist weiterhin verwandt mit dem Norwegischen, Schwedischen und Dänischen.
Als die Nordmänner oder Wikinger aus Norwegen ab 874 n. Chr. Island besiedelten, sprachen die Einwanderer Altnordisch. Aufgrund der Isolation Islands ist das heutige Isländisch noch sehr verwandt mit dem Alt-Isländisch. In Gegensatz zu den anderen skandinavischen Sprachen unterlag das Isländische kaum anderen Spracheinflüssen. Selbst heute noch legen die Isländer wert darauf möglichst wenig Fremdwörter einzuführen. Vielmehr wird versucht, die Innovation zu umschreiben. „Batterie“ heißt auf Isländisch z.B. „rafgeymir“, was übersetzt „Bernsteinbehälter“ bedeutet.
Die Bevölkerung ist trotzdem sehr international orientiert und gut ausgebildet in Fremdsprachen. Die meist verbreiteten Fremdsprachen sind Englisch und Dänisch, vereinzelt auch Deutsch.
Die Gesundheitsvorsorge ist hervorragend und die Umwelt sauber, so dass die Lebenserwartung ebenfalls höher als in Deutschland liegt. In Island werden Männer im Schnitt 77 Jahre, Frauen sogar 81 Jahre. Der Isländer hat bei der Geburt eine Lebenserwartung von 80,9 Jahren und damit die höchste weltweit, nach Japan und China.
Die Bevölkerung Islands nimmt jährlich um 1% zu, was für europäische Verhältnisse außerordentlich viel ist. Dies liegt insbesondere an der traditionell familienfreundlichen Politik. Es gibt z.B. sowohl für Mütter als auch Väter flexible Möglichkeiten von Arbeitszeitmodellen und staatlichen Förderungen. Die Verstädterung ist mit 92% mittlerweile allerdings recht hoch, was auch daran liegt, dass alleine fast 2/3 der Bevölkerung (ca. 190.000 Menschen) im Großraum Reykjavik leben. Diese Entwicklung ist erst nach dem Zweiten Weltkrieg eingetreten, denn damals lebten noch 80% der Menschen auf dem Land. Besonders die besseren Beschäftigungsmöglichkeiten des Großraums Reykjavik und der Rückgang von Landwirtschaft und Fischerei haben hierzu geführt. Island ist mit 3 Einwohnern je qkm, neben Kanada und nach Namibia und der Mongolei (mit je 2 Einwohner/ qkm) das am dünnsten besiedelte Land der Erde.

Reisen nach Island

Viele Menschen wissen von Island nur, dass es dort viel regnet, kalt ist und vulkanische Aktivität gibt. Die Insel schickt ihre Island-Tiefs gerne nach Mitteleuropa und sorgt dort ebenfalls für Regen. Der ein oder andere hat schon einmal den Begriff Geysir gehört und politisch Interessierte können sich eventuell noch an den Gipfel zwischen Reagan und Gorbatschow 1986 in Reykjavik erinnern. Die treuen Islandpferde sind auch noch recht bekannt, aber dann hört es langsam auf mit dem Islandwissen.
Dabei hat die relativ isolierte Insel im Nordatlantik viel zu bieten: Auf der gerade einmal 25 Millionen Jahren jungen Insel, die immer noch erdgeschichtlich in den Kinderschuhen steckt, kann man Eis und Feuer erleben und hat einen westlich-komfortablen Lebensstil. Island ist allerdings kein Billigreiseland. Viele Dinge sind deutlich teurer als in den meisten anderen Industrieländern. Dies hängt hauptsächlich damit zusammen, dass Island auf dem Weltmarkt nur kleine Mengen abkaufen kann. Selbst sonst als teuer geltende Länder wie Norwegen und die Schweiz sind billiger.
Als beste Reisezeit gilt allgemein Juni bis Anfang September. Ende Juni bis Anfang Juli ist die Midsommerphase, in der die Sonne im ganzen Land so gut wie nicht untergeht. Was sollte man oder muss man in Island denn gesehen haben? Die Region die von den meisten Besuchern besucht wird ist zweifellos der Südwesten.

Islands Südwesten

Reykjavik: Die nördlichste Hauptstadt der Welt, Reykjavik ist auf jeden Fall eine Reise wert. Sie ist klimatisch wesentlich angenehmer, als man zunächst vermuten möchte. Durch den Einfluss des Golfstroms zeigt das Thermometer im Sommer oft deutlich über 20 °C. Zur Zeit des Midsommers ist die Innenstadt gut flequentiert und die Menschen sitzen in den Restaurants und Straßencafés. Dann kommt fast schon südländisches Flair auf. Das Wahrzeichen die Hallgrimkirkja (Hallgrimkirche).
Sie fasst 1200 Sitzplätze und damit das größte Gotteshaus Islands.  Vor der Kirche steht die Statue von Leif Eriksson dem Entdecker Amerikas. Das Monument ist ein Geschenk der USA. Ebenfalls sollte man Perlan, die Glasskuppel mit Aussichtsplattform und Luxusrestaurant gesehen haben. Reizvoll ist auch das Nationalmuseum, dass einen guten Überblick über Islands Geschichte liefert. Einen Spaziergang um den Stadtsee, den Tjörnin sollte man auch machen. Auch im Winter bietet die Stadt ihre Reize, besonders im kulturellen Bereich. Reykjavik vorgelagert ist die Insel Viðey, die mit der Fähre erreicht werden kann und die als Wandergebiet genutzt wird. Aus der Insel befindet sich ein Gutshaus, dass von der Stadt Reykjavik u.a. für Konferenzen betrieben wird.
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Die mittlerweile typischen Lupinen auf Island (c)
Golden Circle: Als Golden Circle (Goldener Kreis) wird das im Südwesten gelegene, kartografisch kreisförmig angeordnete Sehenswürdigkeitengebiet mit Großem Geysir, Gullfoss und Thingvellir bezeichnet. Diese drei Highlights sind natürlich Pflicht für jeden Islandbesucher. Der Große Geysir gab allen Springquellen der Welt den Namen. Er war zwischenzeitlich nicht mehr aktiv und bricht heute zwar wieder aus, aber selten. Aktiver ist dagegen sein kleiner Bruder, der Strokkur, der etwa alle 5 – 10 Minuten ausbricht und mit blubbernder Vorankündigung Heiß-Wasser-Fontänen spritzt.
Thingvellir, wo 930 das Alting (Parlament) zum ersten Mal tagte ist heute das Nationalheiligtum des Land liegt.
Es ist Nationalpark und nebenbei kann man auch sehr schön zwischen Wasserfällen und Lavaformationen und Blick auf den Thingvellirvatn (See) dort wandern. Hier kann man genau dort wandern, wo die amerikanische und europäische Platte jährlich etwa 2cm auseinanderdriften. Der Gullfoss gilt als schönster und imposantester Wasserfall Islands. Er wird gespeist von dem Gletscherfluss Hvita, der dort vom Langjökull Wassermassen mit sich führt. Bei schönem Wetter sind dort interessante Regenbogen zu beobachten. Die Schlucht ist insgesamt 2,5 km lang und 75 m tief.Dem Snaefellsjökull auf der Halbinsel Snaefellsness sagt man überirdische Kräfte nach. Von hier ließ Jules Vernes seine Reise zum Mittelpunkt der Erde starten.
Westmänner-Inseln bestehen aus 14 Inseln, 30 Schären und 30 Felsen. Heimaey, die bekannteste Insel der Westmänner-Inseln und der gleichnamige Ort (ca. 4.000 Einwohner) ist mit dem Flugzeug oder per Fähre zu erreichen. 15% aller Fischfänge werden hier an Land gebracht und damit ist sie der  wichtigste Hafen des Landes. Heimaey zählt durch den Fischreichtum zu den reichsten Gemeinden Islands. Für Ornithologen (Vogelkundler) ist die Insel ebenfalls interessant, wegen den Brutkolonien der Papageitaucher. Am ersten Wochenende im August wird hier das Nationalfest gefeiert, gesungen und getanzt. Dann kommen auch viele Festland-Isländer und Touristen mit zum feiern.  Kap Dyrhólaey: In der Nähe von Vik am südlichsten Punkt der Hauptinsel. Auch hier befinden sich einige Nistplätze von Seevögeln. Der schwarze Lavastrand gilt als einer der schönsten Strände der Welt. Skogar + Skogarfoss: Heimatmuseum mit über 6000 Ausstellungsstücken und Häusern aus verschiedenen Epochen.
Der Skogafoss ist besonders interessant, weil ein Weg dem Wasserlauf führt. Man sieht ihn also aus mehreren Perspektiven. Hekla: bekanntester Vulkan der Insel. Sie ist 1491 m hoch und galt früher als das Tor zur Hölle. Sie ist mindestens 6.600 Jahre alt und Teil einer 40 Km langen Vulkanspalte. Der Vulkan besteht aus 5 verschiedenen Kratern und ist eine Mischform zwischen Schild- und Stratovulkan, wobei die Tendenz in letzter Zeit zu Letzerem geht. Die letzten Ausbrüche waren 1947, 1970, 1980/81, und 1991. Vermutlich war die Erstbesteigung 1750 von Eggert Olafsson und Bjarni Palsson. Über die Nord- oder Nordwestflanke ist die Besteigung am einfachsten. Der Aufstieg fängt ab der Piste Landmannaleið westlich von Nýjahraun beim Krater Rauðaskál an und ist ca. 14 km lang. Vik i Myrdal ist der südlichste Ort Islands und hat ca. 300 Einwohner. Er ist einer der wenigen Küstenorte, die keine Hafen haben. Nach Reykjavik sind es bereits 187 km Entfernung.
Der Ort ist für die Region um den Myrdalsjökull ein wichtiges Versorgungs- und Dienstleistungszentrum. Der Ort hat ein Schimmbad, eine Wollfabrik, einen Campingplatz und eine Jugendherberge. Die Niederschläge in der Region sind relativ hoch. Vik ist bekannt für seinen Schwarzen Strand, der 1991 zu einem der 10. weltweit schönsten Strände gewählt wurde. Das Meer vor dem schwarzen Lavastrand ist meist aufgewühlt und rau. Es gibt dort auch ein Denkmal für verunglückte Fischer und Seeleute. Es gibt drei Felsnadeln im Wasser, die Reynisdrangar, die heißen „Skessudrangur“, „Laddrangur“ und „Langhamar“. Diese sollen nach der Legende versteinerte Trolle sein. Der nahe gelegene Reynisfjall ein Paradies für Vogelfreunde. Dort trifft man im Sommer auch Papageitaucher und Eissturmvögel an. Von der Klippe (120 m hoch) hat man eine schöne Aussicht ins Umland. Die Halbinsel Kap Dyrholaey ist 20 km entfernt und bietet ebenfalls eine schöne Aussicht auf die Küste.

Islands Norden

Akureyri im Norden und mit 18.000 Einwohnern viertgrößte Stadt Islands und ist die Hauptstadt des Nordens. Sie war traditionelle die zweitgrößte Stadt Islands, ist jedoch mittlerweile von den Trabantenstädten Reykjaviks, Hafnarfjördur und Kopavogur, überholt worden. Wirtschaftlich und kulturell ist es aber immer noch nach Reykjavik die wichtigste Stadt Islands.
akureyri nordisland
Akureyri ist das Zentrum Nordislands und ist recht grün (c)
Der Norden ist durch Fjorde gekennzeichnet. Akureyri liegt an dem Eyjafjörður und ist 100km vom Polarkreis entfernt. Es ist ein Landwirtschaftszentrum Islands. Besonders sehenswert ist die Eiskathedrale, der Botanische Garten und das Museum des Schriftstellers Jon Sveinsson. Akureyri bietet zahlreiche Freizeitmöglichkeiten wie Wandern im Sommer oder Ausfüge zum Myvatn und Godafoss. Selbst im Sommer sind die Berge um die Stadt mit Eis bedeckt und es entsteht ein besonderes Flair. Vor den Toren der Stadt kann man auch ganzjährig das Weihnachtshaus besuchen. Akureyri ist dem nördlichsten 18 Loch-Golfplatz der Welt, Austragungsort der Arctic Open.
Der Myvatn ist der viertgrößte See des Landes und hat eine maximale Tiefe von nur 4 Metern. Dadurch erwärmt sich das Wasser des Sees im Sommer auf 24 °C, wodurch das Algenwachstum gefördert wird. Dort können die Mücken ihre Eier wunderbar ablegen und die Mücken locken wiederum viele Enten und Gänse an. Die Anzahl der Mücken ist beängstigend und man sollte entweder ein Mückennetz oder Nelkenöl dabei haben. Die meisten Mücken sind allerdings Zuckmücken und stechen nicht. Bekannt sind insbesondere die Lavaformationen, die recht mystisch anmuten.
Einige Kilometer entfernt liegt die Vulkanzone um den Vulkan Krafla. Dort ist die Erdkruste lediglich ca. 3km dick. Nördlich vom Myvatn liegt die Hafenstadt Husavik, wo früher Schwefel und heute noch Kieselgur vom Myvatn exportiert wird. Husavik heißt übersetzt Häuserbucht und sehenswert ist der Hafen, die Kirche und das Heimatmuseum. Außerdem werden dort im Sommer Whalewatching angeboten.
Die „Trefferquote“ gilt in der Region besonders hoch (angeblich 99%). Der wasserreichste Wasserfall Europas ist der Dettifoss. Er ist in Kombination von Breit, Fallhöhe und Volumenfluss der energiereichste Fluss Europas. Die Wassermassen setzen im Durchschnitt eine Leistung von 85 Megawatt um. Sie ergießen sich auf um die 100 m Breite 45 m in die Tiefe. Der Dettifoss liegt nördlich vom Myvatn in der Schotterwüste. Er wird gespeist durch den Gletscherfluss Jökulsá, der den Schlamm des Vatnajökull mit sich führt. Daher ist der Dettifoss nicht sehr klar, sondern dreckig-braun.
Einige hundert Meter flussabwärts folgt dem Dettifoss der Hafragilsfoss. Danach strömt der Fluss den Jökulsargljufur-Nationalpark an der Asbyrgi-Schlucht vorbei. Oberhalb des Dettifoss liegt der Selfoss. Nur einen kurzen Fußmarsch von 1,4 km am Flussbett entlang durch das Hochland und man sieht ihn vor sich. Der Selfoss stürzt zwar nur 10 m in die Tiefe ist jedoch auch sehr breit und erhält dadurch eine ganz anderen Eindruck als der Dettifoss. Besonders die geografische Nähe dieser beiden doch sehr verschiedenen Wasserfälle beeindruckt.
Im Jökulsargljufur-Nationalpark ist die hufeisenförmige Schlucht Asbyrgi zu finden. Sie war einst das Flußbett der Jökulsa a Fjöllum. Mittlerweile ist das Flußbett weiter östlich zu finden. Nach der isländischen Mythologie soll die Schlucht durch einen Hufabdruck von Sleipnir (Odins achtbeiniges Pferd) entstanden sein. Geologisch gesehen ist die ungewöhnliche Form jedoch durch drei besonders starke Gletscherläufe entstanden. Nach der 3,5 km langen Schlucht findet sich auch ein kleiner See der von Enten bevölkert ist. Gespeist wird er von einem Rinnsal, der von der Steinwand Asbyrigs tropft und ein Überbleibsel des alten Flusslaufs ist. Die Atmosphäre in der Schlucht ist unbeschreiblich und mystisch.
Untypisch für Island ist auch die Bewaldung der Schlucht mit einem Birkenwald, dessen Bäume teilweise 3 m hoch sind. Dies macht die Schlucht auch zu einem Reiseziel für Isländer. Es gibt in der Nähe zwei Campingplätze und eine Tankstelle mit kleinem Supermarkt und Fast-Food. Dort trifft man manchmal auch Deutsche, die dort in den Ferien aushelfen. Es existiert außerdem ein interessantes Echo in der Schlucht.

Islands Südosten

Der Skaftafell Nationalpark mit verhältnismäßig mildem Klima bietet auf 1.700 qkm Größe interessante Wandermöglichkeiten um den Gletscher Oraefajökull und zum Wasserfall Svartifoss. Er wurde 1967 gegründet und ist durch Gletschererosion und Wasser geformt worden. Für Island hat der Park eine üppige Vegetation. Auf den Berghängen findet man Birken und Ebereschen vor. Vor Ort gibt es einen Campingplatz mit Besucherzentrum. Island besitzt noch einige Gletscher. Am bekanntesten ist der drittgrößte Plateaugletscher der Erde, nämlich der Vatnajökull (8.300 km) der nur noch von der Eisdecke Grönlands und der Antarktis übertroffen wird. Er ist mehr als 3 mal so groß wie Luxemburg. Die Eisschicht ist bis zu 1 km mächtig und einige der aktivsten Vulkane Islands liegen darunter. Diese Phänomene haben Island zurecht den Spitznamen „Insel von Feuer und Eis“ gegeben.

Der letzte große Geltscherlauf fand 1996 statt und zerstörte einige Brücken, Telefon- und Stromleitungen und verursachte damit ca. 10 – 15 Mio. US$ Schaden. Sie entstehen durch Vulkane unterhalb der Gletscheroberfläche die ausbrechen, große Schmelzwasserseen produzieren die dann Flutartig ausbrechen.Im Süden des Vatnajökull liegt mit 2.119 m der höchste Punkt Island (Vulkan Hvannadalshnjúkur).

Am 1. November fand ein kleiner Ausbruch statt, wobei die Region nicht evakuiert werden musste. In Finnland waren bereits am 3.November Aschepartikel des Ausbruchs nachweisbar. Verschiedene Anbieter bieten Gletscherüberquerungen und Gletschertouren an. Da der Vatnajökull auch im Rahmen der Klimaveränderungen schmilzt sollte man ihn sich auf jeden Fall bei seinem Islandbesuch ansehen. Der Jökullsarlon ist ein Gletschersee und befindet sich direkt an der Ringstraße. Durch den Rückzug des Gletschers ist dieser See entstanden, der bis zu 200 m Tiefe erreicht. Zu allen Jahreszeiten treiben dort Eisberge und das Wasser hat eine Temperatur von ca. 2°C. Hier kann man auch im Sommer eine Bootsfahrt machen oder man wandert am See entlang.

 

Islands Westfjorde

Die Westfjorde sind tief zerfurcht von Fjorden und Buchten und ragen wie die Finger einer Hand ins Meer. Sie sind mit dem Rest der Insel nur durch eine schmale Landbrücke verbunden. Sie umfassen etwa 10 % der Fläche Islands, allerdings rund 30 % der Küstenlinie. Fahrten durch die Westfjorde sind nicht immer bequem und führen über Pässe und Höhen, vorbei an Waldgebieten und abwechslungsreicher Küstenlandschaften. Hinter jeder Kurve wartet ein neues Bild. Weiße Sandstrände, die Fjorde und bizarre Felsklippen prägen die Westfjorde. Die weichen Züge der Landschaft werden Richtung Norden rauer. Dort sind steil ins Meer abfallende Tafelberge (300 – 500m) typisch. Ísafjörður ist Wirtschafts- und Verwaltungszentrum der Westfjorde und hat ca. 4.200 Einwohner. Seefahrtmuseum Neðstakaupstað. Ísafjörður ist Skizentrum im Winter. Kunstgalerie Slunkariki. Betonkirche Ísafjarðarkirkja. Leuchtturm Arnarnesviti. Der Dynjandi Wasserfall im Fjord Arnafjörður gilt als der attraktivste und ansehnlichste. Der Dynjandi stürzt ca. 100m in die Tiefe und wird nach unten hin breiter.  Der Name bedeutet „dröhnen“, was das hinunter fallende Wasser beschreibt.
Große Seen gibt es in diesem Landstrich Islands nicht, jedoch viele mit Lachsen und Forellen bevölkerte kleiner Lagune und Flüsse. Mit nur 7.500 Einwohnern haben die Westfjorde mal gerade gut 3 % Anteil an der Gesamtbevölkerung Islands. Das war nicht immer so: Noch im Jahre 1900 lebten in den Westfjorden 16 % der Isländer. Hauptsächlich durch die schlechte Infrastruktur und Lawinenunglück sind die Menschen in die Hauptstadtregion abgewandert. Auch die wirtschaftlichen Verhältnisse der Bauernhöfe waren schlechter geworden und viele gaben ihren Hof auf. Auch der Walfang wird nicht mehr praktiziert. Dennoch sind die Westfjorde touristisch gesehen sehr reizvoll. Der Tourismus wird zur Zeit auch ausgebaut und die Infrastruktur verbessert. Es werden Straßen geteert und Brücken über die Fjorde gebaut. Mit 9 km ist der Tunnel zwischen Isafjördur und seinen Nachbargemeinden der längste Islands. Im Winter werden die Hauptverkehrsstraßen regelmäßig geräumt. Die Westfjorde sind geologisch der älteste Teil Islands. Hier sind die wenigsten Erdbeben, aber dennoch mit heißen Quellen und Erdwärme. Diese werden zur Fischaufzucht, aber auch zum Betrieb vom Schwimmbädern und heizen genutzt. Wie auch im übrigen Island waren die Gletscher an der Form der Landschaft maßgeblich.
Berühmt sind auch die flachen und fruchtbaren Inseln: Æðey und Vigur im Fjord Ísafjarðardjúp und Grímsey im Fjord Steingrímsfjörður. Dort niesten Millionen von Vögeln. In der Bucht Breiðafjörður sind tausenden Inseln und Schären verstreut. Die bekanntesten Inseln sind jedoch Flatey (bekannt durch den Krimi „Das Rätsel von Flatey und das Flateyjarbók), Hergilsey, Hvallátur und die Inselgruppen Svefneyjar und Skáleyjar. Der Drangajökull thront noch heute als Plateaugletscher über den nördlichen Westfjorden. Seit dem abtauen der Gletscherkappe der Glama-Hochebene ist er der einzige Gletscher der Westfjorde. Selbst im Sommer reichen noch die Schneefelder des Drangajökull ins Meer hinab. Diesen „Strand der schneebedecken Hänge“ nennen die Isländer „Snæfjallaströnd“. Die Vegetation der Westfjorde ist überraschend üppig. Es wachsen einige endemische Pflanzen, bedingt durch die abwechslungsreiche Landschaften, wenig Landwirtschaft und die lange Schneedecke.
Man findet dichte Bestände von Ebereschen und Krüppelbirken. Auch gibt es reiche Bestände an Blaubeeren, sowie Farne und Schwedischer Hartriegel. Auch natürlich Isländisch Moos und verschiedene Flechten. In den Niederungen sind Moore und Feuchtgebiete anzutreffen. In den Höhenlagen blüht der Arktische Mohn.
Bekannteste Naturschutzgebiete sind Hornstrandir und Vatnsfjörður. Die Insel Hrísey in der Gemeinde Reykhólahreppur und der Osten von Flatey in derBreiðafjörður-Bucht sowie die Flora und Fauna aller Breiðafjörður-Inseln stehen unter Schutz unter Schutz. Hornstrandir umfaßt den gesamten Norden der Westfjorde-Halbinsel. Geprägt von schroff abfallenden Bergmassiven an der Küste sowie schmale Buchten und Täler am Ende der Fjorde ist es ein besonderes Naturerlebnis. Es finden sich Fossilien die Erdgeschichte bezeugen. Hier finden sich viele Vogelkolonien mit Trottellummen, Wat- und Sumpfvögeln.
Auch der Polarfuchs lebt hier, das einzige heimische Säugetier Islands. Sie sind vermutlich in der Eiszeit eingewandert und stehen unter Schutz. Hornstrandir war früher relativ dicht besiedelt. Die Menschen nutzten die Vögel sowie deren Eier, Seehunde und Treibholz zum Überleben. Seit ca. 50 Jahren ist die Region aber verlassen. Die Überreste manchen Bauernhöfe erzählen dem Besucher die lebendigere Vergangenheit. Im Sommer werden Bootsfahrten nach Hornstradir angeboten, wobei Besucher die Ausrüstung und Nahrung wegen der schlechten Infrastruktur mitbringen müssen. Hornstradir wird durch das staatliche Amt für Naturschutz un der Polizei von Ísafjörður kontrolliert. In den Naturschutzgebieten Vatnsfjörður, Flatey und Hrísey wird ebenfalls dem Naturliebhaber viel geboten. In Vatnsfjörður findet man den größten Bestand wildwachsender Ebereschen auf Island. Auf den Berghängen findet man Beeren und im Fluß, der den See Vatnsdalsvatn mit dem Meer verbindet, Lachse und Forellen. Das Schwemmland im Fjord lockt Sumpf- und Watvögel, sowie Stern- und Eistaucher, Seeadler und Kragenenten.
Im Osten von Flatey sind ebenfalls Vogelschutzgebiete vorhanden. Hrísey ist sehr vegetationsreich. Für Vogelkundler (Ornithologen) sind in den Westfjorden Látrabjarg und die Gegend des Isafjarðardjúp interessant. Die bis zu 400m Meter hohe Steilküste Latrabjark ist im Frühsommer Treffpunkt von Vogelkundlern. Hier kann man massenweise Papageitaucher, Möwen, Lummen und Eissturmvögel beobachten. Von hier aus sind es ca. 300 km bis nach Grönland, es ist der westlichste Punkt Europas. Auch Reykhólar, die Breiðafjörður-Inseln, und der Fjord Steingrímsfjörður in der Region Strandir sollten sie besuchen. U.a. findet man Eiderenten, Papageitaucher, Krabbentaucher, Alken, Eissturmvögel und Dreizehenmöwen in den Westfjorden. Die Westfjorde gelten auch als Wintersportparadies. In der Zeit von März bis Mitte Mai werden die Nächte wieder länger und die Winterstürme lassen nach. Außerdem werden die Tage wieder länger.
Ísafjörður gilt als attraktivstes Skizentrum. Nahe dem Ortszentrum liegt das moderne Skigebiet mit drei neuen Skiliften und ausgedehnten Langlauf-Loipen. Es liegt in den landschaftlich schönen Tälern Tungudalur und Seljalandsdalur und hat verschieden Schwierigkeitsgrade und Flutlichtanlagen. Vor Ort gibt es u.a. Skiverleih, Restaurant, Aprés-Ski-Programm und ein Übungsgebiet für Kinder. Ostern findet seit 1935 die Skiwoche von Ísafjörður statt. Es finden Skiwettkämpfe, Tanzveranstaltungen, Schneemänner-Bauen, Jazzabende, Theataufführungen und Kochveranstaltungen statt. Weiterhin werden Skitouren in die Berge mit Einheimischen (gute Kondition und Erfahrung erforderlich), Jeeptouren und Eisangeln angeboten. Im März findet ein Langlaufwettbewerb in Stradir statt (Halbmarathon Strandaganga). Weitere Möglichkeiten in den Westfjorden sind: Reittouren mit Islandpferden rund um den Gletscher Drangajökull. Beuschen Sie das Schwimmbecken in Reykjanes im „Ìsafjardadjúp“ und Krossnes-Schwimmbad in der Gemeinde Árneshreppur.

 

Islands Hochland

Das Hochland ist eine raue Wüstenlandschaft, aber auch empfindsam.  Wenn man das Hochland besucht, sollte man sich auf jeden Fall vorsichtig verhalten. Zunächst sollte man auf jeden Fall einen stabilen Geländewagen haben, da die Strassen teilweise in einem katastrophalen Zustand sind.
landmannalaugar auf island
Für Wanderer und Geologen interessant: Landmannalaugar (c)
Die Wettervorhersage sollten Sie ebenfalls beachten. Im Hochland selber sollte der Tourist ebenfalls einige Grundregeln beachten, die eigentlich selbstverständlich sein sollten, wie z.B. kein offenes Feuer, die Landschaft nicht zu verschmutzen und sie so wieder zu verlassen wie er sie vorgefunden hat. Im Hochland gibt es einige sehenswerte Stellen.
Eine der berühmtesten ist sicher Landmannalaugar, was übersetzt „Warme Quellen der Leute vom Land“ heißt. Nicht nur für Geologen ist dieses Gebiet reizvoll, kann man doch hier wandern, in warmen Flüssen baden und die unendliche Weite genießen.

Schweden-Urlaub

Schweden ist ein Land in Skandinavien (Nordeuropa), Urlaub in Schweden ist bei Naturfreunden schon seit Jahrzehnten im Trend. Mit ca. 450.300 qkm ist es das größte der Nordischen Länder und eines der flächenmäßig größten ganz Europas. Nachbarländer sind Norwegen und Finnland. Schweden ist weltweit für viele Dinge bekannt: Astrid Lindgren, die mit ihren romatischen Kindergeschichten (Pippi Langstrumpf, Michel aus Lönneberga etc.) einer der größten Werbeträger ist, hat die Landschaften des Landes und insbesondere der Provinz Småland bekannt gemacht.

schwedische flagge
Flagge von Schweden

Auch IKEA, der Möbelhersteller und Volvo, der Rustikale automobilhersteller sind Markenzeichen aus dem Land der Wälder, Seen und Elche. Bis auf die Städte ist Schweden dünn besiedelt, es gibt hier reichlich Platz für Natur, die den Schweden und alljährlich etlichen Urlaubern aus Europa ans Herz gewachsen ist. Die Amtssprache im Land ist Schwedisch, eine nordgermanische Sprache. Regionale Sprachen sind außerdem Finnisch, Samisch und Meänkieli.

Für seine relativ geringe Einwohnerzahl haben es die Schweden weit gebracht. In vielen Bereich hat das Land Erfolge aufzuweisen. Der Staat ist modern und die Infrastruktur gut. Auch wenn der schwedische Wohlfahrt- und Sozialstaat modernisiert und vielfach gekürzt wurde, gilt das Land, dass als parlamentairsche Monarchie regiert wird, immer noch als Vorzeigeland.

fotos schweden mit flagge

Die Monarchie ist beliebt im Land und die königliche Familie engagiert sich in vielerlei Hinsicht für die schwedische Gesellschaft. Sie lebt meist auf Schloss Drottningholm (Weltkulturerbe der UNESCO) in der Nähe der Hauptstadt Stockholm. Die Stadt gilt als eine der schönsten Hauptstädte der Erde. Zwischen Mälarensee und Ostsee breitet sich eine grüne Stadt aus, die von Wasserfläche, Brücken und Inseln geprägt ist. Es bietetn sich von hier aus auch Ausflüge in den Schärengarten an.

Sehenswürdigkeiten hat Stockholm viele, u.a. sollte man das Wasa-Museum (mit dem imposanten gleichnamigen Schiff), das Königliche Schloß mit schwedischer Version des Wachwechsels, das Nordische Musem auf der Insel Djurgården sowie das Freilichtmuseum Skansen sowie den Reichstag und das Rathaus. besuchen. Die Gamla Stan (Altstadt) auf Stadtholmen ist noch gut erhalten. Die Storkyrkan ist der dom von Stockholm, interessante ist auch die Tyska Kyrkan (deutsche Kirche). Fun kommt auf im Vergnügungspark Gröna Lund.

Neben Stockholm hat Schweden aber auch andere sehenswerte Städte wie Göteborg oder Malmö zu hieten. Viele Reisende zieht es auch an den Polarkreis Richtung Kiruna, der Stadt des Eisenerzbergbaus in Lappland. Beliebt sind auch Urlaube im Ferienhaus an einem See oder Wald. Egal wo man im Land Urlaub macht, man ist nie weit weg zur Ruhe und Natur. In den letzten Jahren wurde das Land auch durch seine Krimis wie Kommissar Wallander oder Kommissar Beck sowie andere bekannt. Ystad ist der Heimatort von Kurt Wallander und viele Krimifans besuchen die Stätten des Ortes und seiner Umgebung in Schonen.

Auch die Weihnachtszeit und natürlich Mittsommer sind besondere Feste der Einheimischen, die man erlebt haben sollte und Reisen nach Schweden immer aufwerten. Die Schweden sind bekannt für fröhliche, lockere und ausgelassene Feste. Ebenfalls sehenswert sind die langen Sandstrände der Ostsee und die Ostseeinsel Gotland mit der Haupstadt Visby, wo man noch viele mittelalterliche Bauten findet (Weltkulturerbe der UNESCO).

Ein Ferienhaus in Schweden zu mieten ist eine beliebte Urlaubsvariante um das vielbesuchte skandinavische Land kennenzulernen. Schweden bietet unglaublich viele Facetten für den Urlaub, denn nur wenige Reiseländer sind so vielseitig. Zwischen den Fjorden Norwegens und den Seen Finnlands bietet Schweden eine gelungene Kombinationen aus Wäldern, Seen, Felsküsten, Sandstränden, Schären und Gebirge. Das langgezogene Land reicht dabei von der Provinz Schonen im Süden bis weit hoch nach Lappland weit über den Polarkreis in den Norden hinaus.

Als fünftgrößtes Land Europas hat es reichlich viel Platz, zumal es mit gerade einmal knapp 9,5 Millionen Einwohnern sehr dünn besiedelt ist. Wenn man dazu bedenkt, dass die meisten Menschen in Südschweden wohnen, stellt man schnell fest, dass der Norden fast menschenleer ist. Viel Raum also für Natur und Wald mit Elchen, Luchsen, Bibern und sogar Bären. Beeindruckend sind die manchmal schon endlos wirkenden Nadelwälder und die riesigen Seen wie etwa der Vänernsee (kurz auch gerne nur “Vänern” genannt), der immerhin doppelt so groß wie das Saarland ist und sich damit der drittgrößte See Europas nennen darf.

Wald, Seen, Flüsse und Küste: Schweden bietet Natur pur.

Das mediterran anmutende Gotland mit der alten Hansestadt Visby und den vielen mittelalterlichen Bauten zählt zum Weltkulturerbe der UNESCO. Hier auf Gotland sind besonders viele Sonnenstunden zu verzeichnen und wer sich fragt, warum in Pippi Langstrumpf-Filmen immer die Sonne scheint, sollte sich einmal nach dem Drehort erkundigen. Für die Schweden ist Gotland ein Stück Heimat, aber auch so etwas wie mediterrane Exotik und viele ausländische Touristen wähnen sich hier ebenfalls manchmal wie am Mittelmeer.

In dem milden Klima und den schönen Stränden läßt sich eine Unterkunft oder ein Ferienhaus finden (wobei man dieses weit im voraus buchen sollte, denn die Insel ist im Sommer durch den Inlandtourismus stark frequentiert). Wer nicht ganz so weit hinaus auf die Ostsee will, kann aber auch die Insel Öland besuchen. Öland liegt etwas näher am Festland und hat ebenfalls eine bezaubernde Landschaft und gute Bademöglichkeiten. Natürlich kann man auch an einem der vielen Seen des Landes Urlaub machen. Kleine Ferienhäuser warten genauso wie schmucke Villen auf Reisende aus dem In- und Ausland. Angelfreunde wissen diese Form der Ferien zu schätzen und schon manch einer hat einen stolzen Fang gemacht. Natürlich wurde dieser per Foto dokumentiert und stolz in der Heimat den Freunden präsentiert. Gegrillt und in einer lauen nordischen Mittsommernacht schmeckt der Fisch dann doppelt so gut!

Sehenswürdigkeiten Schwedens entdecken

Faszinierend ist natürlich auch die Metropole Stockholm, wo man so richtig internationale Luft schnuppern kann ohne wirklich weit weg von der Natur zu sein. Oft dauert es nur wenige Minuten und man ist vom Zentrum der Stadt an einem ruhigen Badestrand zwischen Mälarensee, Ostsee und Wald gereist.

Im Mittelalter führte Schweden einige Kriege und war sogar eine europäische Großmacht, das imposante Wasa-Schiff aber auch verschiedene Museen bestätigen heute noch die Macht des Landes in früheren Tagen. Doch dann folgte die lange Phase des Friedens und der Neutralität, die bis heute dem Land Wohlstand und einen hohen Lebensstandard geschenkt hat. Ein weiterer Vorteil des langen Friedens ist, dass Stockholm aber auch viele andere Städte in Sverige reichlich historische Gebäude und Fassaden zu bieten haben.

Es hat schon etwas märchenhaftes diese Landschaft, fast zu schön um wahr zu sein! Aber es ist wahr und vielleicht ist es auch der Grund, warum die Schweden selbst trotz der manchmal strengen und dunklen Winter viel besser gelaunt sind, als viele andere Nationalitäten.

Gerüchte das in Schweden wegen der dunklen Winter die Selbstmordrate besonders hoch sei sind jedenfalls mittlerweile widerlegt. Es ist der freundliche Umgang miteinander, der viele Urlauber so begeistert. Die Schweden nehmen vieles doch sehr gelassen auf und bleiben selbst in Stresssituationen relativ entspannt. Gastfreundschaft, Toleranz und Aufgeschlossenheit sind dort ebenfalls zu finden.

Woran das liegt? Vielleicht an dem jahrelang herausgebildeten Sozialstaat und der geringen Spanne zwischen Arm und Reich, vielleicht aber auch an der Randlage in Europa und der damit verbundenen Ruhe.  Jedenfalls lieben die Schweden ihre Ruhe und Penetranz ist hier nicht gern gesehen. Überhaupt gilt: ein wenig Zeit zum Auftauen brauchen die Schweden wie auch die anderen Skaninavier schon.

Rot gestrichene Ferienhäuser und andere Spezialitäten Schwedens

Für manche ist Schweden ein Ferienland mit putzigen rot gestrichenen Ferienhäusern aus dem bekannte Popgruppen wie ABBA oder Roxette oder Autos von Volvo kommen. Natürlich kennen auch viele den schwedischen Möbelhersteller IKEA, der mittlerweile weltweit erfolgreich agiert. Wer einmal in einem IKEA war, wird schnell merken, dass das Unternehmen bewusst auf Assoziationen zu Schweden setzt: Es gibt Elchgulasch, Köttbullar mit Preiselbeeren und ganz viele Möbel mit schwedischen Namen sowie einen Schweden-Shop.

Im Winter auch einen Weihnachtsmarkt und Mädchen, die als Lucia verkleidet durch das Möbelhaus laufen. Das alles ist kein Zufall, denn Schweden und “Schwedisches” kommt gut an in Deutschland. Die Deutschen fühlen sich den Schweden relativ nah und auch auf schwedischer Seite sind die Bande zum kontinentalen Nachbarn am südlichen Ufer der Ostsee eng. Seit Jahrhunderten sind Deutschland und Schweden über die Hanse eng verbunden gewesen, auch die kulturellen Verbindungen sind alt und es gibt einige deutsche Städte mit schwedischen Partnerstädten.

Viele Schulklassen machen ihre Abifahrten nach Schweden und lernen dort ein Land mit Mitternachtssonne, freundlichen Menschen, sowie allerlei eigenartigen Traditionen und natürlich endloser Natur kennen. Manch einer kommt danach ein Leben lang immer wieder in dieses beeindruckende Land außerhalb von Mitteleuropa und doch irgendwie vor der Haustüre. Nicht nur im Ferienhaus, auch mit Wohnmobilen, dem Zelt (dank dem Jedermannsrecht meist unproblematisch) oder einem Campingwagen entdeckt man die einzelnen Regionen, Städte und Provinzen mit ihren unterschiedlichen Landschaftsformen und Sehenswürdigkeiten.

Langeweile sollte eigentlich nicht aufkommen. Urlauber baden gerne in der Ostsee, sonnen sich am Strand, entdecken die Metropolen Stockholm, Malmö oder Göteborg, schimpfen über die Mücken am See, genießen die Sauna und wandern durch die Weiten Lapplands, das Land der Samen im äußersten Norden an der Grenzen zu Norwegen und Finnland. Segeltouren entlang der Küste werden ebenfalls gerne unternommen. Klassisch ist aber immer noch der Urlaub in der Stuga, also im rot gestrichenen Ferienhaus an einem See oder an der Ostsee in Schweden. Dann fühlt man sich zurück versetzt in die Kinderbücher von Astrid Lindgren.

Info: Kurz und Knapp

Es soll Menschen geben, die mit Schweden nicht allzuviel anfangen können oder erst damit beginnen sich mit diesem schönen Land zu beschäftigen. Daher gibt es hier für den Einstieg das Wichtigste kurz und knapp zusammengestellt (ohne Anspruch auf Vollständigkeit oder Aktualität):

Flagge: Die schwedische Flagge orientiert sich wie auch die anderen Flaggen der nordischen Staaten am dänischen Danebrog. Die schwedischen Farben sind dabei ein gelbes Kreuz auf blauem Grund. Es gibt viele Anlässe offizieller und inoffizieller Art, an der die Schweden ihre geliebte Flaggen hissen. Besonders gerne auch am oder vor dem eigene Haus oder vor dem Ferienhaus (stuga). Daneben gibt es auch einige inoffizielle Flaggen von den Provinzen oder Organisationen (wie etwa der Samen und der Schwedenfinnen), die hin und wieder auch zu sehen sind.

Der Stockholmer Schärengarten

Skärgården, der Stockholmer Schärengarten, besteht aus circa 30.000 größeren und kleineren Inseln und Felsen. Die Inseln sind teilweise bewohnt, viele bieten aber Naturerlebnis pur. Der Schärengarten erstreckt sich bis etwa 80 Kilometer östlich von Stockholm in die Ostsee, beginnt aber schon mitten in der Stockholmer Innenstadt: Stockholm selbst ist auf 14 Inseln erbaut.

Verkehrsmittel im Schärengarten
Will man den Schärengarten erleben, gibt es grundsätzlich mehrere Möglichkeiten: Entweder, man nimmt die Fähre zu einer bestimmten Insel (beispielsweise der beliebten Insel Vaxholm mit ihren vielen Gässchen, Cafés und Geschäften), oder man kauft eine Fahrkarte fürs Insel-Hopping, bei dem man auf verschiedenen Inseln immer wieder aus- und einsteigen kann, oder man erkundet die Landschaft mit dem eigenen Boot. Die meisten Fähren legen direkt in der Innenstadt ab. Ein Ausflug in die Schären lohnt sich aufgrund der kurzen Fahrzeit auch für Kurzurlauber.

Unterkünfte in der Region
Etwa 50.000 Ferienhäuser, Hotels, Jugendherbergen und Campingplätze ermöglichen Urlaubern in den Sommermonaten eine schöne Auszeit vom Alltag. Und auch wildes Campen ist erlaubt, sofern man der Natur keinen Schaden zufügt.

Der Schärengarten bietet ideale Bedingungen für den Aktivurlaub, aber auch für ruhige Urlaube auf einer sprichwörtlich einsamen Insel. Wählen Sie aus der Vielfalt der Möglichkeiten: Boot fahren oder Segeln, Kajak fahren oder Angeln, Wandern, Rad fahren oder Schwimmen. Oder einfach in Ruhe ein gutes Buch lesen, den Sonnenuntergang beobachten und ab und zu die Füße ins Wasser stecken.

Bootsausleihe als Urlaubsmöglichkeit
Möchte man den Schärengarten auf eigene Faust erleben, ermöglichen zahlreiche Bootsverleihe einen Segelurlaub der besonderen Art. Das Labyrinth aus Inseln ist allerdings nichts für Anfänger. Empfohlen wird, mindestens zwei erfahrene Segler pro Boot dabei zu haben. Sichere und präzise Navigation ist hier das A und O, denn je weiter man sich von der schwedischen Hauptstadt entfernt, desto schwieriger wird das Terrain.

Die Untiefen nehmen zu und sind schlecht zu erkennen, vor allem nachmittags, wenn die Sonne tief steht. Sie sollten sich unbedingt im Voraus informieren und eine gute Seekarte an Bord haben. Der Wind ist meist mäßig, kann aber hinter der nächsten Insel auch mal kräftiger wehen. Sind Sie einmal unterwegs, finden Sie an beinahe jeder Insel Ankerplätze vor, teils natürliche Häfen, teils angelegte Stege und Ankerbojen.

 

Willkommen auf dem Weg der Mitte

Nun habe ich mich also entschlossen, mich in das große Heer der Blogger einzureihen.

“Einzureihen” ist natürlich der falsche Ausdruck, denn wer sich einreiht, ist uninteressant. Und das ist für einen Blog wohl der Anfang vom Ende.

Also, zurück auf Anfang. Ich möchte meinen eigenen Blog starten. Da stellt sich natürlich zunächst die sich geradezu aufdrängende Frage:

Warum? Um Himmels Willen, WARUM?

Es gibt doch schon genug Zeitgenossen, die im Netz unterhaltsam oder langweilig über alles Mögliche schreiben, Podcasts erstellen oder sogar Videos präsentieren.

Es werden sich die Finger wund geschrieben und der Mund trocken geredet. Wer soll das alles lesen, hören und sehen? Und das in einer Zeit, wo die Menschen untergehen in Hektik und Stress. Sie verlieren sich in gesteigerten zum Teil sinnfreien Anforderungen im Privat- und Berufsleben und den vielen Zivilisationsnebenwirkungen unserer Zeit.

Eric, spare dir daher die Zeit und Energie. Hoffe, dass deine Ideen und Erkenntnisse nicht so wichtig sind oder wenn doch, sie von anderen erwähnt werden.

Keine schlechte Idee, oder? Ich könnte diesen Blog dann gleich wieder beenden mit dem Hinweis:

Hier könnte ein Blog stehen, aber mir fehlt eigentlich die Zeit, Kraft und Motivation dafür. Und außerdem sind andere genauso gut oder besser als ich. Deswegen empfehle ich folgende Seiten: … PS: Alles wird gut!

Zugegeben, das wäre eine vertretbare Alternative zum eigenen Blog. Niemand würde mir vermutlich einen Vorwurf machen.

Aber es wäre mir auch irgendwie zu billig. Vielleicht sollte ich doch noch etwas Zeit, Kraft und Motivation aufbringen?! Will ich doch, wie jede(r) andere, die Welt etwas beeinflussen und in meinem Fall sogar positiv.

Neue Blickwinkel auf der Suche nach Glück

So bin ich doch davon überzeugt, dass mein Blog eine Existenzberechtigung hat. Denn hier möchte ich einen besonderen Weg vorstellen: den Weg der Mitte.

Ein Weg, der die Kräfte von Yin und Yang versucht in Einklang zu bringen und jedem die Möglichkeit bietet, sein Leben und die Welt etwas objektiver und positiver anzugehen.

Die uns alle tagtäglich tangierenden Extreme, ob im realen Leben oder “nur” in den Medien, schreien nach neuen Blickwinkeln.

Man hat heute den Eindruck, dass alles schneller, emotionsloser und oberflächlicher wird. Von allem und jedem wird Wachstum gefordert, es geht um Budgets und Effizienz. Am besten noch zertifiziert und geprüft. In der Vergangenheit hart erarbeitete Werte werden aufgeweicht und Menschen mit “Rückgrat” sterben aus, wie einst die letzten Dinosaurier.

Überall wird getrickst und Schwache bleiben auf der Strecke. Gestresst und ausgebrannt sind wir süchtig nach Unterhaltung. Grenzen des guten Geschmacks werden immer mehr ausgereizt. Und viele leben möglichst weit weg von der Realität.

Wer kennt es nicht: schaut man von seinem Smartphone auf, blickt man in blasse Gesichter, deren Blicke am Smartphone kleben!

Aber es gibt auch die andere Seite: Menschen, die uneigennützig für die Gesellschaft arbeiten. Menschen, die sich für Kinder oder ältere Menschen einsetzen. Oder in Bereichen wie Umweltschutz, Sport oder Kultur.

Und nicht zuletzt Menschen, die einfach “nur” für ihre Familie und Freunde da sind. Wer aufhört zu jammern und genau hinsieht, der findet sie: Menschen, die ein Lächeln übrig haben und helfen.

Dieser Blog ist gedacht für Menschen, die ihre eigene Innere Mitte suchen. Eine Mitte zwischen den inneren und äußeren Extremen. Ich glaube, dass Ausgleich und Harmonie zum Glück und zu einer starken Lebenskraft (Qi) führen und möchte meinen Besuchern diese Philosophie näher bringen.

 

Wer hat die Zeit erfunden?

Ich frage mich manchmal, wer eigentlich so vermessen war und die Zeit erfunden hat?

Platon, Aristoteles oder Newton? Es muss auf jeden Fall schon einige Zeit her sein und derjenige hat vermutlich schon lange das Zeitliche gesegnet. Er (oder sie) hat vermutlich also nicht mehr viel damit zu tun, aber wir müssen uns mit der Zeit herumschlagen.

Wir müssen zuschauen, wie die Zeit verrinnt und wir immer älter werden. Am Anfang unseres Lebens empfinden wir dies natürlich gegenteilig, wir möchten schnell erwachsenen sein und Auto fahren oder spät ins Bett gehen.

Ist man aber erst einmal 20 Jahre alt, geht es verdammt schnell mit dem Altern. Ausbildung oder Studium sind markante Ziele, auf die man zuarbeitet und dabei die Zeit vergisst. Und schon hat man die 30 erreicht.

Ziel erreicht aber dabei die Zeit vergessen

Man geht die nächsten Ziele an. Familiengründung oder Heirat, Häusle bauen oder noch einmal Weiterbildung und zweites Studium. Der Bauch wird dicker und die Haare fallen aus. Zumindest bei den Männern. Und auch am oftmals hübschen Geschlecht nagt der Zahn der Zeit.

Hat man erst einmal Kinder, sieht man die Zeit rein optisch verstreichen. Wer Kinder hat, der  kann dem Nachwuchs beim Wachsen zuschauen, wie einem frisch gedüngten Rasen nach einem Sommerregen.

Gestern noch einen Wurm im Kreissaal auf dem Arm und heute schon die Schultüte am basteln. Und wer glaubt, dass es mit 40 wieder langsamer wird, der sollte sich einmal mit Menschen dieses “hohen” Alters oder darüber unterhalten. Die meisten sagen, je älter man ist, desto schneller vergeht die Zeit.

Kein Wunder, sind wir doch heute eingespannt in eine Routine zwischen Arbeitsleben und Privatstress. Der Film Groundhog Day oder auf Deutsch “Und täglich grüßt das Murmeltier” ist einer meiner absoluten Lieblingsfilme. Und nicht nur, weil er eine amüsante Komödie ist, sondern weil er einen wahren Kern hat:

Eingespannt im Alltag kommt einem jeder Tag wie der andere vor.

Und obwohl wir damit nicht wirklich zufrieden sind, haben wir oft nicht die Kraft und die Idee für Abwechslung. Wir verrennen uns in berufliche und private “Projekte” und bemerken gar nicht, wie wir diese Ziele vielleicht erreichen dies aber gar nicht wahrnehmen. Warum? Weil schon wieder neue Ziele entstanden sind. Die Zeit verrennt dabei immer schneller.

Wieder neue Eindrücke sammeln

Das ist für viele ein echtes Problem, aber es gibt eine Methode, ein langsameres Zeitgefühl zu entwickeln. Sie ist eigentlich ganz logisch: Es ist wichtig wieder neue Erfahrungen im Leben zu sammeln. Grenzen zu überwinden und neue Eindrücke und Implulse zuzulassen. Ein wenig heraus aus der Comfort Zone.

Dies muss nicht mit extremen neuen Erfahrungen geschehen, sondern kann auch mit kleinen Überraschungen und neuer Achtsamkeit für das Leben um uns herum erfolgen!

Der Grund warum einem die Kindheit und Jugend im Rückblick so lange vorkommt, liegt wohl genau darin begründet. Man hatte jeden Tag neue Erfahrungen: das erste Gänseblümchen gepflückt, das erste Eis gegessen, die erste Fahrradtour und der erste Kuss. Dies alles waren Ereignisse, die sich in unserem Gedächtnis einbrannten und uns heute suggerieren, dass die Zeit damals langsamer verging.

Neue Erfahrungen sind nicht nur jungen Menschen vorbehalten.

So kann man natürlich auch als Mensch mittleren und reiferen Alters neue Erfahrungen sammeln (oder bereits vergessene wieder mit Leben füllen!) und dabei ein langsameres Zeitgefühl erreichen.

Was man dabei sucht und findet, ist jedem selber überlassen. Der eine braucht den besonderen Kick und macht Bungeejumping, dem anderen reicht auch Wandern, Inlinern oder ein neues Kartenspiel zu erlernen.

Manchmal muss man sich selbst überreden

Dabei muss man sich durchaus manchmal selber überreden und sich aus der Routine hinaus trauen. Wir kennen das doch alle: man hat keine Lust auf eine Party, weil man dort nur wenige kennt. Man raffft sich auf und geht hin mit dem Vorsatz: heute wird es aber nicht spät, ich geh´nur mal nett gratulieren und bin dann wieder durch die Türe.

Und dann? Dann wird es total lustig und doch spät, richtig spät!

Am anderen Tag redet man begeistert von den netten und coolen Menschen, die man dort kennen gelernt hat. Je weniger man erwartet, umso höher sind die Erfolgschancen.

Neue Erfahrungen können überall sein.

Gartenarbeit mit neuen Pflanzen, neue exotische Früchte im Garten anpflanzen, interessante Ausflüge an neue Orte, Geocaching oder ein Haustier (was allerdings wohl überlegt sein sollte!). Reisen in Regionen, die man bisher nicht kannte. Oder ein Campingurlaub für bisherige 5*-Hotelsnobs.

Neue Sportarten entdecken, ein neuer Job oder neue Freunde finden. Die Liste der Dinge, die ein Leben verändern und bereichern können, ist nahezu unendlich.

Unsere Zeit allerdings nicht!

 

Wo beginnt Lebensqualität?

Ein Begriff, der einem immer wieder begegnet ist: Lebensqualität. Ein schöner Begriff, denn er bringt zwei wichtige Elemente zusammen.

Ab wann spricht man aber von einem Leben in Qualität?

Jeder Mensch ist auf der Suche nach Glück. Ein glückliches Leben ist wahrscheinlicher, wenn wir es in einem Umfeld erleben, dass unseren persönlichen Qualitätskriterien entspricht.

Diese Glückskriterien definiert jede(r) anders.

Eigentlich wollen wir alle das Gleiche

Aber das ist nur die halbe Wahrheit, denn wir Menschen sind uns in vielen Punkten weiteraus ähnlicher, als wir uns zugestehen möchten.

In einer Zeit, wo jeder nach der individuellen Selbstverwirklichung sucht, werden eher die Unterschiede betont. Jede(r) hat mindestens ein Lebenskonzept auf Lager und will sich abgrenzen von der Masse.

Wir wünschen uns aber meist alle das Gleiche: Freizeit und Flexibilität, finanzielle Absicherung, eine gute Beziehung und ggf. einen gut gelungenen Nachwuchs, der es mindestens so weit bringt wie seine Eltern.

Einen möglichst angesehenen Job der halbwegs Spaß macht und was einbringt. Dazu noch ein angenehmes familiäres, soziales und sicheres Umfeld, saubere Umwelt und gesunde Lebensmittel.

Nicht zu vergessen: günstige Spritpreise und schnelles Internet.

Natürlich auch nette, coole Freunde und Bekannte, sowie genug Zeit und Möglichkeiten für Hobbys.

Und natürlich gaaanz wichtig: Gesundheit!

Gesundheit ist das wichtigste Gut. Das hat mittlerweile fast jede(r) verstanden.

Wenn wir hinter diese Punkte auf unserer Liste ein grünes Häkchen machen können, haben wir also eine hohe Lebensqualität!

Viele Menschen haben das, sind aber trotzdem nicht glücklich. “Hohe Lebensqualität” ist also nicht gleich “Glücklich”.

Es gehört neben diesen klassischen Wünschen, die jede(r) hat und einfach zu definieren weiß, auch etwas mehr.

Sport, Lebensphilosophie und ein gutes Buch

Zunächst wäre da Sport oder zumindest Bewegung.  Die körperliche Aktivität bildet ein ausgleichendes Gegengewicht zu den Anforderungen der Berufswelt. Im Idealfall an der frischen Luft, sorgt Bewegung für Glücksgefühle – vor, bei und nach dem Sport.

Die Ausschüttung von Glückshormonen ist einer der wichtigsten Motivationsgründe zum Sport. Neben dem guten Gefühl etwas für seinen Körper zu tun.

Natürlich sollte man sich nicht überfordern. Für den Sport gilt das Gleiche, wie für den Job: zu hohe Ziele und Überforderung führen zum Scheitern.

Ebenso wichtig wie Sport für den körperlichen Ausgleich ist eine Lebensphilosophie für den seelischen Ausgleich. Eine gefestigte Grundeinstellung und ein positiver Glaube bieten Halt in unserer unruhigen und fordernden Welt.

Mehrere Studien belegen, dass der Glaube Menschen älter werden lässt und sie auch weniger anfällig für zumindest bestimmte Krankheiten sind.

Wichtig ist auch, dass man sein Herz geöffnet hat und in der Lage ist anderen Menschen Liebe und Mitgefühl entgegen zu bringen. Das klingt einfacher, als es ist. Aber letztlich ernten wir immer nur, was wir selber gesät haben.

Als drittes Element braucht nach meiner Erfahrung der Mensch auch ein geistiges Gleichgewicht. Gute und passende Literatur sollte man sich hin und wieder gönnen. Und das kann auch ein Comic-Buch oder ein sachlich-naturwissenschaftlicher Artikel sein. Einfach das, wonach mein Geist gerade Sehnsucht hat.

Und bei allen drei Elementen gilt: möglichst wenig Druck und eine entspannte Herangehensweise. Wir müssen uns heute den “Luxus” gönnen, ohne schlechtes Gewissen Zeit ins Laufen, Lesen oder in philosophische Gedanken zu investieren.

Denn sonst leben wir zwar in einem lebenswerten Umfeld, wissen dieses aber für unser eigenes Glück nicht in Lebensqualität umzusetzen.

 

Das Glück liegt in der Einfachheit

In einer immer komplizierter werdenden Welt ist es oft die Einfachheit, die glücklich macht.

Unser Verstand ist aber mittlerweile darauf getrimmt nach imposanten, innovativen Dingen zu suchen. Komplizierte Ideen, detailgetreue Technik und modernste Unterhaltung müssen es sein.

Und dann sind wir enttäuscht, wenn etwas zu spät geliefert wird oder nicht so funktioniert, wie wir es uns vorgestellt haben. Schließlich haben wir uns so darauf gefreut und dabei noch reichlich Geld investiert.

Perfekt und Detailgetreu

Wenn ich mir anschaue, wie detailgetreu heute Playmobil und Lego sind, finde ich das im ersten Moment phantastisch. Ich könnte meinen Kindern (und mir selbst) das ganze Haus mit diesen tollen Spielsachen zustellen: Wikinger-, Ritter-, Elfen- und Wildwestwelten – alles perfekt bis ins Detail.

Und dann wird mir bewusst, dass unsere Spielsachen in den 80er Jahren mindestens genauso schön waren. Das was nicht da war, wurde durch Phantasie ersetzt. Diese Zeit kriegt man natürlich nicht mehr zurück.

Wobei man natürlich noch mit dem alten Spielzeug spielen kann, sofern man es aufbewahrt hat. Ansonsten gibt es Kleinanzeigen bei Ebay und Flohmärkte. Es gibt sie also noch, die Überbleibsel aus dieser Zeit. Genauso wie man eine Folge von Hart aber Herzlich, Magnum oder Trio mit vier Fäusten im TV anschauen kann.

Retro ist cool – und zwar völlig zu Recht.

Trotzdem leben wir heute in einer anderen Zeit. Mit all ihren Vor- und Nachteilen. Wichtig ist, dass wir nicht zu hohe Maßstäbe setzen und zu perfektionistisch werden.

Ich kann manchmal im Alltag durchaus verzweifeln und stelle mir die Frage: Warum? Warum muss laufend ein neues Softwareupdate herauskommen? Und wo sind die intuitiv bedienbaren Menüpunkte hin, mit denen ich bisher so gut arbeiten konnte?

Warum nur muss alles immer weiterentwickelt werden und wird dabei eigentlich immer nur komplizierter? Welche hypernervöse und verquer denkende Personengruppe hat man im Vorfeld dazu befragt oder als Tester engagiert.

Auf dem Teppich bleiben

In einer Zeit wo sich jeder trumpfen will, ist das auf dem Teppichbleiben schwierig. Immens sind oft die gesellschaftlichen Zwänge mithalten zu müssen oder besser noch einen drauf zu setzen.

Dabei ist ein Kindergeburtstag mit spannender Schatzsuche im Wald doch manchmal spannender als professioneller Fotoshoot mit den zukünftigen Models oder der teure Besuch im Freizeitpark. Dies gilt natürlich auch für die in Mode gekommenen “Give Aways”, die immer größer werden.

Es liegt wohl leider in der Natur des Menschen. Aber Wachstum ist nicht unendlich und irgendwann macht es einfach keinen Sinn mehr sich nach oben hin abzusetzen. Dann ist es wieder Zeit für Bescheidenheit und Rückbesinnung auf alte Werte.

Es ist wie beim Essen. Der konzentrierte Genuss eines Bio-Apfels oder einer Frucht aus dem eigenen Garten kann mehr Begeisterung und Gefühl hervorrufen, wie das gesamte Massenbuffet des All-You-Can-Eat-Restaurants.

 

Freizeitstress im Land der Perfektionisten

Es ist schon merkwürdig: unterschiedliche und von einander unabhängige Umfragen belegen, dass die Deutschen mittlerweile mehr unter Freizeitstress leiden, als am Stress im Job.

Wenn man sich anschaut wie hart und erbarmungslos die Berufswelt geworden ist, kann einem bei diesem Ergebnis Angst und Bange werden.

Wie soll es denn möglich sein, diesen Stress ausgerechnet in der Freizeit noch zu steigern?

In den durchschnittlich 4 Stunden Freizeit am Tag  fühlen sich vor allem junge Menschen schlapp, müde und ausgepowert. Gerade die sollten aber doch voller Kraft sein und mit ihrer Energie die überalternde Gesellschaft bereichern, oder?

Der Zwang der immanenten Erreichbarkeit

Tablets, Computer und Smartphones spielen bei der Freizeitgestaltung heute die dominierende Rolle. Sie “helfen” bei der Terminplanung, nehmen aber auch jeglichen Spielraum für Nichterreichbarkeit und Loslassen.

Heute ist man durch sein Smartphone quasi immer für Familie und Freunde erreichbar. Aus diesem vermeintlichen Vorteil wird aber auch ein Zwang. Und Zwänge sind selten gesundheitsförderlich. So rast man gehetzt und angespannt durch den Tag. Immer unter Druck es allen recht zu machen und ein produktives Gesamtergebnis am Abend vorzuweisen.

Hier noch was liken, da noch einen Link teilen und dem muss ich ja noch gratulieren. Geschafft! Pieps! Schnell noch antworten auf das schöne Urlaubsfoto, welches mein Kumpel in der gemeinsamen Gruppe gepostet hat. Geschafft! Oh er schickt schon wieder eins…

Keine Frage: das macht alles im gewissen Rahmen Spaß. Smartphones und Apps sind nicht nur schlecht. Sie sind aber auch nicht nur gut. Und sie tragen eine nicht zu unterschätzende Suchtgefahr in sich.

Wir sind alle mittlerweile so auf Produktivität getrimmt, dass uns durch die Immanenz von Reizen und erforderlichen Reaktionen massenhaft Energie verloren geht. Wir haben dazu einen Durst nach Information, der immer wieder gestillt werden will.

Dehydriert lesen wir die neuesten Meldungen unserer abbonierten Newsportale. Und vergessen dabei vielleicht sogar die physische Flüssigskeitszufuhr.

Da kommt endlich die E-Mail, auf die ich schon lange gewartet habe. Pieps! Ein Familienmitglied hat mir gerade einen Termin in unserem gemeinsamen synchronisierten Kalender reingeschoben. Aber da kann ich doch eigentlich nicht, ich war nur zu nachlässig den Termin einzutragen…

Upps, das gibt Stress.

Das Leben geht auch mal ohne App

Willkommen in der Gesellschaft der durchstrukturierten Perfektionisten. Wer hat die meisten Hobbies, wer die meisten Zertifikate und wer läuft am schnellsten seinen Marathon?

Motivation und Leistungsanreize sind gut. Wir dürfen uns aber nicht darin verlieren!

Und wenn jemand zusammenklappt am Leistungsstress oder durchdreht ist man schockiert. Man zeigt Bestürzung … und … postet es. Gestern habe ich es im Radio gehört: Rettungskräfte kommen nicht an die Unfallstelle, weil Schaulustige mit ihrem Smartphones alles filmen.

Irgendetwas in mir sagt, dass das nicht richtig sein kann.

Wer kann denn noch Momente der Muße genießen und seine Gedanken ohne schlechtes Gewissen unproduktiv kreisen lassen? Gerade das Schweifen und Tagträumen ist aber wichtig, denn daraus entstehen oft die besten Ideen. Genauso wie das in sich ruhen und das Aufnehmen der mich soeben real umgebenen Umwelt.

Daher: schwingt euch auf eurer Fahrrad und fahrt ein paar Kilometer. Egal wieviele. Setzt euch auf eine Bank und hört die Vögel zwitschern und spürt den Wind um die Nasenspitze wehen!

Lasst aber die App stecken, die euch sagen kann welche Vogelart da zwitschert und wann das vor euch sitzende Exemplar eine Gimpels Geburtstag hat.

Geht im Wald laufen. Aber ohne App, die euch errechnet wieviel Zeit ihr pro Kilometer gebraucht habt und wieviel Schweiß eure Haut dabei ausgeschieden hat. Zumindest heute mal.

Gönnt euch zwischendurch mal eine Auszeit!

 

Die 80-Prozent Regel

Wissenschaftlich nennt man es auch das Paretoprinzip, benannt nach dem italienischen Ökonomen und Soziologen Vilfredo Pareto (1848 – 1923).

Dieser  Wissenschaftler hat eine geniale Regel formuliert und sie ist in vielen Themen und Situationen anwendbar. Die 80-Prozent-Regel besagt, dass man 80% eines Ziels mit nur 20% Aufwand erreicht.

Die verbleibenden 20% eines Ziels erreicht man allerdings nur noch mit 80% Aufwand. Sprich: Wenn du unbedingt 100% erreichen möchtest, dann musst du auch 100% (oder mehr geben).

Gibst du dich mit 80% zufrieden, dann reicht ein Fünftel an Aufwand!

 

Mit einem Fünftel an Aufwand zum Ziel

Ich glaube es ist kein Zufall, dass Vilfredo Pareto Italiener war, denn die Italiener sind ein kluges Volk und haben eine bedeutende Kultur, Musik, Architektur und Kochkunst entwickelt. Den Ruf von Perfektionisten haben sie unter anderem uns Deutschen überlassen.

Perfektionisten brauchen sie auch nicht sein, denn sie gelten als Lebenskünstler und Genießer, die trotzdem im Vergleich zu anderen Ländern, eine hohe Produktivität besitzen.

Innovation braucht Freiraum und Muße. Zwang, Druck und stumpfes Arbeiten nach Zielerreichungsquoten ist dagegen Gift für Kreativität und auch die Gesundheit.

 

Wo wir Abstriche machen entscheiden wir selbst

Perfektionistisch wollen hierzulande und heutzutage viele sein. In manchen Bereichen muss man das auch sein. In vielen Bereichen reichen aber auch die 80%. Die Kunst zu erkennen wo, dass ist die einzige Schwierigkeit.

Wo wir unseren Aufwand kürzen, dass müssen wir selbst entscheiden. Dann gewinne ich im Fußball halt nur 2:1, statt 5:1. Dann schreibe ich in der Schule halt mal eine 3. Oder dann habe ich halt mal Grünzeug ohne Aufenthaltsgenehmigung (manche nennen es Unkraut) in meinen Terrassenfugen. Die Liste lässt sich fortsetzen.

Zum heutigen Tag der Arbeit sollten wir uns diese Regel verinnerlichen. Setze ich nur 20% ein, akzeptiere etwas Schwund und genieße dafür mehr Freizeit und Lebensqualität, sollte das doch ein guter Deal sein!