Neuer Name und neuer Schwerpunkt

Das Internet ist in Bewegung. So auch dieses Portal, dass ab sofort unter www.liberal.li zu finden sein wird.

Damit geht ein neuer Themenschwerpunkt einher: Europa und alles, was irgendwie damit in Verbindung steht. Da Europa nicht nur ein Kontinent ist, sondern noch viel mehr, geht es hier zukünftig um allerhand: Umwelt, Lebensart, Sprachen, Geographie, Politik, Gesellschaft, Gleichstellung, Geschichte und Sport – nur um ein paar Beispiele zu nennen.

Und es soll ein wenig lockerer zugehen. Ganz so, wie es europäische Nachbarn schon lange machen. Die Schweden haben in den 1960er Jahren mit der Du-Reform das Sie abgeschafft – außer für die Königsfamilie. Als Initiator gilt Bror Rexed, der damalige Direktor der Gesundheits- und Sozialbehörde.

Eine tolle Idee – wie soviele aus Schweden. Sie unterstreicht die prinzipielle Gleichheit und Gleichwertigkeit aller Menschen in einer Gesellschaft. So möge sich die Leserin und der Leser nicht wundern, wenn sie oder er hier gedutzt wird.

In dieses Sinne, euer Eric.

PS. Die alten Blogbeiträge findet ihr hier: Blogarchiv

Polarlichter in Norwegen

Polarlichter (Aurora borelais) entstehen durch elektrisch geladene Teilchen des Sonnenwinds (hauptsächlich Elektronen), die in die Erdatmosphäre eintreten. Sie werden auf der Erde als Leuchterscheinungen am Himmel wahrgenommen. In der Erdatmosphäre werden die vorhandenen Luftmoleküle zum Leuchten angeregt.

polarlicht im norden norwegens
Polarlicht in Nordnorwegen

Die Polarlichter treten hauptsächlich in der Polarregion auf, weil das Magnetfeld der Erde die Sonnenwindteilchen zu den Polen lenkt. An den Polen verläuft das Magnetfeld senkrecht zur Erdoberfläche, so dass die Teilchen in die Atmosphäre eintreten.

Polarlichter kommen auf der Nordhalbkugel (Nordlicht: Aurora borealis) als auch auf der Südhalbkugel (Südlicht: Aurora australis) vor. Die Polarlichter sind unabhängig vom Wetter. Sie treten in Höhen ab 60 km in der Troposphäre auf, weit oberhalb von der Schicht in der das Wetter stattfindet (bis etwa 15 km)

Häufigkeit und Vorkommen von Polarlichtern

Je stärker die Sonnenaktivität umso stärker sind auch die Sonnenwinde. Dies wiederum hat zur Folge, dass Polarlichter häufiger und heller auftreten. Beim Aktivitätsmaximus ist sogar in gemäßigten Breiten die Wahrscheinlichkeit hoch ein Polarlicht zu sehen. In Deutschland können pro Jahr durchschnittlich ca. 10 – 15 Leuchterscheinungen gesichtet werden, meist nur am Nordhimmel.

Der Sonnenwind benötigt zwischen 2 und 4 Tagen bis zur Erde. Daher können Polarlichter kurzfristig vorhergesagt werden. Am häufigsten findet man sie im Zeitraum Ende Oktober – Mitte Dezember und Ende Februar – Anfang April, da in dieser Zeit das Magnetfeld von Erde und Sonne parallel steht.

Am Polarkreis können sie jedoch das ganze Jahr über auftreten. Polarlichter können grün (angeregte Sauerstoffatome in gut 100 km Höhe), rot (angeregte Sauerstoffatome in etwa 200 km Höhe) oder violett (angeregte Stickstoffatmome) sein.

Geschichte der Polarlichter

In der Antike wurde den Polarlichtern von den Völkern Nordamerikas, Europas und Asiens etwas göttliches angedichtet. Man vermutete, dass bei ihrem Auftreten überirdische Kämpfe oder Tänze stattfanden. Im Mittelalter wurden die Polarlichter in Europa, genauso wie Kometen als Vorboten des Unheils gedeutet (z.B. Kriege, Seuchen).

Die Wikinger hatten eine eigene Deutung. Für sie waren die Polarlichter Spiegelungen auf der Rüstung der Walküren, die nach jeder Schlacht die Krieger auswählten, die fortan an Odins Tafel in Walhalla sitzen durften.

 

Geschichte Norwegens

8000 v. Chr.: Ende der letzten Eiszeit, die Menschen folgen Rentieren und anderem Jagdwild Richtung Norden

7000- 4000 v. Chr.: Besiedlung der Finnmark ablesbar aus Spuren der Komsakultur, in Südnorwegen wird zur Agrarkultur übergegangen

1500- 500 v. Chr.: Während der Bronzezeit im Süden bäuerliche Kultur, im Norden weiter Jagdkultur

wikingerschiffmuseum oslo
Im Wikingerschiffmuseum in Oslo (c)

872: Schlacht bei Hafrsfjord, Harald “Schönhaar” vereinigt mehrere Kleinkönigreiche und schafft ein Norwegisches Reich

9. und 10. Jahrhundert: Entdeckungs- und Eroberungsfahrten der Normannen (Wikinger), Entdeckung von Island, Grönland und Nordamerika.

um 1000: Christianisierung unter Olaf I. Tryggvason

um 1250: Die Hanse errichtet Niederlassung in Norwegen und beutet das Land aus

13. Jahrhundert: Größte Ausdehnung des Reiches unter Hakon IV. Grönland, Island, Teile von Schweden (Infos zu Norwegens Nachbarn unter www.schweden-urlaubsinfo.de) und zahlreiche Inseln gehören zu Norwegen

1319 bekommt König Magnus Eriksson als Neffe des schwedischen Königs auch die schwedische Krone. Sein Thronfolger heiratet die Tochter des dänischen Königs, Margarete. Daraus entsteht die Kalmarer Union, die Norwegen, Schweden und Dänemark zusammenführt.

1349-1350: 60% der Bevölkerung Norwegens stirbt an der Pest.

Aus der Kalmarer Union löst sich Schweden 1523. Später im Jahre 1536 wird Norwegen zu einem Teil Dänemarks erklärt. Dänemark kämpft auf Seiten Napoleons. Nach dessen Niederlage gerät Norwegen 1814 an Schweden.
Norwegen erhält von Schweden Autonomie und eine eigene Verfassung “Grunnlov” (17. Mai 1814).
Die verfassungsgebende Versammlung tagt in Eidsvoll.

1905: Unabhängigkeitserklärung nach Volksabstimmung, König von Norwegen wird der dänische Prinz Karl, als Hakon VII.

1. Weltkrieg: Norwegen bleibt neutral.

2. Weltkrieg: Norwegen wird 1940 von deutschen Truppen besetzt. Königshaus und Regierung flüchten nach London ins Exil.

Oktober 1945: Freie Wahlen. Unter Einar Gerhardsen absolute Mehrheit der Arbeiterpartei.
Soziale Reformen nach schwedischem Vorbild (Wohlfahrtstaat)

1945: Gründungsmitglied der UNO

1949: Gründungsmitglied der NATO (Ende der Neutralität)

1960: Eintritt in die European Free Trade Organisation (EFTA), am 4.1.1960 Stockholmer Abkommen als Reaktion auf den EWG- Vertrag, 7 Gründungmitglieder: Dänemark, GB, Norwegen, Österreich, Portugal, Schweden und Schweiz, später eingetreten 1970 Island, 1985 Finnland und 1991 Liechtenstein, mittlerweile nur noch verblieben: Island, Liechtenstein, Norwegen und die Schweiz, Sitz in Genf (Schweiz)

Mitte der 1960er Jahre: Ölfunde in der Nordsee

1972: Volksabstimmungen mit knapper Mehrheit (53%) gegen die EG- Mitgliedschaft

1986: Wirtschaftskrise wegen fallender Ölpreise, Sparpolitik

1990: Minderheitskabinett unter der Sozialdemokratin Gro Harlem Brundtland

1991: Tod von König Olav, Harald V wird neuer norwegischer König

1994: Olympische Winterspiele in Lillehammer, die als die Besten aller Zeiten in die Geschichte eingehen.

Erneut eine Volksabstimmung mit knapper Mehrheit (51%) gegen die EG- Mitgliedschaft

2001: Parlamentswahlen ergeben Niederlage für Arbeiterpartei. Regierungschef ist Kjell Magne Bondevik, der eine Mitte-Rechts-Koalition führt

2005: Parlamentwahlen ergeben Niederlage für die Mittel-Rechts-Koalition. Neuer Ministerprädsident wird Jens Stoltenberg von der Arbeiterpartei, der eine rot-grüne Koalition führt

2009: Parlamentswahlen bestätigen Jens Stoltenberg. Er führt eine Regierung mit rot-grüner Struktur an. Vertreten sind seine Arbeiderpartiet, dazu die Senterpartiet und die Sosialistisk Venstreparti.

2011: Am 22. Juli kommen bei einem Amoklauf in Oslo (Bombenanschlag) und in einem Feriencamp der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei auf der Insel Utøya 77 Menschen, meist Jugendliche ums Leben. Das Unglück löst in dem sonst so beschaulichen Norwegen und auch weltweit Bestürzung aus.

2012: Am 26. April nehmen ca. 40.000 Menschen an einer Gedenkveranstaltung in Oslo teil, darunter auch Gäste und Politiker aus den benachbarten skandinavischen Ländern.

Seit 2013 ist Erna Solberg Ministerpräsidentin von Norwegen, sie startete mit einer Minderheitsregierung (mit Christdemokraten und Venstre) und führt seit 2019 eine bürgerliche Mehrheitsregierung (erstmals in Norwegen seit 1985). Sie führt außerdem die Høyre-Partei an, eine konservative Partei mit Mitte-Rechts-Ausrichtung.

 

Natur-Highlights in Norwegen

Bekanntermaßen ist Norwegen ein beliebtes Reiseziel für Naturliebhaber und Outdoor-Freaks: Die Fjorde, Gletscher und die unberührte Wildnis der Nationalparks lassen keinen unberührt und verzaubern jeden.

tyrifjord norwegen
Der Tyrifjord im Fylke Buskerud (c)

Berge, schneebedeckte Gipfel und die raue Schönheit der Hochebenen gehören ebenso zum Landschaftsbild wie die bizarren Felsformationen, dichten Wälder, Schluchten, Wasserfälle und Seen. Insgesamt 43 Nationalparks schützen die vielseitige Natur Norwegens und laden zu unvergesslichen Wander- und Trekking-Touren ein. Dank des norwegischen Jedermannsrechts dürfen sie von jedem kostenfrei betreten werden.

Die Wanderwege sind hier wie überall in Norwegen sehr gut ausgeschildert. Für längere Touren stehen teils bewirtschaftete, teils zur Selbstversorgung bestimmte Hütten als Übernachtungsmöglichkeit zur Verfügung. Darüber hinaus können Wanderer überall im offenen Land ihr Zelt aufschlagen. In der Zeit vom 15. April bis 15. September darf allerdings kein offenes Feuer entzündet werden.

Zu den beliebtesten Zielen für einen Wanderurlaub in Norwegen zählen die Nationalparks Hardangervidda, Rondane, Jotunheimen, Jostedalsbreen und Dovrefjell-Sunndalsfjella, die wir Ihnen an dieser Stelle kurz vorstellen würden.

 

Nationalparks mit Seen, Flüssen und Wasserfällen

Der Nationalpark Hardangervidda wurde 1981 gegründet und ist mit über 3.400 Quadratkilometern der größte Nationalpark Norwegens. Doch damit nicht genug. Denn Hardangervidda gilt als die größte Hochebene des europäischen Nordens und ist wegen ihrer reizvollen Landschaften und ihrer arktischen Tier- und Pflanzenwelt sehr beliebt.

Besonders in den Herbstmonaten zeigt sich die Natur hier von ihrer farbenfrohen Seite. Moore, fischreiche Seen und Flüsse sowie meterhohe Wasserfälle gehören zu den landschaftlichen Highlights des Parks, während Berge und Schluchten sowie der Sørfjord den alpinen Westen des Hochplateaus bestimmen. Letztere beherbergt auch eines der berühmtesten Fotomotive Norwegens: den Trolltunga, einen rund 10 Meter langen Felsvorsprung, der sich in 700 Metern Höhe horizontal über die atemberaubende Naturlandschaft beugt. Wagemutige können sich an die Spitze setzen und die Beine baumeln lassen. Im Nordwesten des Parks schließt sich dann mit dem Hardangerjøkulen sogar einer der größten norwegischen Gletscher an.  Der älteste Nationalparks Norwegens heißt Rondane und liegt im Südwesten des Landes. Bereits seit 1962 steht die raue Gebirgswelt mit ihren Bergen, Tälern, dichten Wäldern und kargen Hochebenen unter strengem Naturschutz.

Der Rondane-Nationalpark ist eines der letzten Refugien wildlebender Rentiere. Viele andere Wild- und Raubtiere sind hier ebenfalls beheimatet, darunter Hirsche, Elche, Luchse, Nerze, Steinadler und viele andere mehr. Sogar einige wenige Braunbären und Wölfe können mit viel Glück gesichtet werden.

Auch im Jotunheimen-Nationalpark leben diese und andere Wildtiere in einer atemberaubend schönen Naturlandschaft. Fruchtbare Täler, malerische Gebirgsseen, Wasserfälle und Wälder mit Gebirgsbirken, Erlen, Ulmen und Kiefern bilden den Rahmen für die majestätischen Zweitausender, von denen kein anderer Nationalpark so viele beherbergt wie Jotunheimen. Der höchste Punkt ist mit 2.469 Metern Höhe der Galdhøpiggen, welcher zugleich der höchste Berg Norwegens ist.

 Aktivitäten in Norwegens Natur

Ob Trekkingtouren, Bergsteigen, Radfahren, Kanufahren, Rafting, Skfahren oder Gletscherwanderungen – den Nationalpark Jotunheimen können Besucher auf vielfältige Weise erkunden. Sogar das Innere des Erdreichs kann auf einer Höhlenwanderung erkundet werde Der Nationalpark Jostedalsbreen in Süd-Norwegen ist für seine unberührten Naturlandschaften berühmt, die nur auf Schusters Rappen erreichbar sind. Gleichzeitig beherbergt der 1991 gegründete Park den größten Gletscher des europäischen Festlandes. In dessen Umgebung können Naturfreunde Landschaften durchwandern, die größtenteils durch die Bewegungen des Gletschers gestaltet wurden. U-förmig geschnittene Täler, Muränen und Felsgesteine bestimmen im wesentlichen die Szenerie. Aber auch zahlreiche arktische Tier- und Pflanzenarten sind hier anzutreffen.

Der Dovrefjell-Sunndalsfjella-Nationalpark schließlich ist die Heimat der letzten freilebenden Moschusochsen. Seine raue Gebirgslandschaft und das unbeständige Wetter, das hier herrscht, machen den Park zu einer besonderen Herausforderung, der sich nur erfahrene Outdoor-Fans stellen sollten.

 

Die Wikinger

Die erste dokumentierte Erwähnung der Wikinger ist der Überfall auf das Kloster Lindisfarne 793 n.Chr. an der Nordostküste Englands. Dies ist der Beginn der Wikingerzeit. Sie ging von 793 – 1066. Erst mit dem Einfall der Wikinger bzw. Normannen unter Wilhelm dem Eroberer in England war die wilde Wikingerzeit vorbei. Wilhelm christianisierte sein Reich und aus den Seekriegern wurden Händler und Handwerker.

wikingerschiff nachbau
Wikingerschiff-Nachbau “Gaia” (c)

Die Wikinger wurden auch als Nordmänner, Waräger oder Rus genannt. Sie lebten zunächst in verschiedenen Stämmen in Skandinavien.

Plündern und Brandschatzen

Die Wikinger waren seit dem Überfall auf Lindisfarne in Europa gefürchtet. Doch das war erst der Anfang. Sie griffen gerne Küsten-, Flussgebiete und Inseln an und plünderten dort alles, was nicht niet und nagelfest war. Ein Hauptgrund für den Erfolg der Wikinger bildeten ihre Drachenschiffe. Diese waren aufgrund ihrer Konstruktion, schnell und wendig und daher für die Raubzüge hervorragend geeignet.

Sie näherten sich mit ihren wendigen Drachenschiffen dem Angriffziel. Die Drachenschiffe waren mit vielen Kriegern besetzt und lagen flach im Wasser. Dadurch wurden sie von den Gegnern zu spät entdeckt, so konnten sie kaum noch Gegenwehr leisten. Die Gegner wurden ermordet oder in die Sklaverei verschleppt. Nach dem sie Alles brandschatzen und plünderten zogen sie sich schnell wieder zurück.

Die Wikinger überfielen mit Vorliebe auch Klöster und Kirchen, da diese schwach verteidigt, aber reich an Kostbarkeiten waren. Dieser Eigenart haben sie ihr schlechtes Image als brutale Plünderer zu verdanken, dabei unterschieden sich sie in diesem Punkt nicht wirklich von den anderen Völkern der damaligen Zeit. Da die Institution Kirche auch zu den wenigen gehörte, deren Mitglieder schreiben konnten, sind die Schandtaten der Wikinger auch gut dokumentiert worden.

Der Grund warum sie so gierig in Europa plünderten lag an den armen Verhältnissen in ihrer skandinavischen Heimat. Rauhes Klima und schlechte Böden machten den Bewohnern Skandinaviens das Leben schwer.

Die Wikinger: Seefahrt, Handel und Entdeckervolk

Die Wikinger waren gute Navigatoren und Meister der Schiffsbaukunst. Ihre Heimat brachte ihnen diese Eigenschaften bei: Durch die zerklüfteten Küsten sowie vorgelagerte Inseln und Schären, mussten überdurchschnittlich stabile und wendige Schiffe erbaut werden.

Die Wikinger waren aber auch erfolgreiche Händler. Sie trieben erfolgreich Handel mit China, Arabien und Persien.  Auf der Suche nach Beute und neuen Lebensraum stießen die Wikinger zunächst auf Island. Um 850 ließ sich dort der Norweger Ingolf Arnason mit seiner Familie nieder. Die Insel lag damals wie heute knapp südlich des Polarkreises mit starker vulkanischer Aktivität und schlechten Böden. Aber die weiteren Siedler ließen sich nicht abschrecken und so wuchs die Wikinger-Kolonie auf Island auf gut 30.000 Personen im Jahre 930 an. In diesem Jahr trat der erste isländische Althing zusammen und gründete den unabhängigen Staat Island.

Sie gründeten den unabhängigen Staat Island.

Aber auch auf dieser Insel wurde es der wachsenden Bevölkerung bald zu klein. Das Ackerland und die Nahrung reichte kaum noch und 970 brach eine Hungersnot auf Island aus. Die Isländer suchten nun neues Land. Aus Geschichten wussten sie, dass um 900 der Wikinger Gumbjörn Krake vom Kurs abgekommen war und ein Land mit Nebel, Treibeis und Schnee entdeckt hatte. Es wurde fortan als “Gumbjörnschäre” bezeichnet.

Um 980 wurde Erik Thorwald, genannt wegen seiner Haare Erik der Rote, zu drei Jahren Friedlosigkeit verurteilt und musste Island verlassen, da er im Streit zwei Nachbarn erschlagen hatte. Darauf segelte Erik zur Gumbjörnschäre und nannte die Insel Grönland, da er dort an der Westküste grüne Täler entdeckt hatte. Außerdem wollte er mit dem positiven Namen Mitstreiter zur Besiedlung finden.

Die fand er auch. 986 ging Erik mit 25 Schiffen auf die ca. 3.500 km lange Reise von Island nach Grönland. Aufgrund des schlechten Wetters kamen aber nur 14 Schiffe mit 700 Menschen an. Überraschend für die Neuankömmlinge war, dass die Insel bereits Einwohner hatte: Die Inuit, die alles andere als begeistert über die neuen Siedler waren. Das Klima der Insel war auch kälter als sich viele vorgestellt hatten. Trotz der widrigen Umstände gab es aber nach einigen Jahren schon 300 Bauernhöfe mit Rindern, Ziegen und Schafen auf Grönland. Erik selbst hatte seinen Hof am Eriksfjord.

Getreide lies sich auf Grönland nicht anpflanzen, aber es gab Milchprodukte, Käse, Butter, Rentierfleisch, Wale, Bären und Seehunde. Die Frauen waren für das Kochen zuständig. In großen Kesseln wurden Eintöpfe zubereitet. Auf heißen Steinen schmorte man Fleisch. Es wurde Handel mit Walknochen, Fellen, Pelzen und Elfenbein mit  Norwegen uns Island getrieben.

Für ihre Schiffe und Häuser brauchten die Grönländer Holz. Dieses war jedoch knapp und so erinnerte man sich an die Grönlandsaga, die berichtete, dass 985/986 Bjarne Herjolfsson, der eigentlich seinen Eltern von Island nach Grönland folgen wollte, nach Nebel und Sturm ein anderes Land ostwärts entdeckt hatte. Es war flach bis hügelig und mit endlosen Wäldern überzogen. Dies war vermutlich Neufundland und Labrador im heutigen Kanada.

Bjarne berichtete später, als er dann doch in Grönland angekommen war seinen Landsleuten von dem Land. 500 Jahre vor Kolumbus. 992 versuchte Leif Eriksson, der Sohn von Erik dem Roten, dieses Land wieder zu finden. Mit 35 Männern zog er gegen Südwest und kam nach Labrador, dass er Steinland nannte. Darauf nach Neufundland, dass er Waldland nannte. Das neue Land insgesamt nannten die Wikinger “Vinland”, was Weinland bedeutet. Angeblich weil einer der Männer dort an seinen Heimat an der Mosel erinnert wurde. Vinland war ein ergiebiger Handelsplatz für die Wikinger. Die Grönländer segelten öfters auf der Rückfahrt voll beladen mit Pelzen, Fellen, Tran und Holz zurück. Aber die neu entdeckten Länder konnten auf Dauer nicht von den Wikingern gehalten werden.

Aufgabe der neuen Länder

Auf Grönland konnten sich die Wikinger, wie wir heute wissen, bis ca. 1350 halten. Danach hatte sich das Klima wohl derart verschlechtert, dass ein Überleben nicht mehr möglich war. Die Indianer, die von den Wikingern verächtlich “Skraelinge” (Schwächlinge) genannt wurden, machten ihnen auf Dauer das Leben schwer.

Handelsplatz Haithabu

Einer der größten Handelsstützpunkte der Wikinger lag an der Schlei im heutigen Schleswig-Holstein. Er hieß Haithabu, was übersetzt “Siedlung auf der Heide” bedeutet. Der arabische Kaufmann At-Tartuschi nanne sie “Eine große Hafenstadt am äußersten Rand des Weltmeeres”.

Haithabu wurde 804 erstmals urkundlich benannt unter dem Namen Slisthorp. Es lag an der schmalsten Stelle von Jütland und so wurde Haithabu rasch zu einem großen Warenumschlagplatz. Zu Kaufleuten kamen Schiffsbauer und andere Handwerker. Auf dem Höhepunkt des Ortes sollen dort ca. 1.000 Menschen gelebt haben.1050 überfiel der Norwegerkönig Harald Hardrada “der Harte” den Ort und äscherte ihn ein. 1066 plünderten die Westslawen den Ort. Die Einwohner siedelten neu in Schleswig. Haithabu kann heute als Ausgrabungsstätte und Museum besichtigt werden.

Der Name Odin kommt von dem altnordischen Wort “óðr”, dass man mit “wild, rasend” übersetzt. Er war in erster Linie der Kriegs- und Todesgott. Zu ihm betete man, wenn man im Kampf in Ekstase geraten wollte und Stärke erlangen musste.

Odin hatte nur ein Auge, denn er hatte eins seinem Onkel und Jöten Mimir geopfert um aus dem Brunnen der Weisheit am Lebensbaum Yggdrasil zu trinken. Durch dieses Opfer erhielt er ein geistiges Auge, mit dem er Dinge sehen konnte, die andere nicht sahen. Odin verwundete sich ferner mit seinem eigenen Speer und hing neun Tage lang ohne Wasser und Essen an der Weltesche. Hierdurch erhielt er Zauberkraft. Er war ein Magier und konnte seine Gestalt wechseln.

Odin zweiter Name war Wotan, was eine Ableitung von Wut ist. Laut der Völuspa hat Odin den ersten Krieg verursacht, da er einen Speer in die Feinde schleuderte. Er reitet sein achtbeiniges Pferd Sleipnir.

Jeder Wikinger erhoffte sich nach der Schlacht im Falle des Todes von den Walküren, Odins Adoptivtöchtern auserwählt zu werden und in Walhalla (Göttersitz) an der großen Tafel mit den Asen zu sitzen. Dort saßen nur die Tapfersten. Sie tranken Met und schauten den täglichen Kampfspielen zu. Dort würden sie warten, bis sie Odin gegen den letzten Kampf mit dem Riesenwolf Fenrir beistehen müssten.

Ein weiterer wichtiger Gott (Asen) war Thor. Er war der Gott der Bauern und hatte gewaltige Kräfte. Er schwang seinen gewaltigen Hammer Mjölnir gegen seine Gegner. Er beschützte Götter und Menschen gegen die feindlichen Jöten und Riesen. Er war der Herrscher über Donner, Sturm und Wind. Sein Kampf mit der Mudgardschlange ist ein beliebtes Thema in den Mythen.

Tyr war ebenfalls einer der Asen. Er war sehr tapfer und kühn und hatte nur eine Hand. Er verlor sie, als die Götter den Riesenwolf Fenrir mit einer unzerreißbaren Kette an die Weltesche banden. Tyr hatte als Pfand seine Hand in den Rachen des Tieres gelegt und als dieser merkte was die Asen vorhatten biss er Tyrs linke Hand ab.

Weitere Asen waren:

Balder, ein Sohn von Odin und Frigg, Gott des Lichtes, der Reinheit, Güte und Schönheit. Eigenschaften sind Toleranz, Friedfertigkeit und Liebe.

Bragi, ein Sohn von Odin und Frigg, Gott der Dichtkunst und Begrüßer der Helden in Walhalla.

Heimdall, Lichtgott, Schützer allen Lebens und Himmelswächter. Er wohnt in Himinbjörg und reite auf seinem Pferd Gulltopp. Er ist der Wächter der Regenbogenbrücke (Bifröst) zwischen Midgard und Asgard.

Ullr ist der Gott des Winters, des Zweikampfes, der Jagd und der Äcker. Er bewohnt seine selbsterbaute Halle Ydalir. Er war Meister im Schlittschuhlaufen und wird heute oft von Skifahrern als Talisman getragen.

Frigg (Saga), Gemahlin von Odin, Schutzherrin der Ehe und Mutterschaft. Sie hat mehrere Dienerinnen Eira, Fulla, Gna, Hlin, Lofn, Sygn, Vara und Vjofn.Sie gebar Odin die Göter Balder, Bragi, Hermor, Hödur und die Walküren. In Asgard sitzt sie im Raum Fensal (Sumpfsaal) und webt die Wolken.

Sif, Göttin der Vegetation, Fruchtbarkeit und Ährenfelder. Gattin von Thor. Idun, der Göttin der Jugend und Fruchtbarkeit. Sie ist die Gattin von Bragi. Neben den Asen gab es auch das Göttergschlecht der Wanen, zu denen auch Freya, Göttin der Fruchtbarkeit, des Frühlings, der Liebe und des Glückes, gehört. Ihr Wagen wird von Katzen gezogen. Auch Njörd ihr Vater, der Gott des Meeres und des Ozeans gehört zu ihnen.

Einst gab es Krieg zwischen Asen und Wanen, der jedoch mit einem Frieden endete. Die Nornen Urd, Verdani und Skuld spinnen die einzelnen Lebensfäden der Menschen. Sie wohnen an der Weltesche und bringen den Menschen Heil und Unheil.

Daneben gab es Folgegeister, die die Menschen begleiteten und weitere Wesen aus der Natur wie Zwerge, Geister und Elfen. Hauptgegner der Asen waren die Jöten, die die blinden Naturkräfte dargestellten. Deren Stammvater war Ymir, der von Odin getötet wurde. Aus seinem Blut entstanden Bäche und Flüsse aus seinem Schädel das Himmelsgewölbe.

 

Auswandern nach Norwegen

Auswandern nach Norwegen ist in den letzten Jahren immer beliebter geworden. Dies ist kein Wundern, denn Norwegen hat einige Vorzüge zu bieten. Da wären zunächst die in manchen Bereich guten Arbeitsmöglichkeiten im Land. Viele Fachkräfte, die in Deutschland arbeitslos oder gering beschäftigt sind, finden in Norwegen gut bezahlte Jobs. Insbesondere deutsche Fachkräfte genießen nach wie vor einen guten Ruf in Skandinavien.

stabkirche norwegen
Stabkirche in Norwegen (c)

Norwegen ist eine konstitutionelle Monarchie, jedoch ist das Königshaus und die Politik volksnah. Das friedliche Land gilt nach dem Human Development Index seit vielen Jahren als attraktivstes Land weltweit. Auch in vielen anderen Statistiken schneidet das Königreich im Norden regelmäßig hervorragend ab. Die Kriminalitätsrate, Korrupution sowie die Gefahr vor Naturkatastrophen ist gering. Es herrscht natürliche Pressefreiheit.

Dazu kommt die unberührte und faszinierende Natur des Landes. Fjorde, Wälder und saubere Städte bieten eine hohe Lebensqualität sowohl im Sommer als auch Winter. Natürlich ist der skandinavische Winter mit seinen dunklen Winternächten und klirrenden Temperaturen nicht zu unterschätzen. Man muss sich schon für die Vorteile dieser Jahreszeit erwärmen können, um sich daran zu gewöhnen. Ein Sonne- und Strandcharakter wird dann in Norwegen eher nicht glücklich werden, sondern sollte doch eher in mediterrane Gefilde auswandern.

Wobei die Sommer in Norwegen für einiges entschädigen. Die langen Sommernächte ermöglichen dann eine intensive Aufnahme der lebendigen Sommerszenarien. Die Natur ist grün und frisch, die Seen und Fjorde idyllisch im besonderen Licht des Nordens. Dazu die frischen Produkte der norwegischen Natur genießen und entspannen. In dieser Zeit kann man vieles, was im Winternicht ging, nachholen!

Die Norweger selbst sind ein weiterer Pluspunkt in diesem Land, denn die Mentalität ist in der Regel entspannt und freundlich. Wer bereit ist, sich den örtlichen Gepflogenheiten anzupassen und nicht arrogant das Land betritt, wird sicher bald positive Erfahrungen machen. Eine Grundvorraussetzung zum auswandern nach Norwegen ist allerdings die Beherrschung der norwegischen Sprache, die nicht einfach ist. In Norwegen selbst kann man seine Sprachkenntnisse erweitern, aber Grundkenntnisse sollten auf jeden Fall vorhanden sein, egal in welchem Sektor man arbeiten möchte.

Das Gesundheits- und Sozialsystem in Norwegen ist hervorragend und in vielerlei Hinsicht auch dem deutschen im Vorteil. Allerdings wird dies insbesondere ermöglicht durch die immensen Einnahmen aus der Erdöl- und Erdgasförderung des Landes. Der Bonus, den Norwegen hierdurch hat, macht schon einen Unterschied aus. Allerdings sind verschiedene Dinge in Norwegen auch deutlich teurer als in Deutschland, so daß das hohe Gehalt hierdurch relativiert wird. Es bleibt also gut zu prüfen, ob eine Auswanderung wirklich die Vorteile bringt, die man sich verspricht. Als Vorabinformationen bieten sich auch Informationsportale für Auswanderer an.

 

Fjorde Norwegens

Fjorde (skandinavisch: altnordisch fjorðr, englisch fiord) sind Meeresarme, die weit ins Festland reichten und ein besonderes typisches Merkmal beim Reiseziel Norwegen. Der längste norwegische Fjord (und zugleich auch der längste Europas) ist mit 204 km der Sognefjord (außerdem ist er der tiefste Fjord der Erde mit ca. 1.380 m).

hardangerfjord norwegen
Am Hardangerfjord nahe Bergsto

Die Fjorde sind entstanden durch Talgletscher, die durch Flusstäler fließen. Das Eis hat verwittertes Gestein mitgerissen und so das Tal erweitert. Die typische U-Form dieser Täler mit sehr steilen Hängen nennt man auch Trogtal. Nach dem Ende der Eiszeit tauten die Gletscher und der Meeresspiegel stieg. Die Trogtäler im Küstenbereich wurden durch Wasser geflutet. Aus den Tälern wurden Meeresarme, die als Fjorde sich zum Teil sehr weit ins Landesinnere ausdehnen.

Die norwegischen Fjorde sind meist sehr tief, weil sich das Land während der Eiszeit durch die Last des Eises stark gesenkt hat. Die Bodenflächen der Täler liegen somit deutlich unter dem Meeresspiegel. Obwohl die Nordsee also durchschnittlich nur 94m tief ist, ist z.B. der Sognefjord an seiner tiefsten Stelle ca. 1380 m tief!

Durch den Golfstrom und andere lokale Besonderheiten ist das Klima z.B. am Sognefjord verhältnismäßig mild, so das am Nordufer ausgiebig Obstanbau erfolgen kann. Fjorde sind meist dünn besiedelt, aber touristisch interessant. Neben Norwegen gibt es auch typische Fjordlandschaften in Schottland, Island, Alaska, Feuerland und Neuseeland.

 

Aurlandsfjord

Die Region um den Aurlandsfjord ist landwirtschaftlich geprägt und touristisch erschlossen. Mitte des 19. Jahrhunderts wanderten viele Einwohner der Region nach Nordamerika aus. Sie war früher eine der abgelegendsten Gegenden Südnorwegens und verkehrstechnisch schwer zu erreichen. Diese Zeiten sind zum Glück vorbei.

Wichtige Orte am Aurlandsfjord sind Flåm und Aurland. Der Nærøyfjord ist eine Abzweigung des Aurlandfjord.

 

Geirangerfjord

Der Geirangerfjord ist einer der Klassiker der norwegischen Fjorde. Seit 2005 gehört er zum UNESCO-Weltnaturerbe. Er befindet sich ca. 200 km Luftline von Bergen und ca. 280 km von Oslo entfern   Am Ende des Fjordes befindet sich der die Ort Geiranger (ca. 300 Einwohner). In den Sommermonaten ist der Ort gut besucht. Neben den Hurtigruten-Schiffen, fahre auch viele Kreuzfahrtschiffe den Ort an. Der Haupterwerbszweig ist daher der Tourismus. Eine Autofähre fährt von Geiranger mehrmals am Tag durch den Fjord nach Hellesylt.

Der Geirangerfjord selbst ist nur ca. 15 km lang und ein Ausläufer des Sunnylvsfjords, der wiederum ein Seitenarm des Storfjords ist. Sehenswert sind die Wasserfälle „Die Sieben Schwestern“ (De syv søstre) oder der Wasserfall Freier und Brautschleier. Der Fjord hat viele steile Abhänge, auf denen heute noch die alten Gehöfte erkennbar sind. Die Landwirtschaft war damals attraktiv, weil in dem Fjord im Sommer fast 24 h Sonneneinstrahlung herrscht. Es konnten sogar Zitrusfrüchte geerntet werden.

 

Ebenfalls beliebt ist eine Fahrt auf dem Ørneveien mit schöner Aussicht auf den Geirangerfjord.

Hardangerfjord

Der Hardangerfjord befindet sich an der südwestlichen Atlantikküste Norwegens (Fylke Hordaland). Er ist ca. 170 km lang. Die Gegend um den Hardangerfjord wird oft auch nur als Hardanger bezeichnet. Dem Fjord sind im Atlantik die größeren Inseln Bømlo, Stord, und Tysnesøy vorgelagert. Im Fjord selber befindet sich die Insel Varaldsøy. Die tiefste Stelle des Hardangerfjordes ist 725 m tief.

Die Stelle ist ungefähr dort, wo der Hardangerfjord sich mit den kleineren Fjorden Eidfjord und Sørfjord trifft. Die Kommunen am Hardangerfjord sind: Eidfjord, Granvin, Jondal, Kvam, Kvinnherad, Odda, Ullensvang und Ulvik.

 

Lysefjord

Der Lysefjord befindet sich in Südnorwegen, östlich von Stavanger im Fylke Rogaland. Der Lysefjord ist eine Abzweigung vom Høgsfjord. Er ist ca. 40 km lang und an seiner tiefsten Stelle 500 m tief. Seine Name bedeutet heller Fjord, was auf die blankgescheuerten felsigen Wände zurückzuführen ist. In Oanes am Beginn des Fjords befindet sich das Lysefjord Center mit Informationen zur Region.

Eine besondere Sehenswürdigkeit ist der Preikestolen (Predigtstuhl) über dem Fjord. Diese 600 m hohe Plattform bietet eine umwerfende Aussicht auf den Lysefjord. Die Größe des Felsplateaus ist ca. 25 × 25 Meter. Die Fjellkante fällt 604 Meter senkrecht in den Fjord hinab. Der Preikestolen erfreut sich großer Beliebtheit als Wanderziel. Das Klima im Fjord ist mild und feucht. Die Hochebenen, die 600 – 1.000 m hoch liegen, können aber auch im Sommer kühl sein. Im Winter fällt dort viel Schnee.

Die Siedlung Fløri hat ein Elektrizitätswerk (gebaut 1917-1921). Man findet dort Wasserrohre und eine Treppe mit 4.444 Stufen. Seit 1999 gibt es dort ein neues Kraftwerk. In der Nähe des Kraftwerks lebt eine Seehundkolonie. Ca. 5 km vor dem Ende des Fjords befindet sich seine höchste Felswand Kjerag. Sie ist 1.084 m hoch. Der Kjeragkeil ist ein großer Stein zwischen zwei Felswänden.

Am Ende des Fjords liegt Lysebotn. Diese Siedlung besteht zum Großteil aus Ferienhäusern. Im Sommer ist die Straße zum Ort hin befahrbar. Kurz vor dem Ort ist sie eine anspruchsvolle Serpentinstraße mit 27 Haarnadelkurven. Sie geht hinab von 600 m auf Meereshöhe.

 

Nærøyfjord

Der Nærøyfjord ist 17 km lang und ein Nebenarm des Sognefjords. Seit 2005 gehört er zum Weltnaturerbe der UNESCO. Aufgrund seiner landschaftlichen Schönheit und spektakulären Gegebenheiten wird er gerne besucht.

Im Sommer fahren auch Touristenschiffe bis zum Ende des Fjords (bis zum Ort Gudvangen).

Der Nærøyfjord ist der schmalste Fjord Europas und an seiner schmalsten Stelle nur 300 m breit. Er wird beidseitig geprägt von bis zu 1.700 m hohen Felswänden. Da Steinschlaggefahr besteht, dürfen größere Schiffe das Horn nicht benutzen.

 

Oslofjord

Am nördlichen Fjordende des Oslofjords liegt Oslo, die norwegische Hauptstadt. Der Fjord zieht sich über 100 km Luftlinie vom Skagerrak nach Norden.

Er dient besonders der Naherholung der Hauptstädter. Der Oslofjord ist sowohl wirtschaftlicher als auch besiedlungstechnischer Schwerpunkt des Landes. Innerhalb einer Autostunde können 40 % der Norweger den Fjord erreichen. 40 % der Arbeitsplätze liegt ebenfalls in der Region. Dem Oslofjord kommt als Wasserstraße für Fracht- und Passagierschiffe große Bedeutung zu.

Der Oslofjord hat zahlreiche natürliche Häfen, Nebenarme und Abzweigungen. Die Region ist bereits seit der Eisenzeit bewohnt, die ältesten Funde stammen aus der Jungsteinzeit. In der Zeit der Wikinger und im frühen Mittelalter entwickelten sich Bauernhöfe zu Städten. Auch die alte Königsstadt Tønsberg (lt. Snorri Sturluson um 871 n. Chr. gegründet) befindet sich am Oslofjord.

 

Sognefjord

Mit 204 km ist der Sognefjord der längste Fjord Europas. Er ist mit 1.380 m zugleich der tiefste Fjord der Erde. Er läuft in mehrere kleinere Fjorde aus, wie z.B. Aurlandsfjord und Nærøyfjord.

Das Klima variiert im Sognefjord sehr stark. Während es im Westen noch sehr ozeanisch geprägt ist, wird es nach Osten hin kontinentaler. Eine weitere Besonderheit ist die an seiner Mündung liegende Felsenschwelle, die nur das warme Oberflächenwasser der Nordsee einfließen lässt. Dadurch ist das Klima insgesamt eher mild. Besonders am Nordufer wird dort intensiv Obstanbau betrieben.

Der Fjord beginnt im Westen bei Sygnefest und endet in Øvre Årdal am Årdalsfjord. Sehenswerte Orte sind:

Aurland, Balestrand, Flåm, Gudvangen, Hafslo, Høyanger, Kaupanger, Lærdal, Leikanger, Marifjøra, Skolden, Sogndal, Vadheim und Vik.

Über den Sognefjord führt eine Stromleitung, die mit 4.597m, die zweitgrößte der Welt ist. Es gibt eine Schnellbootverbindung von Flåm über alle wichtigen Ort nach Bergen.

 

Trollfjord

Der Trollfjord ist einer der schönsten Fjorde Norwegens. Er ist nur 2 km lang und einSeitenarm des Raftsunds zwischen den Lofoten und den Vesterålen. Die Einmündung ist lediglich 100 m breit und erweitert sich später auf bis 800 m. Sein Name leitet sich von den Trollen der nordischen Mythologie ab und charakterisiert die mystische Atmosphäre die in ihm herrscht. Sein Wasser ist glasklar und bei schönem Wetter spiegeln sich die umliegende Berge.

Auf der Südseite wird der Trollfjord durch den Trollindan abgeschlossen (1.045 – 1.084 m), im Norden durch das Blåfjell (998 m) und Litkorsnestinden (980 m). Die Hurtigrutenschiffe machen auf ihrem Weg von Bergen nach Kirkenes (als besonderes Highlight) einen kurzen Abstecher zum Trollfjord. In Svolvær können Trollfjord-Touren mit einem ehemaligen Fischkutter gebucht werden.

Bis 1960 gab es einen Wasserfall in dem Fjord, der heute in einem Rohr verlegt ist und der Stromerzeugung dient. Eigentlich schade, aber sauberer Strom ist auch wichtig.

 

Trondheimfjord

Der Trondheimfjord ist 130 km lang und damit der drittlängste Fjord Norwegens.

Er beginnt bei Ørland und geht bis Steinkjer. Trondheim liegt 70 km vom Meer entfernt und ist mit ca. 160.000 Einwohnern die größte Stadt an dem Fjord.

Der Trondheimfjord ist an seiner tiefsten Stelle 617 m tief (bei Agdenes).

 

Norwegische Wirtschaft

Norwegen gehört heute zu den Ländern mit dem höchsten Lebensstandard der Welt.

Norwegen und seine Wirtschaft verdankt seinen Reichtum nicht zuletzt seinem Ölreichtum, wovon es alljährlich reichlich exportiert. Weitere wichtige Exportartikel sind Fische aus Aquakultur sowie Meeresfang. Auch in Sachen Wasserenergiegewinnung und Telekommunikation ist Norwegen technisch hoch entwickelt.

norwegische flagge
Flagge von Norwegen

Norwegen exportiert 40% seiner produzierten Waren und importiert etwas ein Drittel seines nationalen BIP. Norwegen ist nicht Mitglied der Europäischen Union (EU), hat jedoch durch den EWR Zugang zu dem einheitlichen Markt. ¾ des norwegischen Außenhandels gehen in die EU-Staaten.

Der wichtigste Handelspartner nach Schweden ist traditionell Deutschland. Heute erhält Deutschland ca. 25% seines Erdölimports durch Norwegen. Dies wird sich bis zum Jahr 2010 noch auf 30% steigern (bei Erdgas sogar 50%).

Das war nicht immer so. Bis zur Mitte des letzten Jahrhundert war Norwegen eher landwirtschaftlich geprägt. Der Lebensstandard war im europäischen Vergleich eher schlicht. Die Böden waren durch die klimatischen und Nährstoffarmut Gegebenheiten ungünstig. Lediglich Fischerei war eine große Ressource, die vielen Menschen Arbeit und Brot gab.

Um 1900 wurden viele Wässerfälle zur Energiegewinnung erschlossen. Dadurch konnten sich energieaufwendige Industrien wie Papier/ Zellstoff oder chemische Industrie entwickeln. Durch umfangreiche Wälder konnte Norwegen auch durch Holzexport Einnahmen erzielen.

Erdöl- und Erdgas Industrie

Die ersten Erdölfunde gab es in den 1960er Jahren. Seitdem hat Norwegen eine Metamorphose von einem Agrarland zu einer Hightechnation durchlebt.
Norwegen fördert das meiste Erdgas Westeuropas und ist die siebtgrößte Exportnation für Erdöl. Bezogen auf den Gesamtexport beträgt der Anteil von Rohöl und Erdgas 40%.

Norwegische Firmen sind weltweit führend in der Hochseeförder-Technologie. Insbesondere umweltschonende Entwicklungen zur Ölförderung und bessere Effizienz lassen auf zukünftige Exportschlager hoffen. Norwegische Firmen haben als erste 3-D Seismologie oder horizontale Bohrungen angewandt.

Fisch & Co. aus dem Meer

Norwegen ist die drittgrößte Exportnation für Meeresprodukte und exportiert in ca. 150 Länder der Welt. Egal ob frisch oder gefroren oder in anderer Form. Norwegische Fischprodukte genießen einen ausgezeichneten Ruf und werden dementsprechend umfangreich nachgefragt. Die Norwegischen See und die Barentssee sind geografisch die Hauptfanggebiete. In den Küstengewässern leben über 200 Fisch- und Schalentiere. Am bekanntesten ist der Kabeljau (Skrei) von der nordnorwegischen Küste, der in alle Welt exportiert wird. Auch Schalentiere wie Garnelen und Krabben sowie die Fische Makrele und Hering sind erwähnenswrt.

In den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts deuteten sich Problem aufgrund Überfischung an. Der Situation wurde durch strenge Regulierungen begegnet.

Aquakultur

Die norwegischen Fischfarmen waren auch Vorreiter bei der Aquakultur. Heute sind 40% des norwegischen Fischexports aus Aquakultur.

In fast jedem mitteleuropäischen Supermarkt findet man diese Produkt. Der norwegische Lachs aus Aquakultur zeichnet sich auch durch umweltschonende Haltung und Techniken aus. Neben Lachs werden auch Lachsforellen und verschiedene Schalentiere in Aquakultur gezüchtet. In der Zukunft ist dies ferner für Heilbutt und Dorsch geplant.

Tourismus

Norwegen wird zunehmend auch von Touristen für sich entdeckt. Besonders die saubere und unberührte Natur, sowie die Abgeschiedenheit vom Stress der europäischen Großstädte wirkt für viele paradiesisch.  Die Einnahmen aus dem Tourismusgeschäft sind steigend.

 

Norwegische Bevölkerung

Norwegen hat ca. 5,5 Millionen Einwohner. Das sind gerade einmal 14 Menschen pro qkm. Deutschland hat zum Vergleich 230/ qkm, die Niederlande sogar 413/ qkm. Damit ist Norwegen im Durchschnitt im Vergleich zu Mitteleuropa sehr dünn besiedelt.

blockhaus norwegen
Urlaub im Blockhaus ist typisch für Skandinavien (c)

3/4 aller Norwegerinnen und Norweger leben an der Küste, so wie es sich für ein Seefahrervolk gehört. 75 % der Norweger leben in städtischen Ballungsräumen. Im Einzugsbereich der Hauptstadt leben alleine schon 50 % der Norweger. Oslo selbst hat 510.000 Einwohner und ist damit die größte Stadt des Landes. Kommt man weiter nach Norden, nimmt die Bevölkerung ab. Es bedarf zahlreicher Subventionen um die Menschen zum Verbleib in den äußersten Nordprovinzen zu halten. In der Provinz Finnmark leben nur noch 1,6 Menschen/ qkm. An der Westküste gibt es noch einige große Städte: Bergen (230.000), Trondheim (150.000) und Stavanger (110.000).

Zusammensetzung

Die Bevölkerung besteht zu 96,5% aus Norwegern, einem Nordgermanischen Volk. 0,5 % sind Dänen, 0,3 % Schweden. Die in Norwegen arbeitenden und lebenden Briten machen ebenfalls 0,3% der Bevölkerung aus. In den letzten Jahren sind auch Pakistanis und andere moslemische Einwanderer nach Norwegen zugereist (vorwiegend im Bereich Oslo). Es gibt außerdem noch ca. 30.000 Samen in Nordnorwegen.

Diese Menschen, deren Ursprünge noch weitgehend unerforscht sind, leben teilweise noch von der traditionellen Rentierzucht. Sie haben sich aber weitgehend der Mehrheitsbevölkerung assimiliert. Seit den 1970er Jahren wird jedoch die eigene Identität glücklicherweise wieder stärker entwickelt. Es gibt eigene Rundfunksendungen auf Samisch und die Sprache wird auch wieder in den Schulen gelehrt.

Religion

85 % der Bevölkerung gehören der norwegischen Staatskirche an, die eine Teil der evangelisch-lutherischen Kirche ist. Der Rest verteilt sich auf weitere vom Staat geförderte Kirchen und Gruppen.

Bildung

Norwegen hat Universitäten in Oslo, Bergen, Trondheim und Tromsö. Es verfügt ferner über eine Landwirtschafts- und Handelshochschule. Es besteht Schulpflicht bis zum 16. Lebensjahr, wobei mit 6 Jahren eingeschult wird. Die Alphabetisierung ist mit 99% praktisch erreicht.

Soziales

Norwegen ist noch einer der letzten wirklichen Wohlfahrtsstaaten der Erde. Das soziale System erfasst jeden Bürger. Es gibt ein Recht auf Arbeit, soziale Sicherheit, Bildung, Gleichberechtigung und Gesundheitsfürsorge. Finanziert wird das alles durch hohe Steuern. Auch Überschüsse aus dem Ölgeschäft fließen in das Sozialsystem, dass nur hierdurch in der bestehenden Form finanzierbar ist.

 

Norwegische Sprache

Norwegisch ist die Amtssprache Norwegens und auch eine der offiziellen Sprachen im Nordischen Rat. Wobei es hier schon komplizierter wird, denn die Norwegische Sprache (Norsk) unterscheidet zwei Varianten: Bokmål und Nynorsk.

norwegische flagge
Flagge von Norwegen

5,5 Millionen Menschen sprechen Norwegisch – weltweit. Damit ist es z.B. im Vergleich zu Deutsch (etwa 105 Millionen als Muttersprache und 80 Millionen Fremdsprachler weltweit) eine “kleine” Sprache.

Bokmål (dt: Buchsprache) nannet man bis 1929 auch Riksmål (Reichssprache) und hat eine starke Verwandtschaft mit dem Dänischen. Allerdings ist die Aussprache der Dänen stark abweichend und im Vergleich zu den Norwegern und Schweden unterschiedlich. Die Verwandtschaft kommt natürlich auch aus der historischen Anbindung Norwegens an Dänemark (1380 – 1814 Kalmarer Union).

Nynorsk (früher Landsmål) ist eigentlich entgegen dem Namen die ältere Variante und basiert stark auf den alten, ländischen Dialekten Norwegens insb. Westnorwegens. Nynorsk wurde vom norwegischen Sprachforscher Ivar Aasen (1813 – 1896) in seinen Werken verfasst und wird heute von ca. 15% der norwegischen Bevölkerung verwendet, von weit mehr jedoch im Alltag als Dialekt gesprochen.

In der Schule werden beide Varianten erlernt. Nynorsk ist in den Fylke und Kommunen Westnorwegens, der Fjordregion und im Telemark offiziell. Alle übrigen Regionen sind neutral oder Bokmål orientiert.

Die meisten Norweger sprechen Englisch, oft auch ein paar Brocken Deutsch. Allerdings trifft man immer mal Bewohner des Landes, die nur Norwegisch sprechen. In der Schule ist Englisch mittlerweile die erste Fremdsprache (bis in die 1950er Jahre war dies Deutsch). Deutsch, Spanisch und Französisch sind wählbare Zweitfremdsprachen.

Norwegisch ist als nordgermanische Sprache für Deutsche teilweise gut verständlich, aber ähnlich wie beim Niederländischen oder anderen germanischen Sprachen sollte man das Erlernen und vor allem die Aussprache nicht unterschätzen. Aber wer dran bleibt und ein bisschen Sprachtalent hat, wird schnell erste Erfolge feststellen und Spaß an Norsk haben.

Exemplarisch hier einmal die norwegischen Zahlen:

Zahlen:

0 null (nüll)
1 en/ett
2 to (tuh)
3 tre (treh)
4 fire (fihre)
5 fem (femm)
6 seks (sechs)
7 sju (schü)
8 atte (otte)
9 ni
10 ti
11 elleve (ellwe)
12 tolv (toll)
13 tretten
14 fjorten (fjurten)
15 femten (femmten)
16 seksten (seisten)
17 sytten (sötten)
18 atten
19 nitten
20 tjue (chüe)
30 tretti
40 förti
50 femti (femmti)
60 seksti
70 sytti (sötti)
80 atti (otti)
90 nitti
100 hundre (hündre)
200 tohundre (tuhündre)
1000 tusen (tüsen)
2000 totüsen (tutüsen)
10 000 titusen (titüsen)
1/2 en halv (en hall)